Hähnchencurry mit Zwiebeln und Gewürzen

©Nassima Rothacker

Quelle: Chetna Makan: Gesundes Indien

Einfache Rezepte für jeden Tag

Fotos: Nassima Rothacker

Ars Vivendi Verlag

Preis: 24,–

So gut und auch noch schnell gekocht – dieses Rezept geht direkt – und nicht über Los – ins Standard-Repertoire!

Die Befürchtung, dass die Nelkennote zu dominant werden könnte, erwies sich als Trugschluss, dieses Hähnchencurry hat uns einfach richtig gut geschmeckt! Wer es weniger würzig mag, geht vielleicht erst mal mit 5 Nelken an den Start.

Dies ist mein Rezept, wenn ich in kürzester Zeit ohne großen Aufwand ein fantastisches Hähnchencurry kochen will! Und bald wird es auch euer Lieblingsrezept sein – die Gewürze verzaubern das Hähnchenfleisch und durch den großzügigen Einsatz von Zwiebeln erhält das Gericht ein köstliches Aroma. Serviert Reis oder Chapatti zu diesem gesunden Gericht.

Zutaten (für 4 Personen):

1 EL Sonnenblumenöl

2 Lorbeerblätter

1 Zimtstange

8 schwarze Pfefferkörner

8 Gewürznelken

4 grüne Kardamomkapseln

6 Zwiebeln, davon 3 fein gehackt,

3 geviertelt

2 kleine grüne Chilischoten, fein

gehackt

2 Knoblauchzehen, fein gehackt

1 cm Ingwer, geschält und fein

gehackt

2 EL Tomatenmark

1 EL gemahlener Koriander

1 TL Garam Masala

1 TL gemahlene Kurkuma

1 TL Salz

100 g Naturjoghurt

8 Hähnchenoberkeulen ohne

Haut

 Zubereitung:

Das Öl in einem Topf bei mittelschwacher Temperatur heiß werden lassen und Lorbeerblätter, Zimt, Pfefferkörner, Gewürznelken sowie Kardamom darin einige Sekunden anrösten. Gehackte Zwiebeln und Chilis zufügen und braten, bis die Zwiebeln goldbraun sind – dies kann 20–25 Minuten dauern.

Knoblauch und Ingwer 2 Minuten mitgaren, dann Tomatenmark einrühren und 2 Minuten rösten. Mit gemahlenem Koriander, Garam Masala, Kurkuma und Salz würzen.

Joghurt und 100 ml kochendes Wasser einrühren, dann Hähnchenoberkeulen und Zwiebelviertel unterheben. Einen Deckel auflegen und 40–45 Minuten köcheln lassen, bis das Fleisch durchgegart ist. Das Curry sofort servieren.

Garnelen mit Kokosnuss

©Nassima Rothacker

Quelle: Chetna Makan: Gesundes Indien

Einfache Rezepte für jeden Tag

Fotos: Nassima Rothacker

Ars Vivendi Verlag

Preis: 24,–

Wow, ich fühlte mich direkt an den Strand Goas zurück gebeamt, wo ich vor vielen Jahren das erste Mal Bekanntschaft mit einem Garnelen-Curry machte. Dieses Rezept kann nicht nur mithalten, sondern war noch viel leckerer!

Vorsicht, jetzt wird’s scharf! Aber natürlich könnt ihr ganz nach Belieben die Chilimenge reduzieren. Die frischen Garnelen und Kokosnussstücke ergeben ein himmlisches Paar, während Curryblätter und Fenchelsamen diesem Gericht einen einzigartigen Geschmack verleihen. Und außerdem ist es in nur wenigen Minuten zubereitet. Serviert Reis oder Pilaw dazu.

Zutaten (für 4 Personen):

12 rohe Riesengarnelen, geschält

und Darm entfernt

Für die Trockenmarinade

1 cm Ingwer, geschält und

gerieben

2 Knoblauchzehen, gerieben

¼ TL Salz

¼ TL Chilipulver

¼ TL gemahlene Kurkuma

¼ TL Fenchelsamen, zerdrückt

Für das Masala

1 EL Sonnenblumenöl

10 Curryblätter (bei mir tiefgekühlte Ware)

½ TL schwarze Senfkörner

½ TL Fenchelsamen

2 kleine grüne Chilischoten, in

feine Ringe geschnitten

2 rote Zwiebeln, in feine Ringe

geschnitten

100 g frische Kokosnuss, in feine

Scheiben geschnitten (bei mir tiefgekühlte Ware)

½ TL Salz

½ TL gemahlene Kurkuma

½ TL Garam Masala

1 TL gemahlener Koriander

1 EL Kaschmir-Chilipulver

Zubereitung:

Die Garnelen in einer Schüssel mit den trockenen Zutaten für die Marinade vermengen und die Gewürze mit den Händen einmassieren. Die Schüssel abdecken und im Kühlschrank 15 Minuten durchziehen lassen.

Für das Masala das Öl in einem großen Topf bei mittlerer Temperatur heiß werden lassen und Curryblätter, Senfkörner sowie Fenchelsamen darin einige Sekunden rösten. Grüne Chilis und Zwiebeln zufügen und 2–3 Minuten anbraten, bis sie allmählich weich werden.

Kokosnuss und 150 ml kochendes Wasser zugeben. Gut umrühren, einen Deckel auflegen und 10 Minuten garen, bis die Kokosnuss etwas weicher ist. Schließlich Salz, Gewürze und marinierte Garnelen vorsichtig untermengen. Temperatur erhöhen und 5–6 Minuten braten, bis die Garnelen rosa und durchgegart sind. Sofort servieren.

Chana Dal mit Okraschoten und Kokosnuss

©Nassima Rothacker

Quelle: Chetna Makan: Gesundes Indien

Einfache Rezepte für jeden Tag

Fotos: Nassima Rothacker

Ars Vivendi Verlag

Preis: 24,–

Sehr fein and “real India” without the fatty Curry-House approach!

Die Curryblätter sorgen für typisches India-Feeling, Curryblätter frisch zu bekommen ist sehr schwierig bei uns, eine akzeptable Alternative sind gefrorene. Mit getrockneten Curryblättern sind indische Gerichte nur das halbe Vergnügen, dasselbe gilt übrigens ebenfalls für die frische Kokosnuss.

 Zu zweit hat es prima geschmeckt und wir sind sehr gut satt geworden, 4 Personen werden davon allein nicht satt, Beilagen werden empfohlen.

