Fruchtig-cremiges Fischcurry

©Wolfgang Hummer/Löwenzahn Verlag

Quelle: Angela Hirmann/Markus Moser: Fisch echt einfach

Köstliches aus heimischen Gewässern

Fotos: Wolfgang Hummer/Ernst M. Preininger

Löwenzahn Verlag

Preis: 29,90 €

Ein sehr schmackhaftes, cremiges Fischcurry aus verschiedenen Filets, das das Label, lecker und unkompliziert, mehr als verdient hat. Die fruchtige Note durch die mitgegarten Äpfel hat uns sehr gut gefallen. Die Fleisch-Tomaten habe ich durch eine kleine Dose gehackter Tomaten ersetzt und dem ganzen ebenfalls eine Prise Zucker zum Abschmecken gegönnt. Beim Fischfonds haben wir jedoch ein wenig geschummelt und diesen nicht selbst zubereitet. P.S. Mit 4 Personen sind wir gut satt geworden.

Zutaten:

750 g gemischte Fischfilets

2 Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

2 Äpfel

3 mittlere Karotten

1 Zucchini

3 Fleischtomaten (bei mir eine kleine Dose gehackter Tomaten)

2 EL Olivenöl oder Ghee (geklärte Butter)

1 TL Kreuzkümmel, gemahlen

1 TL Senfkörner

1 TL Korianderkörner, zerstoßen

1/2 Sternanis

2 Kardamomkapseln, angedruckt

1/2 TL Kurkuma, gemahlen

2 Kaffirlimettenblatter

500 ml klarer Fischfond (Rezept Seite 161)

125 ml Sahne oder Kokosmilch

Garnitur:

frische Ananas-, Wassermelonen oder Mangostücke

Zubereitung:

Fische in mundgerechte Stücke teilen und bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen. Zwiebeln und Knoblauch schälen und grob hacken, Äpfel entkernen und ebenfalls in grobe Stücke schneiden.

Karotten schälen und in Scheiben, Zucchini waschen und in 2 cm große Würfel schneiden. Den Tomatenstrunk entfernen und Tomaten ebenfalls würfeln.

Zwiebel, Knoblauch und Äpfel mit Olivenöl in einem Topf erhitzen. Alle Gewürze, außer die Limettenblätter, mitrösten. Mit Fischfond aufgießen und kochen, bis die Äpfel weich sind. Sternanis und Kardamomkapseln entfernen und die so entstandene Currybasis pürieren. Sternanis und Kardamom mit den Limettenblättern wieder einlegen. Karotten hinzufügen und bissfest garen. Anschließend Zucchini, Tomatenwürfel und Sahne zugeben. Gut abschmecken.

Fisch aus dem Kühlschrank nehmen und würzen. In das Curry geben und gar ziehen lassen. In tiefen Tellern mit fruchtiger Garnitur servieren.

 Zubereitungszeit: ca. 35 Minuten

 Fischarten: Forelle, Saibling, Hecht, Karpfen, Wels

 

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Profiteroles mit geräucherter Lachsforelle

©Wolfgang Hummer/Löwenzahn Verlag

Quelle: Angela Hirmann/Markus Moser: Fisch echt einfach

Köstliches aus heimischen Gewässern

Fotos: Wolfgang Hummer/Ernst M. Preininger

Löwenzahn Verlag

Preis: 29,90 €

Hier wird ein Klassiker ebenso elegant, wie unkompliziert wiederbelebt. Wir haben uns bereits entscheiden, Weihnachten wird das unsere Vorspeise beim Familienessen, auch weil dann ein wenig von unserer zweiten Heimat dem schönen Hunsrück mit an der Tafel sitzt.

Zutaten: (für ca. 15–18 Stuck):

250 ml Wasser

50 g Butter

140 g glattes Mehl

3 Eier

200 g geräuchertes Lachsforellenfilet

250 ml Sahne

1 Pkg. Sahnesteif (optional)

1 TL Meerrettich, frisch gerieben

Salz

2–3 Dillzweige

Zubereitung:

Wasser und Butter aufkochen, Mehl in einem Schwung hinzufügen und die Masse mit dem Kochlöffel im Topf abrösten. Es bildet sich ein Teigklumpen. Aufpassen, dass er nicht anbrennt. Topf vom Herd nehmen und die Masse kurz überkühlen lassen. Eier mit den Knethaken des Handmixers nach und nach flott einrühren. Den Brandteig in einen Spritzbeutel füllen (es ist keine Tülle notwendig) und kleine Krapfen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech spritzen.

Anschließend bei 220°C Heißluft backen. Lachsforelle fein hacken. Sahne nach Packungsanleitung mit Sahnesteif aufschlagen. Lachs und Meerrettich untermengen und abschmecken.

Die ausgekühlten Profiteroles waagrecht aufschneiden, mit der Lachscreme füllen. Deckel aufsetzen und mit einem Zweiglein Dill garnieren.

Tipp: Man kann die Profiteroles auch schon am Vortag backen und luftdicht verschlossen bis zum Füllen aufbewahren.

Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten

Backzeit Profiteroles: ca. 17 Minuten

Praktisch: Für dieses Rezept eignen sich alle geräucherten Fische!

 

 

Fisch echt einfach

Angela Hirmann/Markus Moser: Fisch echt einfach

Köstliches aus heimischen Gewässern

Fotos: Wolfgang Hummer/Ernst M. Preininger

Löwenzahn Verlag

Preis: 29,90 €

Fisch und Nachhaltigkeit, da geht sehr viel, wenn man es richtig angeht!

Worum geht’s?

 Baustelle Fisch, es gibt noch viel zu tun!

Die Weltmeere sind laut Greenpeace inzwischen dramatisch überfischt, um Fisch als Lebens- und Genussmittel auch für nachfolgende Generationen zu erhalten, braucht es nicht nur einen gemeinsamen Kodex, der Welternährungsorganisation auf den wir uns verständigen, sondern ebenfalls ein Umdenken beim Verbraucher! Die meisten denken beim Thema leckere Fischküche, sofort an Meeresfische, dass jedoch eine französische Bouillabaisse ebenso aus Süßwasserfischen zubereitet werden kann vermuten die wenigsten Fisch-Fans. Angela Hirmann die Köchin in diesem Buch schafft das auch mit Süßwasserfischen und sie geht dabei nicht nur nachhaltig zu Werke, sondern auch sehr kreativ zu Werke. Statt Aioli, (Knoblauchmayonnaise) serviert die Steierin eine regionale Variante stilecht mit Kürbiskernmayonnaise.

Wer sind die Autoren?

