So kocht Korea

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Jordan Bourke, Rejina Pyo: So kocht Korea

Dorling Kindersley Verlag

Preis: 24,95 €

K-Food erobert die heimischen Küchen,
eine Begegnung mit Bibimbap, Bulgogi, Kimchi & Co

 Worum geht’s?

– wer bei Korea zukünftig nur an Autos und Fernseher denkt, verpasst was!

 Korea stand bei vielen von uns bis vor einigen Jahren, nicht unbedingt für leckeres und gesundes Essen, sondern die meisten haben damit Kleinwagen oder LCD-Fernseher verbunden. Inzwischen hat sich viel geändert, wir konnten in den letzten Jahren weltweit einen Trend zu Neueröffnungen bei koreanischen Restaurants beobachten. In New York und London hat man längst seinen Lieblingskoreaner, aber auch bei uns ist koreanisches Essen im Moment der letzte Schrei, denn eine authentische, gesunde und puristische Küche mit klassischen Zubereitungsmethoden ist für uns immer wichtiger geworden!

Wir sind offener geworden und die koreanische Küche begeistert mit Tradition und Qualität!

Koreanisches Essen ist gesund, da zum Fleisch viel Gemüse gegessen wird. All das entspricht inzwischen unserem Zeitgeschmack, hinzu kommt der Siegeszug des „Kimchi“, der so etwas wie die „heilige Kuh“ der koreanischen Küche darstellt, ohne die meist scharfwürzige fermentierte Gemüsebeilage, geht fast nichts an der koreanischen Tafel. Die Wiederentdeckung von fermentierten Speisen ist regelrecht mit dem weltweiten „Kimchi-Boom“ explodiert und so ist es nicht verwunderlich, dass wir inzwischen kulinarisch sehnsüchtig nach Korea schielen, wo das Essen und die Produkte einen Stellenwert genießen, den wir ebenfalls zu Hause gerne wieder als selbstverständlich in Restaurants und am heimischen Herd voraussetzen würden! Koreanisches Essen ist aktuell sehr angesagt, und europäische Spitzenköche geben sich in Süd- Koreas Hauptstadt längst die Klinke in die Hand und kommen aus dem Schwärmen über die herausragende Qualität der Produkte dort gar nicht mehr heraus.

Selber kochen – oder lieber zum Lieblings-Koreaner?

 Eindeutiger kann ein Ergebnis nicht ausfallen, sorry Lieblings-Koreaner vorerst sehen wir uns nicht mehr!

 Als ich vor mehr als 25 Jahren nach Frankfurt kam war, war ich als Landei begeistert über das große Angebot an Möglichkeiten zu kulinarischen Abenteuern. Aus Neugierde und weil in unserem Stadtteil einige koreanische Restaurants seit Jahrzehnten zum Mikrokosmos gehören, war ich einige Male koreanisch essen. Es hat mir immer geschmeckt, aber ich war nie restlos begeistert, oder habe mich gleich auf die Suche nach Rezepten und Zutaten gemacht. Heute weiß ich warum, denn die Gerichte, die für die Rezension probiert habe, waren ausdrucksstark und sehr vielschichtig, von wegen nur viel Knoblauch und sehr scharf! Ja das gehört dazu, ist aber nur eine Note, da gibt es so viel mehr zu entdecken: Neben Kimchi als Beilage zählen ein Kimchi-Eintopf (Kimchijjigae) und Doenjangjjigae – eine Suppe mit Sojabohnenpaste, Tofu, Kartoffeln sowie Pilzen in Rindfleisch oder eine klare Muschelsuppe (Jogaetang) – zu den Lieblingsspeisen der Koreaner. Unter Ausländern ist besonders Bibimbap, eine Mischung von gewürztem Gemüse und Reis, sowie Bulgogi (mariniertes Fleisch) beliebt. Eine besondere Spezialität ist  eine Suppe mit getrocknetem Seetang in klarer Rindfleischbrühe, Frauen, die gerade ein Kind entbunden haben, erhalten Miyeokguk in Korea zur Stärkung. All diese Speisen leben von erstklassigen Zutaten verbunden mit einer tradierten Kochtechnik und genau deshalb schmeckt koreanisches Essen zu Hause viel, viel besser als in einem mittelmäßigen Restaurant. Viele Zutaten können zudem gut gelagert werden, so dass es eigentlich mit der richtigen Anleitung nicht schwierig ist, zu Hause koreanisch zu kochen, dann ist es kein Problem in erstklassige Zutaten zu investieren.

Was ist drin?  – oder große Auswahl und echte koreanische Küche!

 Ganze 100 Rezepte, die so traditionell wie die koreanische Küche sind und zum Glück authentisch bleiben. Kimchi ist sowohl Hauptperson, als auch sehr oft Begleiter oder Zutat. Beim einfachen gebratenem Reis mit Kimchi (Kimchi Bokkeumbap) verändert sich dieser und der Geschmack wird milder und ist nicht mehr so kantig und beim deftigen Kimchi-Eintopf sind die Aromen ebenfalls viel aus-balancierter, das ist eine neue Erfahrung, tun sich damit doch weitere Einsatzmöglichkeiten für den Klassiker auf, die ich nicht missen möchte. In den Kapiteln Reis, Suppen & Eintöpfe, Gemüse, Eingelegtes & Beilagen, Pfannkuchen, Frittiertes & Tofu, Nudeln, Fisch & Meeresfrüchte, Fleisch & Geflügel und Desserts gibt es aber sehr viel mehr zu entdecken: Wie wäre es z. B. mit Reisrollen (Gimbap), die als koreanische Sushi gelten aber kaum Fisch enthalten, in ziemlich dünne Scheiben geschnitten sind sie deutlich intensiver als klassisches Sushi, das Sesamöl leistet dabei ganze Arbeit. Oder einer koreanische Hühnersuppe die mit Ginseng und koreanischen Datteln (Samgyetang), die „Lokals“ im Sommer so richtig zum Schwitzen bringt. Koreaner interessieren sich sehr für die gesundheitsfördernde Wirkung von Speisen und durch das Schwitzen bei hohen Temperaturen, wird mit dieser Speise an besonders heißen Sommertagen  für ein entsprechendes Gegengewicht im Nährstoff-Haushalt gesorgt. Die im Ganzen eingelegten Gurken (Oiji) machen ebenfalls Spaß, sie bieten sich als pikant, süße Begleiter für vieles an. Jakobsmuscheln mit gesalzenem Sesamöl (Paeju Gui) präsentieren sich als fulminante Vorspeise, wenn man auf gute Qualität beim Öl achtet. Rindfleisch-Tartar mit Sesam, Sojasauce & Chili (Yukhoe) machen so viel mehr aus einem schnöden Tartar, denn die Kombination aus Chili und Nashi-Birne harmoniert perfekt und zum Schluss kann uns die Eiscreme mit schwarzem Sesam (Heugimja Ice Cream) so richtig überraschen.

Viele Informationen, die sowohl nützlich sind und den Blick auf das Wesentliche lenken!

Zu Beginn des Buches gibt es eine sehr informative und nützliche Erklärung der typischen Zutaten, auf die ich als Novizin in der koreanischen Küche nicht verzichten möchte, Fotos erleichtern vieles. Wirklich klasse ist, dass bei jedem Rezept die Begleitung durch fachkundige Autoren für viel Know-How sorgt, es zahlt sich aus, dass bei diesem wirklich sehr schönen und nützlichen Buch zu koreanischen Küche ein gelernter Koch und eine Koreanerin perfekt zusammengearbeitet haben.

Freunde zum koreanischen Essen einladen, kein Problem!

 Was wäre ein Länderkochbuch mit dem man nur selbst Spaß hat, deshalb geben die Autoren zusätzlich Menüvorschläge, wie man einen perfekten koreanischen Abend gestaltet.

 Wer sind die Autoren?

 Jordan Bourke ist Koch, Food-Stylist und Autor und arbeitete u.a. im Restaurant Petersham Nurserie in London, das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Die Liebe zur koreanischen Küche entdeckte er durch seine Frau Rejina Pyo, mit der er in London lebt. 2013 gewann er das K-Food Festival, welches ihm den Titel des besten Kochs für koreanisches Essen in Großbritannien einbrachte.

Was ist besonders?