 Vier getrocknete Chilischoten sind natürlich eine Hausnummer! Wir mögen es zwar gerne sehr scharf, sind jedoch daruntergeblieben. Das weitere verwendete Chilipulver, sollte mild sein, z. B. Kaschmir-Chilipulver oder ebenfalls Pul-Biber bieten sich an.

Obwohl die Kombi ungewöhnlich ist, passen Chana Dal, Okraschoten und frische Kokosnuss hervorragend zusammen. Chana Dal ist etwas schwerer als andere Hülsenfrüchte, aber bei diesem Gericht schmeckt es richtig leicht. Das Rezept ist ganz simpel in der Zubereitung. Serviert das Dal mit Chapatti oder Reis.

Zutaten (für 4 Personen):

250 g halbierte Kichererbsen

(Chana Dal)

1 ½ TL Salz

1 TL gemahlene Kurkuma

1 EL Ghee

1 TL schwarze Senfkörner

10 Curryblätter (bei mir tiefgekühlte Ware)

4 getrocknete rote Chilischoten

4 Bananenschalotten, in feine

Ringe geschnitten

400 g Okraschoten, in 1 cm

große Stücke geschnitten

½ TL Chilipulver

1 TL gemahlener Kreuzkümmel

1 TL Garam Masala

100 g frische Kokosnuss, sehr

fein gehackt (bei mir tiefgekühlte Ware)

Zubereitung:

Chana Dal mit 1 TL Salz, Kurkuma und 1 l kochendem Wasser in einen tiefen Topf geben. Einen Deckel auflegen und bei mittelschwacher Hitze 45–50 Minuten kochen, bis die Kichererbsen weich sind und das Wasser aufgesogen wurde. Beiseitestellen.

Das Ghee in einem großen Topf bei mittelschwacher Temperatur heiß werden lassen und Senfkörner, Curryblätter sowie Chilis darin einige Sekunden anrösten. Schalotten zugeben und 2 Minuten braten, bis sie allmählich weich werden.

Temperatur leicht erhöhen, die Okraschoten unterheben und 5 Minuten garen, bis sie allmählich schleimig werden (keine Sorge – der Schleim verschwindet wieder).

Restliches Salz, Gewürze und Kokosnuss zufügen und Temperatur wieder reduzieren. Einen Deckel auflegen und 15–20 Minuten garen, bis die Okraschoten weich sind und der Schleim verschwunden ist.

Die Kichererbsen zu den Okraschoten geben und alles gut vermengen. Das Dal sofort servieren.

Chetna Makan: Gesundes Indien

Chetna Makan: Gesundes Indien

Einfache Rezepte für jeden Tag

Fotos: Nassima Rothacker

Ars Vivendi Verlag

Preis: 24,–

Wie sieht es aus?

Fröhlicher Aufbruch in ein neues Curry-Zeitalter….

Chetna Makan ist von Haus aus Mode-Designerin und mit diesem ihrem insgesamt dritten Kochbuch zur indischen Küche setzt die passionierte Hobbyköchin und Halbfinalistin von The Great British Bake Of  neben einem überzeugenden Konzept, optisch noch mal jede Menge drauf: „Gesundes Indien“ tritt mit einem fröhlich bunten Cover und geprägter und stilisierter Sonne auf die Kochbuchbühne. Man merkt sofort, dieses indische Kochbuch  steht für Aufbruch und umgarnt den zugeneigten Interessenten mit reizvoller Haptik und sonnengelber Frische, wie es keinem Curry-House im Londonener Osten bei der inzwischen anspruchsvolleren Kundschaft heute noch gelingt! Optisch ist das Makeover für „India at home“ schon mal in sehr versierten Händen….. Sein fröhliches Layout setzt sich im inneren fort und passt gut zu den elegant in zurückhaltendem weiß gelayouteten Rezepten und Rezept-Fotos, die den Fokus dort belassen wo er hingehört, leckere und zeitgemäße indische Küche.

Was ist drin?

Fatty Curry-House-Kitchen vs. real India und Feierabend indisch geht auch

Chetna Makan ist es wichtig, dass sie richtig verstanden wird, sie ist weder ausgebildete Profi-Köchin, noch Gesundheits-Apostel. Gebürtig aus Indien  lebt diese inzwischen mit ihrer Familie in einer kleinen Stadt im englischen Kent. Gerne kocht sie für diese nach wie vor indisch, meistens mit von ihrer Mutter übernommen Rezepten und mit den Zutaten, die sie problemlos in ihrer Heimatstadt Broadstairs bekommt, denn online bestellt sie ungern. Diäten sind für die ehemalige Designerin nie ein Thema gewesen, vermutlich weil sie mit dem liebevoll zubereiteten Essen ihrer Mutter aufgewachsen ist.  Makan versteht wirklich nicht, warum Curry-House-Food bei uns noch immer mit authentischem indischen Essen assoziiert wird. In Indien wird für Ms. Makan frischer und leckerer gekocht und alle Tanten und Verwandten haben es genauso gemacht. Klar ging man mal ins Restaurant und manchmal durfte es auch mal frittiertes Streetfood sein, aber solche Besuche waren stets die Ausnahme. Eingekauft wurde beim Straßenhändler und was der gerade in guter Qualität vorrätig hatte, bestimmte den Speisezettel.

Seit Jahren teilt Cetna Alltagsrezepte auf ihrem YouTube-Kanal »Food with Chetna«, weil sie den Leuten zeigen möchte, wie leicht man zu Hause gutes und gesundes indisches Essen zubereiten kann. Dabei freut es sie am meisten, wenn Menschen, die noch nie zuvor ein indisches Gericht gekocht haben, ihre Rezepte ausprobieren und sie dann in ihr Repertoire aufnehmen, weil ihre Familie so begeistert ist. Diese Erfahrungen gaben ihr das Selbstvertrauen, viele in ihre Küche einzuladen und ihre leckeren indischen Alltagsgerichte vorzustellen:

Was ist außerdem noch neu?