„Als Köchin und ehemalige Restaurantbetreiberin ist Angela Hirmann, davon überzeugt, dass heimischer Fisch unterschätzt, aber ebenso überschätzt wird. Zum einen ist die Sortenvielfalt reichhaltiger als viele annehmen. Es gibt nicht nur Forellen und Saiblinge. Zum anderen ist die Angst, Fisch falsch zuzubereiten, sehr verbreitet. Ihrer Meinung nach, kann man aber getrost behaupten, dass die Zubereitung von frischem Fisch meist ganz einfach ist. Oft reichen bloß Butter und Salz“, findet die Grazerin.

„Als Fischzüchter, Direktvermarkter und Sohn eines Berufsfischers aus dem Salzkammergut ist Fisch seit jeher Teil seines Lebens. Im Kontakt mit den Kunden auf diversen Märkten bemerkt Markus Moser im häufiger, dass beim Fischeinkauf die Skepsis in Bezug auf die Produktionsbedingungen aus gutem Grund immer größer wird.“

Was ist drin?

Mehr als Forelle und Saibling….

Die beiden Menschen vom Fach treten für genau dieses Umdenken bei uns Verbrauchern ein, gezielter Konsum und Nachfrage kann viel dazu beitragen, die Überfischung wenigstens einzudämmen. Im Idealfall vielleicht sogar zu reduzieren. Dazu müssen wir Fisch-Liebhaber jedoch einfach mehr wissen über die Vielfalt an heimischen Sorten und wie man diese am besten händelt. Bei den meisten hört es aber bei Forellen und Saiblingen schon auf, wenn sie an die Zubereitung von Süßwasserfischen denken.

Wie sieht es aus?

Nachhaltiges Thema und zeitlos hübsche Verpackung, das passt gut zusammen!

Um hier Licht ins Dunkel zu bringen präsentieren die beiden Autoren gleich zu Beginn dieses wunderschönen Buches, dass auch optisch sehr zu gefallen versteht: Ein Lesebändchen und wertige Ausstattung korrespondieren perfekt mit dem Nachhaltigkeitsansatz und machen dieses sinnvolle und notwendige Fischkochbuch zu einem zeitlosen Klassiker. Los geht es mit einem Abriss über die unterschiedlichen Süßwasserfischarten. Das fängt mit dem an, was den meisten bereits vertraut ist, den lachsartigen Fischen (Forellen, Saiblinge, Reinanke/Renke/Felchen ), schwenkt über zu den karpfenartigen Fische, die mit vielen Vorurteilen (sehr fett) zu kämpfen haben, bis wir schließlich mehr (Aussehen, Vorkommen und Laichzeiten) über Hecht, Zander und heimische Flusskrebse erfahren.

nur noch kurz den Fisch retten…….

Ohne verantwortungsvolle Produzenten, kann Nachhaltigkeit beim Fisch-Konsum leider nicht funktionieren und deshalb haben die beiden Autoren ein Jahr lang Fischerinnen & Fischer sowie Fischproduzenten in Deutschland und Österreich besucht. An Chiemsee und Bodensee, Großalm & Traunsee, im Waldviertel und Naturpark Mürzer Oberland, auf dem Gut Hornegg in der Steiermark und am Kärtner Weißensee gibt es inzwischen nicht nur hervorragende Wasser-Qualitäten, sondern dort wurde gemeinsam gefischt, gekocht, gegessen, getrunken, diskutiert, philosophiert und vor allem genossen.  Viele dieser Menschen, das haben die beiden Österreicher sehr schön in ihren kurzweiligen Texten transportiert, sehen in ihrem Beruf eine echte Berufung, der sie mit Freude und Engagement folgen. Dabei spielen die jahrzehntelangen Traditionen ebenso eine gewichtige Rolle, wie der Blick nach vorn. Nachhaltigkeit ist für diesen Berufsstand und ihre Familien allein deswegen wichtig, weil durch die Einhaltung von Regeln und Pflichten, die Existenz und die Lebensgrundlage weiterer Generationen gesichert wird. Ich habe alle Beiträge mit großem Vergnügen gelesen, weil ich stets das Gefühl hatte, hier treffen sich Gleichgesinnte und es gibt mehr zu erfahren, als Allgemeinplätze und Nachhaltigkeits-Plattitüden.

Gewusst wie!

Unser Buch soll dazu beitragen, Fragen zu beantworten, Skepsis zu verringern und Lust auf heimische Süßwasserfische machen, schreiben die Autoren im Vorwort, denn sie sind überzeugt, dass gezielter Konsum vieles ändern kann. Viele trauen sich z. B. nicht an Karpfen heran, weil sie als kompliziert in der Handhabung gelten. Manch einer mag sich auch noch an Geschichten erinnern wo sich der Weihnachtskarpfen, der wegen seines erdigen Geschmacks, der jedoch eigentlich nur bei besonders großen Exemplaren (über 2,5 kg.) vorkommt, aus der Badewanne befreite und munter durch die Küche hüpfte. Es fehlt einfach an Praxis-Wissen, weil Süßwasserfische in der Wahrnehmung der Feinschmecker und Fisch-Fans aktuell so gut wie keine Rolle spielen. Um hier für Abhilfe zu sorgen, spendieren uns die beiden Österreicher am Ende des Buches eine umfassende Fischschule, die von Einkauf, über Transport, Lagerung alle Fragen beantwortet und profund mit Fotoschule erklärt, wie die unterschiedlichen Arten ausgenommen, entschuppt und entgrätet werden.

Lecker Fisch!

Die Köchin Angela Hirmann präsentiert in diesem nachhaltigen und geschmackvollem Fisch-Kochbuch insgesamt 50 Rezepte, die ausgehend von den österreichischen Klassikern (Marinierte Bratfilets, Räucherfischaufstrich, Fischgulasch, Schleie blau) in den gewohnten Kategorien von Vorspeise, über Suppen und Hauptgerichte, ebenfalls den Duft der großen Welt in unsere Küchen bringen. Wer sagt denn, dass Sushi (Spinat-Polenta-Makis) nicht ebenso mit heimischen Fischsorten zubereitet werden kann?

Probiert & Verputzt:

Fruchtig-cremiges Fischcurry

©Wolfgang Hummer/Löwenzahn Verlag

Ein sehr schmackhaftes, cremiges Fischcurry aus verschiedenen Filets, das das Label, lecker und unkompliziert, mehr als verdient hat. Die fruchtige Note durch die mitgegarten Äpfel hat uns sehr gut gefallen. Die Fleisch-Tomaten habe ich durch eine kleine Dose gehackter Tomaten ersetzt und dem ganzen ebenfalls eine Prise Zucker zum Abschmecken gegönnt. Beim Fischfonds haben wir jedoch ein wenig geschummelt und diesen nicht selbst zubereitet. P.S. Mit 4 Personen sind wir gut satt geworden.