 Dieses Buch war längst überfällig auf dem deutschen Kochbuch-Markt, denn es eröffnet uns einen ebenso klassischen wie gangbaren Weg sich dieser spannenden Küche zu nähern, es wird so viel Klassik wie möglich geboten, denn wir wollen uns ja mit einer Küche vertraut machen, lässt uns auch bei den Rezepten nicht allein und ermuntert uns, da wo wir es für nötig halten, erstmal mit der halben Menge an Schärfe zu starten. Ich will es klassisch, wenn ich mich auf neue kulinarische Abenteuer einlasse, schätze es aber ebenso, wenn Autoren im Blick haben, dass nicht jeder gleich die volle Dosis braucht.

Fazit: Wer koreanische Küche kennenlernen möchte, kann mit diesem tollen Kochbuch nichts falsch machen, klassische Rezepte, die mehr als nur Kimchi bieten. Es geht authentisch zu und die Autoren beweisen Fingerspitzengefühl und empfehlen Neulingen sich zu Beginn eher langsam an Aromen und Schärfe heran zu tasten. Der Koch und die Koreanerin haben ein sehr informatives und geling sicheres Buch zur authentischen koreanischen Küche abgeliefert, das nichts vermissen lässt.

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

Fermentieren leicht gemacht

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Luna Kyung: Fermentieren leicht gemacht

Das umfassende Buch mit 150 Rezepten aus aller Welt

Fotos: Camille Oger

Stocker Verlag

Preis: 29,90 €

Fermentierung oder die schöne Schwester der Fäulnis!

Worum geht’s?

Es mag zwar nicht jedem gefallen, aber Fermentierung ist wirklich nur ein kontrollierter Prozess der Zersetzung. Vor 9000 Jahren von den Chinesen angewandt, blickt diese Kulturtechnik auf eine jahrtausendalte Tradition zurück. Manche Historiker vermuten sogar, dass das Interesse an der Fermentation der Gewinnung von Alkohol galt, als Schmerzmittel, Desinfektionsmittel und Droge einsetzbar, war dieser für die Menschen eine äußerst attraktive Substanz und so wurde das Wissens um dessen Herstellung von Generation zu Generation weitergeben. Die Idee Speisen zu fermentieren ist etwas jünger, doch blickt auch diese auf eine lange Geschichte zurück: Vor etwa 5000 Jahren wurde in Babylon schon Milch vergoren, die Ägypter kannten bereits vor 3500 Jahren Brot und die Gemüsefermentierung hat wahrscheinlich ihren Ursprung in China und ist ebenfalls tausende von Jahren alt. Unterschiedliche lokale Bedingungen, lokale Produkte und historische Gegebenheiten führten dabei weltweit zu einem großen Produktspektrum. Wem man allerdings genauer hinsieht, werden erstaunliche Parallelen bei den unterschiedlichen Rezepten in völlig gegensätzlichen Regionen unseres Globus erkennbar. Seit einigen Jahren, erlebt diese überlieferte Technik endlich wieder ein Revival, auch der weltweite Siegeszug des koreanischen Kimchi hat entscheidend dazu beigetragen. Immer mehr Menschen sind es leid, industriell fermentierte Produkte zu kaufen, die häufig zu viel Zucker und Salz beinhalten und deren Herstellung nur der Optimierung unterworfen wurde, um möglichst kostengünstig und in großen Mengen Produkte an den Verbraucher zu bringen. Viele von uns besinnen sich gerne auf Kindheitserinnerungen, wo von Omas und Müttern noch alles was im Sommer in Garten geerntet wurde, für den Winter konserviert wurde.

Fermentieren macht Spaß und lässt den stressigen Büroalltag vergessen!

Wir besitzen seit einigen Jahren, einen kleinen Obstgarten, der mich im Sommer an Wochenenden voll und ganz fordert, weil die Obstbäume mir so ans Herz gewachsen sind, das jede Frucht, die auf dem Kompost landet, mir in der Seele weh tut. Vor zwei Jahren haben wir das erste Mal mit der Hilfe eines befreundeten Winzers einen Pflaumenschnaps hergestellt und auch wenn es unglaublich viel Arbeit war, möchte ich diese Erfahrung nicht missen, weil es eine herrliche Entschleunigungs-Beschäftigung zum Büroalltag war. Inzwischen bringen Nachbarn und Verwandte den Überschuss ihrer Gartenernte vorbei, wir machen Gurken oder Pickles ein und auch Kimchi und Sauerkraut haben wir schon probiert. Besonders die eingelegten Salzgurken, haben mir deutlich vor Augen geführt, wie geschmacksneutral die industriell gefertigten Produkte daher kommen. Wer einmal ein Glas selbstgemachte Gurken gekostet hat, ist für immer gegen die schlecht und billig produzierte Supermarktware immun. Meine chinesische Schwägerin war neulich ganz erstaunt welche Unterschiede hier bestehen und hat gleich für die Sommerernte eine Bestellung bei uns aufgegeben. Ein schöneres Kompliment und mehr Ansporn kann es eigentlich nicht geben, wenn man sich regionaler Vielfalt und individuellem Geschmack verpflichtet fühlt und Geschmack nicht von der Industrie auf diktieren lassen möchte.

Wie sieht es aus?

Eine schöne großformatige Bibel liegt vor mir, die sowohl mit fröhlichen Farben als auch wertiger Ausstattung erfreut. Angenehm das hier auf jegliches Zuviel und Chichi bei den Rezeptfotos verzichtet wurde, das hätte dem Thema nicht wirklich gut getan. Das Layout unterstützt Lesbarkeit und wirkt sehr strukturiert und schmeichelt ein wenig mit Farbe und asiatischem Purismus. Insgesamt eine sehr gelungene Präsentation, meistens gibt es zu den Rezepten ansprechende Fotos.

Bei den Rezepten ist Vielfalt angesagt!

150 Rezepte aus aller Welt führen in die Vielfalt von vergorenen Produkten ein, unterteilt in die Rubriken:

Gemüse
Getreide & Hülsenfrüchte
Früchte & Blätter
Milchprodukte, Eier, Pilze & Algen
Saucen & Würzmittel
Getränke

geht die Reise von Sauerkraut und sauren Rüben über eingelegte Pilze auf polnische Art und russische Essiggurken bis hin zu türkischen Pickles, philippinischen Eiern und koreanischem Kimchi. Die Palette gesundheitsfördernder Rezepte beinhaltet auch Sauerteigbrot, Feigenchutney, selbst gemachtes Tomatenketchup und Sojasauce, Joghurt und Frischkäse, aber auch Getränke wie Kombucha, Kwass und Kokos-Limetten-Kefir.

Die Quellenangaben sprechen ebenfalls diese akribische Sprache, hier wurde eine Fülle von Material und weiterführender Literatur zusammengetragen, deren weitere Nutzung allerdings ein bisschen Englischkenntnisse voraussetzt, denn Fermentieren ist bei uns in den letzten Jahren eher stiefmütterlich behandelt worden.

Was gibt es denn?

Rote Tomaten nach russischer Art

Salvadorianisches Sauerkraut

In Miso eingelegter Spargel

Türkischer Gemüsemix

Wilde Blätter in Sojasauce

Reishäppchen mit Wildblättern

Kleine Zwiebeln in Granatapfelsaft

Gemüse Acar aus Le Réunion oder Malaysia

Indische Dosas

Bretonische Pfannkuchen

Koreanisches Reisgebäck

Kirschblätter in Salzlake

Salzerdbeeren

Fermentierte Butter nach marokkanischer Art

Getrocknetes Eigelb nach chinesischer Art

Chilipaste mit Joghurt (Gochujang)

Schottischer Karamell

Gewürzessig nach philippinischer Art

und vieles mehr…..

Wer sind die Autoren?

Luna Kyung, in Frankreich lebende Koreanerin, ist Expertin auf dem Gebiet der Fermentierung von Soja und von Gemüse für Kimchi. Ihre Küchenexperimente präsentiert sie regelmäßig auf ihrem Blog etrangerecuisine.canalblog.com

Camille Oger, französische Journalistin und Fotografin, erkundet gerne die Kochtraditionen vor allem ostasiatischer Länder. Ihre Reportagen veröffentlicht sie unter anderem auf ihrem Blog www.lemanger.fr.

Spagat zwischen modernem Geschmack und vereinfachten Techniken gelungen!

Das schöne Buch von Luna Kyung schafft den Spagat zwischen althergebrachten Techniken und unserem modernem Geschmack und passt Rezepte geschickt an, weniger Zucker als Industrieprodukte, vereinfachte Techniken, so dass auch Miso und Gochuang-Paste zu Hause gelingen. Sie lässt sich was einfallen, denn beides ist ohne entsprechende Begleitung daheim fast nicht zu schaffen. Besonders selbstgemachte Misopaste, ist auch bei Fermentier-Profis ein gefürchteter Gegner, ihr Rezept greift kurzerhand auf nicht sterilisiertes Miso aus dem Bioladen zurück und reaktiviert und vermehrt die sich darin befindlichen Mikroorganismen. Als Koreanerin geht sie dabei auch gleich in die Vollen, denn das Rezept ist für 800 g Paste ausgelegt und verlangt 500 g nicht pasteurisiertes Bio-Hatcha-Miso.

Expertenwissen für koreanische und japanische Traditionen!

Beeindruckend ist ihre Kenntnis bei koreanischen und japanischen Traditionsrezepten. Das allein ist eigentlich schon den Kauf des Buches Wert, aber ebenso viel Tiefe attestieren ihr auch die osteuropäischen Rezepte, was mich persönlich sehr freut, denn auch hier kann man ebenso wie im asiatischen Raum die Wiege der Fermentation vermuten. Trotzdem glaube ich, ist das Buch etwas für Leser, die wirklich tief in das Thema einsteigen möchte, wer nur in das Thema reinschnuppern will, ist hier sicherlich gut begleitet, aber möglicherweise von der Rezeptauswahl erschlagen, es geht hier definitiv um mehr als Kimchi und Salzgurken und das ist auch gut so, denn Bücher mit so viel Expertenwissen vor allem bei den koreanisch asiatischen Rezepten gibt es in Europa bisher nicht. Abgerundet wird das ganze durch einen umfassenden Rundumblick und so bleiben auch amerikanische und europäische Traditionen zur Fermentierung nicht auf der Strecke.

Erst Technik, dann Rezepte, so kann ich mich in fremde Geschmackswelten einfühlen!

Die Autorin präsentiert zu den vielen Grundrezepten, häufig auch Ideen wie diese weitere Anwendung finden können, so wird neben einem Sauerkraut-Rezept auch ein polnisches geschmortes Sauerkraut mit Äpfeln und ein leckeres Rezept für Pierogi geliefert und die roten Bete nach ukrainischer Art sind eine unverzichtbare Basis für einen schmackhaften Borschtsch, hier ganz ohne Fleischeinlage. Das Rezept für ein pikantes Kimchi mit Kohl besticht zum einen mit einer sehr detaillierten und zum anderen mit einer sehr anschaulichen Anleitung außerdem liefert Luna Kyung noch eine vereinfachte Version, bei der der Kohl in Streifen geschnitten wird und deshalb nur 3 statt 10 Stunden in Salzlake eingelegt werden muss. Bei dieser Variante wird allerdings auf den Rettich verzichtet. Ein Rezept für Käse-Kimchi-Pfannkuchen ist eine prima Weiterverarbeitungsmöglichkeit. Beim Daikon nach japanischer Art, wo sich die geballte Kompetenz der koreanischen Bloggerin offenbart, wird weißer Rettich erst getrocknet und dann in Weizenkleie fermentiert, da Reiskleie in unseren Breiten nur schwer zu bekommen ist. Das Ergebnis ist ein knallgelber Takuan, wie es ihn in japanischen und koreanischen Lebensmittelläden zu kaufen gibt, hier allerdings mit weniger Salz und ein wenig mehr Zucker als im Traditionsrezept, so dass es unserem modernen Geschmack entspricht, ohne jedoch – wie beim Industrieprodukt – vordergründig nur nach Zucker zu schmecken. Der Takuan macht sich auch hervorragend im Kimbab (in Algen gerollter Reis) und so etwas wie eines der koreanischen Nationalgerichte.

Benutzerfreundlichkeit mit Licht und Schatten!

Schön das die Rezepte für uns Leser anschaulich präsentiert werden, denn diese weisen mit Symbolen sowohl Zubereitungszeiten als auch die Dauer der Fermentierung und die Haltbarkeit prominent aus.

Was leider nicht so gut gemacht worden ist, diesem Buch fehlt ein Register und der Leser muss mit einem zugegebenermaßen sehr umfangreichen Inhaltsverzeichnis auskommen, besser als nichts, aber nicht optimal. Natürlich ist das viel Arbeit und die hat man hier offenbar gescheut, dass Buch verschenkt aber damit einiges Potential und das finde ich sehr schade.

Fazit oder für wen ist das was?

Das Buch bringt viel Potential mit, weil es das Thema in einer Ausführlichkeit präsentiert, wie ich es woanders, besonders auch im Netz in dieser komprimierten Form nirgendwo entdeckt habe. Man merkt die Autorin ist eine Expertin und zeichnet sich besonders bei den koreanischen und japanischen Rezepten aus, sie verfügt zudem über viel Detailwissen und ihr gelingt der Spagat zwischen Tradition und Moderne genauso wie sie in der Lage ist, komplexe Rezepte auf ein Niveau für interessierte und ambitionierte „Neu-Fermentierer“ herunter zu brechen. Die Quellenangaben und Adressen machen es dem engagierten Leser leicht viel tiefer in das Thema einzusteigen. Insgesamt sehr gelungene Präsentation für Leser, die mehr wissen möchten, leider fehlt ein Register, das hätte das Buch für mich perfekt gemacht. Ein notwendiges und wichtiges Buch zum Thema, das sehr anschaulich ist, für mich ein Fall für Menschen, die umfassend in die Materie einsteigen wollen und definitiv kein Buch für Gelegenheits-Fermentierer. Was ich hier aber gerne als Kompliment verstehen möchte. Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen!

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

Safran, Sesam, Sternanis

44996Chetna Makan: Safran, Sesam, Sternanis
Verführerische Backrezepte aus dem Orient

Fotos: Nassima Rothacker

Christian Verlag

Preis: 24,99 €

 Aromen und Farbe für Kaffeetafel und das Partybuffet!

Der Orient-Hype bei den Kochbüchern ebbt nicht ab, inzwischen gibt es auch einige rein vegetarische und vegane Kochbücher zum Trend. Was bisher aber keiner versucht hat, ist ein farbenfröhliches und aromastarkes orientalisches Backbuch zu schreiben. Hier herrscht bislang gähnende Leere. Sicherlich auch kein ganz einfaches Unterfangen und wirklich nur von jemand zu erledigen, der sowohl mit Safran, Sternanis und Kardamom in seiner kulinarischen DNA großgeworden ist und dieses dann auch noch perfekt versteht in europäische Kuchen, Torten und Pie-Rezepte zu transformieren.

The lady who took up the challenge:

© Nassima Rothacker/Christian Verlag
© Nassima Rothacker/Christian Verlag

Chetna Makan wurde in Jabalpur geboren, einer Metropole im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh. Im Jahr 2003 kam sie nach England. Nachdem sie in der beliebten Backshow „The Great British Baking Show“ mit ihren orientalisch-europäischen Kuchen- und Pie-Kreationen das Halbfinale erreicht hatte, beschloss sie, das Backen zum Beruf zu machen. Ihren kunstvollen Backkreationen sieht man an, dass Chetna eigentlich Modedesignerin ist, denn diese sind nicht nur aromatisch, sondern auch optisch geheuer anziehend. Dies ist ihr erstes Buch.

Was ist drin oder Kuchen lieben Gewürze und das nicht nur zur Weihnachtszeit!

 Orientalische Gewürze im Backwerk fristen in unseren Breiten ein Schattendasein, ziehen durch unsere Küchen und Wohnungen doch allenfalls in der Vorweihnachtszeit ein Hauch von Kardamom, Sternanis oder auch Gewürznelke. Schade eigentlich, inzwischen sind viele von uns doch regelmäßig bei ihrem Lieblingsinder anzutreffen oder kochen sogar daheim mit Zimt, Nelke und Koriander, schließlich gibt es inzwischen in vielen größeren Städten gut sortierte asiatische Lebensmittelgeschäfte und Online-Shops versorgen den Rest der Republik von Nord nach Süd mit exotischen Gewürzen und speziellen Zutaten.

Chetna fährt mehrgleisig, das bringt große Vielfalt!

 In den Kapiteln „Torten und Kuchen“, „Pies, Tartes und Quiches“, „Süßes Kleingebäck“; „Herzhafte Snacks“ „Brot“ und “Beilagen“ in diesem Backbuch hat die Autorin sowohl traditionelle, von indischen Speisen inspirierte Kreationen als auch moderne Backrezepte, die durch außergewöhnliche Gewürze einen besonderen Reiz erhalten einfließen lassen. Das führt zu einem friedlichen sehr kreativem Nebeneinander des traditionellen englischen „Victoria Sponge Cake (Prächtiger Viktoria-Kuchen) und einem herrlich saftigem Limettenkuchen mit schwarzem Sesam, der neben seinem intensiven Zitrus-eschmack durch Orangen und Limettenschale, außerdem zusätzlichen Biss durch den verwendeten schwarzen Sesam erhält Der klassische „Victoria Sponge Cake“  glänzt mit Wow-Faktor durch Chetnas selbst gemachte Beerenkonfitüre und Lemon Curd.

Der Funke zündet – oder eine Invasion von gelben Zetteln!

 Keine Frage, das Buch ist richtig hübsch geworden und es entführt gleich beim ersten Durchblättern in eine fröhlich-bunte Aromen-Welt, die Inszenierung ist perfekt und man merkt der überaus sympathischen Autorin an, sie liebt nicht nur Aromen, sondern auch Farben. Die Fotos sind wunderbar farbenfroh und verstärken die Anziehung, die die spannenden Rezepte auch so schon auf mich haben um ein vielfaches. Womit beginnen, die Invasion der gelben Zettel hat längst stattgefunden, denn es gibt so köstliche verführerische Sachen wie „Pistazien-Kardamom-Torte mit weißer Schokolade“, „Pistazien-Käsekuchen mit Aprikosen-Schoko-Ganache“, „Macaron-Torte mit Pistazien und Sesam“, „Dattel-Walnuss-Kuchen mit Muskatnuss“, „Schoko-Mango-Tarte“, „Halwa-Tarte“ und „Torteletts mit Fenchel-Reispudding“. Jetzt klebt also schon im ersten Kapitel nahezu auf jeder Seite ein Post-it. Aber auch bei den Pies, Tartes und Quiches wird es nicht besser, ich kann mich schwer entscheiden, zwischen „Linsen-Pie“, „Auberginen-Zwiebel-Tarte“ und „Kichererbsen-Curry-Pie“. Na das wird ja lustig, wenn das so weiter geht, kann ich mir die Zettel sparen. Ich habe sie mir gespart, es hatte einfach keinen Sinn, auch „Masala-chai-Baklava“, „Kaffee-Häppchen mit Rose und Kardamom“, „Rhabarber-Sternanis-Profiteroles“, „Eclairs mit Mango-Krokant-Creme“, „Chocolate-Chip-Cookies mit Gewürznelken und Zimt“ und „Himbeerkekse mit Koriander-Zitronen-Creme“ üben einen unwiderstehlichen Reiz auf mich aus.

Bei der nächsten Party sorge ich für die Überraschung beim Buffet!

Bei den herzhaften Snacks haben es mir die „Karela Papdi“ (ein Rezept der Mutter) und auch das „Bockshornklee-Papdi-chaat“ angetan, beides bestens dazu geeignet, um langweilige Salzstangen oder überwürzte und fettige Kartoffelchips von der nächsten Party als Fingerfood zu Wein und Bier ein für alle Mal zu verbannen. Nicht das mir hier nicht locker noch fünf weitere Kreationen einfallen würden, die ziemlich lecker aussehen und Wow-Potential haben, aber Ihr wollt sicherlich auch selber noch das eine oder andere entdecken – oder? Dieses Buch wird nie langweilig, beim Brot schwanke ich zwischen „Tomaten-Panir-Brot“ und einem „Dattel-Schoko-Brot mit Sternanis und Zimt“ und so einigem mehr.

War’s das jetzt – oder Beilagen machen die Sache erst richtig rund!

Chetna Makan hat es sich nicht nehmen lassen noch die passenden Begleiter für ihre Kreationen anzubieten und so bekommen wir auch noch Rezepte für die allseits beliebten Begleiter in Form von Chutneys, Pickles oder Raitas geliefert und das alles in mehreren Varianten, den langweilig soll es ja nicht werden.

11 Freunde sollt ihr sein – oder Gewürze über Gewürze!

Außerdem werden 11 Gewürze, von Safran, Kardamom, Fenchel, Sternanis, Gewürznelke, Zimt, Koriandergrün, Königskümmel, Kumin, Bockshornklee bis Tamarinde im informativen Kurz-Steckbrief mit entsprechenden Verweisen auf die tollen Rezepte im Buch präsentiert.

Fazit: Ich bin begeistert und das schwer und nachdrücklich, das Buch ist für mich der Hammer! Langeweile an der Kaffeetafel und beim Partybuffet ade! Ein bisschen Backerfahrung halte ich bei einigen Rezepten hier für absolut nötig, es gibt aber auch ein paar einfache Sachen wie Gugelhupf & Co. Für Gewürze sollte man auch affin sein, vieles gibt es da auch schon im gut sortierten Supermarkt, obwohl das für mich hier gar keine Rolle spielt, das Konzept heißt hier kreativ bis zum abwinken, da bestelle ich spezielle Backzutaten auch gerne mal im Online-Fachhandel. Für mich bis jetzt das kreativste Backbuch, das mir bis jetzt in die Hände gekommen ist und ich habe schon ein paar im Bücher-Regal stehen. Schön finde ich auch, dass die Autorin bei den Rezepten immer eine persönliche Einführung parat hat.

Einfach indisch

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Amandip Uppal: Einfach indisch

Fotos: Lisa Linder

Knesebeck Verlag

Preis: 24,95 €

Easy peasy indisch kochen und trotzdem auf Geschmack nicht verzichten!

 Worum geht’s?

 Indische Küche lebt von Gewürzen und von Zubereitungstechniken, deshalb ist indisch kochen in der Regel sehr zeitaufwendig und der Gastgeber muss in seinem Gewürzschrank ein wenig Platz machen für neue Mitbewohner. Seit einigen Jahren gibt es verstärkt einen Trend am Kochbuch-Markt, bei dem schon verschiedene Kochbuch-Autoren versucht haben, die indische Küche ein wenig zeitgemäßer und moderner zu präsentieren. Vor allem verzichten diese Kochbücher auf komplizierte Zubereitungstechniken und kürzen hier und da so einiges ab. Häufig ist das was dabei herauskommt, im besten Fall so gerade noch als indisch für den Gaumen wahrnehmbar, aber ein Feuerwerk an Aromen ist damit nicht mehr möglich. Zugegebener Maßen ist dies Unterfangen wirklich nicht ganz einfach, denn mit Reduzierung von Aufwand und Zutaten ist es hier keinesfalls getan, wenn man auf Authentizität Wert legt.

Wie sieht es aus?

– dieses Buch ist besonders!

 Lisa Linder, die Fotografin des Buches hat für viele führende internationale Zeitschriften und Verlage die ganze Welt bereist. Sie hat mit Jamie Oliver, Peter Gordon und Alain Ducasse gearbeitet und Bücher für Giorgio Locatelli und Michel Roux fotografiert und sie war als Kunstredakteurin für die australische Vogue tätig. Hier hat sie ebenfalls einen tollen Job gemacht, die Fotos sind edel, klar und puristisch geworden und passen perfekt zu der schönen Kalligraphie-Schrift im Buch und den vielen wunderschönen Illustrationen und Zeichnungen von Alice Chadwick, die das Buch besonders und einzigartig machen. Mir gefällt das super, hier passt einfach vieles perfekt zusammen.

Was ist drin?

 Lieblingsgerichte der Promis oder der Herzschlag Indiens ist kulinarischer Natur!

© Alice Chadwick/Knesebeck Verlag
© Alice Chadwick/Knesebeck Verlag

Auch wenn Indien für Spiritualität und ebenso Bollywood steht, ist der Herzschlag dieses spannenden Sub-Kontinents eindeutig kulinarischer Natur. Amandip Uppal geht es unterhaltsam und spannend an, die Lieblingsgerichte der indischen Prominenz, damals wie heute, (mit dabei Freddie Mercury, Ghandi, Freida Pinto und sogar der Dalai Lama) werden mit einer witzigen Grafik präsentiert, jeder ist Pate für regionale Köstlichkeiten und so erfahren wir, dass Freida Pinto, bekannt durch Slumdog Millionär und Planet der Affen, aus Goa stammt und für goanesisches Garnelencurry und scharfe Würstchen schwärmt und Deepak Chopra, der New-Age-Gurru und Verfechter alternativer Medizin aus Dehli Butterhühnchen und Kulfi liebt. Einige dieser Promi-Lieblingsessen finden wir in einer leckeren und modernen Version im Rezeptteil präsentiert.

 15 Gewürze sollt ihr sein!

©Knesebeck Verlag
©Knesebeck Verlag

Weiter geht es mit der richtigen Ausstattung. Die Autorin hält 15 Gewürze für essentiell, wenn man indisch kochen will und bietet zudem noch ein paar Klassiker bei den Gewürzmischungen an, schön dass ein Rezept zum Selbermischen von Garam Masala dabei ist, so kann ich mir das immer frisch herstellen und bin nicht auf eine fertige Gewürzmischung angewiesen.

Hier macht Amandip Uppal alles richtig finde ich, denn authentische indische Küche klappt nicht mit 3 bis 4 Gewürzen, wer sich dann wundert, dass kein Aroma-Feuerwerk im Gaumen gezündet wird, ist selber schuld, denn das funktioniert einfach nicht. Aber man kann natürlich intelligent und vorausschauend die Vorratskammer und den Gewürzschrank bestücken und da gibt die Autorin genau die richtigen Tipps, wie wir das professionell angehen können, wenn man wirklich tiefer in diese Küche einsteigen möchte und neben einer unbefangenen und modernen Herangehensweise Wert auf authentische Rezepte legt. Toll ist, dass zu jedem Gewürz einige Rezeptvorschläge gemacht werden, so lässt sich gleich mit jedem Neuzugang im Gewürzschrank viel ausprobieren. Selbstverständlich werden die weiteren Basics für den indischen Vorratsschrank ebenfalls kurz vorgestellt.

Eine moderne Köchin, die weiß, was wir uns heute wünschen!

 Buffettaugliche Happen, die  vielen Spaß machen!

 Amandip Uppal erlernte schon als Kind die Zubereitung traditioneller indischer Gerichte. Die lebenslange Kochleidenschaft der ehemaligen Stylistin und Journalistin, die u. a. für The Times und Condé Nast Traveller arbeitete, führte schließlich zu ihrem Unternehmen: The Lotus Food and Events Company und dem Onlineshop chillihotcho­colate.com, der ihre Begeisterung für Design und gutes Essen widerspiegelt. Sie weiß also sowohl wie es schmecken sollte und was heute bei Buffets und Empfängen gut beim Publikum ankommt und hat tolle Ideen für kleine Happen auf die Hand wie z. B. Filostangen mit Panir und Paprika, Paratha-Wraps mit Gemüse  oder indische Fischnuggets und vieles mehr.

 Klassiker im modernen Gewand, clever kombinieren und einkaufen!

 Als Amandip das erste Mal für ihre Schwiegermutter kochte, war diese schwer begeistert von ihrer Küche und meinte, junge Frauen kochen heute nicht mehr so. Eigentlich hat sie Recht, denn heutzutage ist alles auf Optimierung getrimmt, Küchentraditionen und besonders die indische Küche, die sehr von Zubereitungstechniken lebt, haben es da schwer, nicht in Vergessenheit zu geraten. Rezepte nur verkürzen und Zutaten weglassen ist hier keine Option, wenn ein Gericht mehr als nur OK sein soll und einen nicht nur noch vage an die Original-Aromen erinnert. Amandip Uppal hat für mich hier wirklich vieles deutlich geschickter als ihre Mitstreiter gemacht. Vielleicht liegt es daran, dass sie über Erfahrung im Catering verfügt, sie kombiniert geschickt und so gibt es bei ihr zum Channa Masala (nordindisches Kichererbsen-Gericht) nicht das traditionelle Puri-Brot, das durchaus schon ein wenig aufwendig ist in der Zubereitung, sondern sie sucht ihm Partner, die weniger anspruchsvoll das Zeitbudget der Köchin beanspruchen: ein einfaches Brot, ein Tomatenrelish mit Datteln und Tamarinde und Kartoffel-Erbsen-Küchlein machen sich ebenso gut als Begleiter und auch der gebratene Blumenkohl mit Erbsen wird uns in einer vereinfachten Version präsentiert. Dal Makhani (Linsen-Bohnen-Curry) ist im Normalfall eine Sache von mehreren Stunden, hier wird einfach auf vorgegarte Linsen und Bohnen zurück gegriffen, damit verringert sich die Zubereitungszeit beträchtlich und die Autorin kommt mit sportlichen 30 Minuten Vorbereitungszeit und 30 Minuten Zubereitungszeit aus. Beim Geschmack gibt es aber keine Kompromisse, dafür sorgen Bockshornklee-/Lorbeerblätter, Ingwer, Chili Knoblauch, Zimt und Koriander. Ihr klassisches Lammfleisch-Curry schlägt ebenfalls einen unkomplizierten Weg ein, auch wenn es mit einer Zubereitungszeit von 30 Minuten und einer Garzeit von 45 Minuten nicht zu der Kategorie Ratzfatz gehört. Genauso verhält es sich mit den Lammfleisch-Kofta, die erfahrene Party-Organisatorin weiß sich zu helfen und empfiehlt, die Hackbällchen und die Sauce separat zuzubereiten. Diese Methode der Zeitersparnis wird häufig eingesetzt, das Butterhühnchen landet nur deshalb schneller auf dem Tisch, weil das Hähnchen-Tikka Rezept hier einen Teil der Arbeit erledigt. Manch einer mag das als schummeln empfinden, ist es aber nicht, zumindest wenn man nicht nur dieses eine Rezept kocht, sondern sich die geschickte Kombi-Strategie der Autorin, zu der ebenso leckere Toppings und Pasten gehören, die großen Anteil am authentischen Geschmack haben und manchmal sogleich eine tolle Garnitur abgeben, zu eigen macht.

Panir, Rothi, Nan und Joghurt selbstgemacht kein Problem!

– denn die bekommen schon mal ein visuelles Entrée!

© Alice Chadwick/Knesebeck Verlag
© Alice Chadwick/Knesebeck Verlag

 Es gibt im schönen Buch „Einfach indisch“ viele nützliche Exkurse und tolle wunderschön gezeichnete Step-by-Step Anleitungen, die erklären wie man zu Hause Panir und Co. selbst herstellt. Das ist nicht nur hübsch anzuschauen, sondern sehr anschaulich gemacht, finde ich.

Einfach mal was Neues probieren, Hauptsache unkompliziert!

Amandip hat sich viel vorgenommen, denn sie verspricht uns, die indische Küche auf den neuesten Stand bringen, ihre Rezepte wie z. B. Zitronen-Safran-Hähnchen, gebackener Lachs mit Kokosrahm und gebratenem Brokkoli mit Chili und Fenchel, stehen für die neue indische Küche, ohne verkünstelte Herangehensweise oder komplizierte Zubereitungstechniken, aber trotzdem mit jede Menge Geschmack.

Dessert und Getränke, die Spaß machen.

Um ehrlich zu sein, habe ich zwar schon sehr häufig indisch gekocht, aber fast immer ohne ein selbst gemachtes Dessert. War mir meistens zu aufwendig, das Pistazien-Kulfi (schnelle Variante des indischen Speiseeis-Klassikers) und den Mandel-Safran-Kuchen oder den Fruchsalat mit ganzen Gewürzen von Amandip Uppal werde ich aber gerne probieren, die Rezepte versprechen Spannung. Und auch die heiße Schokolade mit Chili und den Gewürzkaffee werde ich meinen Gästen zukünftig gerne servieren, denn so stelle ich mir persönlich den gelungenen Abschluss eines indischen Essens mit Freunden vor, ohne dass ich überfordert werde.

Abschließend präsentiert die Autorin noch nützliche Grundrezepte und Menüvorschläge, wo es mir ihre Ideen für leckere Toppings besonders angetan haben, der knusprige Ingwer-Knoblauch-Zwiebel-Mix oder das Kokos-Granatapfelkern-Koriander-Topping sind neben anderen Ideen einfach perfekt, schnell mal ein einfaches Gericht zu pimpen und das gehört für mich unbedingt zur modernen indischen Küche dazu.

Fazit: Ein optischer Augenschmaus und spannendes, modernes indisches Kochbuch für Leute, die sich auf Gewürze einlassen und richtig und intelligent indisch kochen wollen. Ich finde es klasse, möchte es aber nur Leuten empfehlen, die sich auch gerne mal Zeit nehmen beim Kochen und  gerne den Asia-Shop ihres Vertrauens aufsuchen. Die Erfahrung aus dem Catering merkt man der Autorin an, hier wird nichts künstlich reduziert, bis es dann nur noch entfernt an indische Aromen erinnert, sondern intelligent reduziert, eingekauft und vorbereitet und außerdem mit jede Menge Kreativität für neue unkomplizierte Ideen gesorgt – so geht für mich moderne indische Küche in 2017!

Herzlichen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

 

Shaking Salad Low Carb

shakingsaladlowcarb_cover_karinstoettinger_brandstaetterverlagKarin Stöttinger: Shaking Salad Low Carb

Fotos: Eisenhut und Mayer

Christian Brandstätter Verlag

Preis: 15,99 € (E-Book)

She makes your Salad savory!

 Wer sich wundert, ob ich noch der deutschen Sprache mächtig bin, ich denke schon, hier handelt es sich um eine Persiflage auf ein Fitness-/Ernährungs-Programm ( I make you…..) von einem fernsehbekannten Tanztrainer. So kann man es auch machen, sich quälen, verzichten und dafür noch viel Geld zahlen, es geht aber auch deutlich besser, Karin Stöttinger ist Shaking-Salad-Expertin und in ihrem zweiten Buch beschäftigt sie sich auch wieder damit, diesmal allerdings in der Low-Carb Variante.

Trendsetterin oder Geschmacksverliebte, für mich am liebsten beides!

 Weihnachten ist vorbei, die Hosen zwicken und die Brigitte-Diät tue ich mir nicht an. Diese Mini-Portionen sind absolut nichts für mich und Kalorien habe ich auch noch nie gezählt, da krieg ich extrem schlechte Laune und Familie und Kollegen würden ihre Probleme mit mir bekommen. Für Trends habe ich nur was über, wenn sie mir auch Lustgewinn versprechen und Low-Carb war ich bisher auch nicht. Das Leben ist kurz und ich will es genießen, auch wenn es schön wäre, dass die Hosen bald wieder richtig sitzen und es nicht bei jedem Schritt irgendwo kneift.

Gottseidank – kein Diät Guru, der mich zeigen will, auf was ich alles verzichten muss!

 Karin Stöttinger ist Bloggerin und für Geschmacksmomente bekannt. In einem Surfurlaub in Spanien machte sie die Bekanntschaft mit dem Shaking-Salad-Prinzip und es war Liebe auf den ersten Blick, seitdem tüftelt sie unentwegt an Rezepten und hat bereits erfolgreich ein Buch zum Thema veröffentlicht. Diäten sind auch nicht ihr Ding, den Neopren-Anzug kann man nicht beschummeln, der Dehnfaktor ist gleich null und auch im Hochzeitskleid wollte Karin eine gute Figur machen. Genießen und wenig bis gar keine Kohlehydrate in Verbindung mit Sport haben bei ihr sehr gut funktioniert.

Was ist drin?

– oder so taugst auch für mich!

Die Autorin präsentiert,  rund 60 Rezepte, ob vegetarisch oder vegan, mit Fisch, Fleisch oder süß als Dessert – bei diesen Salaten ist für jeden etwas dabei. Bewusst verzichtet wird nur auf stark kohlenhydrathaltige Zutaten. Es gibt Salate to-go, die zu allererst schmecken, toll aussehen und mit ebenso vielen raffinierten Dressings-Ideen optimal verfeinert werden, muss ja nicht nur Essig und Öl sein, wenn man seinen inneren Schweinehund ein wenig austricksen will, dann bitte mit Überraschung und Geschmack. Und wenn auch Schweinbauch und Würstl dabei sind, dann bin ich gerne dabei.

Salatbaukasten, oder diese Autorin denkt  praktisch und kann auch flexibel!

 Salate, die ihre besten Zeiten bereits hinter sich haben, können uns gestohlen bleiben, denn schlaffe Blätter, die bereits im Dressing ersoffen sind, bevor wir sie zu sehen bekommen, gibt es bei Karin nicht. Muss ja auch nicht sein, aber was tun, wenn man abends müde und hungrig aus dem Büro heim kommt. Salat waschen, schleudern und jetzt auch noch Dressing machen, bei mir eindeutig ein K.-o.-Kriterium, wo der Salat regelmäßig auf der Strecke bleibt.

Kantinen-Kalorien austricksen oder witzige Gästebewirtung im Glas, hier ist vieles möglich!

Dressing einfach mit dem Öl seiner Wahl und dem Zuckersatz den man selbst favorisiert vorbereiten, Salat waschen, schleudern und den weiteren Zutaten aus Karins spannenden Salat-Kreationen in Glasbehälter einfüllen und ab in den Kühlschrank oder auch gerne mit ins Büro, so lassen sich die geschmacksarmen Kantinen-Kalorien wunderbar austricksen oder auch auf witzige Art Gäste bewirten. Bei Karin Stöttinger freuen sich auch die Büro-Kollegen über leckere und spannende Salate in der Mittagspause und ihre Gäste fanden das persönliche Salat-Glas mit Namen nicht nur lecker, sondern auch sehr originell. Dressings gibt es dazu und jeder bedient sich einfach nach Lust und Laune und Lieblingsgeschmack.

Mal fünf gerade sein lassen, auch das gehört dazu!

 Manchmal darf man auch mogeln, wir haben es hier schließlich mit einer Geschmacks-Setterin und nicht mit einem strengen Fitness-Trainer zu tun. In der Rubrik „Cheat Meals“ können wir auch mal über die Stränge schlagen, denn Low Carb ohne Cheat Meals, das ist ein bisschen wie Salat ohne Dressing, furchtbare Vorstellung. „Cheat Meals“ heißen bei Frau Stöttinger Schlemmermahlzeiten, mit denen Ihr die Low-Carb-Ernährung unterbrechen können, um ihren Stoffwechsel anzukurbeln und Gelüste auf all das stillen, was bei Low Carb tabu ist. Die Grundregel bei Karin lautet: Es gibt keine Regel, alles ist erlaubt. Wie häufig „Cheaten“ sinnvoll ist, ist individuell unterschiedlich, am besten nach dem eigenen Gusto entscheiden.

Kostprobe gefällig – oder was gibt es denn eigentlich?

 Bergkäse mit Rucola und Birne

Steinpilz-Frittata mit Pecorino und Basilikum-Sauerampfer-Salat

Chiogga-Rüben mit Pilzen und Brombeeren

Pizza-Gnocchi mit Champignons

Feigen-Sellerie-Salat mit Nüssen u. Holunderdressing

Jakobsmuscheln mit Himbeeren u.  Macadamianüssen

Thai-Gurkensalat mit gerösteten Erdnüssen, gebratenen Garnelen und Koriander

Mandelmehlkuchen mit Zitronenthymian

Pecannusscrumble mit Meerrettichcreme und Erdbeeren

Nürnberger Bratwürstchen mit weißen Bohnen

Zucchini-Paprika-Gemüse mit Speck u. Pfeffercrumble

Asia-Nudeln mit Aprikosen u. gebratener Hühnerbrust

Datteln mit Orange, Pomelo, Grenadinesirup und Schokoerde

Wo anfangen, bzw. wo aufhören, mir ist die Auswahl so schwer gefallen!

Was hat mich begeistert?

Genießen ist angesagt, Kalorienzählen war gestern!

 Karin Stöttingers Rezepte sind ungeheuer kreativ, ich habe eigentlich keins gefunden was mir persönlich nicht schmecken würde oder an langweilige und genussfeindliche Diät-Kost erinnert, denn ihr geht es wirklich um Geschmackserlebnisse, deshalb hat man gut daran getan hier auf Nährwert- oder Kalorienangaben zu verzichten, denn Karins Salate können überraschen und machen Spaß, optisch und kulinarisch sowieso. In erster Linie ist dieses Buch deswegen ein Genussbuch, es auf die Diätschiene zu reduzieren macht einfach keinen Sinn, dafür sind Karins Rezepte einfach zu spannend! Diese Rezepte sind allerdings auch manchmal komplex und fordern mal Einsatz,  Karin ist gemacksverliebt, deshalb kann man bedenkenlos jedes ihrer Rezepte seinen Gästen servieren, denn hier wird richtig gekocht und auf Fertigbrühen & Co. verzichtet, auch wenn das ein bisschen mehr Arbeit macht.

Jede Menge kreative Einfälle, alles kann, nichts muss!

 Als berufstätige Mutter denkt sie praktisch, vieles lässt sich wunderbar vorbereiten und ihre Ideen für Dressings sind nicht in Stein gemeißelt, sondern stellen nur Anregungen dar, die Bandbreite an Ölen ist groß, nichtsdestotrotz ist hier alles nur als Option gedacht, wer es nicht zu Hause hat, nimmt einfach eins das vorhanden ist, es werden auch viele Austausch-Tipps gegeben.

Für wen ist das was?

 Mir gefällt das Buch super und ich esse nicht nur Salatblätter oder bin eine Low-Carb-Fanatikerin, ich bin Genießerin und möchte es auch bleiben. Geschmack hat für mich die oberste Priorität und ich koche gerne, probiere auch oft was Neues aus und vermeide – wo es möglich ist – Fertigkram. Wenn ich dabei auch noch das eine oder andere Kilo abnehmen kann wunderbar, dazu sage ich nicht nein. Wer das für sich auch unterschreiben kann, ist hier richtig! Wobei ich die vielen kreativen Ideen von Karin beeindruckend finde, ich möchte das Buch deshalb keinesfalls auf ein Diät- oder Trendbuch reduziert wissen, in diesem Buch werdet Ihr auch noch Jahre nachdem der Trend schon wieder von einem anderen abgelöst worden ist, tolle Rezepte finden, die Ihr gerne immer wieder auch Euren Gästen servieren könnt. Ein bisschen Kocherfahrung und Muße ist von Vorteil, auch wenn uns die Autorin viele praktische Tipps zum Vorbereiten mit auf den Weg gibt.

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

Bitter geht auch lecker!

bitterManuela Rüther: Bitter –der vergessene Geschmack

AT-Verlag

Preis: 29,95 €

Bitter geht auch lecker!

Worum geht’s?

 »Bisschen Salz, bisschen Zucker, bisschen Limette noch …«,

 Das ist die Bandbreite mit der die meisten Köche, sei es privat oder von Berufs wegen würzen auch Manuela Rüther hat das bei ihrer Lehre zur Köchin nicht anders gelernt, erst in ihrer Zeit bei Sterneköchen lernte sie auch mit bitteren Raritäten wie z. B. Wildkräuter, Kardy und Cima di Rapa, Puntarelle, Catalogna, etwas spannendes auf den Teller zu zaubern. Sicherlich ist das nicht jedermanns Sache, sich gleich mit so speziellen Produkten auf eine geschmackliche Entdeckungsreise in die Welt des Bitteren zu machen und es geht selbstverständlich auch viel sanfter, die Autorin zeigt uns im Buch gerne wie das geht. Wir vergessen gerne, dass bitter eine Geschmackskomponente ist, die es Wert ist wiederentdeckt zu werden, denn neben süß, sauer salzig, umani (würzig), ist eine bittere Note auch eine Geschmackskomponente, die unbedingt zum ausgewogenen Geschmack dazu gehört. Wenn das Wort bitter fällt, ziehen allerdings nicht nur Kinder eine Schnute, sondern auch Erwachsene winken gerne gleich ab, warum eigentlich? Kaffee trinken ja auch die meisten von uns täglich und Spargel gönnen wir uns auch alle Jahre wieder. Von Oliven(öl) oder auch ganz klassisch von Bier, will ich hier gar nicht sprechen.

 Wer ist die Autorin?

 Manuela Rüther kochte nach dem Abitur in verschiedenen Sterneküchen. Seit 2008 ist sie freischaffende Fotografin und Autorin. Ihre Bilder, Geschichten und Rezepte, die zahlreiche Auszeichnungen erhalten haben, erscheinen regelmäßig in Magazinen und Büchern sowie in ihrem Blog (www.elaruether.de).

 Wie sieht es aus?

 Nicht nur die Köchin, sondern auch die Fotografin versteht ihr Handwerk und überzeugt mit puristischen sehr geschmackvollen Fotos. Der Verlag lässt sich nicht lumpen und spendiert dem Buch eine hochwertige Ausstattung und wird damit dem Thema gerecht, hier legen wir uns was Besonderes zu. Der einzige Wermutstropfen für mich sind die die sehr eng gesetzten Überschriften der Kapitel und auf dem Cover, das passt für mich nicht optimal zu den Fotos und den sonst verwendeten Schriften, hier wäre in meinen Augen sehr viel mehr möglich gewesen und hätte dem tollen Buch auch optisch den Rahmen geben können, den es verdient hat.

 Was ist drin?

 Bitter muss wieder gelernt werden!

Ela Rüther hat einen genialen Plan, und weiß wer verlernt hat, den bitteren Geschmack als Komponente zu schätzen, die Ausgewogenheit und Genuss auf unseren Teller zurückbringt, der sollte sich vielleicht langsam wieder an diese geschmackliche Note herantasten. Folgerichtig unterteilt sie ihre Rezepte nach verschiedenen Bittergraden, sodass wirklich jeder sich wieder damit vertraut machen und mit diesem vergessenen Geschmack experimentieren kann. Ihre Kapiteleinteilung liest sich wie ein Mehrstufenplan („Bitter für Anfänger“, „Aromatisch Bitter“, „Bitter-süß und salzig“ und am Ende gibt es noch zwei Exkurse zu bitteren Getränken (Campari und Aperol lassen grüßen!) und die bittere Apotheke mit Gänseblümchen- und Löwenzahn-Tee rundet diesen Ausflug sehr schön ab.

Diese Autorin nimmt sich Zeit und wirklich abzuholen!

Bitter ist eine geniale Dimension, vorausgesetzt diese Note wird richtig eingesetzt und das beileibe nicht nur in Spitzenrestaurants und bei Raritäten. Es geht schlichtweg um die Ausgewogenheit, störende Akzente wie eine bittere Nuance machen ein Gericht spannend und vollmundig im Mund. Bittergeschmack findet sich nicht nur in solch speziellen Gewächsen wie z. B. Cima di Rapa. Glücklicherweise verbirgt sich dieser spannende Geschmack auch in alltäglichen Gewürzen und Kräutern, Tees und Schokoladen, in Rübe, Rettich und Kohl und vielen anderen leckeren Produkten. Alle verwendeten „Bittermacher von soft bis heftig werden ausführlich in den jeweiligen Kapiteln vorgestellt, bevor es an die Rezepte geht.

Was gibt es denn und wo bekomme ich die Zutaten?

Die Rezepte sind vielfältig und abwechslungsreich. Die ganze Bandbreite an saisonalen Zutaten wird ausgeschöpft und nicht nur das was im Supermarkt verfügbar ist. Ela Rüther denkt aber auch praktisch und empfiehlt immer auch Austauschprodukte, damit es keine exklusive Veranstaltung beim Nachkochen wird und viele mitmachen können. Es gibt Oliven-Tapenade mit Zitronenthymian. Gebratenen Spargel mit Erdbeeren und Rucola für die Neueinsteiger bei Bitter. Wer schon ein bisschen geübt ist und Wert auf Aroma legt, kann sich z. B. an einer Rübstil-Minestrone, geschmortem Rübstiel mit Kartoffelstampf und Ei oder fermentierten Radieschen versuchen.

Anfänger, Hobbyköche und Profis hier werden viele glücklich!

Ela ist gelernte Köchin und hat es tatsächlich geschafft, mit ihren Ideen sowohl neues für Anfänger als auch Profis im Buch unter einen Hut zu bringen. Eigentlich ist das fast nicht möglich, denn hier liegen Welten zwischen Ansprüchen und Realitäten, dieser Autorin ist es aber wunderbar gelungen: Das liegt vor allem am sehr guten Konzept, uns stufenweise an Bitteres heranzuführen und auch daran, wie hier konsequent und sachkundig der Kontext hergestellt wird. Die Autorin geizt nicht mit Informationen bringt diese aber präzise auf den Punkt und kann damit für meinen Geschmack viele abholen. Wir sind mit einer Person unterwegs, die sich diese Geschmacksnote selbst erarbeitet hat, während ihrer Zeit in der Sternegastronomie, die aber noch genug Bodenhaftung hat, sich vorstellen zu können, welche Fragen zum Thema wir „Normalos“ so haben. Sie berücksichtigt dabei auch neue Trends z. B. mit den fermentierte Radieschen und liefert damit ein sehr rundes und inspirierendes Kochbuch ab, das vielen gefallen wird und mir besonders gut gefällt, denn hier wird ein komplexes und schwieriges Thema interessant und spannend vermittelt, es gibt nicht viele Kochbücher, die das von sich sagen können.

Fazit: Bitter von Ela Rüther ist ein tolles Kochbuch geworden, das mit wunderschönen Fotos besticht und durch seine strukturierte Herangehensweise auch bisherige „Bitter-Muffel“ umgarnen und abholen kann. Die Autorin liefert zudem nützliche Informationen, die diese Geschmacksnuance genau auf den Punkt erklären, ohne dass die Rezepte zu kurz kommen. Hier wurde vieles richtig gemacht, denn so macht es Spaß, auch einem polarisierenden Geschmacksmoment einen Platz an meinem Esstisch anzubieten und gemeinsam mit der Köchin kulinarische Entdeckungsreisen zu unternehmen.

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

Suppen – Rezepte aus aller Welt

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Ulrike Skadow: Suppen – Rezepte aus aller Welt

Fotos: Nicolas Leser

Stiftung Warentest

Preis: 19,90 €

 Die Welt in einem Topf !

 Worum geht’s – oder kulinarische Weltreise gefällig?

 Suppen und Eintöpfe sind was herrliches, besonders zu dieser Jahreszeit, wo es draußen dunkel, kalt und unwirtlich ist. Ein Löffel heiße Suppe oder Eintopf wirkt wahre Wunder, wenn man müde, hungrig und durchgefroren heimkommt wärmen sie den Körper und tun der Seele gut.

Die Klassiker wie Erbsen- oder Kartoffelsuppe, haben schon Generationen von Menschen nicht nur satt, sondern auch glücklich gemacht. Aber wie wäre es mit einem spannenden Blick über den Tellerrand. Ulrike Skadow vereint in diesem Buch ganze 80 Original-Rezepte aus 60 Ländern.

Was ist drin?

 

Los geht es mit der Herstellung  von Brühen und dem richtigem Küchenzubehör.

 80 Rezepte aus der ganzen Welt haben ihren Weg ins Buch gefunden. Dazu gehören ebenso Rezepte aus Ländern wo kulinarische und kontinentale Grenzen übereinstimmen, wie z. B. Europa, Nord-, Mittel- u. Südamerika, aber auch andere Aspekte, wie z. B. klimatische Verhältnisse und Parallelen in der kulturellen und historischen Entwicklung einzelner Regionen haben Auswirkungen auf deren Suppentraditionen. Dazu gehören Afrika & der Indischer Ozean und Fernost & und die Pazifik-Region. Auch Vegetarier werden glücklich, denn die Hälfte der Rezepte ist vegetarisch

Was wird serviert – oder was kommt auf unseren Suppenteller?

 Schwedische Erbsensuppe

Irish Stew

Französische Gemüsesuppe mit eingemachtem Gänsefleisch

Portugiesische Caldo Verde (Kohlsuppe mit Chorizo)

Tiroler Speckknödel-Suppe

Schweizer Berghütten-Suppe mit Gryére und Kräutern

Ungarische Gulaschsuppe

Kalte bulgarische Tarator (kalte Gurken-Joghurt-Suppe)

Marokkanische Ramadan-Suppe

Libanesische Makhlouta (Hülsenfrüchte-Getreide-Suppe)

Iranische Ashe-E Anar (Granatapfelsuppe)

Afghanische Maushawa (Bohnensuppe mit Fleischklösschen)

und so einiges mehr……

 

Eine bunte Mischung an Quellen!

Einiges wurde über Jahre bei Reisen rund um den Globus zusammengetragen und notiert, andere Rezepte stammen von Freunden, Verwandten oder Kollegen und manches brauchte eine längere Recherche bis die richtige Rezeptur gefunden war. Nein, es geht hier nicht ausschließlich um Original-Rezepte und die Autorin nimmt sich gewissen Freiheiten, so kommt die berühmte englische Oxtail-Soup ganz ohne einen Hauch von Sherry und Madeira aus und die tunesische Fischsuppe enthält Grünkern, was eigentlich sehr untypisch ist, denn Grünkern ist eigentlich Dinkel und stattdessen wird im Nahen Osten eigentlich Weizenschrot verwendet. Und auch die Bosten-Clam-Chowder wird mit Sauerrahm gekocht, was eigentlich nicht authentisch ist, weil es saure Sahne, wie wir sie kennen, in den USA so nicht gibt. Also die Klassik-Fetischisten werden hier gelegentlich schon mal auf die Probe gestellt, ob sie auch tolerant sein können. Die Autorin dankt am Ende des Buches aber ausdrücklich ihrer Schwägerin für deren Rezept-Beratung bei den amerikanischen Suppen-Rezepten, weshalb ich hier nicht meckern möchte, denn ich kenne das Original nicht und mir fehlt es hier an Vergleichen und deshalb kann mich schlecht um ein Original-Rezept betrogen fühlen.

Mir macht die Vielfalt Spaß, aber gegen mehr Information hätte ich nichts gehabt!

Beim Blättern und lesen der Einleitungstexte gewinne ich den Eindruck, es geht hier nicht in erster Linie um die Geheim-Rezepte von Köchinnen und Köchen aus aller Welt, die diesen mit viel Geduld und enormen Einsatz entlockt wurden, sondern Ulrike Skadow hat neben den persönlich gesammelten Rezepten und denen, die von Freunden und Verwandten beigesteuert wurden, vor allem sehr viel recherchiert um mir viele Möglichkeiten anzubieten mal in die Suppentöpfe aller Herren Länder zu schauen. Das ist ganz grundsätzlich meine Erwartungshaltung bei diesem Buch gewesen. Sicherlich ist es darüber hinaus aber auch schön, wenn man als Leser einfach erklärt bekommt, ob man es nun mit einer klassischen Variante oder eine abgewandelten Version zu tun hat und vielleicht warum das bei dem jeweiligen Rezept so gemacht wurde. So kann ich selbst entscheiden, ob ich diesen Weg mitgehen will oder vielleicht die klassischen Komponenten, die fehlen ergänzen oder austauchen. Um es aber noch mal deutlich zu sagen, dies trifft soweit ich das beurteilen kann, nur auf vereinzelte Rezepte zu und die meisten von uns machen ein gutes Rezept sowieso am Geschmack fest und nicht wie eng es am Original bleibt.

Solide Recherche-Arbeit, die das Thema strukturiert angeht!

 Zu jedem Kapitel gibt es eine kleine Einleitung, was hier so alles im Suppentopf landet und die anschließende fotografische Übersicht mit Erklärung typischer Zutaten finde ich sehr informativ und gut gemacht. Praktischerweise gibt es neben den Kalorien- sowie Nährwertangaben zu jedem Rezept noch ein Suppen und Zutatenregister.

Fazit: Wer sich einen Überblick verschaffen will, ist hier richtig! Die Autorin bietet vielfältige Möglichkeiten mal weltweit in die Suppentöpfe zu schauen und das Thema wurde auch mit den nötigen Hintergrundinformationen knapp und anschaulich präsentiert. Persönlich hätte ich mir vielleicht mehr persönliche Note bei den Rezepten gewünscht und auch die Möglichkeit zwischen klassischer und angepasster Version selbst zu entscheiden. Das hätte aus einer soliden Recherche-Arbeit ein besonderes Buch gemacht.

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars!