Grießschnitten

© Matthias Haupt/Mosaik Verlag

Tim Mälzer: Neue Heimat Kochbuch.

Fotos: Matthias Haupt

Mosaik Verlag

Preis: 20,– €

Mälzer sagt von sich, er ist kein Dessert-Spezialist, hier konnte er für mich beweisen, er kann es doch und ich freue mich, dass er weiß, wie es geht – oder ein Chef ist, der auf sein Team vertraut – das ist für mich Größe, wenn man mal den Weggefährten und Mitarbeiter vertraut! Für mich hat es gepasst!

Zutaten (für 6 Personen):

1 EL weiche Butter

800 ml Milch

120 g Weichweizengrieß

170 g Zucker

4 Eier (M)

1 Prise Salz

2 EL Vanillezucker

1 Bio-Orange

Zubereitung:

Backofen auf 200 °C (Gas 4, Umluft 180 °C) vorheizen. Eine hohe Auflaufform (20 x 15 cm) mit Butter fetten.

Milch in einem Topf aufkochen. Grieß und 70 g Zucker mischen und unter Rühren in die kochende Milch rieseln lassen. Unter Rühren aufkochen, dann bei niedriger Hitze 5 Minuten quellen lassen.

Eier trennen. Eiweiß und Salz mit den Quirlen des Hand-Rührers steif schlagen. Vanillezucker einrieseln lassen und kurz weiterschlagen, bis eine cremig-feste Masse entstanden ist.

Grießbrei in eine Schüssel umfüllen. Von der Orange 2 TL Schale abreiben. Orangenschale und Eigelbe zügig mit einem Schneebesen unterrühren. Eischnee vorsichtig unterheben. Die Masse in die Auflauf-Form füllen und im heißen Ofen auf einem Rost im unteren Ofendrittel 30 bis 35 Minuten backen.

Auflauf aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen. Dann aus der Form stürzen und in 12 ca. 1,5 cm dicke Scheiben schneiden. Grießscheiben nebeneinander auf ein Backblech legen und mit je 1 TL Zucker bestreuen. Mit einem Bunsenbrenner goldgelb karamellisieren. Alternativ auf einem Backblech unterm vorgeheizten Backofengrill bei 240 °C im obersten Backofendrittel unter Beobachtung goldbraun karamellisieren.

Zubereitungszeit : 1 Stunde + Kühlzeit

Mit Beerenkompott oder Roter Grütze servieren.

Advertisements

Königsberger Klopse nach Art der Abruzzen mit Olivenreis

© Matthias Haupt/Mosaik Verlag

Quelle: Tim Mälzer: Neue Heimat Kochbuch.

Fotos: Matthias Haupt

Mosaik Verlag

Preis: 20,– €

Sahne ist die Geheimzutat für die Klopse und die Bindung der Sauce mit einer Sardellenbutter hat uns auch sehr begeistert. Eine runde Kombination mit überraschend leckeren Details. Die außerdem an jeder Stelle zeigt, warum man dieses Kochbuch von Hr. Mälzer und seinem Team mehr als gut gebrauchen kann!

Zutaten (für 6 Personen):

3 Scheiben Toastbrot (ca. 120 g)

100 ml Sahne

30 g getrocknete Tomaten

2 Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

2 EL Olivenöl

100 ml trockener Weißwein

50 g Pinienkerne

5 Stiele Petersilie

2 Sardellenfilets in Öl

40 g Parmesan, am Stück

1 Dose geschälte Tomaten (400 g EW)

50 g weiche Butter

50 g Mehl

700 g Kalbshackfleisch

1 Ei (M)

1 Eigelb (M)

Salz

Pfeffer

1 l Hühnerbrühe

Cayennepfeffer

4 Stiele Basilikum

Olivenreis

250 g Basmatireis

150 g grüne und schwarze

Oliven

2 EL Butter

Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Toastbrot ohne Farbe toasten, fein würfeln und in einer Schüssel mit der Sahne begießen. Getrocknete Tomaten und Zwiebeln fein würfeln. Knoblauch fein hacken. Öl in einer Pfanne erhitzen. Getrocknete Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch darin glasig dünsten. Mit Weißwein ablöschen, fast vollständig einkochen und zum Toastbrot geben.

Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten, abkühlen lassen und grob hacken. Petersilie und Sardellen fein hacken. Käse fein reiben. Tomaten in einem Sieb abspülen und abtropfen lassen. Butter und Mehl verkneten und kalt stellen.

Hack, Toastbrotmischung, Pinienkerne, Petersilie, 20 g Käse, Ei und Eigelb in einer Schüssel mit Salz und Pfeffer würzen und 6 bis 8 Minuten mit den Händen verkneten. Mit leicht geölten Händen 24 Klopse formen. Brühe in einem Topf aufkochen und die Klopse darin bei niedriger Hitze 8 bis 10 Minuten ziehen lassen. Anschließend mit einer Schaumkelle aus dem Topf nehmen und beiseitestellen.

Tomaten in die Brühe geben, mit dem Schneidstab fein pürieren und aufkochen. Mehlbutter zugeben und mit dem Schneidstab untermixen. Bei mittlerer Hitze 5 Minuten offen köcheln lassen, dabei mit Salz und Cayennepfeffer würzen. Klopse zugeben und bei niedriger Hitze 8 bis 10 Minuten in der Sauce erwärmen. Basilikumblätter abzupfen.

Die Klopse mit dem Olivenreis (siehe Rezept) anrichten und mit Basilikum und dem restlichen Käse bestreut servieren.

Zubereitungszeit (inkl. Reis): 1 Stunde 20 Minuten

Olivenreis

Reis nach Packungsanweisung in kochendem Wasser bissfest garen. Inzwischen Olivenfruchtfleisch vom Stein schneiden und grob hacken. Reis abgießen. Butter in einer Pfanne erhitzen und die Oliven darin 1 bis 2 Minuten bei mittlerer Hitze andünsten. Reis zugeben und unter gelegentlichem Schwenken 5 Minuten bei mittlerer Hitze dünsten.

Mit Salz und Pfeffer würzen und zu den Klopsen servieren.

Käse-Hackbraten mit Dörrpflaumen und cremigem Lauch

© Matthias Haupt/Mosaik Verlag

Quelle: Tim Mälzer: Neue Heimat Kochbuch.

Fotos: Matthias Haupt

Mosaik Verlag

Preis: 20,– €

Der Hackbraten ist schon mal klasse, viel Zwiebeln, Backpflaumen, Riesling, Käse, sei Dank – Die geschlagene Sahne beim Lauchgemüse ist der Geheim-Tipp! – so lecker!

Zutaten (für 6 Personen):

250 g Schalotten

2 Knoblauchzehen

2 EL Öl

6 Stiele Petersilie

200 ml Riesling

200 g Gouda

200 g Emmentaler

150 g Backpflaumen

1 kg gemischtes Hackfleisch

100 ml Sahne

1 TL Cayennepfeffer

80 g Semmelbrösel (bei mir nur selbstgemacht)

Salz

Pfeffer

Muskatnuss

60 g Butter

4 Zweige Rosmarin

Lauchgemüse

1,2 kg Lauch

Salz

250 g Sahne

3 EL Olivenöl

Pfeffer

Muskatnuss

1–2 TL Zitronensaft

Zubereitung:

Schalotten und Knoblauch fein hacken und im Öl glasig dünsten. Petersilie hacken, zugeben, kurz mitdünsten und mit Weißwein ablöschen. Vollständig abkühlen lassen.

Käse in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Backpflaumen halbieren. Hack, Sahne, Cayennepfeffer, Riesling-Mischung und 60 g Semmelbrösel in einer Schüssel mischen und kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Die Zutaten 8 bis 10 Minuten zu einem glatten Teig verkneten. Käse und Backpflaumen untermischen und abgedeckt 20 Minuten kalt stellen. Backofen auf 180 °C (Gas 3, Umluft 160 °C) vorheizen.

Eine Auflaufform (ca. 20 cm x 30 cm) mit 20 g Butter einfetten und mit den restlichen Semmelbröseln ausstreuen. Hackmasse hineingeben, glatt streichen und mit Rosmarin und der restlichen Butter in Flöckchen belegen. Im heißen Backofen für 50 Minuten backen. Dann die Temperatur auf 200 °C (Gas 4, Umluft 180 °C) erhöhen und weitere 10 Minuten backen. Den Hackbraten aus dem Ofen nehmen, 5 Minuten ruhen lassen und aus der Form stürzen.

Zubereitungszeit: 1 Stunde 40 Minuten

Cremiges Lauchgemüse

 Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Lauch putzen, waschen und in ca. 1/2 cm dicke Ringe schneiden. Wasser salzen und den Lauch darin 2 Minuten garen. Dann in ein Sieb abgießen, kalt abschrecken und abtropfen lassen.

Sahne steif schlagen. Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Lauch darin 2 bis 3 Minuten bei mittlerer Hitze dünsten. Sahne zugeben, unterheben und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Mit Zitronensaft abschmecken und zum Käse-Hackbraten servieren.

Zubereitungszeit: 15 Minuten

Tim Mälzer: Neue Heimat Kochbuch

Tim Mälzer: Neue Heimat Kochbuch.

Fotos: Matthias Haupt

Heimat wie wir sie heute auf den Teller bekommen wollen, muss vieles können!

 Mosaik Verlag

Preis: 20,– €

Worum geht’s?

 – oder die neue Heimat ist urbaner geworden…..

 Heimat war in den 70igern oder 80igern ein Begriff, der mit viel Mief verbunden war: Kuckucksuhren, Alpenromantik, Fluss-Idylle an der Mosel, Nordsee-Insel-Romantik, durchweg alles Rentner-Urlaubs-Paradiese. Alle anderen wollten in ihrem Urlaub keine Romantik in überschaubarer Größe und schon gar nicht die Sicherheit, dass das Essen wie zu Hause schmeckt. Heute dagegen machen die, die es sich leisten können, gerne wieder Urlaub an der Nordsee und die anderen buchen all inclusive in Ägypten oder sonst noch wo.

Was ist drin?

Heimat 2.0

 

Deutschland schmeckt heute anders als vor 50 Jahren. Es schmeckt italienisch, spanisch türkisch. Deutsche Heimatküche dazu gehören inzwischen Pizza & Spaghetti, Döner & Burger und manchmal auch bereits Falafel & Hummus. Bei mir gehören in 2018 unbedingt der marokkanische Metzger und der türkische Gemüsehändlern dazu. Schließen sie doch längst die Lücke für mich, die zwischen dem Supermarkt des Vertrauens, den lokalen Produzenten oder dem Bio-Wochenmarkt, die es mir allesamt möglich machen, Produkte in bester Qualität zu bekommen. Dahinter stehen Menschen, die genau wie ich, darauf noch großen Wert legen.

Salat, Hack, Suppe, Wurst, Vegetarisch, Fisch, Fleisch, Geflügel, Pasta Grillen und Süß das sind die Rezept-Spielwiesen des Hr. Mälzer und seines Teams, die perfekt zu uns und unserem heutigen Koch- und Essverhalten passen. Die Vegetarier sind schon lange dabei, jedoch sind die Griller in den letzten Jahren immer mehr geworden, weil beim Kochen heute auch die gelingsichere Gäste-Bewirtung mit Überraschungspotenzial sehr viel mehr an Bedeutung gewonnen hat.

Tim Mälzer ist kein Einzelkämpfer! Er tritt mit altbewährten Kollegen und Weggefährten an, die jede Menge Know-how mitbringen und deshalb ein gutes Gespür dafür haben, was uns dazu verführen kann in die Küche zu gehen und nicht den Lieferdienst zu rufen oder Abends im Stadtteil-Restaurant mit Freunden einzukehren. Marcel Stut und Marion Heidegger sind zwei davon, die als Magazin-Spezialisten (Essen & Trinken) genau wissen, was wir beim Essen heute wirklich wollen! Jedes Koch-Magazin muss heute nicht nur sehr nah an den Hobbykochern dran sein und viele unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Das Herzstück jedoch, ist die fundierte und detailgenaue Rezept-Entwicklung. Das kann sich heutzutage kaum noch ein Autor oder Buchverlag leisten. Die erste Version muss bei denen sitzen! Das führende Koch-Magazin aus Hamburg lässt dreimal kochen und am Ende sogar noch mal vom Küchen-Praktikanten, um sicher zu sein, dass auch ungeübte mit dem jeweiligen Rezept zurechtkommen.

Meine Mudda – Deine Mudda…..

Tim Mälzer & Co. haben längst erkannt, dass der Heimat-Begriff heute viel weiter auszulegen ist: Cevapcici vom Lamm mit Kichererbsenpüree (Hummus), Königsberger Klopse nach Art der Abruzzen, Reste-Shakshuka, Curry-Huhn mit Süßkartoffeln, Hähnchen-Keulen mit Zimt-Rub oder eine Orientalische Lasagne können das überzeugend belegen. Die Küche der Levanthe ist gerade mehr als hipp auf dem Kochbuch-Markt. Jeder will dabei sein und ein Buch dazu jagt das andere. Tim Mälzer und seine Partner setzen mit ihr Akzente im Buch und lassen alle, die in einem Stadtteil wohnen mitmachen. Das ist gut und richtig, am Ende zählt dann aber nicht der Trend, sondern nur das klasse Rezept mit Twist, was diese Herren nie schuldig bleiben im Buch!

Kartoffelsalat, Bouletten, gefüllte Paprika, Linseneintopf neu beleben…..

Kartoffelsalat eine äußerst schwierige Disziplin, weil alle schon den ihrer Mutter lieben. Tim Mälzer und Marcel Stut sein Projektleiter ist trotzdem noch was Neues eingefallen: Kartoffelsalat nach Art des Winzers setzt auf Trauben, Radicchio, Bacon-Scheiben, Pinienkerne und Liebstöckel als Begleiter, die sich wirklich nicht hinter irgendeiner Variante verstecken müssen, sondern ganz neues wagen und uns zeigt wie man, die leicht bittere Note beim Radicchio ausbalancieren kann (Psst genau die Trauben sind der Schlüssel und ja bitter ist der neue Freund der Hobbyköche.) Hier sind zwei ganz nah dran, an der modernen Heimatküche. Wem das noch nicht reicht, der probiert einfach noch eine spannende regionale Kartoffelsalat- Variante mit gebratenem Kürbis und knuspriger Blutwurst.

Neue Ideen für altbewährtes, Geheimzutaten und Kniffe der Profis!

Die Boulette, kommt als Handrolle vom Kalb daher und wird vom geschmorten Spitzkohl und Meerrettich-Joghurt begleitet. Das ist ein Rezept, was mir wieder Lust macht überhaupt die Lieblings-Variante von Muttern links liegen zu lassen. Den Kniff gibt es ganz nebenbei weder der Fernsehkoch noch der Magazin-Koch halten es für nötig, sich für die Geling sichere Variante auf die Schultern zu klopfen. Das Rezept ist wie immer bei diesem Team passgenau und sehr detailliert! Die Geheim-Zutaten für saftig lockere Frikadellen sind 50 ml Sahne und optional 1 EL Haselnussöl. Dann müssen die Handrollen vor dem Braten abgedeckt noch 30 Minuten kalt gestellt werden, damit sich das Hackfleisch wieder entspannt und die Bouletten beim Braten die Form halten.

Beim Käse-Hackbraten wird mit jeder Menge Schalotten, die vorher in Öl angedünstet wurden und dann mit Riesling abgelöscht werden, gepunktet. Die säuerliche Note macht sich gut zu den kräftigen Partnern in Form von einer ordentlichen Portion Gouda und Backpflaumen. Aromatisiert wird mit Rosmarin dazu gibt es sahniges Laugemüse. Da werden auch Familienkocher und Soul-Food-Liebhaber wie ich schwach.

Gefüllte Paprika lieben ebenfalls jede Menge Zwiebeln in der Hackfüllung, aber es schmeckt einfach deutlich besser, wenn diese vorher angebraten werden, bevor diese in der Füllung landen. Verfeinert wird mit edelsüßem und rosenscharfen Paprika sowie getrocknetem Majoran. Der Trick für eine feinere Konsistenz erklären mir die beiden Profis so: den Teig 5 Minuten mit den Händen kräftig durch zu kneten, dass ergibt einfach eine feinere Konsistenz.

Linseneintopf sagt der Wurst ade, das kennen wir schon zu genüge und favorisiert Räucher-Rippchen. Der absolute Clou mit Wow-Effekt ist jedoch ein Lorbeer-Öl als zusätzlicher Aroma-Geber. Man sieht an jeder Stelle das Team hinter der neuen Heimat ist sehr kreativ und hat zudem Kniffe, Tricks parat, die nur Profis können. Wer alle 4 Wochen ein Koch-Magazin befüllen müssen, wo mit jeder Ausgabe der Beweis erbracht werden muss, dass es immer wieder was Neues gibt, um auch dieses Heft wieder zu kaufen, der ist näher an uns dran als andere deren Büchern wir nach dem ersten Durchblättern wieder ins Regal stellen. Einen besseren Praxistest gibt es nicht!

Klassiker unwiderstehlich gut!

Familienkocher und Soul-Food Liebhaber lernen auch noch Neues dazu: Das Kartoffel-Püree wird zweimal durch die Kartoffelpresse gedrückt und verlangt nach jeweils 100 ml Sahne und 100 g Butter, so wird es extra cremig. Kaloriensparer müssen sich also auf die extra Portion Sahne nicht nur bei den Bouletten, sondern auch in anderen Rezepten gefasst machen. Aber was tut man nicht alles für den Geschmack.

Seelenschmeichlern für die Veggies und ein klitzeklein bisschen gesund ist es auch….

 Die neue Heimatküche aus dem Hause Mälzer zeigt, dass der Autor und sein Team ihre Hausaufgaben gemacht haben, ohne die „Veggies“ geht es nicht mehr! Mit Kürbis-Risotto und Steinpilz-Frittata kommen Seelenschmeichler auf den Tisch, die mit klasse Rezepten mit Twist bestechen. Es geht aber noch weiter: eine Buchweizen-Bowl mit Zitronen-Buttermilch kann auch sehr gesund überzeugen. Geschmorte runde Möhren mit Ricotta und Nusskrokant können modern und lecker überraschen und beim Kräuterspargel aus dem Ofen wird es nicht nur viel aromatischer, sondern kann auch eine neue Zubereitungsart ausprobiert werden, die mehr Aroma kann.

Fazit – oder ein Kochbuch, das mit seinen Rezepten auf ganzer Linie überzeugen kann

 – mehr will ich gar nicht aber bitte auch nicht weniger!

Vor weg ich kenne Tim Mälzer nicht, beurteile aber bei diesem Buch nicht seine Medien-Präsenz, sondern die Geling-Sicherheit und den Twist seiner Rezepte. Damit hat er in diesem Buch mal wieder gezeigt, wie nah er an den Alltagskocher ist, das er die moderne Heimatküche viel besser verstanden hat, als manch anderer oder andere und zeigen kann, was sich in dieser in den letzten Jahren weiter verändert hat. Dabei geht es um weit mehr als Dönner & Co. Wir gehen heute viel mehr ins Restaurant oder rufen den Lieferdienst. Deshalb muss jedes Rezept, das die Menschen heute wirklich noch in der Küche erreichen will und nicht bei dem Überangebot an Kochbüchern klamm und heimlich im Regal verschwinden möchte, nachdem der erste Hype vorbei ist, Twist haben und sehr detailgenau sein. Die Kräuterstiele gehören selbstverständlich abgezählt, weil es gerade bei Aromagebern, um die Balance im Rezept geht. Profi-Köche wissen dass, aber wir müssen dabei mit konkreten Angaben an die Hand genommen werden. Wenn jedes Rezept so detailgenau ist, dass die Kniffe gar nicht mehr erwähnt werden müssen, ist für mich das Optimum erreicht, was man uns dabei an die Hand geben kann. Die allermeisten Kochbücher bleiben das schuldig und versagen schon viel früher als bei den Details wie Aromagebern. Dies können nur noch zwei Engländer richtig gut! Weil sie ebenfalls ein sehr gutes Team hinter sich haben und sich Zeit für die Rezeptentwicklung nehmen. Einer davon hält es aber bislang nicht für nötig, die Leute in der zweiten Reihe zu benennen, die ebenso wichtig sind für ein erfolgreiches Kochbuch. Tim Mälzer zeigt auch auf den Fotos im Buch ganz deutlich, dass er nicht allein unterwegs ist und bedankt sich am Ende bei allen. Er ist das Zugpferd des Projektes und vielleicht auch die Rampensau mit Ego, aber eine die offenbar fair ist und Freunde und Kollegen schätzt. Das Buch ist klasse und zeigt mit all seinen Rezepten, hier hat jemand absolut alles verstanden, was es braucht, um die Leute wieder zum Kochen zu bringen und was Heimatküche heute alles ist und sein kann. Solche Kochbücher brauchen wir und genau so möchte ich das, wenn ich es meiner Freundin, meiner Schwester und meiner Nachbarin ebenfalls empfehle. Für mich ist dieses Buch eines der besten des Jahres und kann im Genre Heimatküche absolut neue Standards setzen.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

Kaspressknödel auf Salat

© Julia Stix

Hier wird Soulfood in der Party-Version serviert, Heimat versteht sich kulinarisch durchaus mit Mexiko und Asien. Danke für diese Version, die  uns außerdem nicht gleich papp-satt macht. P.S. Bei mir sind es deutlich weniger als 40 Stück geworden! Milchverbrauch ist abhängig von der Trockenheit des Brotes, bei mir war es etwa die selbe Menge, die das Brotgewicht ausmacht, es kann aber auch mal mehr sein. Die Idee ist klasse den Knödeln mal eine Mini-Kur zu verpassen, am Rezept werde ich noch „schrauben“, um die Ausbeute durch Anpassungen einiger Zutaten zu erhöhen.

 Quelle: Karin Stöttinger: Gefüllt, gewickelt und gerollt.

Fotos; Julia Stix + Christian Schütz

Brandstätter Verlag

Preis: 21,80 €

 Danke an Dominik vom Hotel Peter in St. Wolfgang für die Inspiration zu diesem Rezept.

 Zutaten (Für etwa 40 Stück):

1 Schalotte

½ Bund glatte Petersilie

100 g Semmelknödelbrot

oder zerkleinerte altbackene

Semmeln

50 ml Milch (bei mir lauwarm erwärmt)

2 Eier

3 EL geriebener würziger Hartkäse

Salz und schwarzer Pfeffer

aus der Mühle

60 ml Pflanzenöl

Salat nach Belieben

Zubereitung:

Die Schalotte abziehen, fein hacken (bei mir noch ausgelassen). Die Petersilie kalt abbrausen, trocken schütteln, Blättchen fein hacken. Das Knödelbrot oder die Semmeln etwas zerkleinern, in eine Schüssel geben.

Milch angießen. Die Eier verschlagen, mit Käse, Schalottenstückchen und Petersilienblättchen verrühren, einkneten. 10 Minuten ziehen lassen, dann pikant salzen und pfeffern. Mit nassen Händen Miniknödel formen.

Ein Drittel des Öls in einer beschichteten Pfanne erhitzen, etwa 10 Knödel von allen Seiten etwa 8 Minuten goldbraun anbraten. Die restlichen Knödel ebenso verarbeiten. Inzwischen den Salat putzen und waschen, auf Tellern anrichten. Die Kaspressknödel noch warm dazu servieren.

Tipp: Für die Kaspressknödel nehme ich am liebsten eine Mischung aus Bergkäse und Gouda.

Schneller Käsekuchen

© EMF/Sabrina Sue Daniels

Quelle: Rose-Marie Donhauser: Einfach – Heimatküche

EMF Verlag

Preis: 24,99 €

 Eine schnelle Variante des All-Time-Klassikers, wir haben uns auch Rosinen und Zitronenaroma gegönnt und bei der Anzahl der Zutaten 5 gerade sein lassen. Das Puddingpulver sorgt für Stabilität und eine leckere Farbe. Beim nächsten Mal würde ich ein 1 Ei mehr wagen und das Backpulver auf 1 TL reduzieren. Hier ist man mit mehr auf der sicheren Seite.

 Zutaten für eine Springform mit 26 cm Ø):

3 Eier

1 TL + 250 g zimmerwarme Butter

200 g Zucker

1 kg Speisequark (20 % Fett)

1 Päckchen Backpulver

1 Päckchen Vanillepuddingpulver

 Tipp: Rosinen und Zitronenaroma unter den Quark rühren.

 Zubereitung:

Die Eier trennen. Die Eiweiße steif schlagen. Die Springform mit 1 Teelöffel Butter einfetten.

Butter, Zucker und Eigelb in einer  Rührschüssel cremig rühren. Quark, Backpulver und Puddingpulver unterrühren und den Eischnee unterheben.

Die Quarkmasse in die Form füllen. Anschließend den Kuchen im vorgeheizten Backofen bei 180 °C 1 Stunde backen.

Zubereitungszeit: 15 Minuten

Backzeit: 1 Stunde Backzeit

Rahmpfifferlinge mit Speck

© EMF/Sabrina Sue Daniels

Quelle: Rose-Marie Donhauser: Einfach – Heimatküche

EMF Verlag

Preis: 24,99 €

Unkompliziert, perfekt für ein schnelles Abendessen nach der Pilz-Jagd im Wald.

Zutaten (für 4 Personen):

500 g Pfifferlinge

1 Zwiebel

1 EL Butter

100 g Räucherspeck, gewürfelt

200 g Sahne

½ Bund Petersilie, fein gehackt

Zusätzlich: Pfeffer u. Salz

Zubereitung:

Die Pfifferlinge putzen, waschen und abtrocknen. Die Zwiebel schälen und sehr fein würfeln.

Die Butter in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel und Speck darin etwa 2 Minuten anbraten. Die Pilze dazugeben und braten, bis der Pilzsaft verdampft ist. Mit Salz und Pfeffer

würzen. Dann die Sahne dazugeben, aufkochen und offen 3–4 Minuten einkochen lassen. Die Petersilie unterrühren und servieren.

Und dazu: selbstgemachte Semmelknödel oder einfach nur Nudeln wie bei uns, denn das Rezept probierten wir mit einem guten Pfifferlings-Fund nach einer anstrengenden Wanderung und nach 6 Stunden über Stock und Stein,brauche  ich keine komplexen Zutatenlisten mehr, sondern will einfach nur schnell was zu essen. Wer im Kühlschrank noch eine Flasche Weißwein hat, gönnt sich einfach noch einen Hauch Säure.

Zubereitungszeit: 30 Minuten

Grund-Rezept Semmelknödel

Zutaten (für 4 Personen):

Brötchen (1–2 Tage alt)

250 ml heiße Milch

1 Zwiebel

1 EL Butter

2 Eier (S)

etwas Mehl

Zubereitung:

Die Brötchen  klein schneiden und mit heißer Milch begießen. Die Zwiebel  schälen und würfeln.

Die Butter erhitzen, die Zwiebel darin kurz andünsten und zu den Brötchen  geben. Die Brötchen  salzen, mit den Eiern verkneten. Nach Bedarf etwas Mehl unterkneten.

Aus der Masse mit feuchten Händen Knödel formen. In siedendem Salzwasser bei mittlerer Hitze 15 Minuten ziehen lassen. Die Semmelknödel herausnehmen und abtropfen lassen

Mein Trick 17: Wer sowieso schon Petersilie für die Rahm-Pfifferlinge besorgt hat, zwackt halt ein bisschen für die Semmelknödel ab. Die macht die Semmelknödel noch ein bisschen feiner und zu streng bei der Anzahl der Zutaten sollte man ja auch nicht sein.

 Zubereitungszeit: 40 Minuten