 

Räucherfischaufstrich

Wow, mein Mann war platt, nicht wegen meiner Kochkünste, da verlangt einem ein Aufstrich definitiv nicht viel ab, sondern eher von dem geräucherten Forellenfilet das wir dafür bei einem Fisch-Zucht-Betrieb im Trauntal (Hunsrück) erstanden hatten. Frau Hirmann versteht es ihren Auftrag perfekt zu erfüllen, sie liefert ein unkompliziertes Rezept, dass die Güte dieser regionalen Spezialität perfekt zum Vorschein bringt. Und danke für den Tipp der rohen Schalotte, mit ein wenig heißem Wasser an Schärfe zu nehmen.

Profiteroles mit geräucherter Lachsforelle

©Wolfgang Hummer/Löwenzahn Verlag

Hier wird ein Klassiker ebenso elegant, wie unkompliziert wiederbelebt. Wir haben uns bereits entscheiden, Weihnachten wird das unsere Vorspeise beim Familienessen, auch weil dann ein wenig von unserer zweiten Heimat – dem schönen Hunsrück – mit an der Familien-Tafel sitzt. Definitiv ein Keeper-Rezept, vielen Dank für das kulinarische Retro-Erlebnis.

 

 

Auch Fische, die als sperrig gelten brauchen eine Lobby und vor allem Experten!

Insgesamt 5 Rezepte mit Karpfen oder Karauschen sollen zeigen, dass dieser Fisch, der sonst nur regional und das zur Weihnachtszeit gegessen wird, eben doch nicht so kompliziert zuzubereiten ist. Zweierlei Cremesalat, frische Fischravoli (mit geräuchertem Karpfenfilet), Karpfen-Kibbeh, in Kürbis-Kernöl gebackener Karpfen zeigen ihn von einer ganz neuen und leckeren Seite.

Flexibel bleiben…..

Diese Köchin geht es richtig an und ist meistens nicht festgelegt auf bestimmte Sorten, sondern orientiert sich am Angebot. Die Rezepte bieten sehr häufig alternative Sorten an. So ebenfalls beim interessanten Rezept für einen lettischen Fischeintopf, der aus Riga mitgebracht wurde. Zur Not geht es statt der Karpfenfische auch mit Forelle, Saibling oder Zander. Diese entspannte Haltung ist nicht nur bewundernswert, sondern zeigt allen Interessierten Nachhaltigkeit orientiert sich am Angebot!

Fazit: oder so geht Nachhaltigkeit in Sachen Fisch!

Frau Hirmann und ihr Co-Autor Markus Moser haben ein beeindruckend zeitlos elegantes und entspanntes Kochbuch zum Thema Süßwasserfische vorgelegt, die für viele von uns noch ein Buch mit 7 Siegeln sind. Wer das so toll mit jeder Menge Expertise, Information und vor allem entspannten und kreativen Rezepten hinkriegt, der hat für dieses Buch 5 Sterne verdient. Ein zeitloser Klassiker in Sachen Nachhaltigkeit, wobei ich mich frage, warum die überzeugendsten Kochbücher dazu im Moment alle aus Österreich kommen? Mir hat es ausgesprochen gut gefallen, obwohl ich an der Nordsee aufgewachsen bin und für Süßwasserfische erst begeistert werden musste. Inzwischen gibt es aber überall wieder so tolle Produzenten, dass wir uns alle überlegen sollten, ob wir beim Fisch nicht einfach öfter mal auf ein regionales qualitativ hochwertiges Produkt zurückgreifen. Dieses Buch ist das informativste und leckerste Plädoyer dafür!

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

Eingesalzene Zitronenschale

© Simon Wheeler/AT Verlag

Quelle: Hugh Fearnley-Whittingstall: Restlos Gut

Fotos: Simon Wheeler

AT Verlag

Preis: 26,– €

Wieder was gelernt! Dass weiße der Biozitronen lässt sich mit verwenden, es schmeckt nicht bitter, sondern in ihm steckt genauso viel Vitamin C wie in den Früchten selbst. Natürlich fallen in einer Restaurant-Küche regelmäßig deutlich mehr ausgepresste Bio-Zitronen als zu Hause an. Deshalb lohnt es sich, zwei Vorräte zu kombinieren. Wenn ich Bio-Zitronen-Limonade ansetze, wird zum Resteverwerten der vermeintliche Abfall gleich zu eingesalzenen Bio-Zitronen weiterverarbeitet. Beim Salz habe ich weniger benötigt, weil ich kleinere Gläser (250 ml Fassungsinhalt), eingesetzt habe. Ebenfalls habe ich die Schalen fest in die Gläser gedrückt. Die Schalen sollten vor dem Verzehr wie der Resteverwerter aus England rät, unbedingt abgespült werden, sonst kann es schnell sehr salzig werden! Außerdem wichtig die Gläser dunkel und kühl lagern, notfalls im Kühlschrank und 1 mal pro Woche die Gläser schütteln, damit das konservierende Salz und der Zitronensaft immer wieder alle Schalen bedeckt!

Ich brauche so viel Zitronensaft zum Kochen, dass ich jede Menge Schalen übrig habe. Sie sind zu sauer, um sie in großer Zahl auf den Kompost zu geben, also musste ich mir eine andere Verwendung für sie einfallen lassen. Ich habe festgestellt, dass man die fleischigen Schalen gut auf  marokkanische Art einsalzen kann, genau wie ganze Zitronen, von denen ohnehin meistens das salzige Fruchtfleisch weggeworfen wird. Sie eignen sich für Tajine, für Salate – eigentlich für alles, wozu man auch eingelegte Zitronen verwenden würde. Verwenden Sie dafür unbehandelte (nicht gewachste) Früchte.

 Zutaten:

Mindestens ein Dutzend ausgepresste Zitronenhälften

Meersalzflocken

pro 5–6 ausgepresste Hälften Saft von ungefähr 1 Zitrone

Zubereitung:

 Zuerst ein großes Einmachglas sterilisieren: Dazu gründlich mit heißem Seifenwasser reinigen, gut abspülen und bei 100 Grad (Umluft 80 Grad) 10 Minuten in den Ofen stellen. Herausnehmen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Überschüssige Häutchen aus den Zitronenhälften kratzen, dann die Schalen samt weißer Innenschale in 1½ cm breite Stücke schneiden.

Eine etwa 2 cm dicke Schicht Meersalz in das sterilisierte Glas geben. Einen Teil der Zitronenschalen darauf verteilen und mit 1 cm Salz bedecken. Wiederholen, bis alle Schalen eingefüllt sind, dann mit einer weiteren 1 cm dicken Schicht Salz abschließen. Mit dem Zitronensaft übergießen.

Das Glas verschließen und 4 Wochen stehen lassen, dabei etwa einmal pro Woche schütteln. Anschließend können die Zitronenschalen verwendet werden.

