Das zarteste Pörkelt der Welt

©Daniela Haug

Quelle: Stevan Paul: Blaue Stunde

Rezepte, die den Abend feiern. Tapas, Antipasti, Mezze, Ceviche & Apéro

Fotos: Daniela Haug

Brandstätter Verlag

Preis: 36,– €

Ein butterzarter Soulfood-Traum, der die Familie begeisterte. Sogar die Schwiegermutter hat nach dem Rezept gefragt………

Das Nationalgericht der Magyaren, das Gulyás (ungar.= Hirte) bezeichnete einst gekochtes und dann getrocknetes Fleisch, das die Schafhirten auf ihren langenWanderungen mit sich führten. Daraus entwickelte sich das Gulasch, traditionell eher ein Eintopfgericht aus Lamm-, Schweine- und/oder Hühnerfleisch mit Zwiebeln, Paprika und Kartoffelwürfeln. Pörkölt hingegen bezeichnet das mit Zwiebeln und Paprika weich geschmorte Rindfleischgericht mit dicklicher Sauce, das im deutschsprachigen Raum oft irrtümlich als Gulaschbezeichnet wird. Besonders zart gelingt das Pörkölt, wenn man statt der klassischen Ober- und Unterschale das Fleisch aus der Wade des Rinds, die Rinderbeinscheiben, verwendet, jenes Fleisch also, das ansonsten für Osso buco geschmort wird. Es ist kernig und dennoch butterweich und mit ihm gelingt ein Pörkölt, über dessen Würze und Zartheit die Leute reden werden.

Zutaten (für 6 Portionen): 1,8 kg fleischige Rinderbeinscheiben1 kg Gemüsezwiebeln1–2 Knoblauchzehen2 EL edelsüßes Paprikapulver1 TL scharfes Paprikapulver1 EL Tomatenmark1 TL Zucker½ TL Kümmelsaat2 Lorbeerblätter300 ml Rotwein
(z.B. Blaufränkisch oder ein leichter Spätburgunder)Butterschmalz1 rote Paprika2 Tomaten250 ml RinderbrüheSalzeinige Perlzwiebeln und Gewürzgurken200 g saure Sahneetwas Milcheinige Zweige Dill

Zubereitung: Silberhaut rund um die Rinderbeinscheiben entfernen, Fleisch in mundgerechten Würfeln vom Knochenschneiden. Knochen bis zur Verwendung zur Seite stellen. Mark aus den Knochen drücken und in einem Bräter bei mittlerer Hitze schmelzen. Zwiebeln pellen, halbieren und in feine Streifen schneiden. Knoblauchpellen und würfeln. Zwiebeln im Mark-Fett hellbraunbraten, mit Paprikapulver bestäuben, Tomatenmark und Zucker unterrühren. Knoblauch, Kümmel und Lorbeer zugeben. Mit Rotwein ablöschen, aufkochen und 2 Minuten offen kochen. Beiseitestellen.

Fleisch in einer beschichteten Pfanne in etwas Butterschmalz portionsweise kräftig anbraten, in den Bräter geben. Paprika vierteln, entkernen und würfeln, Tomaten würfeln und beides unter den Pörkölt-Ansatz rühren. Mit Brühe auffüllen, Knochen zugeben und zugedeckt bei kleiner Hitze 2 Stunden leise simmernd schmoren, dabei ab und zu umrühren. Mit Salz würzen.

Sauergemüse klein schneiden, saure Sahne mit etwa sMilch cremig rühren und salzen, Dill zupfen. Knochen und Lorbeer entfernen und das Pörkölt mit Sauergemüse, saurer Sahne und Dill anrichten.

Egésusédre! Hier schmeckt der Rotwein, mit dem auch gekocht wurde, bestenfalls ein Kékfrankos (Blaufränkisch) aus der ungarischen Weinregion Balaton (Plattensee) oder ein leichter, junger Spätburgunder. In jedem Fall darf auch Rotwein leicht gekühlt sein, 16–18 Grad ist ein guter Richtwert.