 Mal  2 oder mal 3, Variationen gehören zum Küchen-Alltag

Die Youtuberin aus Kent liebt es flexibel und regt mit verschiedenen Variationen an, Zutaten immer wieder neu zu kombinieren:

Praxis-Check:

Für Saag (eine Art scharfe grüne indische Sauce) mit Panir & Cavolo nero würde ich lieber Grünkohl verwenden und kann mir auch nicht vorstellen, wie übrigens ebenfalls bei dem verwendeten lila Sprossenkohl für Sabji (indisches Gericht mit Gemüse, auf Seite 65 mit Paner ergänzt), dass der wirklich immer überall in der englischen Provinz bei den Gemüsehändlern in den Auslagen liegt. Für mich sieht es eher danach aus, dass hier eine schicke fotogene Zutat gesucht wurde. But I am fine with this…..Wer sich fragt, wo er die Bittermelone (pikante Bittermelone mit Zwiebeln) kaufen kann, schaut  am Besten im Asia-Laden im Kühl-Regal. Hinter einem Seekukuck, der im Bananenblatt gegart wird, verbirgt sich eine Knurrhahn-Art – wie sie u. a. in der Nordsee vor Großbritannien vorkommt. Als Ersatz bietet sich – der leider sehr stark überfischte – Rotbarsch an. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Makan‘s reduzierter Ansatz gut funktioniert,  weil sie weiß worauf es für den echten Geschmack ankommt. Jedoch sollte man keinesfalls auf frische Curryblätter oder frisch geraspelte Kokosflocken (gibt es tiefgefrorenen im Asia-Laden) verzichten, dass schlägt bei reduzierten Zutatenlisten, geschmacklich voll ins Kontor und schmeckt dann schnell langweilig. Um die Feierabend-Tauglichkeit zu erhöhen, gibt es in diesem Buch ebenfalls schlichtere Kreationen wie z. B. eine Kartoffelsuppe mit Koriandergrün, eine Suppe mit Butternuskürbis, Kichererbsen und Spinat, rote Linsen mit Spinat oder Reis mit grünem Gemüse. Diese Speisen lassen  sich nicht mit einem stundenlang gekochten Curry vergleichen, sind aber an einem ganz normalen Tag, eine schmackhafte Alternative zu Stulle oder dem Lieferdienst und  bei den Currys war ich durch die Bank sehr angetan,  wie lecker das war, ohne dass  jede Menge Gewürze dabei im Spiel waren. Eine weitere Suppe mit Butternusskürbis mit roten Linsen und Tamarinde geschmacklich sogar großartig und sehr fein komponiert. Bei den Mengenangaben, für die Gemüse-Gerichte, wurde sparsam agiert, 2 – 3 Personen werden satt, aber wenn – wie angegeben 4 Personen davon essen sollen, braucht es unbedingt noch was hinterher.

Probiert & Verputzt:

Chana Dal mit Okraschoten und Kokosnuss

©Nassima Rothacker

Sehr fein and “real India” without the fatty Curry-House approach!

Die Curryblätter sorgen für typisches India-Feeling, Curryblätter frisch zu bekommen ist sehr schwierig bei uns, eine akzeptable Alternative sind gefrorene. Mit getrockneten Curryblättern sind indische Gerichte nur das halbe Vergnügen, dasselbe gilt übrigens ebenfalls für die frische Kokosnuss.

 

Zu zweit hat es prima geschmeckt und wir sind sehr gut satt geworden, 4 Personen werden davon allein nicht satt, Beilagen werden empfohlen.

Vier getrocknete Chilischoten sind natürlich eine Hausnummer! Wir mögen es zwar gerne sehr scharf, sind jedoch daruntergeblieben. Das weitere verwendete Chilipulver, sollte mild sein, z. B. Kaschmir-Chilipulver oder ebenfalls Pul-Biber bieten sich an.

Hähnchencurry mit Zwiebeln und Gewürzen

©Nassima Rothacker

Die Befürchtung, dass die Nelkennote zu dominant werden könnte, erwies sich als Trugschluss, dieses Hähnchencurry hat uns einfach toll geschmeckt! Wer es weniger würzig mag, geht vielleicht erst mal mit 5 Nelken an den Start.

 

 

 

 

Garnelen mit Kokosnuss

©Nassima Rothacker

Wow, ich fühlte mich direkt an den Strand Goas zurück gebeamt, wo ich vor vielen Jahren das erste Mal Bekanntschaft mit einem Garnelen-Curry machte. Dieses Rezept kann nicht nur mithalten, sondern war noch viel leckerer!

 

 

 

 

Kartoffeln mit Blumenkohl und Masala

©Nassima Rothacker

Sehr lecker & Feierabend tauglich, zwei werden wieder gut satt, vier leider nicht,  dazu braucht es weitere Beilagen oder vorweg einen leckeren Salat, den Makan ebenfalls auf indisch servieren kann.

 

 

 

 

 

Chutney mit Tomate, Knoblauch und Chili

©Nassima Rothacker

Das peppt richtig – gehört von jetzt an in die Kühlschrank-Grundausstattung!

 

 

 

 

 

 

Fazit: Indische Küche für Mo., Di, Mittw. Do.!

Die Generell-Überholung die Cetna Makan der indischen Küche verpasst ist für mich stimmig, alltagstauglich und hier und da großartig gelungen. Selbst wer indisches Essen liebt, wird wegen des Aufwands den ein Curry macht, sich dafür nur am Wochenende in die Küche begeben. Makan erweist der indischen Küche einen großen Dienst, wenn sie dies in einer Version präsentiert, die nichts mehr mit fettigen und todgekochten Curries zu tun hat oder auf Fertig-Pasten aus dem Glas zurück greift. Sie kennt die typischen Geschmacks-Parameter, die bei reduzierten Zutaten für typisches India-Feeling auf dem Teller sorgen und hat viel Händchen bei der Rezeptentwicklung bewiesen! Manchmal wird es nicht nur gut und Feierabend tauglich, sondern schmeckt bei überschaubarem Aufwand einfach klasse, wie bei Chetna Makhan’s Master-Rezept für ein schnelles Hähnchen-Curry. I like!!! Das gleiche gilt für einige Salate, die man in Indien nicht serviert bekommt und dem einen oder anderen Rezept, dass ich probiert habe und trotz anfänglich großer Skepis schnell in mein Reportoire übernommen habe.

 

Immune Boosting Möhren-Ingwer-Zitronen-Shots

Mit Smoothies konnte man mich bis jetzt jagen…. Hier mache ich gerne eine Ausnahme, die Kombination konnte auf ganzer Länge überzeugen: Süße (Möhren) + Säure (Zitronen), leichte Schärfe (Ingwer), ergänzt durch die frische Süße reifer Mango – wie schön, dass gesund auch lecker geht!

Quelle: Katharina Küllmer: Aromafeuerwerk – Vegetarisch

Die neue grüne Küche

Edition Michael Fischer

Powergetränk macht mein Immunsystem stark gegen jede Form von Erkältung. Im Herbst trinke ich es oft schon zur Vorbeugung. Diese Variante bringt noch die Power von Möhren und Mango mit. Ein köstliches, scharfes Getränk, von dem man nur eine kleine Menge täglich braucht.

Zutaten (für ca. 250 ml Saft):

300 g Möhren

2 große Bio-Zitronen

40 g frischer Ingwer

40 g Mango

1 Schuss Olivenöl

Außerdem

Entsafter

eine Glasflasche (250 ml)

Zubereitung:

Die Möhren und Zitronen waschen und ungeschält in grobe Stücke schneiden. Ingwer schälen und ebenfalls in grobe Stücke schneiden. Die Mango schälen, das Fruchtfleisch vom Kern lösen und in grobe Würfel schneiden. Möhren, Zitronen, Ingwer und Mango in einen Entsafter geben und den Saft auffangen. Einen Schuss Olivenöl in den Immune Boosting Shot geben, umrühren und in eine kleine Flasche füllen.

Tipp: Wie andere frisch gepresste Säfte verliert auch dieser Shot umso mehr von seinen gesunden Inhaltsstoffen, je länger er steht. Am besten trinkt ihr die angegebene Menge innerhalb von zwei Tagen.

Übrigens kann man auch mit anderen Früchten und Gemüsesorten experimentieren: Zitrone, Ingwer und Grünkohl sind auch supergesund und ebenso lecker. Zitrone, Ingwer und Rote Bete liebe ich auch – schon allein wegen der tollen Farbe!

 

 

 

 

 

 

Gebratener Frühstücksreis

© Lukas Lienhard, AT Verlag

Quelle: Tanja Grandits: Tanjas Kochbuch

Vom Glück der einfachen Küche

Lieblingsrezepte für jeden Tag

Fotos: Lukas Lienhard

AT-Verlag

Preis: 34,– €

Perfekte Möglichkeit den übriggebliebenen Reis vom Thai-Curry am Samstag-Abend aromatisch und lecker eine Zweit-Karriere zu ermöglichen – sehr schmackhaft und unkompliziert.

Rice zum Frühstück ist auch morgens um sieben Uhr schon ein großer Favorit von Emma. Wichtig: Den Reis sollte man schon am Vorabend kochen. Das spart zum einen Zeit und zum anderen lässt er sich so viel besser knusprig braten.

Zutaten:

200 g Basmatireis

2 EL Sonnenblumenöl

1 Karotte, grob geraspelt

½ Knoblauchzehe, fein gehackt

¼ Ananas, geschält, fein gewürfelt

3 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten

3 Eier

1 Prise Chilipulver

1 Prise Muskatnuss

2 EL gerösteter Sesam

1 EL Sojasauce

3 EL geröstete, grob gehackte Erdnüsse

Zubereitung:

Den Reis am Vorabend kalt abspülen, bis das Wasser klar bleibt. In einen Topf geben und mit 300 ml Wasser und 1 Prise Salz aufkochen. Den Deckel auflegen und auf niedrigster Stufe 6 Minuten ganz leicht köcheln lassen. Vom Herd ziehen und weitere 10 Minuten quellen lassen. Mit einer Gabel auflockern, auskühlen lassen und im Kühlschrank bis zum nächsten Tag aufbewahren.

Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Karotte, Knoblauch, Ananas und Frühlingszwiebeln heiß und schnell anbraten. In eine Schüssel geben. (Etwas Frühlingszwiebelgrün beiseitelegen.)

Die Eier mit den Gewürzen, dem Sesam und der Sojasauce verquirlen und in etwas Öl in der Pfanne braten. Den Reis dazugeben und weiterbraten, bis alles leicht knusprig ist. Das Gemüse zurück in die Pfanne geben, unterrühren und falls nötig mit Salz abschmecken. Die Erdnüsse und etwas fein geschnittenes Frühlingszwiebelgrün über den Reis streuen.

 

Röstparikasuppe mit Tahini und Mandel Dukka

©Lukas Lienhard/AT Verlag

Quelle: Tanja Grandits: Tanjas Kochbuch

Vom Glück der einfachen Küche

Lieblingsrezepte für jeden Tag

Fotos: Lukas Lienhard

AT-Verlag

Preis: 34,– €

Wow – was für eine tolle Kreation, aromatische geröstete Paprika, plus sämig nussiger Gaumenschmeichler (Sahne + Tahini), serviert mit einem Sesam- Mandel-Dukkah-Joghurt – einfach eine Wucht! Die Menge an Tahina haben wir in der Suppe auf 2 EL reduziert, die Sterneköchin spendiert dem Topping sowieso noch mal 3 Esslöffel.

Geröstete Paprika sind für mich der Inbegriff des Sommers. Und nein, bei diesem Rezept muss man sie nach dem Rösten nicht schälen!

Zutaten:

Röstpaprika

800 g rote Paprikaschoten

4 EL Olivenöl

1 TL Fleur de Sel

6 Rosmarinzweige

Suppe

3 EL Olivenöl

2 Zwiebeln, gewürfelt

3 Knoblauchzehen, gewürfelt

1 rote Chili, entkernt, gewürfelt

1 TL Korianderkörner, gemörsert

1 l Gemüsebrühe (Seite 304)

200 ml Rahm (Sahne)

4 EL Tahini (Sesampaste)

Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zitronensaft

Zum Servieren

3 EL Tahini (Sesampaste)

4 EL griechischer Joghurt

6 EL Mandel-Dukka (Seite 288)

Zubereitung:

Die Paprikaschoten halbieren, entkernen und mit der Schnittfläche nach unten auf ein geöltes Blech legen. Mit Olivenöl bestreichen, mit Fleur de Sel würzen und die Rosmarinzweige darauf verteilen. Im 200 Grad heißen Ofen etwa 14 Minuten rösten, bis die Haut dunkel ist. Aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen, dann (ungeschält) klein schneiden.

Für die Suppe das Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebeln, Knoblauch, Chili und Koriander darin unter ständigem Rühren anbraten. Nach 5 Minuten die geröstete Paprika dazugeben und mit der Gemüsebrühe ablöschen. Aufkochen und 5 Minuten köcheln lassen. Rahm und Tahini dazugeben und noch einmal aufkochen. Die Suppe gründlich mixen und durch ein feines Sieb passieren. Mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken.

Zum Servieren Tahini und Joghurt verrühren und zusammen mit dem Mandel-Dukka auf die Suppe geben.

Mandel-Käse-Dukka

Diese kräftig würzige Mischung ist ein perfektes Topping für viele Gerichte, Kartoffeln oder Suppen.

Zutaten:

100 g Parmesan, gerieben

100 g ganze Mandeln

50 g Sesam

2 EL Koriandersamen

1 EL Kreuzkümmel

1 TL schwarzer Pfeffer

1 EL Fleur de Sel

Den Parmesan dünn auf ein mit Backpapier belegtes Blech streuen und im 160 Grad heißen Ofen etwa 8 Minuten knusprig goldbraun backen. Erkalten lassen, dann in kleine Stückchen brechen. Die Mandeln ebenfalls auf einem Blech bei 160 Grad 10 Minuten rösten, dann sehr grob hacken. Den Sesam bei 160 Grad 8 Minuten goldbraun rösten. Koriandersamen, Kreuzkümmel und Pfeffer in einer beschichteten Pfanne ohne Fett rösten, bis sie leicht Farbe annehmen, knistern und duften. Auskühlen lassen und grob mörsern. Alle Zutaten mit dem Fleur de Sel mischen. Luftdicht verschlossen trocken aufbewahren.

 

Tanjas Kochbuch

Tanja Grandits: Tanjas Kochbuch

Vom Glück der einfachen Küche – Lieblingsrezepte für jeden Tag

Fotos: Lukas Lienhard

AT-Verlag

Preis: 34,– €

Was gibt es bei Spitzenköchen zum Frühstück ?

Wer ist die Autorin?

Tanja Grandits führt seit 2008 mit René Graf und mit rund 30 Mitarbeitern das legendäre Restaurant Stucki in Basel,  das Restaurant wurde mit 2 Michelin-Sternen ausgezeichnet und erhielt 18 GaultMillau-Punkte. Grandits wurde zudem zum  «Koch des Jahres 2014» gewählt und ist Autorin von bisher fünf Kochbüchern, die alle im schweizerischen AT Verlag erschienen sind.

 Was ist drin?

Tanjas Kochbuch – Tanjas Küche!

Tanja Grandits lädt uns in ihre kleine Küche ein: grüne Kacheln, ein gemütlichen Sofa und dem Tisch, an dem ihre Tochter Emma ihre allererste Mahlzeit gegessen hat.Alles recht heimelig und ziemlich normal,  wenn es nicht den stilvollen alten Herd mit Messing-Reling rings rum gäbe….

Alltagsküche für Geschmacksverliebte….

Der Mutter, Tanja Grandits, ist es wichtig, dass ihr Kind, gutes Essen als einen Wert begreift, für den es sich lohnt, sich ein wenig Mühe zu machen und selbstverständlich soll ihr Kind möglichst gesund in den Tag starten. Soweit auch nicht anders als bei Lieschen Müller oder meiner Schwägerin zu Hause. Es soll sie noch geben, die Eltern, die ihren Kindern eine Geschmacksschule bieten wollen und diese nicht nur mit Kohlehydraten und Fastfood ruhig stellen möchten. Trotzdem ist dieses schöne Kochbuch nicht als reines Familien-Kochbuch zu begreifen, sondern die Schweizer Spitzenköchin präsentiert ihre Lieblings-Alltagsrezepte für Geschmacksverliebte in den Kategorien Unterwegs, Snacks & Aperitif, Salate, Suppen, Vegetarisch, Fisch und Fleisch, Aus dem Ofen, Desserts, um zum Schluss mit Ideen für einen magischen Vorrat zu zeigen, dass sich daraus  viel neues zaubern lässt, das ebenfalls sehr lecker schmeckt.

Zum Frühstück bitte gesund!

Wie könnte es anders sein, wenn Kinder oder Jugendliche mit am Tisch sitzen (Emma Grandits ist bereits 13 Jahre) gibt es erst mal lecker Müsli (entweder mit Mandel und Beeren oder mit Kokos und Mango), alternativ das Lieblings-Granola der kleinen Familie, Porridge mit Grüntee-Birnen, Lieblings-Pancakes mit Exoten…..

Wer ist gemeint?

 Aroma-Liebhaber + ambitionierte Gerne-Kocher, die es ein bisschen gesünder wollen…….

Alles was ich hier sehe gefällt mir und möchte ich unbedingt auch zum Frühstück haben, sehe aber sehr deutlich, die Zutatenlisten sind länger, als es sich eine Familienköchin, ohne kulinarische Ambitionen wünscht. Schlimm? – Nein, für mich nicht, ich hatte gewisse Erwartungen an Frau Grandits und ihre Küche, steht sie doch für sehr aromatische und überraschende Kreationen. Außerdem bin ich mir sicher, dass ein solches Kochbuch sicherlich nicht so leicht in die Hände von Schnellerkochern gelangt. Die Ideen von Frau Grandits sprichen mich und andere an, weil wir Pfiff und Aroma in unseren kulinarischen Alltag bringen wollen. In unseren Gewürzschränken keine gähnende Leere herrscht, sondern eher das Gegenteil, wir haben zudem die eine oder andere Spezialität in Kühlschrank oder Speisekammer und lieben die Schweizerin für ihre farbenfrohen Kreationen, bei denen sie sich manchmal gerne auf eine Farbe festlegt. Ein Rote-Bete-Kokos-Curry mit Gerste erscheint komplett in Grandits Lieblingsfarbe (Pink). Monochronie ist neben genialen Aromaspielen (Sommerfruchtsalat mit Zitronen-Fenchel-Sirup, Rucola-Tempura mit Kaffeesalz, Ricotta-Safran-Gnocchi mit Tomaten und Rapsbutter) ein Markenzeichen der Spitzenköchin.

Was ist drin?

Was uns noch gut geschmeckt hat und ein bisschen Praxis-Check:

Auf diese Stärken können wir uns auch in diesem schönen und ambitionierten Alltags-Kochbuch weiterhin verlassen, es wir dabei sogar noch gesünder z. B. mit Hirse-Feta-Kroketten, bei denen bei der Zubereitung, leider der Hinweis fehlt, dass die gekochte Hirse unbedingt noch abgeseiht werden sollte, damit es hinterher keine Probleme mit der Konsistenz gibt und mit Quinoa-Rucola-Burger oder Quinoa-Taboulé ebenfalls verträglicher.

Quinoa-Rucola-Burger mit Pistazien mit Pistazien-Taboulé

Mit Quinoa bin ich bislang noch nicht so warm geworden, fand ich eigentlich immer ziemlich fad! Jetzt sind die Reste aus einer Peru-Verkostung bei Frau Grandits in die Schule gegangen und so mögen wir es auch gesund! Auch das Taboulé war eine willkommene Abwechslung damit! Wer den Quinoa nicht bissfest schätzt, benötigt evtl. etwas mehr Flüssigkeit, die falls sich nicht komplett aufgenommen wird noch abgegossen werden sollte. Üblich sind Flüssigkeitsmengen von 2:1 bis 3:1. Für uns hat das hier jedoch sehr gut gepasst.

Wir probierten an einem Sonntagmorgen, der später begann und eigentlich war es ja schon Brunch-Zeit, einen ziemlich leckeren gebratenen Frühstücksreis, bei dem ich die Reste des Beilagen-Reis vom Thai-Curry vom Vorabend sehr gut untergebracht habe. Die Karotte aus dem Kühlschrank und die Ananas, die gestern Abend keiner mehr wollte, weil der Bauch schon zu voll war sind auch dabei und Frühlingszwiebeln gehören  bei mir ebenfalls zu den Speisekammer-Basics.Aus dem Gewürzschrank gesellen sich noch Chilipulver und Muskatnuss, Sojasauce, gerösteter Sesam und zum Schluss geröstete Erdnüsse dazu. Sehr lecker und lediglich mit einer Prise Chili familientauglich gewürzt.

Linsen-Tortillas mit Mandel-Hummus

Das Rösten der Mandel schien mir erst ein wenig umständlich, jetzt bin ich bekehrt, jawohl genauso ist der Hummus klasse. Bei 2 Essern am Tisch gibt es Reste – aber wenn die so lecker sind, freut man sich schon auf den nächsten Abend und versprochen, ein Tag im Kühlschrank macht den Hummus nur besser!

Röstparikasuppe mit Tahini und Mandel Dukka

©Lukas Lienhard/AT Verlag

Wow – was für eine tolle Kreation, aromatische geröstete Paprika, plus sämig nussiger Gaumenschmeichler (Sahne + Tahini), serviert mit einem Sesam- Mandel-Dukkah-Joghurt – einfach eine Wucht! Die Menge an Tahina haben wir in der Suppe auf 2 EL reduziert, die Sterneköchin spendiert dem Topping sowieso noch mal 3 Esslöffel.

 

 

Kräuter-Feta-Cake

©Lukas Lienhard/AT Verlag

Perfektes Party-Food! P.S. Den Estragon habe ich weggelassen, weil ich keinen zur Hand hatte. Es war aber definitiv nicht das letzte Mal, dass dieser wirklich einfache und total delikate Aperitif-Begleiter bei uns zu Hause zu Gast war! Grün, grün sind alle meine Speisen, weil die Rezeptgeberin Weltmeisterin in monochronen Arrangements ist.

 

 

 

Beim perfekten Butterbrot fällt eine relativ hohe Menge an Hefe (hier 1 Würfel) erst mal direkt ins Auge, aber mit der nicht unerheblichen Menge an Zucker-Sirup in diesem Rezept, wohl eher das Programm sicher ist sicher. Denn ein hoher Zuckeranteil bremst die Wirkung der Hefe ab und die Teig-Führung (Gär-Zeit) ist ebenfalls kurz.

Fazit: Spannend vom ersten bis zum letzten Bissen und dabei noch gesund!

 Bei Frau Grandits ist vom ersten bis zum letzten Bissen alles probierte kulinarisch interessant und hocharomatisch. Das liegt zum einem an ihrem Spiel mit Aromen, dass sie vielleicht wie keine andere perfekt beherrscht. Sie gibt sich aber erst zufrieden, wenn sich unser Gaumen auch durch gegensätzliche Texturen schmeckt. Der geniale Vorrat ist mein absolutes Lieblingskapitel, Rezepte für ein Aromaöl, Karamell-Salzbutter-Creme, Rosmarin-Knoblauch-Knusper oder eine Zauber-Marinade für den sonst häufig recht schlichten Beilagen-Salat, bringen wieder kreative Spannung an den heimischen Küchentisch findet der Ehemann und ich kann ihm da nur voll und ganz beipflichten.

Die Schweizer verführt mit Rezepten, die häufig technisch nicht zu viel verlangen und sie gleichzeitig gesund und spannend aromatisch kochen, das ist ja nicht unbedingt eine Kombination, die viele beherrschen. Neben dem Kapitel für den magischen Vorrat war ich auch sehr angetan von ihren Ideen fürs Frühstück und das obwohl ich eigentlich keine große Frühstückerin bin.   Die Rezeptbeschreibungen sind im Buch aus optischen Gründen knapp gehalten, es schadet, deshalb nicht wenn man ein bisschen Erfahrung hat oder gerne googelt, um Zutatenmengen evtl. zu verifizieren.

Ein Buch für zu Hause-Kocher mit Ambitionen, die über Aromen und Geschmackserlebnisse in die Küche gelockt werden wollen und es dabei inzwischen ebenfalls gerne ein wenig gesünder und verträglicher schätzen und nicht für gestresste berufstätige Mütter, die froh sind, wenn sie das Kochen hinter sich haben. Mir hat das Buch wahnsinnig gut gefallen, ich gehöre zur Zielgruppe, Aromen und leckeres Essen ist mir wichtiger als Optimierung – und jenseits der 50 darf es auch schon mal ein bisschen gesünder beim Essen werden, wenn der Genuss nicht leidet – und der war bei diesem Buch nie in Gefahr!

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

One Pot Soulfood

Susanne Bodensteiner, Sabine Schlimm: One Pot Soulfood

Fotos: Mona Binner

Gräfe und Unzer Verlag

Preis: 19,99 €

Wie man sich den Alltag unkompliziert schön kochen kann…..

Puh, was für ein Tag: morgens die Bahn verpasst, zu spät zum Meeting gekommen und einen Rüffel vom Chef erhalten. Zu allem Ärger noch jede Menge Arbeit und kein Land in Sicht. Überstunden vielleicht, aber dann ab nach Hause und was Leckeres für Augen und Gaumen in den Topf, in die Pfanne oder aufs Blech und sich einfach den Alltag schön kochen. Sich dann ganz entspannt zurücklehnen, vielleicht einen Schluck Wein genießen und langsam sieht die Welt schon wieder ein wenig freundlicher aus….. Wer kennt sie nicht, Tage wie diese, die nach Wohlfühlessen auf dem Teller verlangen, um die Stimmung vom Keller wieder in die erste Etage zu befördern.

Wer sind die Autoren?

©Foto privat

Susanne Bodensteiner war Redakteurin bei der größten deutschen Zeitschrift für Essen und Trinken und arbeitet seit mehr als 20 Jahren als freie Food – Autorin. Sie kocht mit Lust und Leidenschaft – und  zwar am allerliebsten Gerichte, die die Seele trösten. Von ihr bisher bei GU u. a. erschienen: »Seelenfutter«, „Seelenfutter vegetarisch“ und »Feierabendfood«.

 

©Karin Desmarowitz

 

 

Sabine Schlimm lebt als Texterin, Lektorin und Übersetzerin in Hamburg. Ihre Leidenschaft für alles, was gut schmeckt, teilt sie gerne: kochend mit Freunden und Familie und schreibend mit allen anderen Menschen. Von ihr bei GU bisher erschienen: »Seelenfutter« und »Seelenfutter vegetarisch«.

Was ist drin?

Soulfood 2018 oder wie müssen essbare Therapeuten heute gestrickt (gekocht) sein…..

Das Soulfood unserer Kindheit hieß Milchreis und Frikadellen mit Kartoffelbrei. Als Teenager waren wir in Carbonara verliebt und heute träumen viele vom butterweichen Gulasch der Mutter, wenn wir an Seelenfutter denken. Bis auf den Milchreis, der neben anderen süßen Sachen (wie z. B. Spätzle-Auflauf mit Kirschen) in diesem Kochbuch nicht zu kurz kommt, fällt nach einem anstrengenden Tag in 2018 alles andere leider raus! Zu aufwendig und zu Kalorien lastig. Selbst ambitionierte Küchennutzer – wie ich selbst – wollen unter der Woche nicht mehr als durchschnittlich eine ¾ Stunde für die Zubereitung ihres Essens aufbringen. Wir haben nämlich einfach noch zu viel anderes auf der To-do-Liste, was unbedingt ebenfalls noch erledigt werden muss. Die Zutaten sollten möglichst übersichtlich bleiben und statt nur auf Fett als Geschmacksträger zu setzen, möchten wir lieber Aroma und unterschiedliche Texturen bei unserem Lieblings-Feierabend-Essen in den Vordergrund rücken. Unser Genuss-Fokus ist in den letzten Jahren zudem viel breiter geworden und dabei dürfen Mutters Frikadellen gerne auch mal als One-Pot-Köttbullar-Pasta fremdgehen. Neben dem Milchreis, der manchmal wirklich eine lebensrettende Maßnahme für unser Seelenheil darstellen kann, wollen wir inzwischen ebenso nach Feierabend gerne asiatisch (Asia-Gemüse-Pfanne mit Chili-Nüssen und Reisnudelsalat mit Steakstreifen) italienisch (Minestrone oder Zucchini-Frittata mit Ziegenkäse), indisch (Kartoffel-Okra-Curry mit Joghurt und Kokos-Dal mit Mandel Sprinkle) mexikanisch (Texmex-Bohnenpfanne) oder orientalisch (Bulgur-Pilaw mit Aubergine und Datteln oder orientalischer Kichererbseneintopf) genießen.

Soulfood kann jetzt auch One-Pot und One Tray….

Soulfood, One-Pot, One Tray sind Begriffe, die unsere Mütter nicht kannten, sie haben einfach nur gekocht. Eine Spülmaschine gab es erst viel später und die Zeit, die man in der Küche verbrachte spielte vielfach ebenfalls keine Rolle, denn die Küche war das Herzstück des Hauses und der Mittelpunkt des Familien-Lebens. Prinzipiell sind Soul-Food oder One-Pot nicht unbedingt die besten Freunde, sondern entschiedene Gegner im Kampf um unsere Anerkennung. Der eine will die Menschen nach einem harten Tag glücklich sehen und der andere ihnen den Abwasch und unnötig Zeit bei der Zubereitung seines Essens ersparen. Unzählige Bücher gibt es bereits zum Thema und die meistens davon können entweder nur das eine oder das andere richtig gut. Susanne Bodensteiner und Sabine Schlimm liefern in ihrem Buch ca. 80 Rezepte (oder nennen wir sie auch gerne Feierabend-Retter oder essbare Therapeuten), die endlich beides können. Hier wächst buchstäblich das zusammen, was wir heute genauso wollen. Sie servieren vegetarische Wundertöpfe, jonglieren mit praktischen Vorrats-Jokern wie Hülsenfrüchten, Speck, Fisch aus der Dose oder Tiefkühlhimbeeren und bringen fleischiges mit Wohlfühlfaktor auf den Tisch. Wir werden wie bei Muttern z. B. mit gratinierten Gnocchi mit Rosenkohl, One-Pot-Schinkennudeln und einer Kartoffel-Gemüse-Pfanne mit Spiegelei glücklich gemacht. Aber statt Speck kann dabei ebenso leckeres Gemüse mal die Joker-Rolle übernehmen und auch Neuzeit-Vegetarier vollkommen zufrieden stellen.

Soul-Food mag immer noch Speck und Käse, heißt aber auch viele Kräuter und gesundes Zeug….

Und neben Mutters modernisierten One-Pot-Pichelsteiner, das sich im Buch ein Kräuter-Update mehr als verdient hat, freuen sich die Vegetarier ebenso über ganz viele Optionen ohne Fleisch wie z. B. eine Grünkern-Rahmwirsing-Pfanne, die zeigt Seelenschmeichler können wunderbar mit gesunden Zutaten wie Grünkern und Quiona zubereitet werden, wenn die richtigen Buddies dabei sind. Vegetarier müssen beim Soulfood nicht mehr am Katzentisch sitzen, sondern kommen gut weg in diesem schönen Kochbuch, z. B. mit Veggie-Cassoulet, Bami Goreng mit Tempeh oder Zartweizen mit Fenchel und Mandarine. Wenn Gäste kommen, können wir entweder Graupenrisotto mit Trüffelöl und wer mal mehr Zeit hat, auch ein leckeres Coq au vin, eine Ente mit Kartoffeln, Fenchel und Orange oder ein Ossobuco mit Fenchel und Parmesan Gremolata servieren. Einfach die Standard-Rezeptmenge für 2 Personen verdoppeln oder verdreifachen.

Gekocht und Verputzt:

Ich habe es mit Graupen-Risotto mit Trüffelöl ausprobiert als mein Mann mittags im Büro anrief und einen Kollegen zum Abendessen ankündigte. Mein Urteil als Feierabend-Köchin lautete einfach und unkompliziert, der Kollege, war begeistert und wollte gleich das Rezept für seine Frau mitnehmen.

Außerdem haben wir noch einen warmen Fladenbrotsalat probiert. Ebenfalls sehr lecker, steht außerdem schnell auf dem Tisch und ist nach einem anstrengenden Büro-Tag auch viel leckerer als einfach nur ein paar grüne Blätter auf dem Teller.

Gegen den Herbstblues, der mich irgendwann immer ereilt, wenn der Sommer sich verabschiedet, gab es dann noch One-Pot-Bulgur mit Merguez, die eigentlich ja keine One-Pot, sondern eher eine One-Tray-Variante ist. Glücklicherweise denken die Autorinnen nicht in kulinarischen Einbahnstraßen. Herausgekommen ist dabei ein eay-peasy Rezept, das hocharomatisch ist und nach 40 Minuten zum Essen an den Tisch ruft.

Alles was ich probiert habe, hat nicht nur uns am Tisch glücklich gemacht, sondern auch die jeweiligen Mittesser glücklicher vom Tisch aufstehen lassen.

Fazit: Soul-Food und One-Pot, da geht noch was!

Das dabei die Spülmaschine weniger zu tun hat, ist ein angenehmer Begleit-Effekt, aber sicherlich nicht der Hauptgrund, warum mir dieses Buch so gut gefällt. Ich will einfach nur lecker essen, genauso wie es für mich heute passt und da hat sich viel verändert in den letzten 10 Jahren. Es gibt unzählige Bücher zu beiden Trend-Themen: die meisten verkaufen ihre Theorie oder Strategie und keine gemeinschaftlichen Wohlfühl-Momente. Dies ist bei diesen Kochbuch zum Glück anders, es ist ein modernes und leckeres Kochbuch für uns Feierabendkocher geworden, dass nicht nur Speck und Käse favorisiert. Wohlfühlmomente und kulinarische Glückseligkeit sind bei weitem nicht mehr nur durch mächtige Zutaten, möglich! Modernes Wohlfühlessen bedient sich bei den Zutaten auf der ganzen Welt und schielt nicht ausschließlich auf Fett als Geschmacksträger. Es hat sich ebenso Aroma auf die Fahne geschrieben und möchte Vegetarier ebenso glücklich machen. Susanne Bodensteiner und Sabine Schlimm haben in ihrem schönem Buch viel modernes Seelenfutter für einen leckeren Feierabend für uns im Programm und können mit ihren raffinierten Ideen ebenso Gäste glücklich machen. Mir gefällt das ausgesprochen gut! Ich habe dieses Buch bereits schon einmal an meine Schwester verschenkt, die als Außendienstlerin mit unregelmäßigem Feierabend, häufig sogar meine Diabetes kranke Mutter mit am Tisch sitzen hat. Die beiden waren von den leckeren und unkomplizierten Rezepten ganz begeistert, denn genauso brauchen sie das und wollen es auch nur noch so. Für Trends ist die eine zu alt und hat die andere neben ihrem Job einfach zu wenig Zeit. Sie lieben es praktisch aber mit Pfiff, sonst könnte man ja auch den Lieferdienst anrufen! Und deshalb empfehle ich dieses Kochbuch gerne allen, die genauso ticken.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

Knusprige Lammbällchen mit Rollgerste, Zupfsalat und Avocado

© Joerg Lehmann/Brandstätter Verlag

Tolle Kombination, überrascht war ich wie gut Piment als Würze im Lammhackfleisch funktioniert, bitte weitersagen!

Quelle: Rezension: Die Jahreszeitenkochschule – Frühling

Richard Rauch/Katharina Seiser: Die Jahreszeitenkochschule Frühling

Fotos: Jörg Lehmann

Christian Brandstätter Verlag

Preis: 34,90 €

Neudeutsch würde man Crowdpleaser zu diesem modernen Gericht sagen. Wir schweigen und genießen den bei jedem Bissen anderen Geschmack.

Zutaten (für 4 Personen)

½ Zwiebel (ca. 60 g)

3 EL Olivenöl

5 Zweige Koriander

60 g entsteinte Dörrzwetschken

60 g Berberitzen ·

500 g Lammfaschiertes

2 Msp. gemahlenes Piment ·

Salz, Chilipulver

500 ml Erdnussöl

1 EL schwarzer, weißer oder gemischter Sesam

2 EL Ahornsirup

150 g Rollgerste (Gerstengraupen)

Salz

250 g Schafjoghurt

1 unbehandelte Limette

1 TL grober Senf

4 EL Pinienkerne

1 reife Avocado (am besten Sorte Hass) ·

100 g Schafkäse in Salzlake (Feta)

150 g Zupfsalat (kleine, zarte Salatblätter verschiedener Sorten)

Zubereitung:

Gerste in kochendem Salzwasser 40 Minuten weich kochen, abseihen.

Für die Lammbällchen Zwiebel schälen, feinwürfelig schneiden und in Olivenöl 5 Minuten goldbraun anschwitzen. Koriander zupfen und hacken. Dörrzwetschken und Berberitzen fein hacken. Faschiertes mit Zwiebel, Koriander, Dörrzwetschken, Berberitzen, Piment, Salz und Chilipulver würzen und verrühren.

Walnussgroße Bällchen formen. In 160 °C heißem Erdnussöl 3 Minuten knusprig braun frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Sesam in einer Pfanne rösten, bis er duftet und glänzt. Mit Ahornsirup ablöschen, die Bällchen darin durchschwenken.

Joghurt mit Limettenenabrieb und -saft verrühren. Mit Salz und Senf abschmecken.  Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze unter mehrmaligem Rütteln goldbraun rösten.

Avocado halbieren, Kern entfernen, Fruchtfleisch schälen und in 1 cm große Stücke schneiden. Schafskäse ebenso in 1 cm große Stücke schneiden. Zupfsalat waschen und trockenschleudern.

Je 2 EL Schafjoghurt und 1 Handvoll Zupfsalat in die Schüssel geben, Avocado und Schafskäsewürfel

darüberstreuen. Mit je 1 großen EL Gerste und Lammbällchen anrichten.

Getränk: Scheurebe (Sämling 88) oder Pfefferminztee