Schneller Käsekuchen

© EMF/Sabrina Sue Daniels

Quelle: Rose-Marie Donhauser: Einfach – Heimatküche

EMF Verlag

Preis: 24,99 €

 Eine schnelle Variante des All-Time-Klassikers, wir haben uns auch Rosinen und Zitronenaroma gegönnt und bei der Anzahl der Zutaten 5 gerade sein lassen. Das Puddingpulver sorgt für Stabilität und eine leckere Farbe. Beim nächsten Mal würde ich ein 1 Ei mehr wagen und das Backpulver auf 1 TL reduzieren. Hier ist man mit mehr auf der sicheren Seite.

 Zutaten für eine Springform mit 26 cm Ø):

3 Eier

1 TL + 250 g zimmerwarme Butter

200 g Zucker

1 kg Speisequark (20 % Fett)

1 Päckchen Backpulver

1 Päckchen Vanillepuddingpulver

 Tipp: Rosinen und Zitronenaroma unter den Quark rühren.

 Zubereitung:

Die Eier trennen. Die Eiweiße steif schlagen. Die Springform mit 1 Teelöffel Butter einfetten.

Butter, Zucker und Eigelb in einer  Rührschüssel cremig rühren. Quark, Backpulver und Puddingpulver unterrühren und den Eischnee unterheben.

Die Quarkmasse in die Form füllen. Anschließend den Kuchen im vorgeheizten Backofen bei 180 °C 1 Stunde backen.

Zubereitungszeit: 15 Minuten

Backzeit: 1 Stunde Backzeit

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Rahmpfifferlinge mit Speck

© EMF/Sabrina Sue Daniels

Quelle: Rose-Marie Donhauser: Einfach – Heimatküche

EMF Verlag

Preis: 24,99 €

Unkompliziert, perfekt für ein schnelles Abendessen nach der Pilz-Jagd im Wald.

Zutaten (für 4 Personen):

500 g Pfifferlinge

1 Zwiebel

1 EL Butter

100 g Räucherspeck, gewürfelt

200 g Sahne

½ Bund Petersilie, fein gehackt

Zusätzlich: Pfeffer u. Salz

Zubereitung:

Die Pfifferlinge putzen, waschen und abtrocknen. Die Zwiebel schälen und sehr fein würfeln.

Die Butter in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel und Speck darin etwa 2 Minuten anbraten. Die Pilze dazugeben und braten, bis der Pilzsaft verdampft ist. Mit Salz und Pfeffer

würzen. Dann die Sahne dazugeben, aufkochen und offen 3–4 Minuten einkochen lassen. Die Petersilie unterrühren und servieren.

Und dazu: selbstgemachte Semmelknödel oder einfach nur Nudeln wie bei uns, denn das Rezept probierten wir mit einem guten Pfifferlings-Fund nach einer anstrengenden Wanderung und nach 6 Stunden über Stock und Stein,brauche  ich keine komplexen Zutatenlisten mehr, sondern will einfach nur schnell was zu essen. Wer im Kühlschrank noch eine Flasche Weißwein hat, gönnt sich einfach noch einen Hauch Säure.

Zubereitungszeit: 30 Minuten

Grund-Rezept Semmelknödel

Zutaten (für 4 Personen):

Brötchen (1–2 Tage alt)

250 ml heiße Milch

1 Zwiebel

1 EL Butter

2 Eier (S)

etwas Mehl

Zubereitung:

Die Brötchen  klein schneiden und mit heißer Milch begießen. Die Zwiebel  schälen und würfeln.

Die Butter erhitzen, die Zwiebel darin kurz andünsten und zu den Brötchen  geben. Die Brötchen  salzen, mit den Eiern verkneten. Nach Bedarf etwas Mehl unterkneten.

Aus der Masse mit feuchten Händen Knödel formen. In siedendem Salzwasser bei mittlerer Hitze 15 Minuten ziehen lassen. Die Semmelknödel herausnehmen und abtropfen lassen

Mein Trick 17: Wer sowieso schon Petersilie für die Rahm-Pfifferlinge besorgt hat, zwackt halt ein bisschen für die Semmelknödel ab. Die macht die Semmelknödel noch ein bisschen feiner und zu streng bei der Anzahl der Zutaten sollte man ja auch nicht sein.

 Zubereitungszeit: 40 Minuten

Rose-Marie Donhauser: Einfach – Heimatküche

Rose-Marie Donhauser: Einfach – Heimatküche

EMF Verlag

Preis: 24,99 €

Wieso kompliziert, wenn es auch einfach geht – oder wir wissen was wir tun und manchmal genauso wollen!

 Worum geht’s – oder Küchenklassiker against Facebook und Glotze

 Die Welt ist schneller geworden immer mehr stopfen wir in unsere Tage hinein. Büro, Familie, Hobby, Lieblings-Serie, wo wir natürlich keine Folge verpassen wollen, bloggen, Facebook-Freunde mit Likes versorgen und…..Das Alltägliche bleibt auf der Strecke, Kochen, nö, keine Zeit und wenn doch dann max. 30 – 45 Minuten, danach fängt meine Serie an. Bei Salat und vielen Pasta-Gerichten geht das noch auf, aber die guten alten Klassiker wie Rouladen, Königsberger-Klopse und Co. fallen durchs Zeit-Raster. Und nun, was machen wir jetzt, die Erinnerung an die super-leckere Roulade der Mama aus dem Gedächtnis streichen, ins Wirtshaus gehen, oder selber machen und Hilfe in Anspruch nehmen und auch mal Abstriche in Kauf nehmen?

Wer ist die Autorin?

 Rose Marie Donhauser wuchs in einem Landgasthaus im Landkreis Altötting/Oberbayern auf. Sie verbrachte ihre Lehrjahre in der internationalen Hotellerie, unter anderem im Hilton. Anschließend arbeitete sie als Köchin und Food & Beverage-Managerin. Nach über 15 Jahren in Schweden, Belgien, München – in den besten Hotels – hatte sie ein sicheres Fundament, um über Gastronomie und Kulinarisches schreiben zu können. Das nötige Handwerkszeug erlernte sie an der „Akademie der Bayerischen Presse“. Seit 1988 ist sie als Kochbuchautorin, Food- und Reisejournalistin sowie Restauranttesterin unterwegs. Sie war acht Jahre im Ressort „Essen und Trinken“ der /Abendzeitung/ München tätig, schrieb Artikel für Fachmagazine und war Ernährungsexpertin des RBB. Rose Marie Donhauser ist Jurymitglied bei den „Berliner Meisterköchen“, gibt ihre Erfahrung in Kochkursen weiter und trat in Kochsendungen der ARD und des SWR auf. Inzwischen hat sie mehr als 160 Kochbuchtitel veröffentlicht, von denen mehrere ausgezeichnet wurden.

Was ist drin – oder warum nicht mal auf Essentials vertrauen?

Rose-Marie Donhauser möchte das ändern, Genuss ist für sie nicht nur mit unzählige Zutaten, Schüsseln und Töpfe möglich, sie konzentriert sich deshalb in „Einfach – Heimatküche” auf die absoluten Essentials dieser Soul-Food-Gerichte: maximal sechs Zutaten, die den Klassikern der Mama recht nah kommen sollen. Bebilderte Zutaten und eine deutlich größere Schriftgröße machen das Projekt „Heimat-Ruckzuck“ zu einer Mission, für die wir definitiv keine Brille brauchten oder am Ende – “So ein Mist“- das wichtigste überlesen haben.

150 traditionsreichen Rezepte aus der Alltagsküche sollen uns wieder mit der Küchen-Tradition unserer Mütter versöhnen, auch wenn wir uns entgegen anderer Generation vor uns, nur noch einen Bruchteil der Zeit dafür nehmen wollen: Wiener Schnitzel, Heringssalat, Sauerbraten und andere Klassikern werden auf 2017 getrimmt und versuchen, den Kampf um unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen, um sich endlich wieder in unseren heimischen Küchen zu etablieren, auch wenn es für diese Soulfood-Klassiker bedeutet, dass sie sich mächtig anpassen müssen, unser Zeitbudget ist knapp und wir sind busy, very busy, stundenlang am Herd stehen war gestern. Wir bekommen heutzutage im Supermarkt fast alles, was wir zum Kochen benötigen und uns die Arbeit in der Küche extrem erleichtern kann. Das geht vom Knödelteig aus der Kühlung bis hin zu fertig abgepacktem Hackfleisch, mit dem ich mich persönlich nicht anfreunden werde, denn der Metzger meines Vertrauens will auch von was leben und ich muss mein schwer verdientes Geld nicht nur an der Supermarkt-Kasse lassen. Manche dieser Discounter-Platzhirsche investieren es dann vielleicht in Kunst und werden dabei noch betrogen, mein Metzger investiert es in sein Geschäft und seine Familie, das ist mir lieber.

Praxistest – oder jedem das seine!

Ich habe mich gleich an mein persönliches -Soulfood gemacht und nehme mir die Freiheit, es auch mal beim alt bewährtem zu lassen:

Das Rouladen-Rezept geht für mich nicht, ich fülle die immer selber und werde das aus Gründen der Zeitersparnis auch nicht ändern, beim passsenden Rezept dafür bin ich mit Mälzer verheiratet, da passt klein Blatt zwischen uns, wir sind ein eingespieltes Team, da es ist es mir auch wurscht, dass der mehr als 6 Zutaten verlangt, gefüllt wird immer selbst, dann allerdings im großen Stil aufgekocht und die eine oder andere Portion eingefroren oder eingeweckt. Die selbstgesammelten Pilze wollen aber auch schnell und lecker nach einer Wanderung auf den Tisch gebracht werden und dann sind maximal 6 Zutaten und weniger Zeit in der Küche gerade richtig für mich. Mein Trick 17, war die Petersilie sowohl beim Pfifferlings-Ragout, wie bei den Knödeln zum Einsatz zu bringen, die Petersilie war ja schon mal gesetzt.

Fazit – oder für wen ist das was? Keep-Simple-Kochbücher erfreuen sich großer Beliebtheit, wir die Konsumenten wollen es so – oder zumindest die Mehrheit unter uns, die sonst ins Wirtshaus abwandern würde! Nach Feierabend am liebsten alles noch schnell im Supermarkt besorgt, den Fleischer gibt es dort ja auch, das Hackfleisch praktisch im Plastik-Pack und die Rouladen schon fertig gefüllt. Das ist die Realität, auch wenn das für mich und einige andere ein No-Go ist, ist das mehrheitsfähig und meine 80-jährige Schwiegermutter hat damit kein Problem. Sie isst zwar gerne an unserem Tisch selbstgemachte Semmel-Knödel und die schmecken ihr immer ausgezeichnet, aber richtig verstehen tut sie nicht, warum ich das überhaupt mache, für sie ist das heute einfach nicht unbedingt mehr nötig. Wer das genauso sieht und das ist ja partout nichts Schlechtes, sondern einfach nur die Anpassung an veränderte Lebensumstände, der ist bei diesem Buch richtig, es geht wirklich in erster Linie um ruckzuck Heimatküche und nicht um 2 -3 Stunden Küchendienst, dafür wird versucht, intelligent zu reduzieren, um das zu ermöglichen. Das funktioniert bei einigen Rezepten ordentlich auch wenn die Raffinesse dabei nicht immer auf die vollen Hundert Punkte kommt, sondern diese bei 70 % stecken bleibt. Die Ansprüche und Bedürfnisse sind unterschiedlich, wenn jeder das Rezept findet was er braucht, ist das Bestmögliche erreicht, die Leute kochen schließlich noch und sind noch nicht beim Lieferdienst oder der Koch-box gelandet. Ich gestatte mir gerne mal wieder einen Ausflug ins optimierte andere Lager, auch in diesem Buch hat es  bei den ausprobierten Rezepten funktioniert, mal abgesehen vom Rouladen-Rezept, da brauche und will ich keine Optimierung. Ich fühle mich den Genussverfechtern zugehörig und werde das von Fall zu Fall entscheiden, ich bin sowieso lieber in der Küche als vor der Flimmerkiste, denn ich bin ja eine bekennende Kochbuchsüchtige und kann verstehen, wenn nicht jeder nach dem Optimum strebt, sondern es manchmal nur das Bestmögliche ist. Ein Trend, der inzwischen auch bei Jamie angekommen ist, weil der die Zeichen der Zeit, genauso wie wir, nicht negieren möchte – es geht nicht um Abschaffung, sondern um Optionen, die manchmal einfach sein müssen, denn wir wissen was wir tun und manchmal einfach auch genauso wollen.

Vielen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar.

Hayas Küche

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Haya Molcho: Hayas Küche: Regionale Produkte, orientalische Rezepte

Fotos: Peter Mayr

Südwest Verlag

Preis: 29,99 €

Bei Amazon bestellen!

„Die Welt zu Hause am Küchentisch – oder Lebensfreude und saisonaler Genuss pur!“

„Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl!“ sang schon Herbert Grönemeyer 1999 in seinem Song „Heimat“.

Für Haya Molcho gilt das um ein Vielfaches mehr, geboren in Tel-Aviv und während ihrer ersten Lebensjahre mit den Eltern überall und nirgends zu Hause. Mit neun Jahren kommt sie nach Bremen und verlässt diese Stadt erst wieder als sie sich nach Abschluss ihres Studium mit ihrem Mann, dem Pantomimen Samy Molcho, in Wien niederlässt und mit ihm vier Söhne aufzieht.

Haya ist ein echtes Familientier und vor allem eine begnadete Köchin und Heimat ist für sie dort, wo ihre Familie zu Hause ist.

Familie ist alles – oder eine Familie, die sich gemeinsam viel vorgenommen hat!

© Peter Mayr
© Peter Mayr

 Da ist Mutter Haya mit ihrer Kochleidenschaft und ihrem Frohsinn, und die Söhne, nach denen das orientalische Restaurant „NENI“ benannt ist, womit alles begann: „NENI“ wie Nuriel, Elior, Nadiv und Ilan – die Söhne. Drei von ihnen sind heute Haya Molchos Geschäftspartner und das ist kein Zufall. In Molchos Leben steht die Familie über allem. Was mit „NENI“ am Naschmarkt begann, ist inzwischen zu einer Gastronomiekette mit mehr als hundert Mitarbeitern geworden. Die Molchos betreiben den Tel Aviv Beach am Donaukanal, besitzen Lokale in Berlin, Zürich und Hamburg und ihr Catering beliefert 1600 Spar-Filialen in Österreich mit einer eigenen Produktlinie sowie die Hotelkette 25 Hours in ganz Europa.

Wenn die Söhne, bei der Mutter am Wochenende zum Brunch eintrudeln, wird im Hause Molcho Familienleben regelrecht zelebriert. Während Haya aus einer Familie mit „Fleischliebhabern stammt, zieht ihr Mann Sammy die vegetarische Küche vor.

Die Söhne, die im Buch eine große Rolle spielen, wissen zu berichten, dass Haya immer solange an einem Rezept herum probierte, bis ihrer Meinung nach, ein optimales Ergebnis zu Stande gekommen war. Auch wenn Wien heute ihr geliebtes zu Hause ist, so ist ihre Küche von mannigfaltigen Einflüssen und auch vom saisonal, regionalen Angebot in Wien geprägt.

Wie sieht es aus?

 Eine offene, lebensfrohe Frau lacht mir auf einem wertigen sattgelben großformatigen Pappeinband entgegen, sympathisch ist mein erster Eindruck, bei der würde ich auch mal gerne am Esstisch sitzen.

Das hat leider nicht geklappt, aber immerhin ist daraus eine Einladung zu Hayas Küche geworden, super auch das gefällt mir! Das Buch ist farbenfroh mit sehr modernem Layout und die Rezept-Fotos machen Lust, mir Hayas Geschmack in meine Küche zu holen.

Sehr geschmackvoll sind auch die gemalten Portraits der Familienmitglieder, die den unterschiedlichen Kapiteln vorangestellt sind und das Buch zu einer persönlichen Begegnung mit den Molchos machen.

Was ist drin  – oder eine leidenschaftliche Köchin lädt zu einer kulinarischen Reise zwischen Orient und Okzident ein!

 Die Söhne geben den Takt vor und präsentieren auf sehr liebevolle Art mit allerlei Anekdoten in den Kapiteln: „Frühstück & Snacks“, „Salate und Suppen“, „Hauptspeisen“ und „Desserts“über 65 neue Rezepte die Hayas Kreativität, Leidenschaft und Lebensfreude widerspiegeln.

Hier geht es um eine sehr persönlich geprägte Fusion-Küche, wie sie im Hause Molcho und auch in Hayas Restaurants von Familie und Gästen genossen und geliebt wird. Es gibt viel vegetarisches, ein bisschen was mit Fisch und Geflügel und  wenig mit Fleisch. Unser Geschmack ist damit getroffen, denn weniger ist mehr und Qualität ist das was zählt.

Wir begleiten die leidenschaftliche Köchin beim Einkaufen zu Lieferanten, Herstellern, Gemüsebauern, denn sie kann es nicht lassen, sich selbst auf die Suche nach den besten Produkten für ihre Küche zu begeben und verarbeitet diese in ihrer typisch europäisch-orientalischen Küche: ihre Gerichte sind stets orientalisch inspiriert, werden aber mit regionalen und saisonalen Produkten umgesetzt. Zu ihren Lieferanten pflegt sie eine innige Beziehung und stellt uns diese gerne im Buch vor.

Wie sieht die Praxis aus?

 4 Esser werden immer satt, Hayas Rezepte sind aber auch mal für viele Personen am Tisch ausgelegt, kein Wunder wenn man gewohnt ist, für eine große Familie zu kochen. Ich mag das, obwohl wir nur ein 2 Personen-Haushalt sind, entweder laden wir spontan Gäste ein oder wir frieren was ein und manche Gerichte schmecken einfach noch mal so gut, wenn man sie beim zweiten Mal isst, besonders wenn die Gewürze so richtig gut durchgezogen sind.

Alles dreht sich um den Geschmack!

Haya Molcho ist mit Leidenschaft und Engagement unterwegs, bei ihr dreht sich alles um den Geschmack. Gut so finde ich, ich nehme mir gerne Zeit, wenn was super Leckeres danach auf dem Tisch steht.

Und super lecker waren das „Makhni mit Paneer“ und die „Burekas“, die wir am vergangenen Wochenende probiert haben. Mir gefällt Hayas Art der Fusion-Küche, weil sie vieles Bekanntes in einem neuen Gewand in ihrem ganz eigenen Stil präsentiert und ich habe noch so viel gefunden, was ich unbedingt ausprobieren möchte. Die persönlichen Tipps der Autorin wirken auf mich ausgesprochen authentisch und sind für mich sehr wertvoll.

Den „syrischen Paprika-Nuss-Aufstrich (Muhammara)“ werden wir morgen zum Brunch probieren und es gibt noch so vieles was ich unbedingt probieren muss.

Vorbereitung tut not!

 Zum Teil sind die Rezepte auch ein wenig komplexer, was eigentlich symptomatisch für arabisch geprägte Küche ist, deshalb empfehle ich allen, die Rezepte im Vorfeld wirklich genau zu lesen, das ist sehr wichtig, gerade bei arabischen Kochbücher, weil die Rezepte davon leben, das hier sehr viel selbst gemacht wird und unterschiedliche Komponenten zu einem Ganzen zusammengefügt werden.

Der Mix hat mich begeistert!

 Haya Molcho hat in dem vorliegenden Buch einen echten „Multi-Kulti Mix“ zusammengetragen, es gibt nicht nur arabische Küche, sondern in den Rezepten sind asiatische, europäische und amerikanische Einflüsse zu spüren. Das macht es auch für Menschen wie mich interessant, die schon ein Buch von Haya haben, denn hier gibt es viel Neues.

Schauen Sie auch mal über den Tellerrand!

 Es ist praktisch, wenn alle Zutaten im Supermarkt um die Ecke zu bekommen sind, aber es macht auch Spaß, Einkaufen zum Erlebnis zu machen. Ich möchte meinen marokkanischen Metzger nicht missen und es macht ungeheuer Spaß im türkischen oder asiatischen Lebensmittel-Laden auf Streifzug zu gehen, wenn man die Gelegenheit dazu hat. Bei mir in Frankfurt kein Problem.

Mutig sein, wird belohnt!

Geschmacklich hat mich Haya auch überzeugt, denn ich liebe arabisch geprägte Küche, man ist hier mit allem großzügig, das mag ich sehr und entspricht meinen Verständnis von Kochen. Außerdem ist es aber auch eine Küche, die gerade zum Experimentieren einlädt, also nur Mut, wenn der eigene Geschmack, statt Säure ein wenig mehr Süße verlangt, gerade diese Rezepte nehmen das überhaupt nicht krumm.

Positiv ist mir aufgefallen, dass Frau Molcho erst am Rande auf die jeweilige Zutat aus ihrer eigene Produkt-Linie hinweist und dies nicht prominent in der Zutatenliste präsentiert, das habe ich in den Kochbüchern einiger bekannter Spitzenköche auch schon mal anders erlebt.

Fazit: Mir hat das Buch von Haya Molcho sehr gefallen, ich habe viele neue Ideen erhalten, geschmacklich gibt es da nichts zu meckern! Der sehr persönliche Bezug, der überall im Buch hergestellt wird ist angenehm und macht das Buch zu einem persönlichen Erlebnis, eine Familie, die gemeinsam für etwas steht, das ist heutzutage doch leider sehr selten geworden.

Vielen Dank für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Nickys Veda

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Nicky Sitaram Sabnis: Nickys Veda

Verlag: Irisiana

Preis: 24,99 €

Mehr als „nur“ ayurvedisch kochen lernen!

Meine erste Begegnung mit Nicky Sitaram Sabnis liegt schon eine Weile zurück, ich bin beim Durch-Zappen in einer Samstags-Talkshow auf ihn gestoßen und war fasziniert von diesem quirligen zierlichen Mann, der eine ungeheuer positive Ausstrahlung vermittelte und hier und da mit breitem Bayerisch aufwarten konnte.

Das war im Januar 2015 und heute liegt nun sein Buch „Nickys Veda“ endlich vor mir und ich freue mich auf eine spannende und unterhaltsame Begegnung mit der ayurvedischen Lehre und der ayurvedischen Kochkunst.

Wie geht es los?

 Nicky lässt es schon zu Beginn so richtig krachen, orange-roter Einband, dazu Schriften in Türkis und prominent der Autor auf dem Titel, der uns mehr als 150 einfache und authentische Rezepte für jeden Geschmack verspricht.

Und zum Glück geht es so weiter, denn auch die Textseiten sind zum Teil in kräftigen Farben und doch harmonisch gestaltet zusammen mit den farblich abgesetzten Bordüren und den ästhetischen Info-Grafiken vermitteln sie einen fröhlichen Gruß aus dem Land der tausend Farben. Das Essen ist gekonnt in Szene gesetzt, auch schön hergerichtet, aber keinesfalls überstylt. Fotos vom Autor und seinen Mitstreitern machen das Buch lebendig, authentisch und vor allem sehr kurzweilig!

Was ist drin?

 „Indien ist mei Land, aber Bayern ist mei Heimat“ – sagt Nicky Sitaram Sabnis über sein Leben und seine Wurzeln. Ja mei, wenn das so einfach ist mit der Integration, da werden es die politischen Schwarzseher über kurz oder lang aber schwer haben.

Nicky Sitaram Sabnis, Ayurvedakoch im Kloster Frauenwörth, schafft es jedenfalls spielend, den Spagat zwischen 2 Kulturen zu bewältigen, die gegensätzlicher fast nicht sein könnten. Eine Brücke zwischen den Kulturen schlägt er auch in seinem neuen Kochbuch. Auf unkonventionelle und sehr persönliche Art zeigt der bayerische Hindu, wie die traditionelle Küche des Ayurveda in die westliche Alltagswirklichkeit passt.

„Nickys Veda“ ist eine Einladung, gut zu essen – und nebenbei auch seiner Gesundheit etwas Gutes zu tun, Spaß ist dabei nicht nur erlaubt, sondern sehr erwünscht, aber es wird auch nicht verheimlicht, das Kochen auch ein wenig Arbeit macht.

Neben vielen geling sicheren und alltagstauglichen Rezepten geht es auch um den Autor selbst im Buch, um sein Leben, das, was er gelernt und erlebt hat und die Menschen, die ihn begleitet haben und zum Teil immer noch an seiner Seite sind. Nickys gesammelte Weisheit quasi – oder „Nickys Veda“, wie es auf gut indisch heißt.

Wir lernen Wissenswertes über die Grundlagen des Ayurveda und erfahren was die unterschiedlichen Doshas ausmacht, die nicht nur den Körper und seine Funktionen steuern, sondern auch unsere geistigen und psychischen Anlagen, Fähigkeiten, Stärken und Schwächen haben mit der individuellen Ausprägung der Doshas zu tun.

Vata, stammt aus dem Sanskrit und bedeutet ‚Luft, Wind‘. Es ist verantwortlich für alle Bewegungsabläufe im Körper, sowohl physische als auch psychische. Vata steht für das Prinzip der Leichtigkeit und Veränderung.

Pitta wiederum bedeutet „Galle“ und besteht aus den Elementen Feuer und Wasser. Es ist für alle biochemischen Aktivitäten verantwortlich, inklusive der Erzeugung von Wärme. Pitta hat einen Bezug zur Sonne und das Grundprinzip ist die Umwandlung. Es beeinflusst den Stoffwechsel. Pitta ist heiß und trocken.

Kapha (ausgesprochen ‚Ka-pha‘) besteht aus den Elementen Wasser und Erde, das Grundprinzip ist die Trägheit. Es steht für Stabilität, das Nährende, Fürsorgliche, Mütterliche und ist auf körperlicher Ebene für alles Feste wie Knochen, Zähne und Nägel zuständig. Kapha ist kühl.

Außerdem wird ein sehr nützlicher Test zur Selbsteinschätzung angeboten, der dabei hilft, den persönlichen Konditionstyp zu bestimmen.

Diese Typologie ist bei weitem kein Selbstzweck! Gesund bleibt ein Mensch, wenn die Elemente im Einklang sind, überwiegt eine Konstitution, kommt es zu Problemen. Ein träger Kapha-Typ mit langsamer Verdauung, der überwiegend kalt, fettreich und schwer verdaulich isst, bekommt auf lange Sicht gesundheitliche Probleme, das leuchtet auch demjenigen ein, der Ayurveda, unberechtigter Weise, als modernen Esoterik-Quatsch abtut.

Tatsächlich haben wir es hier aber mit einer über 5000 Jahre alten Lehre zu tun, die den Menschen ganzheitlich sieht und viel mehr zu bieten hat, als ein stylisches Ayurveda-Resort, das man dann über Neckermann bucht. Auch die industriell hergestellte exotische Teemischung, die wir im praktischen Teebeutel im Supermarkt kaufen können, hat damit sehr wenig zu tun, denn Ayurveda ist eine Lebenseinstellung, zu der neben verschiedenen Massage- und Reinigungstechniken, neben Yoga und Pflanzenheilkunde auch die Ernährung und der Genuss liebevoll zubereiteter Speisen zählen. Und hierzu möchte das schöne Buch von Nicky Sitaram Sabnis nach der sehr detaillierten und lehrreichen Einführung in die Grundlagen des Ayurveda auf fröhliche und undogmatische Weise anregen.

 Ayurvedische Küche ist um Ausgleich bemüht, deshalb sollen bei jeder Mahlzeit alle sechs ayurvedischen Geschmacksrichtungen (Rasa) zu sich genommen werden. Diese sind süß, sauer, salzig, scharf, bitter und herb (bzw. zusammenziehend). Um dieses Prinzip zu erleichtern und alltagstauglich zu transformieren, arbeitet Nicky mit Gewürzmischungen. Diese Mischungen und eine Zusammenstellung von Rezepten für Basis-Saucen, Blitzgerichte sowie den nützlichen Küchentipps für ein entspanntes Kochen werden uns zu Beginn des Rezeptteils neben anderen Basics, die man so braucht, erstmal erläutert. Die nützlichen Gewürzmischungen, sorgen dafür, dass die ayurvedischen Gerichte mit überschaubaren Zubereitungszeiten von uns schnell auf den heimischen Teller gezaubert werden können.

Der Autor ermuntert uns ausdrücklich diese selbst herzustellen, als sie online zu kaufen, das macht viel mehr Spaß und günstiger ist es auch! Recht hat er und lobenswert sein ehrliches Anliegen, so mancher Spitzenkoch hätte hier doch gleich seinen Onlineversand als bevorzugte Quelle protegiert, den Nicky natürlich auch hat.

Weiter geht es mit Rezepten für Chutneys und Dips, den Muntermacher am Morgen (Frühstück) und Rezepten für Suppen, Brot und Snacks. Sehr angenehm und überzeugend, dass das Thema Resteverwertung hier auch angesprochen wird, denn Ayurveda bedeutet auch ein schonender Umgang mit sich selbst und der Umwelt und hat das überhaupt nichts mit dem Life-Style-Hype zu tun der heute mancher Ortens darum gemacht wird

Die warmen Hauptspeisen sind in vegetarische Gerichte mit Getreide oder Reis, mit Hülsenfrüchten oder mit Gemüse unterteilt. Aber auch Fisch und Fleischliebhaber kommen hier auf ihre Kosten, Nicky hat wirklich an alle gedacht und natürlich bekommen wir auch Nachtisch. Sehr schön, dass ein Extra-Kapitel der Kinderküche gewidmet ist.

Bei den Rezepten gibt es gibt viel indisch-ayurvedisches, und einiges, was die heimischen Geschmäcker erfreuen wird, denn es wurde nach Ayurveda-Kriterien umgearbeitet.

Die Rezepte haben bei mir gut funktioniert, man sollte aber jedes Rezept gründlich lesen und hier und da sich mutig auf die eigene Einschätzung z. B. bei Garzeiten und Mengen verlassen. Begeistert war ich besonders über die sehr harmonische geschmackliche Komponente aller nachgekochten Gerichte, das war wirklich klasse!

Auch der Ansatz hier regionale Gerichte so umzuarbeiten, dass diese Ayurveda konform sind, nimmt mich sehr für das Buch und den Autor ein und beweist, dass er sein Anliegen ein alltagstaugliches Buch über Ayurvedische Küche zu schreiben, sehr ernst genommen hat!

Wer ist der Autor?

 Nicky Sitaram Sabnis kam 1959 in Kanpur (Indien) zur Welt. Er arbeitet seit 1978 als Ayurveda-Koch. Nach einer persönlichen Krise kam er 1993 nach Deutschland, wo er seit 1998 die Ayurveda-Seminarküche in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel leitet. Hier bietet er auch regelmäßig Wochenend-Kochkurse zur ayurvedischen Ernährung für Erwachsene, Kinder und Behinderte an. Er ist Gründer des B Ayurveda Centrums für Ayurveda, Yoga und Indische Kultur sowie des Laxmi- Ayurveda-Instituts für Aus- und Weiterbildung in Gstadt. Der erfolgreiche Autor mehrerer Bücher zur ayurvedischen Ernährung wohnt mit seiner Frau Gabi in Rimsting am Chiemsee. Unter dem Motto „Der Hindu von der Fraueninsel“ drehte das Bayerische Fernsehen 2008 eine Lebenslinie über Nicky Sabnis.

Lieblingsgerichte:

 Auberginen-Chutney

Blumenkohl-Lamm-Suppe

Kräuter-Wadi (Polenta-Kräuter-Würfel)

Dahi-Bhalla (frittierte Linsen Nockerln)

Brokkoli auf Couscous

Mumbai Dal (Linsen-Curry)

Gemüse in Kokos

Lachs à la Nicky

Shepherd´s Pie (überbackener Kartoffel-Püree-Auflauf)

Aber es gibt so vieles das wirklich lecker aus sieht und unbedingt noch probiert werden muss!

Die meisten Zutaten lassen sich im gut sortierten Supermarkt besorgen, denn Kreuzkümmel und Kurkuma und Ingwer sind dort wahrlich keine Exoten mehr, was man nicht findet, gibt es bei Online-Versendern oder auch im indischen „Tante-Emma-Laden“, die in vielen Großstädten heute das Angebot stark erweitern. Für mich als Frankfurterin wirklich überhaupt kein Problem!

 Was ist besonders?

 Nicky ist ein echter Experte für eine alltagstaugliche ayurvedische Küche, er bekocht schließlich schon seit Jahren Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ihre Ernährung umstellen wollen und müssen. Er gibt Kochkurse und weiß natürlich, dass aller Anfang schwer ist, denn das Feedback, was er zu hören bekommt, ist nicht immer nur die pure Begeisterung, wie er selbst augenzwinkernd in seinem Buch erwähnt. Kinder und Ur-Bayern, die sonst mehr der Leberkäs-Semmel-Fraktion angehören, brauchen halt ein wenig länger, bis sie zu Samosa-Fan werden. Aber wenn das jemand schafft, dann kann ich mir das nur bei Nicky vorstellen!

Er praktiziert bei seinen Rezepten, deshalb auch das Tri-Dosha-Prinzip, das stimulierend und ausgleichend für alle Doshas wirkt. Alle im Buch vorgestellten Rezepte sind so ausgelegt und deshalb sind diese auch perfekt geeignet, wenn Menschen mit unterschiedlichen Dosha-Ausprägungen am Tisch sitzen.

„Nickys Veda“ ist der beste Beweis wie ein alltagstaugliches ayurvedische Kochbuch sein sollte, gut fundiertes Wissen gepaart mit einem praktizierbarem und alltagstauglichem Konzept und Rezepten, wie man seine Ernährung erfolgreich umstellen kann, ohne auf heimische Geschmäcker zu verzichten.

Humor und eine authentische sympathische Persönlichkeit schaden da nichts, Dogmatismus oder ideologische Verbohrtheit schon.

Fazit: Für mich ist Nicky Sabnis Buch ein sehr gutes Buch, das den Start in eine ayurvedische Ernährung kompetent begleiten kann und vor allem mir viel Spaß gemacht hat!

Wir haben einfach gekocht!

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Reuter/Rehn/Brandes/Hoene: Wir haben einfach gekocht!

100 Erinnerungen an Lieblingsrezepte

Neuer Umschau Buchverlag

Preis: 29,95 €

„Kochen gehört zum Alltag!“

 Worum geht’s?  Leider nein, möchte man sagen, denn unsere Gesellschaft, spaltet sich in 3 Gruppen:                                                

Erstens die begeisterten Foodies, für die es gar nicht kompliziert genug sein kann, keine Mühe wird gescheut und auch schon mal die ganze Stadt durchquert, wenn es um die Besorgung von speziellen Zutaten geht oder irgendwo etwas besonders gutes zu bekommen ist.

Zweitens die Leute, die zwar die besten Vorsätze haben, gutes Essen als etwas wichtiges ansehen, aber täglich daran scheitern und dann doch nur vor einer Koch-Show hängen bleiben, oder ihre Zeit bei Facebook oder sonst wo vertrödeln. Am Ende landen sie dann doch beim Take-Away, trotz der besten Vorsätze.

Drittens die Leute, für die Kochen einfach total überflüssig ist, es gibt schließlich in Deutschland ein unbegrenztes Angebot an sehr preiswerten Snacks und Convenience-Produkten, was rund um die Uhr verfügbar ist.

Was dabei auf der Strecke bleibt, sind nicht nur der Respekt vor dem eigenen Körper und unserer Umwelt, sondern auch die soziale Komponente, die Leute, essen allein vor dem Fernseher oder dem Rechner, Familien kommen nicht mehr zu einem gemeinsamen Abendessen oder sonntäglichem Mittagessen zusammen, sondern leben nebeneinander her, die Menschen werden übergewichtig, krank und schwerfällig, weil keiner mehr registriert, was er sich so nebenbei hineinstopft.

In meiner Kindheit und Jugend auf dem Land in den 70igern in Norddeutschland war das anders, Mama und Oma haben täglich für die Familie gekocht und vieles was auf dem Tisch landete wurde sogar zuvor im eigenen Garten angebaut.

Genau um diese Generation von Frauen, die heute in ihren 70igern ist und deren Verhältnis zum Kochen geht es in dem schönen Buch „Wir haben einfach nur gekocht!“

Was ist drin?  Im ambitionierten Titel haben die Autoren 12 Altersheime besucht und mit den alten Leutchen kulinarische Erinnerungen wieder aufleben lassen.

Zum Teil wurde auch zusammen gekocht, da wo es möglich war, denn in vielen Einrichtungen ist die Verpflegung auf Effizienz und Kostenfaktor gedrillt und es geht nicht darum, die Leute an einem gemeinsamen Miteinander zu beteiligen. Traurig möchte man sagen, aber leider Realität vieler Ortens.

Bei der Recherche zum Buch haben die Autoren gemerkt, wie die alten Leutchen wieder aufgeblüht sind und das die besten kulinarischen Ratgeber, die Leute sind, die ein Leben lang täglich gekocht haben. Und zwar einfach im Sinne einer unkomplizierten weitgehend schnörkelfreien Küche, die sich aus dem bediente was saisonal und regional verfügbar war.

Es beginnt eine Reise durch Altersheime quer durch die Republik von Barrien im Landkreis Diepholz in Niedersachsen bis nach Bad Aibling im Landkreis Rosenheim in Bayern.

Jedes der zwölf Kapitel beginnt mit einer Foto-Collage der Protagonisten, auf der gleichzeitig das präsentierte Menü vorgestellt wird. Sehr geschmackvoll gemacht, weil die Portraits der Damen schwarzweiß gehalten sind und eingefügte Zubereitungsfotos als Farbfotos daher kommen. Diese Seiten verfehlen ihre Wirkung bei mir nicht, es rührt mich, ich denke an meine Kindheit und daran wie lecker meine Oma und meine Mutter gekocht haben. Das Buch berührt, ist aber nirgendwo vordergründig kitschig und man spürt, schon bei den Fotos, den Damen und Herren muss das alles ungeheuer Spaß gemacht haben! Das ist mir ungeheuer wichtig und wie es aussieht scheint es den Autoren wunderbar gelungen zu sein!

Weiter geht es mit einer einleitenden Story zum Erlebten und dem was uns kulinarisch erwartet, immer persönlich und herrlich authentisch.

Jetzt folgen die Rezepte für das vorgestellte Menü, sehr schöne Fotos im Shabby-Chic-Stil, die die Speise in den Vordergrund stellen und einem genialen Layout zum Thema, denn die Rezepte werden in Schreibmaschinenschrift präsentiert.

Bei den Rezepten sind alle saisonalen Klassiker vertreten: Maultaschen, Zwiebelkuchen, Kartoffelsalat, Grünkohl, Buletten mit Kartoffelbrei und …

Da wo es schwieriger wird, hilft neben der Erfahrung der Damen eine gut gemachte Step-by-Step-Anleitung.

Alle Anleitungen sind solide strukturiert und werden häufig mit den besonderen Geling-Tipps von Menschen präsentiert, die diese Gerichte tagein und tagaus gekocht haben. Mir gefällt das super!

Lieblingsrezepte:

Buletten mit Lauchgemüse und Kartoffelbrei (Traumhaft, ich hätte mich reinlegen können, da kann mir aber jede Pasta gestohlen bleiben und schön, die Kinder lieben es auch!)

Klekselkuchen (Endlich klappt es auch mit dem Hefeteig!)

Rouladen mit Hackfleischfüllung (Hm, das war so lecker!)

Die Entscheidung ist mir schwer gefallen und es steht noch so viel auf meiner Liste, damit hat sich das schöne Buch einen Platz in meiner Küche erkämpft.)

Wer soll angesprochen werden?  Menschen die einfach wieder kochen wollen und Spaß an regionaler saisonaler Küche haben und die mehr Wert auf unbekannte aber sehr erfahrene Könner als Akteure legen, als auf die abgehobene Variante eines Sternekochs.

 Was ist besonders?  Das Buch ist ein wirklicher Schatz mit vielen alltagstauglichen Rezepten, die wirklich jeden Tag auf den Tisch kommen können und eine tolle Möglichkeit für alle anderen, einen schönen Ausflug in die eigene Kindheit zu unternehmen.

Optisch und konzeptionell überzeugt es mich auch weil die Autoren ein feines Händchen dafür haben, persönliche Nähe zu erzeugen und auf vordergründigen Kitsch verzichten.

Schön, dass das Projekt jeweils mit mehrtätigen Workshops in den jeweiligen Altersheimen verbunden war, dass hat auch den „Omas und Opas“ sicherlich viel Spaß gemacht!

Fazit: Mich hat das Buch ungeheuer begeistert und ich empfehle es deshalb gerne weiter!

Die original rheinische Alpenküche

 

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Konrad und Anne Beikircher: Die original rheinische Alpenküche – Rezepte und Anekdoten aus meinen beiden Heimaten

Becker Joest Volk Verlag

Preis: 19,95 €

 Was bitte ist denn die rheinische Alpenküche?

Konrad Beikircher, Kabarettist aus dem Rheinland, gilt als ebenso scharfsinniger wie humorvoller Beobachter der rheinischen Seele und wird dafür von Millionen – überwiegend natürlich Rheinländern geschätzt und geliebt. Nun hat er zusammen mit seiner Frau ein weiteres Kochbuch veröffentlicht, dass zeigt, es liegen mental und kulinarisch gar nicht so viele Kilometer zwischen dem Rheinland und seiner Heimat Südtirol.

Er hat seinen Beobachtungsradius sozusagen ein wenig ausgedehnt, denn Hr. Beikircher fand schon immer, das Kölner und Südtiroler doch so einiges gemeinsam haben und das scheint nicht nur der gemeinsame Glaube zu sein, sondern auch die Sehnsucht nach Genuss. Für ihn ist das ganz einfach, der Mensch nimmt sich halt immer mit allem mit, bei Konrad Beikircher sind das nicht nur Erinnerungen an eine karge Kindheit, eine herrlich kochende Großmutter und Mutter, sondern auch die „Graupensuppe“ oder die „Tirteln“.

Unterstützt von seiner Frau Anne, die ein ausgesprochenes Händchen dafür hat, Konrads kulinarische Beobachtungen und Erinnerungen vortrefflich und harmonisch in geling sichere Rezepte zu transferieren, ist dabei ein schönes Kochbuch herausgekommen, dass deutlich werden lässt Genuss passt immer zusammen, ergänzt sich gut und schmeckt auch noch richtig lecker! Das dabei auch mal der ein oder andere Ausflug in andere Gefilde gemacht wird wie bei der Ääzezupp „Mme Cocosching“, versteht sich von selbst, denn auch jenseits der Alpen gibt es schmackhaftes zu entdecken, Hauptsache ist, es schmeckt!

Wie geht es los?  Die Aufmachung des Buches ist bei Ausstattung und Layout wertig und rustikal, jedes Rezept wird mit Foto präsentiert, das die Speise in den Vordergrund stellt, ohne zu viel Chi-Chi, immer stilsicher und perfekt inszeniert, das gefällt mir. Auch der Autor erscheint prominent auf dem Titel und hier wird auch direkt der Hinweis gegeben, dass es sich um ein Buch mit Anekdoten und Rezepten handelt.

Was ist drin?  Leider gibt es kein Inhaltsverzeichnis, was mich anfänglich ein wenig irritiert hat.

Das schöne Buch startet mit schönen deftigen Suppenrezepten, die traditionell anmuten, aber hier und da spektakulär aufgemotzt wurden, so bekommt die Graupensuppe mit Südtiroler Wurzeln ein bisschen Pepp mit altem Balsamico und fürs rheinländische Feeling eine Einlage aus Flusskrebsen. Sehr wohlschmeckend und echt mal eine Abwechslung, die Spaß macht.

Die rheinische „Ääzezupp“ (hinter der sich eine Erbsensuppe verbirgt) wird einmal mit Minze und Südtiroler Speck Einlage verfeinert (sehr verlockend!) und als „Ääzesupp „Mme Cocosching“ kann sie ihre asiatische Verwandtschaft zu Kokosmilch, Koriander, Limette und Garnelen geschmacklich nicht verleugnen, hat uns aber sehr begeistert!

Weiter geht es mit Vorspeisen, Salaten und anderen herzhaften Kleinigkeiten von Südtirol nach Köln und auch woanders hin.

Sehr delikat fand ich den Feldsalat mit Kartoffeldressing (Südtirol) und die „Mojo Verde“ und „Mojo rosso“, wenn auch sicherlich weder in Köln noch in Südtirol beheimatet, sondern Beleg für einen kulinarischen Ausflug auf die Kanaren. Der Selleriesalat mit Macadamia-Nüssen und Granatapfelkernen war eine schöne Überraschung, weil er ohne die im Rheinland so beliebte Mayonnaise auskommt, für mich eine schöne moderne Interpretation eines regionalen Klassikers.

Und selbstverständlich darf hier eine modernisierte Variante des Heringssalat nicht fehlen, nach einer langen Karnevalsnacht, ein toller Muntermacher, der reizvoll modernisiert wurde und statt der unsäglichen Mayonnaise mit Joghurt und saurer Sahne zu überzeugen weiß.

Direkt verliebt habe ich mich aber in die Rezepte für die „Tirteln“ (auch liebevoll Tirteltäubchen genannt) und die „Schlutzkrapfen“. Auch das Rezept für das sehr schmackhafte „Katharinnenbrot“ ist eine schöne Möglichkeit sich ein wenig „Alpenfeeling“ an den heimischen Frühstückstisch zu holen, vor allem wegen der verwendeten Gewürzmischung und der benutzerfreundlichen Beigabe von Trockenhefe und Fertigsauerteig, das wird es jetzt öfter bei uns geben.

Bei den Rezepten für Fisch und Fleisch geht es mit sehr harmonischen und gleichzeitig wenig aufwendigen Kreationen weiter natürlich dürfen dabei der rheinländische „Tatar“ und die „Flönz“ (Blutwurst) nicht fehlen und wunderbar auch die „gefüllte Gans bei Niedrigtemperatur“ gebraten. Ein Ausflug ins Mediterrane mit dem Miesmuschel-Rezept hat ebenfalls überzeugt.

Zum Finale geht es um die Süßen Dinge wie den herrlichen Südtirol-Import in Form von „Marillenknödeln“ und ein Käsekuchen-Rezept von Anne-Beikircher, der wunderbar cremig auf der Zunge zergeht, weil die 10 Eier im Teig ihr Bestes geben. Egal Genuss geht vor und wenn es so köstlich schmeckt!

 Wer sind die Autoren?  Klaus Arras (Fotos) lebt und arbeitet als freier Fotograf in Köln. Seit vielen Jahren nimmt er einen festen Platz in der Riege der besten Foodfotografen im deutschsprachigen Raum ein. Seine Kochbuchprojekte erringen immer wieder nationale und internationale Auszeichnungen. Die Fotografien von Klaus Arras überzeugen dabei durch besondere Stilsicherheit und Perfektion bis ins kleinste Detail.

Konrad Beikircher, Jahrgang 1945, stammt aus Bruneck in Südtirol/Italien, ging 1964 zum Studium der Musikwissenschaften und Psychologie nach Wien, wechselte bald nach Bonn und war ab 1971 als Psychologe im Justizvollzugsdienst tätig. Seit 1986 arbeitet er u. a. als Kabarettist, Komponist, Musiker, Moderator und Buchautor und ist bundesweit auf den Kleinkunstbühnen der Republik unterwegs. Zahlreiche CD- und Buchveröffentlichungen, darunter 5 Kochbücher mit seiner Frau Anne Beikircher.

Anne Beikircher, geboren in Bonn, machte 1977-1980 eine Ausbildung als Glas- und Porzellanmalerin und ging 1980 mit einem Stipendium nach Paris, wo sie bis 1982 an der Ecole des Beaux Arts bei Cesar studierte. 1986 machte sie ihren Fachhochschulabschluss in freier Kunst in Köln, u. a. unter Professor Daniel Spoerri.

Was ist besonders?  Das schöne Buch amüsiert mit den zahlreichen bissigen und sehr komischen Anekdoten und Anmerkungen des Autors. Ich habe mich köstlich unterhalten, besonders bei der Geschichte über den Stromausfall beim Zahnarzt, einfach herrlich!

Wer aber jetzt denkt, dass die Rezepte dem nachstehen, irrt gewaltig, die Auswahl ist sehr stimmig und alle mit einem Händchen für unaufwendige Zubereitung, aber trotzdem mit Wow-Potential und ohne den Einsatz von fragwürdigen Convenience-Produkten. Alle präsentierten Rezepte haben mich handwerklich absolut überzeugt und ich habe mich auch über die kleinen Überraschungen wie die Flusskrebse in der Graupensuppe gefreut.

 Fazit: Ein sehr schönes Kochbuch mit hohem Unterhaltungswert dank der köstlich bissigen Anekdoten und Kommentare des Autors, dass nicht nur bei Rheinländern und Südtirolern im Bücherschrank stehen sollte. Als echte Frankfurterin, bin ich sehr begeistert von diesem Ausflug in andere Gefilde und empfehle Ihnen diese kabarettistische, kulinarische Reiseleitung unbedingt weiter, denn Lachen hat beim Essen noch nie geschadet!