Alkoholfrei: pikanter Tomatensaft oder ein mit Wasser leicht verdünnter und subtil gesalzener Trinkjoghurt (z.B. Ayran).

 

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Lamm-Rote-Bete-Süßkartoffel-Salat mit Fetacreme

©Tam West

 Quelle: Chelsa Winter: Eat

Fotos: Tam West

Ars Vivendi Verlag

Preis: 26,–

Soul-Food, wie wir das lieben. Auch die Gäste am Tisch waren hin und weg! Besser geht es nicht. Was mir auch bei diesem Rezept wieder auffällt jeder Zubereitungsschritt sitzt, es wird nichts ausgelassen oder vorausgesetzt. Welche Wohltat, dass das diese Autorin hier ihren Schwerpunkt setzt. Endlich mal wieder ein Kochbuch, wo wirklich alles passt!

Dieser Salat kommt im Winter wie im Sommer gut an, denn er ist ziemlich anspruchslos und kann warm oder kalt serviert werden. Ihr könnt auch Lammsteaks verwenden und euch das Garen im Ofen sparen, sondern das Fleisch einfach nur in der Pfanne braten. Oder nehmt Reste vom letzten Lammbraten. Anstelle von Süßkartoffeln könnt ihr auch Kürbis verwenden

Zutaten (für 5 – 6 Portionen):

2 mittlere Rote Beten

Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

3 Zweige Rosmarin, Nadeln abgezupft und gehackt

4 mittlere Süßkartoffeln, geschält und in 4 cm große Stücke geschnitten

3 rote Zwiebeln, in Spalten geschnitten

2 Knoblauchknollen im Ganzen

60 ml natives Olivenöl extra, plus mehr zum Beträufeln

400 g Lammrücken, Haut und Fett entfernt
neutrales Pflanzenöl (z. B. Raps-, Traubenkern- oder Kokosöl) zum Braten

250 g grüne Bohnen, in Stücke geschnitten

Zitronensaft

½ kleines Bund Minze,

Petersilie, Koriandergrün oder Schnittlauch, frisch gehackt

Fetacreme

100 g Feta, zerkrümelt

250 g Naturjoghurt oder griechischer Joghurt

2 EL frisch gehackte Minzeblättchen

1 EL Dijonsenf

2 TL Honig

1 TL frisch gepresster Zitronensaft

Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

Backofen auf 180 °C (Umluft) vorheizen. Das obere und untere Ende der Roten Beten abschneiden, die Knollen halbieren und auf ein großes Stück Alufolie legen. Mit Olivenöl beträufeln, salzen, pfeffern und ein wenig Rosmarin zwischen den Beten verteilen. Die Alufolie darüber verschließen. Süßkartoffeln, Zwiebeln, Knoblauchknollen, restlichen Rosmarin und Olivenöl auf ein Backblech geben. Salzen, pfeffern, alle Zutaten gut mischen. Rote-Bete-Päckchen ebenfalls auf das Blech legen und das Ganze im vorgeheizten Ofen 1 Stunde backen. Anschließend herausnehmen und beiseitestellen. Ofentemperatur auf 220 °C (Umluft) erhöhen.

Das Lammfleisch 30 Minuten vor dem Garen aus dem Kühlschrank nehmen und rundherum großzügig mit Salz und Pfeffer würzen. Pfanne auf hoher Stufe erhitzen. Sobald sie sehr heiß ist, 1 EL neutrales Öl zufügen und das Lammfleisch anbraten, bis es rundherum schön gebräunt ist. Das Fleisch auf ein Bratenblech legen und im heißen Ofen 10 Minuten garen (für die Garstufe medium-rare). Dann herausnehmen, locker mit Alufolie abdecken und mindestens 10 Minuten ruhen lassen. Für die Fetacreme alle Zutaten in einer Schüssel glatt rühren. Die Hälfte der gerösteten Knoblauchzehen aus ihrer Haut drücken und untermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Garen der Bohnen die Pfanne kurz ausspülen und mit 80 ml Wasser füllen, dann auf hoher Stufe zum Kochen bringen. Die Bohnen hineingeben und unter gelegentlichem Wenden köcheln lassen, bis sie eine leuchtend grüne Farbe haben und bissfest sind. Damit die Bohnen das intensive Grün behalten, sofort nach dem Abgießen in einer Schüssel mit eiskaltem Wasser abschrecken. Die Bohnen mit Süßkartoffeln, Zwiebeln und den restlichen, aus ihrer Haut gepressten Knoblauchzehen in eine Schüssel füllen.

Die Roten Beten aus der Alufolie nehmen, sobald sie ausreichend abgekühlt sind, die Schalen abreiben und den Rosmarin entfernen, dann in feine Scheiben schneiden und kurz vor dem Servieren unter die anderen Zutaten für den Salat heben.

Das Lammfleisch in Scheiben schneiden und auf dem Salat arrangieren. Etwas natives Olivenöl extra und Zitronensaft darüberträufeln, mit Salz und Pfeffer würzen und mit frischen Kräutern bestreuen. Ein paar Tupfen Fetacreme auf dem Salat verteilen und den Rest am Tisch dazureichen, damit sich jeder selbst bedienen kann.

Chelseas Tipp: Falls ihr noch altbackenes Weißbrot rumliegen habt, könnt ihr es in kleine Stückchen reißen und diese in 60 ml nativem Olivenöl extra goldbraun und knusprig braten. Diese Croutons als Garnitur verwenden.

 Arbeitszeit: 20 Min

Garzeit: 1 ½ Std, plus10 Min Ruhen

Großartiges Ofengemüse

 

©Tam West

Quelle: Chelsa Winter: Eat

Fotos: Tam West

Ars Vivendi Verlag

Preis: 26,–

Mein absolutes Lieblings-Rezept aus dem Buch, haben wir jetzt schon häufiger gemacht, weil es uns so gut geschmeckt hat. Der Chelsa-Pimp sind ganze geröstete Knoblauchknollen, die am Ende mit Olivenöl, Zitronensaft, Dill, Salz und Pfeffer zu einem absolut leckerem Dressing für das Gemüse verrührt werden.

Ein herrliches Rezept, das man zu jeder Jahreszeit zubereiten kann und das zu allen möglichen Hauptgerichten passt. Natürlich könnt ihr die einzelnen Gemüsesorten nach Belieben ersetzen und kombinieren – je nachdem, was ihr dahabt und was gerade in die Saison passt. Da das Gemüse unterschiedlich schnell gart, müssen die verschiedenen Sorten in unterschiedlich große Stücke geschnitten werden – ich finde, das ist einfacher, als sie zu verschiedenen Zeitpunkten in den Ofen zu geben.

 Zutaten (Für 6 Portionen):

2 Süßkartoffeln, geschält und in 3 cm große Stücke geschnitten

3 Karotten, geschält und in 1 cm große Stücke geschnitten

2 Rote Bete, geschält und in 2 cm große Stücke geschnitten

1–2 Auberginen, in 5–6 cm große Stücke geschnitten

2 Paprikaschoten, Stielansatz, Samen und Scheidewände

entfernt, in Viertel geschnitten (optional)

3 Zwiebeln, geviertelt

3 Knoblauchknollen im Ganzen

80 ml natives Olivenöl extra

Salz

3 Zucchini, in 1 cm große Stücke geschnitten

250 g grüner Spargel (optional)

Zum Servieren

1 EL frisch gepresster Zitronensaft

1 EL natives Olivenöl extra

 Zubereitung:

Den Backofen auf 200 °C (Umluft) vorheizen. Das Gemüse (bis auf Zucchini und Spargel) auf einem Backblech verteilen. Die einzelnen Schichten der Zwiebelspalten dafür trennen, damit sie gut durchgaren. Das Olivenöl darüberträufeln, mit dem Salz würzen und alles gut mischen.

Im vorgeheizten Ofen 30 Minuten backen, dabei zwischendurch ein- oder zweimal wenden. Zucchini und Spargel (falls verwendet) zufügen und 10 Minuten weiterbacken.

Aus dem Ofen nehmen und leicht abkühlen lassen. Die Knoblauchzehen aus der Schale in eine kleine Schüssel drücken und mit Zitronensaft und Olivenöl vermengen. Diese Mischung über das Ofengemüse träufeln und das Ganze auf dem Blech schwenken, damit alles schön davon überzogen ist. Auf einer Servierplatte arrangieren.

Das Ofengemüse kann heiß, warm oder kalt serviert werden. Im Kühlschrank ist es einen Tag haltbar.

Chelseas Tipp:

Je nachdem, zu welchem Hauptgericht ihr das Ofengemüse serviert, könnt ihr es noch etwas aufpeppen: zu einer mediterran inspirierten Mahlzeit mit frisch gehacktem Rosmarin oder Thymian, zu Essen mit indischem oder marokkanischem Flair mit Kreuzkümmel, Schwarzkümmel oder Sesamsamen. Es gibt keine Regeln – überlegt einfach kurz und orientiert euch an den Zutaten eures Hauptgerichts.

Arbeitszeit 10 Min

Garzeit 40 Min

Chelsa Winter: Eat

Chelsa Winter: Eat

Fotos: Tam West

Ars Vivendi Verlag

Preis: 26,– €

Wer ist die Autorin?

Chelsea Winter ist eine neuseeländische Starköchin und Kochbuchautorin. Seit die Mittdreißigerin die Kochshow MasterChef New Zealand gewonnen und anschließend ihr erstes Kochbuch veröffentlicht hat, ist sie aus Neuseelands Gastro-Szene nicht mehr wegzudenken. Bei ars vivendi erschien bereits ihr tolles Kochbuch “Homemade Happiness” (2017).

She’s a home-cook without limits!

Chelsea Winter war für mich die Überraschung im Kochbuch-Herbst 2017! Ich hatte regelrecht, dass Gefühl ich sitze einem weiblichen Jamie Oliver aus Neuseeland in meiner Küche gegenüber. Ihre Rezepte haben mich mit ihrem Twist und dem Fokus auf Wohlfühlmomente total begeistert und wie der Engländer hat diese Autorin eine eigene Handschrift, die man in jedem ihrer Rezepte wiedererkennt. Wer den Mut hat, in einer Zeit, in der auch Stars der Branche Zutaten und Komplexität reduzieren, weil sie denken, wir Nachkocher wollen das nur noch so, der sticht heraus aus dem Einheits-Brei auf dem Kochbuch-Markt heraus. Ms. Winter hat sich darum nie geschert, sondern sie versucht mit ihren Rezepten Lust auf gutes Essen mit Twist zu machen. Chelsa Winters Rezepte untermauern das nicht nur, sondern ihr Koch-Stil lautet Home-Cooking mit Twist: Es soll lecker schmecken, die Esser am Tisch überraschen, die gerne zahlreich erscheinen dürfen, auf 5 – 10 Zutaten wird dabei gepfiffen und Ernährungs-Trends, sind dieser Köchin gleich mal schnuppe! Meine Antwort dazu lautet, hier bin ich goldrichtig!

Was ist drin?

#stärken # wohlfühlen #kombinieren # selbstmachen # versüßen, das sind die Themen (und gleichzeitig die Kapitel), die Chelsa Winter im vorliegenden Buch am Herzen liegen:

Das Abendessen ist keine Kleinigkeit, sondern ein familiärer Event meint Winter, da kommen die Familie oder Freunde zusammen, stärken sich nach einem anstrengenden Tag und lassen es sich gut gehen. Kein Wunder das dieses Kapitel, nur so strotzt vor leckeren, üppigen Gerichten: Wir können uns aus dem reichhaltigem Angebot an familienfreundlichen, köstlichen und stressfreien Gerichten mit Hähnchen, Rind, Lamm, Schweinefleisch, Fisch, Meeresfrüchten oder Würstchen nach Herzenslust bedienen. Es gibt z. B. Chicken Tikka Masala. Chelsas Spezial-Tipp lautet dabei, dass Fleisch 10-15 Minuten unter den Backofengrill zu schieben. Noch ambitioniertere Zeitgenossen, die Wert auf ein rauchiges Aroma legen, empfiehlt die Neuseeländerin, die Zubereitung mit dem Barbecue-Grill. Familienkocher stürzen sich sicherlich gerne auf einen saftigen Mama-Mia-Fleischbällchen-Auflauf, der sich gut vorbereiten lässt. Nach dem Anbraten werden die Bällchen mit Tomaten, auf die optionalen Cherry-Tomaten werde ich definitiv nicht verzichten, mit Gewürzen (Fenchel, Oregano, Chiliflocken) und eine ordentliche Portion Mozzarella in eine Auflaufform geschichtet. Der Twist bei diesem Rezept sind viel Knoblauch (6 Zehen) + ein Spritzer Balsamico für die Sauce. Der wurstige Süßkartoffel-Auflauf ist ein deftiges Soul-Food Erlebnis mit easy peasy Eigenschaften und die gelungene Symbiose aus englischen Schweinebratwürstchen und neuseeländischen Süßkartoffeln. Unter diesem Label spricht mich auch ein Bratwurst-Curry total an.

Hähnchen ist das europäische Vegetarisch

 Neuseeländer sind bislang kaum vegetarisch unterwegs lerne ich von Chelsa. Risotto wird nicht solo serviert, sondern als Pilz-Thymian-Risotto mit Hähnchen und Penne dürfen nicht nur mit Pilzen in eine cremige Sauce, sondern selbstverständlich kommt auch hier Huhn hinzu (Penne mit Hähnchen und Pilzen in cremiger Sauce). Die frische Note und der Kontrast kommen durch reife Kirschtomaten im Sößchen.

Vegetarische Gerichte sind insgesamt eher in der Unterzahl, weil Neuseeländer im Moment ganz andere Vorlieben beim Essen haben. Chelsa Winter ist aber schon am nächsten Buch dran und laut einem Interview aus dem Netz soll sich dieses mit vegetarisch/veganer Küche beschäftigen.

Chorizo-Eier-Pie, Englische Scotch Eggs mit Kross-Garantie von Ms. Winter, Knusprige Schinken –Kroketten, Mamas-Rücherfisch-Pie mit extra cremiger Sauce, Singapur-Fantasy-Nudeln mit Schweinebauchscheiben, Spanische Reispfanne mit Garnelen und Chorizo, Ganzer Snapper nach Thai-Art.. Und natürlich – wie könnte es in Neuseeland anders sein: viel Lamm (die besten Lammkottelets, BBQ-Lammkeule, Lamm-Rote-Bete-Salat mit Feta-Creme), Außerdem: Lachs-Quiche, Kürbis-Blumenkohl-Auflauf mit Speck und ganz viel Käse, Fleischfreie Burger (mal was für die Veggies), Tomaten-Pasta aus dem Ofen….. und das ist erst das erste Kapitel, das ich mit Markern nur so pflastere!

Jetzt zu den Wohlfühl-Rezepten, auf die wir uns in der kalten Jahreszeit schon mittags freuen:

Oh, Rinderbäcken in Rotwein, Ja, Reichhaltiges Rindergulasch – noch besser: Thai-Hähnchen-Curry im Slow-Cooker……

 Und was dazu (oder kombinieren macht auch Spaß)!

z. B.mit cremigem Kartoffelbrei, Süßkartoffel-Stampf mit karamellisierten Zwiebeln,

großartigem Ofengemüse, mediterranem Salat …….

 Jepp, selbstgemacht so viel besser

 Die Neuseeländerin liebt keine halben Sachen, deshalb werden bei ihr Brot, Pesto, Romesco-Sauce (würzige Paprika-Sauce), Ketchup, halb getrocknete Tomaten (viel besser als das „Gummizeug“ Supermarkt) und klar auch Semmelbrösel (Wer sich die Supermarkt-Variante freiwillig antut, ist selber schuld!) selbstverständlich selbstgemacht! Denn das kann man uns durchaus zumuten, wenn erklärt wird, was man damit alles super pimpen kann. Hier bin ich total auf der Seite der Autorin, mit der richtigen Strategie und vor allem klasse Rezepten kann man alle dafür begeistern, sich für etwas richtig Gutes auch bei den Grundprodukten ein wenig Mühe zu geben.

Im letzten Kapitel „Versüßen“ folgt die MasterChef New Zealand Gewinnerin mit englischen Backtraditionen und da wird es z. B. mit Aprikosen-Joghurt-Kuchen oder Hot-Cross-Vanille-Auflauf richtig üppig, Kaloriensparer werden entsetzt sein und die anderen wie ich vermutlich entzückt. Mein Favorit ist jedoch die Hochstapler-Eiscreme, die wieder mal zeigt, warum diese Frau die MasterChef New Zealand Challenge gewonnen hat, sie kriegt mit Kondensmilch und Sahne eine super cremige Eiscreme für zu Hause hin. Und das Ganze funktioniert sogar auch noch ohne Eismaschine.

Fazit: Queen of Soulfood – der immer spannendes einfällt, das so lecker ist!

Chelsa Winter’s erstes Buch, das auf Deutsch erschien, heißt Homemade Happiness Das ist ihr Stil und ihre Handschrift mit Wiedererkennungs-Geschmack auf dem Teller. Ihr sind 5 – 10 Zutaten schnuppe und sie hat keine Angst vor Fett, Kalorien und Knoblauch. Sie geht mit allem üppig um. Kochen ist für diese sehr sympathische Fernsehköchin aus Neuseeland immer dann erfolgreich, wenn es super lecker schmeckt und alles in netter Runde genossen werden kann. Dafür ist sie bereit, auch Zeit und Mühe zu investieren. Stets hat sie dabei immer einen Kniff in petto, um aus dem jeweiligen Rezept, ein Knaller-Rezept zu machen. Beim Süßkartoffel-Stampf sind es die karamellisierten Zwiebeln und beim Ofengemüse ganze geröstete Knoblauchknollen, die am Ende mit Olivenöl, Zitronensaft, Dill, Salz und Pfeffer zu einem großartigen Dressing für das Gemüse verrührt werden. Irgendwas fällt dieser Frau immer ein, dass man sich in ihr Rezept und nicht in das eines anderen verliebt! Mir hat es wieder gefallen mit Chelsa Winter in der Küche zu verschwinden.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

One-Pot-Bulgur mit Merguez

© Gräfe und Unzer Verlag/ Fotografin: Mona Binner

Quelle: Susanne Bodensteiner, Sabine Schlimm: One Pot Soulfood

Fotos: Mona Binner

Gräfe und Unzer Verlag

Preis: 19,99 €

Eigentlich ja kein One-Pot, sondern eher eine One-Tray-Variante, denn glücklicherweise denken die Autorinnen nicht in kulinarischen Einbahnstraßen. Herausgekommen ist dabei ein eay-peasy Rezept, das hocharomatisch ist und nach 40 Minuten zum Essen an den Tisch ruft.

Das Wetter: grau wie gestern. Die To-do-Liste: so lang wie gestern. Und im Radio spielen sie auch wieder die gleichen Songs. Okay, höchste Zeit für Würze im Alltag! Zum Beispiel mit scharfer Wurst und dem Duft eines orientalischen Marktes.

Zutaten (für 2 Personen):

1 Knoblauchzehe

½ kleiner Hokkaido-Kürbis

(ca. 450 g Fruchtfleisch)

200 g Merguez-Würste (ersatzweise türkische Sucuk)

2 EL Olivenöl

½ TL Kreuzkümmel

½ TL Zimtpulver

Salz

1 Handvoll Baby-Spinat (ca. 70 g)

150 g grober Bulgur

 Zubereitung:

Den Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden. Die Kürbishälfte waschen, die Kerne und das faserige Fruchtfleisch entfernen. Unschöne Stellen an der Schale abschneiden und das Kürbisfruchtfleisch mitsamt Schale ca. 3 cm groß würfeln. Die Würste in Scheiben schneiden.

Das Olivenöl in einem Topf erhitzen. Die Wurstscheiben darin bei mittlerer Hitze ca. 4 Min. anbraten. Knoblauch und Gewürze zugeben und ca. 1 Min. unter Rühren mitbraten, dann die Kürbiswürfel unterheben und 400 ml Wasser angießen. Die Mischung salzen, aufkochen und bei kleinster Hitze zugedeckt ca. 10 Min. köcheln lassen.

In der Zwischenzeit den Spinat verlesen, waschen und abtropfen lassen. Den Bulgur in die Kürbismischung einrühren und bei kleinster Hitze zugedeckt in ca. 4 Min. ausquellen lassen. Zum Schluss den Spinat unterheben, den Bulgur mit Salz abschmecken und servieren.

  Zubereitungszeit: 40 Min.

Pro Person: ca. 780 kcal,

31 g E, 33 g F, 93 g KH

Graupen-Risotto mit Trüffelöl

© Gräfe und Unzer Verlag/ Fotografin: Mona Binner

Quelle: Susanne Bodensteiner, Sabine Schlimm: One Pot Soulfood

Fotos: Mona Binner

Gräfe und Unzer Verlag

Preis: 19,99 €

Was serviert man, wenn der Mann mittags im Büro anruft und einen Kollegen zum Abendessen ankündigt und wirklich kaum was im Haus ist, was zur kulinarischen Wunderwaffe taugt? Mir fiel zum Glück noch das Weihnachtsgeschenk (3 Fläschchen Trüffelöl) vom Schwager ein. Und hatte ich da neulich nicht auch ein tolles Rezept in einem Kochbuch gesehen, dass genau nach diesem Öl verlangt. Die Feierabend-Köchin fand alles andere im Supermarkt auf dem Heimweg vom Büro. Schön, wenn man ein so unkompliziertes Rezept mit Wow-Potenzial in petto hat, der Kollege, war einfach nur glücklich satt und wollte sogar das Rezept für seine Frau. Geklaut ist das neue ich kann, man muss nur wissen, wo man sich bedienen kann! Das Rezept habe ich natürlich verdoppelt, soll ja keiner hungrig nach Hause gehen. Ach bevor ich es vergesse, Gemüsebrühe funktioniert hier nur in sehr guter Qualität entweder aus dem Vorrat, wie bei mir, oder nur in einen Fonds investieren.

Man muss die Feste feiern, wie man sie braucht! Ein mieseliger Montag ist ein mindestens so guter Grund, sich ein bisschen Luxus zu gönnen, wie Geburtstag oder Weihnachten. Vor allem, wenn der so einfach zu haben ist wie ein paar Tröpfchen Trüffelöl.

Zutaten (für 2 Personen):

1 kleine Zwiebel

300 g Sellerie

100 g Austernpilze

1 EL Öl

Salz

1 EL Butter

150 g Graupen

700 ml Gemüsebrühe

100 g Sahne

4 Stängel Petersilie

Pfeffer

Trüffelöl zum Beträufeln

 Zubereitung:

Die Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Den Sellerie putzen, schälen und auf der Rohkostreibe grob raspeln. Die Austernpilze putzen, bei Bedarf mit einem Tuch abreiben und in mundgerechte Stücke reißen.

Das Öl in einem Topf erhitzen, die Pilze hineingeben, salzen und unter Rühren bei großer Hitze in ca. 4 Min. goldbraun braten. Herausnehmen und die Hitze herunterschalten. Die Butter im Topf zerlassen. Die Zwiebelwürfel darin bei mittlerer Hitze ca. 4 Min. anschwitzen. Sellerieraspel und Graupen zufügen, Gemüsebrühe und Sahne angießen und alles zum Kochen bringen.

Die Mischung bei kleiner Hitze off en ca. 25 Min. köcheln lassen, bis die Graupen die Flüssigkeit fast vollständig aufgenommen haben. Dabei häufig umrühren.

In der Zwischenzeit die Petersilie waschen, trocken schütteln, die Blätter abzupfen und fein hacken. Den Graupenrisotto mit Salz und Pfeff er abschmecken. Austernpilze und Petersilie unterheben und kurz heiß werden lassen. Den Risotto auf Teller verteilen und mit Trüffelöl beträufeln.

Zubereitungszeit: 45 Min.

Pro Person: ca. 555 kcal, 12 g E, 29 g F, 59 g KH

Tipp: Trüffelöl ist der Innbegriff von Luxus. Leider wird die Geschmacksfülle von Trüffelöl oft durch künstliche Aromastoffe erreicht. Im Bioladen oder im italienischen Spezialitätengeschäft bekommt man aber häufig Öl, das mit echten Trüffeln aromatisiert wurde. Und natürlich spricht nichts dagegen, den Risotto mit hauchdünn gehobeltem echtem Trüffel zu krönen!

 

Warmer Fladenbrotsalat

© Gräfe und Unzer Verlag/ Fotografin: Mona Binner

Quelle: Susanne Bodensteiner, Sabine Schlimm: One Pot Soulfood

Fotos: Mona Binner

Gräfe und Unzer Verlag

Preis: 19,99 €

Sehr lecker, steht außerdem schnell auf dem Tisch und ist nach einem anstrengenden Büro-Tag auch viel leckerer als einfach nur ein paar grüne Blätter auf dem Teller……

Der Tag war kompliziert und lang? Dann freuen Sie sich auf einen Seelentröster, der keine Arbeit macht. Den Brotsalat kriegen Sie immer hin: einfach alle Zutaten in die Form werfen, kurz im Ofen garen – und dann in aller Ruhe genießen!

Zutaten (für 2 Personen):

7 EL Olivenöl

Salz | Pfeffer

Chilipulver

1 Knoblauchzehe

1 Mini-Fladenbrot

3 Stängel Petersilie

½ EL Ahornsirup

1 Zucchino

1 große gelbe Paprika

2 große Stangen Staudensellerie

150 g Kirschtomaten (gern auch bunte)

1 kräftige Prise gemahlener

Kreuzkümmel

1 kleines Bund Rucola

1 EL Aceto balsamico

Zubereitung:

Den Backofen auf 220° vorheizen. Das Olivenöl in eine große, ofenfeste Form gießen und mit etwas Salz, Pfeffer sowie 1 Msp. Chilipulver würzen. Den Knoblauch schälen, dazupressen und unterrühren.

Das Fladenbrot in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Die Würfel in die Form geben und einmal ganz kurz im Öl wenden, sie sollen dabei keinesfalls das ganze Öl aufsaugen. Brot herausnehmen und beiseitelegen. Die Petersilie waschen, trocken tupfen und hacken. Ahornsirup und Petersilie unter das Öl in der Form rühren.

Den Zucchino putzen, waschen, würfeln und in die Form geben. Die Paprika halbieren, weiße Trennwände und Kerne entfernen. Die Hälft en waschen, in kleine Stücke schneiden und in die Form geben. Den Sellerie putzen, waschen und nach Belieben entfädeln oder mit einem Sparschäler schälen. Die Stangen quer in feine Scheibchen schneiden und ebenfalls in die Form geben. Die Kirschtomaten waschen, halbieren und dazugeben.

Das Gemüse in der Form mit dem Öl mischen und mit Salz, Kreuzkümmel und Chilipulver nach Geschmack bestreuen. Die Brotwürfel dazwischen verteilen. Alles im heißen Ofen 8–10 Min. garen, bis das Fladenbrot knusprig und das Gemüse leicht angebraten ist. Während der Garzeit dicke Stiele vom Rucola abschneiden. Die Blätter waschen, trocken schütteln oder schleudern und kleiner zupfen.

Den Fladenbrotsalat aus dem Ofen nehmen und nach Belieben lauwarm abkühlen lassen. Den Rucola untermischen, den Salat mit dem Essig beträufeln und sofort servieren.

Zubereitungszeit: 25 Min.

Pro Person: ca. 630 kcal, 13 g E, 37 g F, 62 g KH