Die Zitronenschalen zum Gebrauch mit einer Gabel aus dem Glas fischen. Unter kaltem Wasser abspülen und mit Küchenpapier trocken tupfen, dann fein hacken und in Salat, Tajine, Reisgerichte usw. rühren.

Tipps und Alternativen

Eingesalzene Orangenschale Diese Technik funktioniert auch gut mit Orangenschalen. Sie können sie genauso verwenden wie eingesalzene Zitronenschalen.

Zitruszucker

Dies ist eine weitere Möglichkeit, übrig gebliebene Schalen von Zitrusfrüchten zu verwenden, von denen nur der Saft benötigt wurde. Da sich die Schale vor dem Auspressen des Safts leichter abreiben lässt, denken Sie daran, dass zuerst zu tun.

Etwas feinen Kristallzucker gleichmäßig auf einem Stück Backpapier verteilen. Mit der feinstmöglichen scharfen Reibe die Zitrusschale möglichst ohne die weiße Schicht über den Zucker reiben. Einige Stunden trocknen lassen, dann das Papier zu einem Trichter formen und den Zucker samt Zitrusschale in einen luftdichten Behälter füllen. Er hält sich mehrere Monate und eignet sich sehr gut zum Backen oder zum Süßen von Kräutertees.

Hugh Fearnely-Whittingstall: Restlos Gut

Let’s get impressed by your leftovers!

Wer ist der Autor?

Hugh Fearnely-Whittingstall ist eine Institution der britischen TV-Szene, mehrfach ausgezeichneter Food-Journalist, Buchautor und Lebensmittel-Aktivist, der sich ohne Kompromisse für biologische, saisonale und regionale, nachhaltig/ art- und tiergerecht produzierte Lebensmittel einsetzt. In seinen erfolgreichen Fernsehsendungen berichtet er vom Leben auf dem Land, von seinen Erfahrungen mit der Selbstversorgung, der Aufzucht und Verwertung von Tieren, dem Gemüseanbau, dem Kochen und Essen. Sein Ziel ist die Rückbesinnung auf die einfachen, unverfälschten Grundlagen unserer Ernährung. Unter dem Namen River Cottage betreibt er in Axminster, Devon, ein Unternehmen mit Restaurants, Kochschule, großem Gemüsegarten und Verkauf von Bioprodukten. Er ist außerdem Autor von zahlreichen sehr erfolgreichen Büchern.

Worum geht’s?

Nicht jeder schwärmt vom Aufgewärmten von gestern!

An der Restküche scheiden sich die Geister, die einen begrüßen sie freudig planen diese sogar ein, um sich den Koch-Alltag einfacher zu machen und Familie und Gäste am Tisch immer wieder aufs Neue zu überraschen und in leckere Verzückung zu versetzen. Die anderen begegnen ihr mit Unwillen: nicht schon wieder an den Resten des Sonntagsbratens nagen und damit um die Freiheit betrogen werden, sich kulinarische Abwechslung jeden Tag und zu jeder Mahlzeit zu gönnen. Wie dabei mehr  Spaß und kulinarische Abwechslung möglich ist, zeigt der Koch und Food-Aktivist aus England. Ideen sind der Schlüssel dazu und natürlich auch jede Menge Hintergrundwissen. Einfach mal nicht nach außergewöhnlichen Rezepten googlen und sich auf den Kühlschrank und einen erfahrenen Koch und  Nachhaltigkeits-Verfechters verlassen……

Reste sind eine Chance Kreativität und Überraschung in unsere Küche einzuladen

Improvisieren mit dem was da ist, kann sehr viel Spaß machen, wenn einem einer zeigt, wie das gut funktioniert! Man wirft unbekümmert dies und jenes in den Topf und hegt keine hohen Erwartungen. Im Handumdrehen entsteht dabei was ziemlich Leckeres, bei dem wir uns fragen: »Warum habe ich das nicht schon längst probiert?« Und, was noch wichtiger ist: »Das muss ich unbedingt öfter machen.  Wenn es um Reste geht sagt Hugh: „Nichts muss – alles kann in den Topf. Endlich sich von Rezepten lösen, die uns bei der Zutatenbeschaffung quer durch die Stadt jagen und diejenigen bevorzugt behandeln, die neben dem Supermarkt ihres Vertrauens, den Spezialitäten-Gewürzhändler ebenfalls bei sich um die Ecke haben. Alle anderen schauen dabei häufig in die Röhre und Lebensmittelverschwendung – was ist das eigentlich? Wer möchte schon gerne an einem ganz normalen Wochentag, wenn die Kinder gleich aus der Schule kommen, vorher noch mal zum Einkauf spezieller Pfeffersorten los geschickt werden? Die Kinder sind richtig sauer, kommentieren so was höchstens mit, dass schmeckt aber heute einfach komisch und ist mir viel zu scharf. Natürlich können wir uns den Spezial-Pfeffer online besorgen, aber wer weiß schon, dass ausgerechnet morgen sein großer Tag kommen wird. Und eigentlich gilt für ihn dasselbe wie für alles andere was bei uns zu Hause auf eine zweite Chance hofft und nicht in die Tonne abgeschoben werden möchte: Alles kann immer wieder neu kombiniert werden und manchmal schmeckt die zweite Garnitur dann sogar noch viel besser als das was gestern auf dem Tisch stand. Bei Hugh Fearnely-Whittingstall fließen Reste elegant zu ganz neuen Gerichten zusammen, die sich vom »Original« deutlich unterscheiden, sich aber dennoch bei ihm bedienen. Ein gebratenes Huhn kann zu einem Frikassee werden, das sich anschließend in eine Pastete verwandelt (Seite 70). Reste von Cannellini-Bohnen (weiße Bohnen, die ursprünglich aus Italien kommen) eignen sich für eine herzhafte Suppe, einen Salat oder ein Cassoulet (Seite 192). Eine Bolognese debütiert mit Pasta und füllt anschließend ein Omelett (Seite 180), eine Paprikaschote oder begleitet eine Ofenkartoffel. So geht Resteverwertung, wenn man weiß was zusammen funktioniert und mit einander was noch Größeres daraus werden kann.

Nicht nur für Ökos wichtig, auch Optimierer werden mit mehr Freizeit belohnt!

Natürlich ist es immer erfreulich, Geld zu sparen, aber bei dem Versuch, nichts zu verschwenden, geht es nicht um Geiz. Es macht einfach Freude, den Lebensmitteln und sich selbst Respekt zu erweisen, erklärt der Koch aus England: „Wenn Sie eine wunderbare Zutat gekauft oder in Ihrem Garten herangezogen haben, ist es doch nur verständlich, dass Sie sie bis zum letzten Bissen genießen wollen“. Diese Art zu kochen ist ebenso sparsam und nachhaltig wie lecker. Das betrifft nicht nur die finanzielle Seite. Die Arbeit, die wir in eine Mahlzeit investieren, zahlt sich doppelt aus, weil die folgenden Mahlzeiten dadurch unkomplizierter werden. Sie bestehen oft einfach in einer cleveren Zusammenstellung von früherem Essen, das ist der Plan von Hugh Fearnely-Whittingstall und der funktioniert finde ich sehr gut, weil er den Spagat zwischen Nachhaltigkeit, Kreativität und Praxistauglichkeit schon lange selbst praktiziert.

Und wie geht clever Reste planen und verwerten

– oder Reste mahnen und können stressig werden……

Jetzt sind wir beim „Casus Knacksus“, Reste können so richtig Stress machen! Mahnen Sie uns doch täglich, dass man Essen einfach nicht wegwerfen sollte. Nicht nur ökologisch wird da mächtig mit der Moral gewunken. Der englische Lebensmittel-Retter zeigt, dass es ihm ernst ist! Schließlich betreibt er einen Betrieb, bei dem die Erzeugung und die Verwertung der Lebensmittel von seinem Grund und Boden Hand in Hand gehen. Er wirtschaftet nachhaltig – nur jene Lebensmittel sollen  auf dem Kompost landen, die wirklich unrettbar verloren sind!

Die Rezepte in diesem Buch beruhen auf zwei Hauptgruppen von Zutaten: Reste bestimmter Produkte, die das Ende ihrer Lebensspanne erreicht haben (ein halber Becher Sahne, die letzten weich gewordenen Kekse), und Reste, die von Mahlzeiten übrig geblieben sind (das Hühnergerippe, einige Bratkartoffeln, überschüssige Tomatensauce usw.). Im Allgemeinen rät er so einzukaufen, dass die erste Gruppe minimiert wird, und so zu kochen, dass die zweite maximiert wird.  Er denkt halt praktisch und das ist für uns der Gewinn!  In der gekonnten Resteküche geht es seiner Meinung nach, darum, die beiden Aspekte zu kombinieren. Alle guten Dinge zusammenzunehmen, die wir im Kühlschrank finden, und sie geschickt und Abfall vermeidend zu einem leckeren neuen Gericht zu kombinieren.

Tipps und Tricks zur Lagerung und Aufbewahrung

Damit die Reste nicht jedes Mal rufen, ich will hier raus, wenn wir den Kühlschrank aufmachen, hilft es ungeheuer sich mit grundlegenden Wissen und Tipps zur Lagerung Aufbewahrung von Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Obst und Gemüse wieder zu befassen und da spart der Autor nicht mit Tipps und Tricks. Und das ist weit mehr, als das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung zu finden und zu berücksichtigen: Tomaten und Knoblauch gehören nämlich nicht in den Kühlschrank, auch wenn sie dort länger gut aussehen. Die ersten verlieren entscheidend an Aroma und Knoblauch entwickelt im Kühlschrank oft die unerwünschten grünen Triebe.

Wer kann mit wem?

– oder eine übersichtliche Reste-Landkarte befördert viele Ideen zur Verwertung!

Nicht aufgegessenes Baguette vom Frühstücks-Tisch ist die Basis für leckere Croutons und tausend Mal besser als das mit Geschmacksverstärkern versetztes Zeug, das es fertig im Supermarkt zu kaufen gibt.

Der übriggebliebene Reis vom indischen Fertiggericht des Lieferdienstes, denn auch der darf durchaus mal sein, bekommt eine weitere Chance als Reis-Gemüse-Burger (Seite 208) oder wird mit einer Paprika, die auch schon ihre besten Tage hinter sich hat, zu einem gefüllten Gemüse (Seite 202) verheiratet.

Geplante Reste – machen den Küchen-Alltag einfacher

Die Basics der Resteküche – oder einfach das unterbringen, was sowieso weg muss!

Die meisten Menschen haben für jede Gelegenheit, vom einfachen Snack bis zum vollständigen Essen für die Familie, ein Repertoire von erprobten Gerichten entwickelt – und das ist gut so! Am Wochenende blättern wir vielleicht auf der Suche nach neuen Ideen Zeitschriften und Kochbücher durch oder versuchen etwas nach zu kochen, was uns im Restaurant besonders gut geschmeckt hat. Bei dem Großteil unserer normalen Koch-Aktivitäten vertrauten wir auf Lieblingsrezepte, die alle Esser am Tisch mögen (egal ob Familie oder Gäste). Mit ein bisschen Unterstützung aus England lassen sich Ideen sondieren, wie Salate aufgepeppt werden können und Vorräte wie schlichte Brühe, die auch schon  aus Resten entstanden ist,  im Tiefkühler auf ihren nächsten Einsatz wartet und mit immer neuen Kombinationen für Spaß und Abwechslung am Tisch sorgt. Die Hühnerbrühe wird mit einem Spritzer Sojasauce und Zitronensaft, getrockneten Chiliflocken und gemahlenem Ingwer zu einer scharf-sauren Suppe gepimt und die Fleischreste wandern kurzerhand in einen Borschtsch.  Ein Hackfleisch-Kartoffel-Auflauf (Seite 90) zum Beispiel kann nicht nur die Reste einer Lammkeule aufnehmen, sondern auch übrig gebliebenes Gemüse wie Zucchini, Paprika, Süßkartoffeln oder Karotten eine neue Heimat bieten. In Müsliriegeln (Seite 308) bekommen die Reste von Trockenobst, Samen, Nüssen und Nussmus ebenso wie zerkrümelte Kekse, Frühstücksflocken und reife Bananen eine zweite Chance: So kam beim Schränke ausräumen wirklich gerettet werden, was zu retten ist und es entsteht gleichzeitig etwas Schmackhaftes und neues draus.

Bei Salaten darf nach Herzenslust kombiniert werden

Salate können eine Spielwiese für Kreativität sein, leider haben wir Hobby-Köche oft nicht die Erfahrung, die es braucht, um dies im vollen Umfang auch anzuwenden. Fearnely-Whittingstall bietet deshalb mit einer sehr nützlichen und hübsch anzuschauenden Grafik eine gelungene optische Nachhilfestunde an. Aber schaut einfach selbst, das lohnt sich wirklich und liefert Ideen, die wichtig sind:

Jetzt wird aber auch mal probiert!

In über 150 Rezepten mit zahlreichen Tipps und Varianten zeigt der Herr aus England, dass er weiß worum es bei diesem Thema für Hobby-Reste-Verwerter wirklich geht. In den Kapiteln Fleisch, Fisch, Wurzelgemüse,  Gemüse und Salat,  Brot, Pasta und Hülsenfrüchte, Reis, Milchprodukte, Eier, Obst, Weihnachten, Vorratsschrank werden „leftovers“ kreativ und praxistauglich weiter verwertet: Fearnely-Whittingstall liebt es wie wir Hobbykocher einfach und unkompliziert. Es gibt Eintopf, Enchiladas, Huhn türkisch mit Walnüssen, Würziges Lamm mit Kichererbsen, cremiges Räucherfisch- Spinat-Gratin, Karottenpâté, Wurzelgemüse-Hummus. Der Koch macht auch vor Kartoffelschalen (Kartoffelschalensuppe) und Fischgräten, die er knusprig frittiert, nicht halt. Er ist sich jedoch darüber im Klaren, dass es bei solchen Ideen schon um die Reste-Verwertung 2.0 geht, bei der nicht alle so tief einsteigen wollen. Alles kann und keiner muss bei ihm, das ist ambitioniert und relaxt. Der übrig gebliebenen knusprigen Fischhaut gibt er in einer leckeren Sandwich-Version eine zweite Chance und der Räucherfisch erhält eine zweite Perspektive als Räucherfisch im Glas. Vegetarier freuen sich nicht nur über den Hummus, sondern auch über Linsen-Gemüse-Curry, Karotten-Ingwer-Pudding oder Pasta mit Blattgemüse und Ziegenkäse. Und Mütter und Familienkocher bekommen für Brot-Reste Arme-Ritter, Brotpudding oder Zitrus-Marmeladenpudding für die Kleinen angeboten. Die Auswahl an Rezepten ist sehr vielfältig und berücksichtigt ebenso die Ablaufdaten im Kühlschrank – der Mann will halt, dass wir immer eine Option haben und spart wie immer in seinen Kochbüchern auch nicht bei den Varianten, die mit jedem Rezept zusätzlich noch geboten werden! Joghurt wird zu Labaneh oder peppt ein Huhn in Joghurt-Marinade auf. Die Reste aus dem Marmeladen-Glas werden zum Star bei Omas Marmeladen-Eiscreme. Und die Käsesauce aus den Resten im Kühlschrank fabriziert, wartet im Tiefkühler auf eine weitere Karriere, z. B. als Begleiter zu Makkaroni, Blumenkohl oder Gemüsegratin aller Art. Und der Haselnuss-Baiserrolle mit Himbeeren ist nun wirklich keine Reste-Vergangenheit mehr nachzuweisen, so beeindruckend sieht diese aus und ist dabei erstaunlich einfach herzustellen.

Was ich verputz habe:

Meine Wahl fiel neben dem Hummus (aus Wurzelgemüse) auf ein Linsen-Gemüse-Curry und eingesalzene Zitronenschale. Denn es hat mich schon immer gestört, dass ich die Bio-Zitronen nicht ganz verwerten konnte. Für die Idee daraus eingelegte Schalen zu machen, die ähnlich wie die marokkanischen Salzzitronen als zusätzlicher Würz-Partner am Tisch eingesetzt werden, konnte ich mich gleich begeistern. Warum habe ich das nicht schon immer so gemacht?

Fazit – oder Reste können mich so schnell nicht mehr stressen!

Ich koche regelmäßig, das bleibt ja auch nicht aus, wenn man sich jeden Tag mit Kochbüchern und Rezepten nach Feierabend beschäftigt. Trotzdem war ich bislang nicht immer ein guter Resteverwerter und jedes Mal, wenn ich den Kühlschrank geöffnet habe, habe ich schnell ein schlechtes Gewissen bekommen. Rufe aus allen Ecken, vom Käserest, bis hin zum abgelaufenen Bio-Joghurt, rief es immer: Nimm mich ich will auch noch nützlich und lecker sein! Meistens habe ich das schnell ausgeblendet, denn ich brauchte für das nächste Rezept weder das eine noch das andere. Gezielte Reste-Produktion, wo schon am Sonntag fest steht was aus den Resten des Sonntagsbratens am Montag oder Dienstag wird, daran habe bisher nicht gedacht. Schade, ich hätte mir das Kochen damit einfacher machen können! Mir hat die gezielte und informative Herangehensweise des Autors sehr gut gefallen! So habe ich gleich vom Start weg, jede Menge Informationen und Ideen für neue Kombinationen erhalten. Jedoch ist Hugh Fearnely-Whittingstall nicht nur Food-Aktivist, sondern in der Küche mit viel Kreativität ausgestattet. Immer neue Rezept-Kombinationen sprudeln nur so aus ihm raus! Im nützlichen Einführungsteil legt er mit viel Information und praktischen und hübsch gemachten Reste-Landkarten schon mächtig los! Er zeigt bei allen 140 präsentierten Rezepten, er kann immer noch mehr Varianten anbieten. Genau diese Fähigkeiten machen ihn zu einem tollen Reste-Retter, weil er das Thema praktisch angeht und ein großes Herz für Alltagkocher hat. Mir hat das sehr gut gefallen und ich habe mich zu keinem Zeitpunkt belehrt gefüllt, sondern ich bin endlich bei den Resten angekommen, weil mich jemand richtig gut abgeholt hat. Da der Koch selbst Produzent und Koch in Personal-Union ist ist seine Herangehensweise auch für Gartenbesitzer besonders interessant und nicht nur für den kleinen Haushalt geeignet.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar.

Lemon Curd mit Banane

© Clare Winfield, ars vivendi Verlag

Quelle: Ursula Ferrigno: Lemons & Limes

Die besten Rezepte mit Zitrone und Limette

Fotos: Clare Winfield

Ars Vivendi Verlag

Preis: 22,– €

Zitronen gibt es bei mir zu Hause immer in der Speisekammer! Ich kann quasi nicht ohne, aber bei Bananen bin ich wirklich „picky“, die mag ich nur nicht ganz ausgereift. Häufig passiert es mir, dass ich sie nicht im für mich idealen Reifestadium verzehren kann. Die dunkel gewordenen Früchte im Obstkorb werfen mir dann jeden Morgen einen klagenden Blick zu: „Ihr könnt Euch jetzt entspannen ihr Lieben rufe ich diesen jetzt zu – Ich werde Euch kurzerhand mit Zitronen, Butter, Zucker und Ei verheiraten, so mag ich Euch trotz Eures fortgeschrittenen Alters trotzdem noch sehr gerne!“

 P.S. Die Zuckermenge habe ich ein wenig reduziert und außerdem die Rezeptmenge gleich reduziert, weil ich nicht jeden Morgen Zeit zum Frühstücken habe.

Dieser süße, dicke Aufstrich schmeckt hervorragend auf Brot, zu Eis oder Pfannkuchen.

Zutaten (ergibt 2 Gläser):

4 große reife Bananen

125 g Butter

250 g Zucker

Abrieb und Saft von 2 Bio-Zitronen

1 Prise gemahlener Ingwer oder

1 TL frisch gehackter Ingwer

4 Bio-Eier

Außerdem:

2 sterilisierte Einmachgläser (à 500 ml)

Zubereitung:

Die Bananen schälen und in einer Schüssel mit einer Gabel zerdrücken. In einem Topf die Butter zerlassen, dann Bananen, Zucker, Zitronenabrieb und -saft sowie Ingwer zugeben. Bei sehr niedriger Hitze 10 Minuten vorsichtig aufwärmen. Die Eier in einer Schüssel verquirlen, dann nach und nach 3 EL der Bananenmischung zum Temperieren einrühren. Anschließend die Eimischung in den Topf gießen und vermengen. Unter ständigem Rühren vorsichtig 10 Minuten erhitzen, bis die Mischung an der Rückseite eines Holzlöffels haftet. Nicht kochen lassen. In heiße, sterilisierte Gläser gießen und gut verschließen. Im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 10 Tagen verzehren.

Matthew Evans: Eingemacht

Matthew Evans: Eingemacht

Edel Verlag

Preis: 16,95 €

Selbstgemacht macht Freude, viel besser schmeckt es sowieso!

 Worum geht es – oder Gartenbesitzer und „Freeganer“ vor?

 Nein, ich werde jetzt kein Plädoyer für Nachhaltigkeit halten, das hatten wir schon und wer diese Rezension liest, weiß schon warum er das tut. Wahrscheinlich ist er reich beschenkt worden und weiß jetzt nicht wohin mit dem Zaster. Bitte diesmal nicht unter der Matratze horten, sondern einfach mal im Glas verstauen, so kann man Luxusprobleme ziemlich schnell lösen. Glaubt Ihr nicht? Doch funktioniert, allerdings nicht mit Papier, sondern mit pflanzlicher Ware. Holt also jetzt die Leitern aus der Garage und die großen Töpfe aus dem Schrank, denn der Nachbarn freut sich, wenn der Kirschbaum nicht nur von den Vögeln abgeerntet wird, sondern dessen Erzeugnisse wirklich im Keller von netten Menschen landet in Form von Marmelade & Co. Und ich habe wieder was neues gelernt, im Englischen bezeichnet man die Leute, die wir gerne des „Containerns“ bezichtigen und hierzulande damit einen Status als Food-Saver verteidigen, als „Freeganer“ und das hat ausnahmsweise mal nichts mit einer komplett pflanzlichen Ernährung zu tun, wie ich eingangs befürchtet hatte.

Wer ist der Autor?

 Matthew Evans, ehemaliger Koch und in Australien Food-Aktivist, ist einer der bekanntesten „tree-changer“ Australiens, das sind Menschen, die ihr städtisches Leben zugunsten eines Lebens auf dem Lande aufgeben und die Nachhaltigkeit nicht nur für wichtig halten, sondern diese wirklich leben. Evans lebt inzwischen auf einer kleinen Farm („The fat Pig Farm“) im Huon Valley in Tasmanien und wenn er gerade nicht im australischen Fernsehen als Gourmet-Farmer unterwegs ist, kümmert er sich darum, dass seine Schweine Speck ansetzen, die Kühe gemolken werden, Obst und Gemüse im Garten geerntet und verarbeitet werden oder schreibt Kochbücher.

Was ist drin?

 Verstehen wie was funktioniert, dann klappt es auch mit den Erdbeeren!

Los geht es mit ein wenig Theorie, dem sogenannten 1 x 1 des Einmachens, ich vermisse hier nichts und finde Matthew Evans macht hier vieles richtig, er führt kundig und profund durch die Thematik gibt Tipps zum Sterilisieren der Gläser und Flaschen, bis hin zur Auswahl von geeigneten Töpfen und dem Grund warum manche Konfitüren schneller als andere gelieren. Ich werde bestärkt darin, dass meine neue Haushaltshilfe, die Geschirrspülmaschine am besten geeignet ist, wenn man einfach und unkompliziert seine Einmachgläser sterilisieren möchte und das etwa ein Viertel unreifer Früchte im Marmeladentopf die Gelierung vorantreibt durch die darin enthaltene Säure (Stichwort Pektin) und es sinnvoll ist, wenn die Früchte zusammen mit Zucker schon einige Stunden Saft ziehen konnten, ansonsten lauft ihr Gefahr, dass während der Zucker sich auflöst, kochen Eure Früchte schon. Sollten diese sehr empfindlich sein, sind sie schnell verkocht und verlieren an Geschmack. Töpfe sollten lt. Evans einen gut leitbaren Boden und eine weiter Öffnung haben, Kupfer als Material ist nur bedingt geeignet, bzw. die Früchte müssen in jedem Fall vorher Saft ziehen.

Genau solche Tipps brauche ich, um später selbst kreativ zu werden. Die kreativsten Rezepte sind nur die halbe Miete, wenn man das Prinzip dahinter nicht versteht und genau darum geht es diesem Autor. Er rollt das Thema von der praktischen Seite auf, wie es auch unsere Omas schon gehalten haben. Finde ich gut, wir bekommen oft etwas geschenkt von Nachbarn und Verwandten, wenn wir am Wochenende in unserem Ferienhäuschen unweit der Mosel sind, meistens habe ich dann nur eine begrenzte Auswahl an Rezepten dabei und vor allem sind exotische Aromaten wie Tonkabohne & Co. nun wirklich nicht greifbar, es gibt nicht mal „Tante Emma“ im Ort. Also greife ich immer gerne wieder zu Rezepten, die relativ klassisch sind und mit ein paar Zutaten funktionieren und das Aroma der Früchte in den Vordergrund stellen.

Im Kapitel Konfitüre & Marmelade lerne ich das man eine Diva nicht lange warten lässt, ja nee es geht hier weder um Liz Taylor oder gar Sophia Loren, diese Diva unter den Früchten heißt Erdbeere und reagiert extrem eigenwillig bei der Konfitüren-Herstellung, beste Ergebnisse kann man lt. Aussage des Kochs hier nur erzielen, wenn sie keinesfalls länger als 8 Minuten kocht, ob das Produkt dann die gewünschte Konsistenz hat, zweifelt der Experte zu Recht an, die Profis haben einen Trick und geben ein wenig Petkin hinzu, lerne ich ganz nebenbei. Interessant ist ebenfalls die Option Erdbeer-Konfitüre in der Sonne zubereiten, die auf ein altes amerikanisches Rezept zurück geht und wo angeblich keine Gefahr besteht, wie im ersten Fall, dass die Früchte zerkocht werden, schön das für die weniger heißen Tage im Jahr noch die Option besteht, das Ganze im Backofen für 2 Stunden bei 120 Grad zuzubereiten. Was ich in jedem Fall unbedingt probieren muss, ist die griechische Quitten-Zitronen-Marmelade. Etwas irritiert lässt mich die Aussage des Kochs zurück, dass Brombeeren manchmal wenig Pektin enthalten, eigentlich geht die landläufige Meinung vom Gegenteil aus, es mag da Unterschiede geben, die mit Sonneneinwirkung und optimaler Reifegrad korrespondieren. Außerdem wird ebenso die herzhafte Seite in diesem Kapitel bespielt und es gibt so spannende Ideen wie eine Chili-Konfitüre oder eine Tomaten-Konfitüre im südostasiatischen Stil.

Die klassische Version wird bevorzugt!

Matthew Evans ist kein großer Freund von Gelierzucker, ich kann ihn inzwischen verstehen, seit ich seit 10 Jahren selber Pflaumenmus einkoche, ist mir dieses immer lieber als die Konfitüre-Variante mit Gelierzucker. Bei Konfitüren aus Früchten mit wenig Pektin wird in den Rezepten dieses Buch auf den klassischen Gelierzucker (1 X 1) zurückgegriffen oder extra Pektin zugesetzt, wie bei der wirklich spannend klingenden Rhabarber-Rosenkonfitüre. Was mir fehlt ist eine kleine Faustregel, wie das im Verhältnis aussehen kann, das bleibt das Buch leider schuldig, wie so viele andere auch. In der Regel geht man hier je nach Fruchtsorte und Pektin-Gehalt der Früchte von 1 – 2% der Fruchteinwaage plus 1 -2 Zitronen aus. Der Autor ist als Food-Saver unterwegs und nimmt es deshalb gerne mit großen Portionen auf, er denkt bei den Rezepten sehr häufig in Kilos, es muss ja gerettet werden was nur irgend geht, achtet aber bei der Gläserwahl auf vernünftige Portionsgrößen. Wer Zucker einsparen will, sollte entweder gleich beim Gelierzucker bleiben oder mit Apfel-Pektin und Calcium-Citrat arbeiten, darum geht es aber nicht in diesem schönen Buch, sondern die Oma-Methode wird neu belebt. Dazu gehört ebenso das Verständnis, dass man nicht mit vielen zusätzlichen Gerätschaften wie Einkochautomaten oder Dampf-Entsafter arbeitet, sondern mit dem auskommt, was normalerweise in jedem Haushalt vorhanden ist. Einzig eine „Flotte Lotte“ (Passiermühle) legt uns Matthew Evans ans Herz. Bei einigen Rezepten zieht sich die Zubereitung über 2 Tage hin, es lohnt sich also, sich ein wenig Zeit zu nehmen, für die Einmach-Projekte a la Evans.

Bei den Gelees kommen vergessene Früchte zum Zug!

Bei den Gelees finde ich ein Holzapfel-Gelee, und lerne der europäische Wildapfel ist in vielen Teilen Europas bis hin zum Ural anzutreffen. Obwohl das Verbreitungsgebiet relativ groß erscheint, kommt er nur sehr zerstreut und vorwiegend in Einzelexemplaren vor. Der Wildapfel bevorzugt als lichtliebendes Gehölz Standorte in lichten Wäldern, Steinrücken, Hecken und Gebüschen. Mal sehen, ob sich diese interessante Frucht auch in unseren Hunsrück verirrt hat. Außerdem wird Mispel-Gelee gekocht und das Schlehen-Apfel-Gelee wandert bei mir für weitere Exkursionen ebenfalls auf die Nachkochliste.

Zum Glück mehr als Konfitüre, Marmelade & Gelee!

 Dieses Buch ist recht umfangreich knapp 90 Rezepte wurden vom australischen Food-Aktivisten zusammengetragen dazu gehören ebenso eingekochtes Obst, Pickles & Chutneys, Saucen, Curds & Butter, Sirup, Konzentrat & Limonade und sogar Getrocknetes, Kandiertes & Pasten hat es in diese umfangreiche und klassische Zusammenstellung geschafft. Es wird die ganze Palette der angelsächsischen Einkoch-Traditionen bespielt und es bleibt zum Glück nicht nur bei den hinlänglich bekannten Vertretern für den Frühstückstisch. Mir persönlich haben es die Pickles angetan und ich habe mich bereits vor einigen Monaten an salzigen Limetten-Pickle auf indische Art versucht, die wir sehr lecker finden. Das Rezept für die Senffrüchte finde ich ebenfalls sehr interessiert, werde aber wohl den verwendeten Holzapfel ersetzten und das scharfe Senföl werde ich mir wohl online besorgen. Es gibt weiterhin jede Menge Senf-Rezepte und Ideen für die verschiedensten Curds, wie man es von einem Kochbuch mit britischem Einschlag erwarten kann. Speziell die Saucen Rezepte und die Ideen für Sirups sind ein echter Gewinn. Abgerundet wird dieser spannende Ausflug mit verschiedenen getrockneten Spezialitäten, die weit über das bekannte Quitten-Konfekt hinausgehen. In dieser Abteilung finde ich ein sehr interessantes Zwetschgen-Muss, wo zuerst die Früchte mit Kernen im Backofen schmoren, das sorgt für eine feine Mandelnote beim Mus, das muss ich definitiv probieren, wenn unser Baum im nächsten Jahr wieder Früchte trägt.

Fazit – oder für wen ist das was?

Ein schöne Zusammenstellung mit Rezepten rund ums Einmachen, für alle, die es klassisch mögen und für die Food-Saving wichtiger ist als nur aufgemotzte Trend-Rezepte. In diesem Buch werden neben den „Rettern“ ebenso die Garten-Besitzer angesprochen. Auf Gelierzucker wird zum Glück bis auf wenige Ausnahmen, wo das sinnvoll ist, verzichtet. Im Ergebnis bedeutet das aber hier werden Rezepte angeboten, für Leute, denen es zuerst um den Geschmack geht, Kalorienzähler und Zucker-Vermeider werden nicht glücklich werden. Ein bisschen Abenteuerlust kann ebenfalls nicht schaden, wenn man keinen Gelierzucker verwendet, muss man manchmal auch tricksen oder das Ergebnis als Sirup-Basis verwenden, wenn es nicht geklappt hat mir der Gelierung. Mich hat  der Aussteiger Evans mit seinem praxistauglichem Ansatz und seiner unkomplizierten Herangehensweise überzeugt, das war stimmig und es wurde zum Glück nicht mit vielen grundlegenden Tipps gespart, auch wenn beim Thema Pektin noch Luft nach oben gewesen wäre. Besonders gefällt mir, dass es in diesem Buch so viele Rezepte für Pickles & Chutneys, Saucen, Curds & Butter, Sirups & Co. gibt und sogar Getrocknetes, Kandiertes & Pasten nicht zu kurz kommen. In dieser Fülle gibt es das woanders leider nicht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis macht ebenfalls Freude, wenn man bedenkt, dass es für knapp 17,– € gleich 90 sehr unterschiedliche Ideen rund ums Einmachen bekommt, die sich nicht nur auf Konfitüre & Co. beziehen.

Vielen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar.