Einfach indisch

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Amandip Uppal: Einfach indisch

Fotos: Lisa Linder

Knesebeck Verlag

Preis: 24,95 €

Easy peasy indisch kochen und trotzdem auf Geschmack nicht verzichten!

 Worum geht’s?

 Indische Küche lebt von Gewürzen und von Zubereitungstechniken, deshalb ist indisch kochen in der Regel sehr zeitaufwendig und der Gastgeber muss in seinem Gewürzschrank ein wenig Platz machen für neue Mitbewohner. Seit einigen Jahren gibt es verstärkt einen Trend am Kochbuch-Markt, bei dem schon verschiedene Kochbuch-Autoren versucht haben, die indische Küche ein wenig zeitgemäßer und moderner zu präsentieren. Vor allem verzichten diese Kochbücher auf komplizierte Zubereitungstechniken und kürzen hier und da so einiges ab. Häufig ist das was dabei herauskommt, im besten Fall so gerade noch als indisch für den Gaumen wahrnehmbar, aber ein Feuerwerk an Aromen ist damit nicht mehr möglich. Zugegebener Maßen ist dies Unterfangen wirklich nicht ganz einfach, denn mit Reduzierung von Aufwand und Zutaten ist es hier keinesfalls getan, wenn man auf Authentizität Wert legt.

Wie sieht es aus?

– dieses Buch ist besonders!

 Lisa Linder, die Fotografin des Buches hat für viele führende internationale Zeitschriften und Verlage die ganze Welt bereist. Sie hat mit Jamie Oliver, Peter Gordon und Alain Ducasse gearbeitet und Bücher für Giorgio Locatelli und Michel Roux fotografiert und sie war als Kunstredakteurin für die australische Vogue tätig. Hier hat sie ebenfalls einen tollen Job gemacht, die Fotos sind edel, klar und puristisch geworden und passen perfekt zu der schönen Kalligraphie-Schrift im Buch und den vielen wunderschönen Illustrationen und Zeichnungen von Alice Chadwick, die das Buch besonders und einzigartig machen. Mir gefällt das super, hier passt einfach vieles perfekt zusammen.

Was ist drin?

 Lieblingsgerichte der Promis oder der Herzschlag Indiens ist kulinarischer Natur!

© Alice Chadwick/Knesebeck Verlag
© Alice Chadwick/Knesebeck Verlag

Auch wenn Indien für Spiritualität und ebenso Bollywood steht, ist der Herzschlag dieses spannenden Sub-Kontinents eindeutig kulinarischer Natur. Amandip Uppal geht es unterhaltsam und spannend an, die Lieblingsgerichte der indischen Prominenz, damals wie heute, (mit dabei Freddie Mercury, Ghandi, Freida Pinto und sogar der Dalai Lama) werden mit einer witzigen Grafik präsentiert, jeder ist Pate für regionale Köstlichkeiten und so erfahren wir, dass Freida Pinto, bekannt durch Slumdog Millionär und Planet der Affen, aus Goa stammt und für goanesisches Garnelencurry und scharfe Würstchen schwärmt und Deepak Chopra, der New-Age-Gurru und Verfechter alternativer Medizin aus Dehli Butterhühnchen und Kulfi liebt. Einige dieser Promi-Lieblingsessen finden wir in einer leckeren und modernen Version im Rezeptteil präsentiert.

 15 Gewürze sollt ihr sein!

©Knesebeck Verlag
©Knesebeck Verlag

Weiter geht es mit der richtigen Ausstattung. Die Autorin hält 15 Gewürze für essentiell, wenn man indisch kochen will und bietet zudem noch ein paar Klassiker bei den Gewürzmischungen an, schön dass ein Rezept zum Selbermischen von Garam Masala dabei ist, so kann ich mir das immer frisch herstellen und bin nicht auf eine fertige Gewürzmischung angewiesen.

Hier macht Amandip Uppal alles richtig finde ich, denn authentische indische Küche klappt nicht mit 3 bis 4 Gewürzen, wer sich dann wundert, dass kein Aroma-Feuerwerk im Gaumen gezündet wird, ist selber schuld, denn das funktioniert einfach nicht. Aber man kann natürlich intelligent und vorausschauend die Vorratskammer und den Gewürzschrank bestücken und da gibt die Autorin genau die richtigen Tipps, wie wir das professionell angehen können, wenn man wirklich tiefer in diese Küche einsteigen möchte und neben einer unbefangenen und modernen Herangehensweise Wert auf authentische Rezepte legt. Toll ist, dass zu jedem Gewürz einige Rezeptvorschläge gemacht werden, so lässt sich gleich mit jedem Neuzugang im Gewürzschrank viel ausprobieren. Selbstverständlich werden die weiteren Basics für den indischen Vorratsschrank ebenfalls kurz vorgestellt.

Eine moderne Köchin, die weiß, was wir uns heute wünschen!

 Buffettaugliche Happen, die  vielen Spaß machen!

 Amandip Uppal erlernte schon als Kind die Zubereitung traditioneller indischer Gerichte. Die lebenslange Kochleidenschaft der ehemaligen Stylistin und Journalistin, die u. a. für The Times und Condé Nast Traveller arbeitete, führte schließlich zu ihrem Unternehmen: The Lotus Food and Events Company und dem Onlineshop chillihotcho­colate.com, der ihre Begeisterung für Design und gutes Essen widerspiegelt. Sie weiß also sowohl wie es schmecken sollte und was heute bei Buffets und Empfängen gut beim Publikum ankommt und hat tolle Ideen für kleine Happen auf die Hand wie z. B. Filostangen mit Panir und Paprika, Paratha-Wraps mit Gemüse  oder indische Fischnuggets und vieles mehr.

 Klassiker im modernen Gewand, clever kombinieren und einkaufen!

 Als Amandip das erste Mal für ihre Schwiegermutter kochte, war diese schwer begeistert von ihrer Küche und meinte, junge Frauen kochen heute nicht mehr so. Eigentlich hat sie Recht, denn heutzutage ist alles auf Optimierung getrimmt, Küchentraditionen und besonders die indische Küche, die sehr von Zubereitungstechniken lebt, haben es da schwer, nicht in Vergessenheit zu geraten. Rezepte nur verkürzen und Zutaten weglassen ist hier keine Option, wenn ein Gericht mehr als nur OK sein soll und einen nicht nur noch vage an die Original-Aromen erinnert. Amandip Uppal hat für mich hier wirklich vieles deutlich geschickter als ihre Mitstreiter gemacht. Vielleicht liegt es daran, dass sie über Erfahrung im Catering verfügt, sie kombiniert geschickt und so gibt es bei ihr zum Channa Masala (nordindisches Kichererbsen-Gericht) nicht das traditionelle Puri-Brot, das durchaus schon ein wenig aufwendig ist in der Zubereitung, sondern sie sucht ihm Partner, die weniger anspruchsvoll das Zeitbudget der Köchin beanspruchen: ein einfaches Brot, ein Tomatenrelish mit Datteln und Tamarinde und Kartoffel-Erbsen-Küchlein machen sich ebenso gut als Begleiter und auch der gebratene Blumenkohl mit Erbsen wird uns in einer vereinfachten Version präsentiert. Dal Makhani (Linsen-Bohnen-Curry) ist im Normalfall eine Sache von mehreren Stunden, hier wird einfach auf vorgegarte Linsen und Bohnen zurück gegriffen, damit verringert sich die Zubereitungszeit beträchtlich und die Autorin kommt mit sportlichen 30 Minuten Vorbereitungszeit und 30 Minuten Zubereitungszeit aus. Beim Geschmack gibt es aber keine Kompromisse, dafür sorgen Bockshornklee-/Lorbeerblätter, Ingwer, Chili Knoblauch, Zimt und Koriander. Ihr klassisches Lammfleisch-Curry schlägt ebenfalls einen unkomplizierten Weg ein, auch wenn es mit einer Zubereitungszeit von 30 Minuten und einer Garzeit von 45 Minuten nicht zu der Kategorie Ratzfatz gehört. Genauso verhält es sich mit den Lammfleisch-Kofta, die erfahrene Party-Organisatorin weiß sich zu helfen und empfiehlt, die Hackbällchen und die Sauce separat zuzubereiten. Diese Methode der Zeitersparnis wird häufig eingesetzt, das Butterhühnchen landet nur deshalb schneller auf dem Tisch, weil das Hähnchen-Tikka Rezept hier einen Teil der Arbeit erledigt. Manch einer mag das als schummeln empfinden, ist es aber nicht, zumindest wenn man nicht nur dieses eine Rezept kocht, sondern sich die geschickte Kombi-Strategie der Autorin, zu der ebenso leckere Toppings und Pasten gehören, die großen Anteil am authentischen Geschmack haben und manchmal sogleich eine tolle Garnitur abgeben, zu eigen macht.

Panir, Rothi, Nan und Joghurt selbstgemacht kein Problem!

– denn die bekommen schon mal ein visuelles Entrée!

© Alice Chadwick/Knesebeck Verlag
© Alice Chadwick/Knesebeck Verlag

 Es gibt im schönen Buch „Einfach indisch“ viele nützliche Exkurse und tolle wunderschön gezeichnete Step-by-Step Anleitungen, die erklären wie man zu Hause Panir und Co. selbst herstellt. Das ist nicht nur hübsch anzuschauen, sondern sehr anschaulich gemacht, finde ich.

Einfach mal was Neues probieren, Hauptsache unkompliziert!

Amandip hat sich viel vorgenommen, denn sie verspricht uns, die indische Küche auf den neuesten Stand bringen, ihre Rezepte wie z. B. Zitronen-Safran-Hähnchen, gebackener Lachs mit Kokosrahm und gebratenem Brokkoli mit Chili und Fenchel, stehen für die neue indische Küche, ohne verkünstelte Herangehensweise oder komplizierte Zubereitungstechniken, aber trotzdem mit jede Menge Geschmack.

Dessert und Getränke, die Spaß machen.

Um ehrlich zu sein, habe ich zwar schon sehr häufig indisch gekocht, aber fast immer ohne ein selbst gemachtes Dessert. War mir meistens zu aufwendig, das Pistazien-Kulfi (schnelle Variante des indischen Speiseeis-Klassikers) und den Mandel-Safran-Kuchen oder den Fruchsalat mit ganzen Gewürzen von Amandip Uppal werde ich aber gerne probieren, die Rezepte versprechen Spannung. Und auch die heiße Schokolade mit Chili und den Gewürzkaffee werde ich meinen Gästen zukünftig gerne servieren, denn so stelle ich mir persönlich den gelungenen Abschluss eines indischen Essens mit Freunden vor, ohne dass ich überfordert werde.

Abschließend präsentiert die Autorin noch nützliche Grundrezepte und Menüvorschläge, wo es mir ihre Ideen für leckere Toppings besonders angetan haben, der knusprige Ingwer-Knoblauch-Zwiebel-Mix oder das Kokos-Granatapfelkern-Koriander-Topping sind neben anderen Ideen einfach perfekt, schnell mal ein einfaches Gericht zu pimpen und das gehört für mich unbedingt zur modernen indischen Küche dazu.

Fazit: Ein optischer Augenschmaus und spannendes, modernes indisches Kochbuch für Leute, die sich auf Gewürze einlassen und richtig und intelligent indisch kochen wollen. Ich finde es klasse, möchte es aber nur Leuten empfehlen, die sich auch gerne mal Zeit nehmen beim Kochen und  gerne den Asia-Shop ihres Vertrauens aufsuchen. Die Erfahrung aus dem Catering merkt man der Autorin an, hier wird nichts künstlich reduziert, bis es dann nur noch entfernt an indische Aromen erinnert, sondern intelligent reduziert, eingekauft und vorbereitet und außerdem mit jede Menge Kreativität für neue unkomplizierte Ideen gesorgt – so geht für mich moderne indische Küche in 2017!

Herzlichen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

 

Shaking Salad Low Carb

shakingsaladlowcarb_cover_karinstoettinger_brandstaetterverlagKarin Stöttinger: Shaking Salad Low Carb

Fotos: Eisenhut und Mayer

Christian Brandstätter Verlag

Preis: 15,99 € (E-Book)

She makes your Salad savory!

 Wer sich wundert, ob ich noch der deutschen Sprache mächtig bin, ich denke schon, hier handelt es sich um eine Persiflage auf ein Fitness-/Ernährungs-Programm ( I make you…..) von einem fernsehbekannten Tanztrainer. So kann man es auch machen, sich quälen, verzichten und dafür noch viel Geld zahlen, es geht aber auch deutlich besser, Karin Stöttinger ist Shaking-Salad-Expertin und in ihrem zweiten Buch beschäftigt sie sich auch wieder damit, diesmal allerdings in der Low-Carb Variante.

Trendsetterin oder Geschmacksverliebte, für mich am liebsten beides!

 Weihnachten ist vorbei, die Hosen zwicken und die Brigitte-Diät tue ich mir nicht an. Diese Mini-Portionen sind absolut nichts für mich und Kalorien habe ich auch noch nie gezählt, da krieg ich extrem schlechte Laune und Familie und Kollegen würden ihre Probleme mit mir bekommen. Für Trends habe ich nur was über, wenn sie mir auch Lustgewinn versprechen und Low-Carb war ich bisher auch nicht. Das Leben ist kurz und ich will es genießen, auch wenn es schön wäre, dass die Hosen bald wieder richtig sitzen und es nicht bei jedem Schritt irgendwo kneift.

Gottseidank – kein Diät Guru, der mich zeigen will, auf was ich alles verzichten muss!

 Karin Stöttinger ist Bloggerin und für Geschmacksmomente bekannt. In einem Surfurlaub in Spanien machte sie die Bekanntschaft mit dem Shaking-Salad-Prinzip und es war Liebe auf den ersten Blick, seitdem tüftelt sie unentwegt an Rezepten und hat bereits erfolgreich ein Buch zum Thema veröffentlicht. Diäten sind auch nicht ihr Ding, den Neopren-Anzug kann man nicht beschummeln, der Dehnfaktor ist gleich null und auch im Hochzeitskleid wollte Karin eine gute Figur machen. Genießen und wenig bis gar keine Kohlehydrate in Verbindung mit Sport haben bei ihr sehr gut funktioniert.

Was ist drin?

– oder so taugst auch für mich!

Die Autorin präsentiert,  rund 60 Rezepte, ob vegetarisch oder vegan, mit Fisch, Fleisch oder süß als Dessert – bei diesen Salaten ist für jeden etwas dabei. Bewusst verzichtet wird nur auf stark kohlenhydrathaltige Zutaten. Es gibt Salate to-go, die zu allererst schmecken, toll aussehen und mit ebenso vielen raffinierten Dressings-Ideen optimal verfeinert werden, muss ja nicht nur Essig und Öl sein, wenn man seinen inneren Schweinehund ein wenig austricksen will, dann bitte mit Überraschung und Geschmack. Und wenn auch Schweinbauch und Würstl dabei sind, dann bin ich gerne dabei.

Salatbaukasten, oder diese Autorin denkt  praktisch und kann auch flexibel!

 Salate, die ihre besten Zeiten bereits hinter sich haben, können uns gestohlen bleiben, denn schlaffe Blätter, die bereits im Dressing ersoffen sind, bevor wir sie zu sehen bekommen, gibt es bei Karin nicht. Muss ja auch nicht sein, aber was tun, wenn man abends müde und hungrig aus dem Büro heim kommt. Salat waschen, schleudern und jetzt auch noch Dressing machen, bei mir eindeutig ein K.-o.-Kriterium, wo der Salat regelmäßig auf der Strecke bleibt.

Kantinen-Kalorien austricksen oder witzige Gästebewirtung im Glas, hier ist vieles möglich!

Dressing einfach mit dem Öl seiner Wahl und dem Zuckersatz den man selbst favorisiert vorbereiten, Salat waschen, schleudern und den weiteren Zutaten aus Karins spannenden Salat-Kreationen in Glasbehälter einfüllen und ab in den Kühlschrank oder auch gerne mit ins Büro, so lassen sich die geschmacksarmen Kantinen-Kalorien wunderbar austricksen oder auch auf witzige Art Gäste bewirten. Bei Karin Stöttinger freuen sich auch die Büro-Kollegen über leckere und spannende Salate in der Mittagspause und ihre Gäste fanden das persönliche Salat-Glas mit Namen nicht nur lecker, sondern auch sehr originell. Dressings gibt es dazu und jeder bedient sich einfach nach Lust und Laune und Lieblingsgeschmack.

Mal fünf gerade sein lassen, auch das gehört dazu!

 Manchmal darf man auch mogeln, wir haben es hier schließlich mit einer Geschmacks-Setterin und nicht mit einem strengen Fitness-Trainer zu tun. In der Rubrik „Cheat Meals“ können wir auch mal über die Stränge schlagen, denn Low Carb ohne Cheat Meals, das ist ein bisschen wie Salat ohne Dressing, furchtbare Vorstellung. „Cheat Meals“ heißen bei Frau Stöttinger Schlemmermahlzeiten, mit denen Ihr die Low-Carb-Ernährung unterbrechen können, um ihren Stoffwechsel anzukurbeln und Gelüste auf all das stillen, was bei Low Carb tabu ist. Die Grundregel bei Karin lautet: Es gibt keine Regel, alles ist erlaubt. Wie häufig „Cheaten“ sinnvoll ist, ist individuell unterschiedlich, am besten nach dem eigenen Gusto entscheiden.

Kostprobe gefällig – oder was gibt es denn eigentlich?

 Bergkäse mit Rucola und Birne

Steinpilz-Frittata mit Pecorino und Basilikum-Sauerampfer-Salat

Chiogga-Rüben mit Pilzen und Brombeeren

Pizza-Gnocchi mit Champignons

Feigen-Sellerie-Salat mit Nüssen u. Holunderdressing

Jakobsmuscheln mit Himbeeren u.  Macadamianüssen

Thai-Gurkensalat mit gerösteten Erdnüssen, gebratenen Garnelen und Koriander

Mandelmehlkuchen mit Zitronenthymian

Pecannusscrumble mit Meerrettichcreme und Erdbeeren

Nürnberger Bratwürstchen mit weißen Bohnen

Zucchini-Paprika-Gemüse mit Speck u. Pfeffercrumble

Asia-Nudeln mit Aprikosen u. gebratener Hühnerbrust

Datteln mit Orange, Pomelo, Grenadinesirup und Schokoerde

Wo anfangen, bzw. wo aufhören, mir ist die Auswahl so schwer gefallen!

Was hat mich begeistert?

Genießen ist angesagt, Kalorienzählen war gestern!

 Karin Stöttingers Rezepte sind ungeheuer kreativ, ich habe eigentlich keins gefunden was mir persönlich nicht schmecken würde oder an langweilige und genussfeindliche Diät-Kost erinnert, denn ihr geht es wirklich um Geschmackserlebnisse, deshalb hat man gut daran getan hier auf Nährwert- oder Kalorienangaben zu verzichten, denn Karins Salate können überraschen und machen Spaß, optisch und kulinarisch sowieso. In erster Linie ist dieses Buch deswegen ein Genussbuch, es auf die Diätschiene zu reduzieren macht einfach keinen Sinn, dafür sind Karins Rezepte einfach zu spannend! Sie sind dabei auch weniger komplex als im ersten Buch, faule Kompromisse werden trotzdem nicht gemacht, Karin ist gemacksverliebt, deshalb kann man bedenkenlos jedes ihrer Rezepte seinen Gästen servieren, denn hier wird richtig gekocht und auf Fertigbrühen & Co. verzichtet, auch wenn das ein bisschen mehr Arbeit macht.

Jede Menge kreative Einfälle, alles kann, nichts muss!

 Als berufstätige Mutter denkt sie praktisch, vieles lässt sich wunderbar vorbereiten und ihre Ideen für Dressings sind nicht in Stein gemeißelt, sondern stellen nur Anregungen dar, die Bandbreite an Ölen ist groß, nichtsdestotrotz ist hier alles nur als Option gedacht, wer es nicht zu Hause hat, nimmt einfach eins das vorhanden ist, es werden auch viele Austausch-Tipps gegeben.

Für wen ist das was?

 Mir gefällt das Buch super und ich esse nicht nur Salatblätter oder bin eine Low-Carb-Fanatikerin, ich bin Genießerin und möchte es auch bleiben. Geschmack hat für mich die oberste Priorität und ich koche gerne, probiere auch oft was Neues aus und vermeide – wo es möglich ist – Fertigkram. Wenn ich dabei auch noch das eine oder andere Kilo abnehmen kann wunderbar, dazu sage ich nicht nein. Wer das für sich auch unterschreiben kann, ist hier richtig! Wobei ich die vielen kreativen Ideen von Karin beeindruckend finde, ich möchte das Buch deshalb keinesfalls auf ein Diät- oder Trendbuch reduziert wissen, in diesem Buch werdet Ihr auch noch Jahre nachdem der Trend schon wieder von einem anderen abgelöst worden ist, tolle Rezepte finden, die Ihr gerne immer wieder auch Euren Gästen servieren könnt. Ein bisschen Kocherfahrung und Muße ist von Vorteil, auch wenn uns die Autorin viele praktische Tipps zum Vorbereiten mit auf den Weg gibt.

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

Bitter geht auch lecker!

bitterManuela Rüther: Bitter –der vergessene Geschmack

AT-Verlag

Preis: 29,95 €

Bitter geht auch lecker!

Worum geht’s?

 »Bisschen Salz, bisschen Zucker, bisschen Limette noch …«,

 Das ist die Bandbreite mit der die meisten Köche, sei es privat oder von Berufs wegen würzen auch Manuela Rüther hat das bei ihrer Lehre zur Köchin nicht anders gelernt, erst in ihrer Zeit bei Sterneköchen lernte sie auch mit bitteren Raritäten wie z. B. Wildkräuter, Kardy und Cima di Rapa, Puntarelle, Catalogna, etwas spannendes auf den Teller zu zaubern. Sicherlich ist das nicht jedermanns Sache, sich gleich mit so speziellen Produkten auf eine geschmackliche Entdeckungsreise in die Welt des Bitteren zu machen und es geht selbstverständlich auch viel sanfter, die Autorin zeigt uns im Buch gerne wie das geht. Wir vergessen gerne, dass bitter eine Geschmackskomponente ist, die es Wert ist wiederentdeckt zu werden, denn neben süß, sauer salzig, umani (würzig), ist eine bittere Note auch eine Geschmackskomponente, die unbedingt zum ausgewogenen Geschmack dazu gehört. Wenn das Wort bitter fällt, ziehen allerdings nicht nur Kinder eine Schnute, sondern auch Erwachsene winken gerne gleich ab, warum eigentlich? Kaffee trinken ja auch die meisten von uns täglich und Spargel gönnen wir uns auch alle Jahre wieder. Von Oliven(öl) oder auch ganz klassisch von Bier, will ich hier gar nicht sprechen.

 Wer ist die Autorin?

 Manuela Rüther kochte nach dem Abitur in verschiedenen Sterneküchen. Seit 2008 ist sie freischaffende Fotografin und Autorin. Ihre Bilder, Geschichten und Rezepte, die zahlreiche Auszeichnungen erhalten haben, erscheinen regelmäßig in Magazinen und Büchern sowie in ihrem Blog (www.elaruether.de).

 Wie sieht es aus?

 Nicht nur die Köchin, sondern auch die Fotografin versteht ihr Handwerk und überzeugt mit puristischen sehr geschmackvollen Fotos. Der Verlag lässt sich nicht lumpen und spendiert dem Buch eine hochwertige Ausstattung und wird damit dem Thema gerecht, hier legen wir uns was Besonderes zu. Der einzige Wermutstropfen für mich sind die die sehr eng gesetzten Überschriften der Kapitel und auf dem Cover, das passt für mich nicht optimal zu den Fotos und den sonst verwendeten Schriften, hier wäre in meinen Augen sehr viel mehr möglich gewesen und hätte dem tollen Buch auch optisch den Rahmen geben können, den es verdient hat.

 Was ist drin?

 Bitter muss wieder gelernt werden!

Ela Rüther hat einen genialen Plan, und weiß wer verlernt hat, den bitteren Geschmack als Komponente zu schätzen, die Ausgewogenheit und Genuss auf unseren Teller zurückbringt, der sollte sich vielleicht langsam wieder an diese geschmackliche Note herantasten. Folgerichtig unterteilt sie ihre Rezepte nach verschiedenen Bittergraden, sodass wirklich jeder sich wieder damit vertraut machen und mit diesem vergessenen Geschmack experimentieren kann. Ihre Kapiteleinteilung liest sich wie ein Mehrstufenplan („Bitter für Anfänger“, „Aromatisch Bitter“, „Bitter-süß und salzig“ und am Ende gibt es noch zwei Exkurse zu bitteren Getränken (Campari und Aperol lassen grüßen!) und die bittere Apotheke mit Gänseblümchen- und Löwenzahn-Tee rundet diesen Ausflug sehr schön ab.

Diese Autorin nimmt sich Zeit und wirklich abzuholen!

Bitter ist eine geniale Dimension, vorausgesetzt diese Note wird richtig eingesetzt und das beileibe nicht nur in Spitzenrestaurants und bei Raritäten. Es geht schlichtweg um die Ausgewogenheit, störende Akzente wie eine bittere Nuance machen ein Gericht spannend und vollmundig im Mund. Bittergeschmack findet sich nicht nur in solch speziellen Gewächsen wie z. B. Cima di Rapa. Glücklicherweise verbirgt sich dieser spannende Geschmack auch in alltäglichen Gewürzen und Kräutern, Tees und Schokoladen, in Rübe, Rettich und Kohl und vielen anderen leckeren Produkten. Alle verwendeten „Bittermacher von soft bis heftig werden ausführlich in den jeweiligen Kapiteln vorgestellt, bevor es an die Rezepte geht.

Was gibt es denn und wo bekomme ich die Zutaten?

Die Rezepte sind vielfältig und abwechslungsreich. Die ganze Bandbreite an saisonalen Zutaten wird ausgeschöpft und nicht nur das was im Supermarkt verfügbar ist. Ela Rüther denkt aber auch praktisch und empfiehlt immer auch Austauschprodukte, damit es keine exklusive Veranstaltung beim Nachkochen wird und viele mitmachen können. Es gibt Oliven-Tapenade mit Zitronenthymian. Gebratenen Spargel mit Erdbeeren und Rucola für die Neueinsteiger bei Bitter. Wer schon ein bisschen geübt ist und Wert auf Aroma legt, kann sich z. B. an einer Rübstil-Minestrone, geschmortem Rübstiel mit Kartoffelstampf und Ei oder fermentierten Radieschen versuchen.

Anfänger, Hobbyköche und Profis hier werden viele glücklich!

Ela ist gelernte Köchin und hat es tatsächlich geschafft, mit ihren Ideen sowohl neues für Anfänger als auch Profis im Buch unter einen Hut zu bringen. Eigentlich ist das fast nicht möglich, denn hier liegen Welten zwischen Ansprüchen und Realitäten, dieser Autorin ist es aber wunderbar gelungen: Das liegt vor allem am sehr guten Konzept, uns stufenweise an Bitteres heranzuführen und auch daran, wie hier konsequent und sachkundig der Kontext hergestellt wird. Die Autorin geizt nicht mit Informationen bringt diese aber präzise auf den Punkt und kann damit für meinen Geschmack viele abholen. Wir sind mit einer Person unterwegs, die sich diese Geschmacksnote selbst erarbeitet hat, während ihrer Zeit in der Sternegastronomie, die aber noch genug Bodenhaftung hat, sich vorstellen zu können, welche Fragen zum Thema wir „Normalos“ so haben. Sie berücksichtigt dabei auch neue Trends z. B. mit den fermentierte Radieschen und liefert damit ein sehr rundes und inspirierendes Kochbuch ab, das vielen gefallen wird und mir besonders gut gefällt, denn hier wird ein komplexes und schwieriges Thema interessant und spannend vermittelt, es gibt nicht viele Kochbücher, die das von sich sagen können.

Fazit: Bitter von Ela Rüther ist ein tolles Kochbuch geworden, das mit wunderschönen Fotos besticht und durch seine strukturierte Herangehensweise auch bisherige „Bitter-Muffel“ umgarnen und abholen kann. Die Autorin liefert zudem nützliche Informationen, die diese Geschmacksnuance genau auf den Punkt erklären, ohne dass die Rezepte zu kurz kommen. Hier wurde vieles richtig gemacht, denn so macht es Spaß, auch einem polarisierenden Geschmacksmoment einen Platz an meinem Esstisch anzubieten und gemeinsam mit der Köchin kulinarische Entdeckungsreisen zu unternehmen.

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

Suppen – Rezepte aus aller Welt

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Ulrike Skadow: Suppen – Rezepte aus aller Welt

Fotos: Nicolas Leser

Stiftung Warentest

Preis: 19,90 €

 Die Welt in einem Topf !

 Worum geht’s – oder kulinarische Weltreise gefällig?

 Suppen und Eintöpfe sind was herrliches, besonders zu dieser Jahreszeit, wo es draußen dunkel, kalt und unwirtlich ist. Ein Löffel heiße Suppe oder Eintopf wirkt wahre Wunder, wenn man müde, hungrig und durchgefroren heimkommt wärmen sie den Körper und tun der Seele gut.

Die Klassiker wie Erbsen- oder Kartoffelsuppe, haben schon Generationen von Menschen nicht nur satt, sondern auch glücklich gemacht. Aber wie wäre es mit einem spannenden Blick über den Tellerrand. Ulrike Skadow vereint in diesem Buch ganze 80 Original-Rezepte aus 60 Ländern.

Was ist drin?

 

Los geht es mit der Herstellung  von Brühen und dem richtigem Küchenzubehör.

 80 Rezepte aus der ganzen Welt haben ihren Weg ins Buch gefunden. Dazu gehören ebenso Rezepte aus Ländern wo kulinarische und kontinentale Grenzen übereinstimmen, wie z. B. Europa, Nord-, Mittel- u. Südamerika, aber auch andere Aspekte, wie z. B. klimatische Verhältnisse und Parallelen in der kulturellen und historischen Entwicklung einzelner Regionen haben Auswirkungen auf deren Suppentraditionen. Dazu gehören Afrika & der Indischer Ozean und Fernost & und die Pazifik-Region. Auch Vegetarier werden glücklich, denn die Hälfte der Rezepte ist vegetarisch

Was wird serviert – oder was kommt auf unseren Suppenteller?

 Schwedische Erbsensuppe

Irish Stew

Französische Gemüsesuppe mit eingemachtem Gänsefleisch

Portugiesische Caldo Verde (Kohlsuppe mit Chorizo)

Tiroler Speckknödel-Suppe

Schweizer Berghütten-Suppe mit Gryére und Kräutern

Ungarische Gulaschsuppe

Kalte bulgarische Tarator (kalte Gurken-Joghurt-Suppe)

Marokkanische Ramadan-Suppe

Libanesische Makhlouta (Hülsenfrüchte-Getreide-Suppe)

Iranische Ashe-E Anar (Granatapfelsuppe)

Afghanische Maushawa (Bohnensuppe mit Fleischklösschen)

und so einiges mehr……

 

Eine bunte Mischung an Quellen!

Einiges wurde über Jahre bei Reisen rund um den Globus zusammengetragen und notiert, andere Rezepte stammen von Freunden, Verwandten oder Kollegen und manches brauchte eine längere Recherche bis die richtige Rezeptur gefunden war. Nein, es geht hier nicht ausschließlich um Original-Rezepte und die Autorin nimmt sich gewissen Freiheiten, so kommt die berühmte englische Oxtail-Soup ganz ohne einen Hauch von Sherry und Madeira aus und die tunesische Fischsuppe enthält Grünkern, was eigentlich sehr untypisch ist, denn Grünkern ist eigentlich Dinkel und stattdessen wird im Nahen Osten eigentlich Weizenschrot verwendet. Und auch die Bosten-Clam-Chowder wird mit Sauerrahm gekocht, was eigentlich nicht authentisch ist, weil es saure Sahne, wie wir sie kennen, in den USA so nicht gibt. Also die Klassik-Fetischisten werden hier gelegentlich schon mal auf die Probe gestellt, ob sie auch tolerant sein können. Die Autorin dankt am Ende des Buches aber ausdrücklich ihrer Schwägerin für deren Rezept-Beratung bei den amerikanischen Suppen-Rezepten, weshalb ich hier nicht meckern möchte, denn ich kenne das Original nicht und mir fehlt es hier an Vergleichen und deshalb kann mich schlecht um ein Original-Rezept betrogen fühlen.

Mir macht die Vielfalt Spaß, aber gegen mehr Information hätte ich nichts gehabt!

Beim Blättern und lesen der Einleitungstexte gewinne ich den Eindruck, es geht hier nicht in erster Linie um die Geheim-Rezepte von Köchinnen und Köchen aus aller Welt, die diesen mit viel Geduld und enormen Einsatz entlockt wurden, sondern Ulrike Skadow hat neben den persönlich gesammelten Rezepten und denen, die von Freunden und Verwandten beigesteuert wurden, vor allem sehr viel recherchiert um mir viele Möglichkeiten anzubieten mal in die Suppentöpfe aller Herren Länder zu schauen. Das ist ganz grundsätzlich meine Erwartungshaltung bei diesem Buch gewesen. Sicherlich ist es darüber hinaus aber auch schön, wenn man als Leser einfach erklärt bekommt, ob man es nun mit einer klassischen Variante oder eine abgewandelten Version zu tun hat und vielleicht warum das bei dem jeweiligen Rezept so gemacht wurde. So kann ich selbst entscheiden, ob ich diesen Weg mitgehen will oder vielleicht die klassischen Komponenten, die fehlen ergänzen oder austauchen. Um es aber noch mal deutlich zu sagen, dies trifft soweit ich das beurteilen kann, nur auf vereinzelte Rezepte zu und die meisten von uns machen ein gutes Rezept sowieso am Geschmack fest und nicht wie eng es am Original bleibt.

Solide Recherche-Arbeit, die das Thema strukturiert angeht!

 Zu jedem Kapitel gibt es eine kleine Einleitung, was hier so alles im Suppentopf landet und die anschließende fotografische Übersicht mit Erklärung typischer Zutaten finde ich sehr informativ und gut gemacht. Praktischerweise gibt es neben den Kalorien- sowie Nährwertangaben zu jedem Rezept noch ein Suppen und Zutatenregister.

Fazit: Wer sich einen Überblick verschaffen will, ist hier richtig! Die Autorin bietet vielfältige Möglichkeiten mal weltweit in die Suppentöpfe zu schauen und das Thema wurde auch mit den nötigen Hintergrundinformationen knapp und anschaulich präsentiert. Persönlich hätte ich mir vielleicht mehr persönliche Note bei den Rezepten gewünscht und auch die Möglichkeit zwischen klassischer und angepasster Version selbst zu entscheiden. Das hätte aus einer soliden Recherche-Arbeit ein besonderes Buch gemacht.

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars!

Selbstgemacht im Glas

3d_sigTomsich/Derndorfer/Fischer: Selbstgemacht im Glas
Zum Einkochen, mitnehmen &verschenken

Christian Brandstätter Verlag

Preis: 34,90 €

Im Glas ist vieles möglich!

Worum geht‘s?

Einkochen ist wieder hip, der Mief der 60ziger und 70ziger Jahre der dieses Thema stets begleitete hat sich längst verflüchtigt, denn heute geht es hier nicht nur um Vorratshaltung, sondern auch um saisonalen Genuss, bei dem man auch noch herrlich kreativ sein kann. Der Trend zur saisonalen Ernährung hat bei vielen das Bewusstsein dafür geweckt, im Sommer schon an den Winter zu denken und Marmelade, Kompott, Sirup und vieles mehr für unsere Keller-Regale zu produzieren. Bei mir fing alles mit einem Pflaumenbaum und einem Apfelbaum im Wochenendhäuschen an und ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, mein Pflaumenmus im Supermarkt zu kaufen, auch wenn die Zubereitung schon ein wenig Arbeit macht. Inzwischen besitze ich auch einen Einkoch- und Dörrautomaten um die Steinpilzfunde zu konservieren und um Gemüsebrühpulver selbst herzustellen. Auch beim Kochen bin ich eher großzügig und Gulasch und Kürbissuppe und vieles mehr wird praktischerweise in großen Mengen produziert und die Reste, die nicht gleich verspeist werden, wandern in Einmachgläser. Das ist ungeheuer praktisch, wenn es mal schnell gehen soll und für mich die einzig vorstellbare Möglichkeit, auf konservierte Produkte zurückzugreifen, denn im Gegensatz zu Industrieprodukten, weiß ich genau was drin ist.

Was ist drin?

 Erst mal mit den Grundlagen vertraut machen und hier wird es uns einfach gemacht!

Nein Einkochen ist kein Hexenwerk, aber ein bisschen Know-How ist immens wichtig, damit sparen die Autoren nicht und bereiten es vor allem ungeheuer anschaulich auf: Wir erfahren im Schnelldurchlauf alles Wissenswertes zu den unterschiedlichen Konservier-Methoden, Ausstattung und Zubehör Füllvolumen, Glasformen, Deckeln und mehr.

Wissensvermittlung par excellence oder was ist für mich das beste Setting!

uebersicht

 In dieser Ausführlichkeit lassen das viele Bücher zum Thema vermissen, aber Nikolas Tomsich als Herausgeber des schönen Buches, ist vom Fach und bei Österreichs größtem Glashändler beschäftigt.  Auf sein Wissen und seine Erfahrung im Bereich Glas und Verschluss greifen Köche, Produzenten und Abfüller gerne zurück, neben Fachvorträgen und Schulungen zum Thema Verpackung von Lebensmitteln ist er selbst ein leidenschaftlicher „Einrexer“. Hier habe ich vieles neues erfahren und bin glücklich, dass dieser Aspekt einmal so ausführlich in einem Buch zum Thema präsentiert wird. Wunderbar auch die Übersichtstabelle „Einkochen auf einem Blick“, die sehr anschaulich für die jeweiligen Produkte die optimalen Garzeiten, Glasformen und Deckel präsentiert. Das macht Spaß und man merkt die Leidenschaft, mit der Verlag und Autoren Inhalte vermitteln wollen. Unter der Rubrik „Optimal Setting“ können sowohl Anfänger als auch Vorratshalter im größeren Stil, die für sie optimale Methode zum Einwecken herausfinden und erhalten nebenbei noch nützliche Tipps.

Alles was im Glas möglich ist!

Langschläfer, Berufstätige und Gartenbesitzer, hier kommen alle auf Ihre Kosten!

Die Autoren haben ganze Arbeit geleistet und holen hier viele ab, denn das Buch berücksichtigt im Rezeptteil, alles was im Glas möglich ist, nicht nur „Einkocher“ kommen auf Ihre Kosten, sondern auch Berufstätige, die ihr ihr Mittagessen im Glas vorbereiten und mit ins Büro nehmen. Mit wenigen Handgriffen wird ein leckerer Schichtsalat im Glas oder eine Suppe to go hergestellt, die praktischerweise direkt aus diesem genossen werden können. Singles sind froh, dass sie ihre Lieblingsgerichte auch in kleinen Portionen genießen können und keine Langeweile aufkommt. Für Picknick-Fans und Ästheten darf es auch gerne ein Kuchen oder ein Dessert im Glas sein. Langschläfer freuen sich, wenn sie gesund und lecker mit Smoothies & Overnight Oats den Weg ins Büro antreten. Gartenbesitzer und leidenschaftliche Gastgeber bekommen leckere Ideen, wie man unkompliziert und köstlich die Zeit von Saison zu Saison überbrücken kann oder auch Überraschungsbesuch lecker bewirten kann.

Gastgeber können sich freuen, hier wird an alles gedacht!

 Tagelang frische Pizza das ist kein Problem, die Mini-Pizzen werden einfach im Glas vorgebacken und sofort verschlossen. Dann nur noch die Gläser dunkel und kühl lagern und 2 Tage später zum Aufwärmen herausnehmen und aufbacken. Flache Gläser eigenen sich nicht nur als Transportmittel, sondern sind auch preiswerte Backformen. Soll die Köstlichkeit anschließend transportiert werden, einfach Deckel aufsetzen und schon können auch die Bürokollegen oder Picknickfreunde in den Genuss von einem leckeren gebackenen Thymian-Ricotta kommen und Sesam-Zitronen- oder Mohnbutter mit Basilikum und Basilikum- Pinien-Eis mit Himbeer-Sauce machen im Glas auf jedem Buffet eine gute Figur.

Was gibt es denn?

 Carnivoren, Vegetarier, Veganer alle werden mit sehr kreativen Rezepten bedacht, hier mal eine kleine Kostprobe:

Aprikosen-Mango-Lassi

Erdbeer-Melonen-Fenchel-Smoothie

Marinierte leicht getrocknete Tomaten

Kalte Mandel-Knoblauch-Suppe

zitronige Rucola-Kartoffel-Suppe mit Croûtons

Quinoasalat mit Auberginen, Zucchini u. Feta

Asia-Nudelsalat mit Huhn u. Mandarine

Marokkanischer Rindfleisch-Gemüse-Topf

Heidelbeer-Tiramisu

Cremiger Erdbeer—Milchreis

Walnuss-Koriander-Pesto

Apfel—Basilikum Senf

Süssaure Asia-Pflaumensauce

Himbeer-Thymian-Ansatzessig

Honig-Senfgurken

Rotes Kimichi

herzhafte Leberwurst

Marokkanische Bratwurst

Wiener Saftgulasch

Rindfleisch-Curry

Himbeer-Bananen-Marmelade

Pfirsich-Marmelade mit Rosmarin

Birnenkompott mit Cassis.

Schokokuchen mit Salzpistazien u. Melone

Rhabarber-Ingwer—Sirup

Ananas-Minze-Sirup

Orangen-Wacholder-Likör

Rosen-Holunderblüten-Zucker

Diese Liste ließe sich noch eine Weile fortsetzen, denn die Auswahl der beiden Autorinnen ist ebenso stimmig wie kreativ, da macht einfach vieles Lust auf ausprobieren.

Was ist besonders? – oder Theorie geht auch anschaulich!

 Bei einem Kochbuch geht es ja auch immer um Wissensvermittlung und nicht nur um Rezepte. Häufig haben die meisten Bücher aber gerade hier ihre Schwächen. Manchmal wird uns da nur dürftig zusammengetragenes Wissen präsentiert, dass es nur begrenzt versteht die richtige Klammer für die Rezepte zu bilden, viel häufiger wird man da aber mit liebloser und wenig ansprechender Präsentation konfrontiert. In diesem Buch wurde für mich alles richtig gemacht, denn auch im Anhang wird nicht mit Tipps gegeizt und wieder alles sehr anschaulich und übersichtlich präsentiert. Die Rezepte sind kompakt präsentiert, hier wäre eine noch umfangreichere Information zur Haltbarkeit bei den unterschiedlichen Lagermethoden gerade für Anfänger sehr hilfreich gewesen und hätte mein Glück perfekt gemacht.

Fazit: Ein Buch mit vielen kreativen Rezepten rund um alles was im Glas möglich ist, der Theorieteil sucht seines Gleichen in dieser Anschaulich- und Ausführlichkeit ist mir das noch nicht begegnet. Jedem Kapitel wird außerdem noch mal das Wichtigste vorab vorausgestellt. Wer sich nur für das Haltbarmachen interessiert, bekommt sehr inspirierende Ideen und Rezepte, die Spaß machen, aber durchaus auch kompakt gehalten sind. Am besten sich auch mal bei den Salaten, Kuchen, Desserts und anderem umschauen, es lohnt sich! Außerdem haben wir es hier mit einem Buch mit herausragender Ausstattung, das auch mit optischen Reizen nicht geizt.

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars!

 

Toskana

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Toskana elegant und köstlich!

Csaba della Zorza: Toskana

Fotos: Stefano Scatà

Callwey Verlag

Preis 39,95 €

 Worum geht’s?

 Die Toskanische Küche stand eigentlich viele Jahrzehnte für eine Arme-Leute Küche. Berühmt sind z. B. Cantuccini, die beliebten Hartkekse, die gerne in Vino-Santo getaucht werden und der weihnachtliche Panforte-Kuchen aus Siena. Aber auch viele Gerichte mit Maronen und Kastanien  und eine Ribollita (toskanische Brot- u. Gemüsesuppe) sind typisch für diese Region.

Wer ist die Autorin?

© Stefano Scatà
© Stefano Scatà

Aber auch hier hat sich in den letzten Jahren viel getan, Casba della Zorza, eine Cordon-Bleu-Köchin (Eine berühmte frz. Kochschule, die mittlerweile in 15 Ländern Ableger hat und zu deren berühmtesten Absolventen, Julia Child, Rachel Khoo, Mario Batoli etc. gehören.), Lifestyle-Journalistin, Autorin mehrerer Kochbücher, Expertin im italienischen TV und Kolumnistin für viele Zeitschriften zeigt in ihren Rezepten, dass traditionelle italienische Gerichte mit einer modernen internationalen Herangehensweise verschmelzen. Csabas Handschrift ist ebenso frisch wie praktisch und ausgefeilt. Sie zeigt, wie mühelos das alltägliche Kochen sein kann und wie die Gäste am Tisch auf einfache Weise beeindruckt werden können, sowohl kulinarisch als auch optisch. Die Autorin lebt mit Mann und zwei Kindern in Mailand.

Wie sieht es aus – rundum ein echtes Schmuckstück?

 Verlag und Buch passen perfekt zusammen: Bei Callwey werden normalerweise hochwertige Bücher zu Kochen, Interieur und Gartenkunst verlegt. Elegante und hochwertige Ausstattung ist hier Programm. Vor mir liegt ein schöner handlicher A-5-Leineneinband mit farblich abgesetzter Schrift (Aubergine), grünem aufgedruckten Olivenzweig und passendem Lesebändchen in Pink. Wer sich das italienische Cover anschaut, sieht hier liegen Welten dazwischen, diesen ziert nur eine nette Aufnahme der attraktiven Autorin auf einer Vespa. Ja, das kann man so machen, Callwey hat es aber um Längen besser gemacht, hier passen Ausstattung und Inhalt perfekt zusammen und ergänzen sich vortrefflich. Diese elegante Buch-Erscheinung fühlt sich überall wohl auch auf dem Coffee-Table und spricht Menschen an, die bei Büchern auf liebevolle Ausstattung nicht verzichten wollen.

Was ist drin?-  oder ein sehr persönliches Kochbuch

 Wir müssen lernen besser zu essen und nicht besser zu kochen!

 Die Autorin verbindet mit der Toskana viele sehr persönliche Erinnerungen, regelmäßig wurden hier mit der Familie die Ferien bei der Großmutter verbracht. Csaba della Zorza erinnert sich noch gut, dass für ihre Großmutter gutes Essen einfach das Wichtigste war: Morgens die erste in der Küche und schon schwer in Aktion, wenn die anderen Familienmitglieder noch schlaftrunken und sich die Augen reibend in der Küche erschienen. Die Nonna lebte für ihre Küche und der Nonno hat jedes Jahr mindestens 50 kg Birnentomaten konserviert und dabei die Küche in ein wahres Laboratorium verwandelt. Wer jemals einen Tomaten-Sugo aus selbst gezogenen Tomaten genossen hat, ist sicherlich für alle Zeiten immun für lieblos gemachte Industrieprodukte, die außer viel Zucker und Salz nicht wirklich viel zu bieten haben. Ohne Tomaten, Olivenöl und Pecorino ist eine authentische toskanische Küche, die traditionell eher schlicht ist und von der Qualität ihrer Zutaten lebt nicht vorstellbar. Für Tomaten, die leider nicht an ihrem optimalen Reifepunkt in der Küche, zum Einsatz kamen, war das Heilmittel von Csabas Mutter ein bisschen gutes Tomatenmark.

Mit einer sinnvoll ausgestatteten Speisekammerfängt der Spaß beim Kochen an: Pasta, Olivenöl, Knoblauch, Zwiebeln zwei Sorten Essig (Balsam- u. Apfelessig), Knoblauch, Zwiebeln, getrocknete Chilischoten, Senf von allerbester Qualität, Nüsse, eine Dose Thunfisch, damit ist schon einiges möglich. Ergänzt durch Rezepte, die den Eigenschmack der Produkte in den Vordergrund stellen, aber auch Platz zum Improvisieren lassen

Klassische Rezepte, hier und da  ein wenig modernisiert!

100 Rezepte von Antipasti, Gnocchi und Pasta, Fleisch und Fisch, Gemüse, bis hin zu Snacks für Groß und Klein und zum Schluss noch Süßes für Desserts und zum Kaffee werden uns in unterschiedlichen Varianten sowohl traditionell als auch behutsam auf unseren Zeitgeschmack und unsere Lebensumstände angepasst vorgestellt. Vielfach, handelt es sich hier um Familien-Rezepte, die von einer erfahrenen Köchin und erfolgreichen Autorin aufgepeppt und modernisiert wurden und mit nur wenigem an Zutaten auskommen. Brotsalat mit oder ohne Gurke, das handhabt man in Florenz und Siena unterschiedlich, das hier präsentierte Rezept versteht es aber auch einiges besser als die traditionelle Vorlage zu machen, die rohe Zwiebel wird durch das Einlegen in ein wenig Wasser und Essig entschärft und das Brot nicht pappig, weil es nicht – wie bei der klassischen Vorlage – vorher in Wasser eingeweicht wird. Carbonara kommt ohne die leidige Sahne aus und die Tagiatelle werden mit einem Wildschwein-Ragout serviert. Auch die Suppen bleiben schlicht, es wird verwendet was gerade Saison hat und lebt von der Qualität der Zutaten. Wo es Not tut und man mit Erfahrung was besser machen kann, ist die Autorin stets präsent und erklärt z. B. gerne, dass sie ihr Steak nach Florentiner Art gerne ohne Öl in einer gusseisernen Pfanne oder auf dem Grill anbrät, um Rauchentwicklung zu vermeiden. Wer auf der Suche nach den bewährten Klassikern der toskanischen Küche ist, wird hier alles finden, was man sich da vorstellt.

 Ein Kochbuch, das ein Lebensgefühl transportieren möchte!

 Csaba della Zorza gilt in Italien als Lifestyle Expertin, dieses Buch ist also viel mehr als nur ein Kochbuch und bringt echten italienischen Country-Chic zu uns nach Hause. Fotos von eleganten Häuser und Küchen, die ebenso stilvoll wie klassisch sind und eine Autorin, die nicht nur kochen kann, sondern sympathisch und mit lässigem Chic im Sommerkleid und auch in Gummistiefeln eine sehr gute Figur macht, machen das Buch zu Augenschmaus, für alle jene, die bei einem Kochbuch auch optisch was geboten bekommen möchten und sich dem Land-Adel näher fühlen, als dem Großstadttrubel.

 Fazit: Ein klassisches Toskana-Kochbuch für alle, die nicht nur kochen wollen, sondern auch gerne mal auf einem italienischen Landgut eingeladen werden möchten. Auch die Köchin fühlt sich dieser Tradition verpflichtet, gibt aber gerne Tipps wie man hier und dort ein Rezept ein wenig modernisieren und verbessern kann. Bei der Ausstattung hat der Verlag ausgesprochenes Händchen bewiesen, denn die italienische Original-Version spart hier doch mächtig und kann nicht im Entferntesten da mithalten.

Nachtisch bitte!

cover_nachtisch-bitte_riker-2Sonja Riker: Nachtisch bitte

Fotos Andrea Lipp

Folio Verlag

Preis: 25,– €

Klasse statt Masse oder ohne Nachtisch ist auch keine Lösung!

 Worum geht’s?

 Manchmal muss es zum Nachtisch mehr als nur Espresso sein!

 Kennt Ihr das, ein richtig gutes Essen und hinterher nur einen Espresso mit einem abgepackten Keks zum Ausklang, das ist doch recht trostlos auch wenn es vorher noch so gut geschmeckt hat. Abgepackte Kekse sind sowieso überhaupt nicht meins und bei fertigem Backwerk aus der Bäckerei bin ich auch mehr als kritisch. Das meiste ist mir viel zu süß und Handwerk wird häufig durch fragwürdige Zusatzstoffe ersetzt, da verzichte ich lieber und halte mich stattdessen an meinem kümmerlichen Espresso fest. Das soll sich jetzt ändern und deshalb habe ich mir das schöne neue Buch „Nachtisch bitte“ zugelegt. Die Schwiegermutter wird es freuen, denn bei ihr muss es am Ende immer was Süßes zum Abschluss sein, Desserts sind in meiner Küche bislang allerdings sehr stiefmütterlich weggekommen. Als Berufstätige, fehlt mir häufig die Zeit und die Muße, dafür Stunden zu investieren und ein leckeres Stück Kuchen, selbstgemachte Kekse oder Obstkompott und eine Quarkcreme sind mir tausendmal lieber als eine schwere Mousse oder Creme. Nur was hermachen soll es natürlich auch, besonders wenn die Schwiegermutter mit am Tisch sitzt.

Wer sind die Autoren?

Sonja Riker, geboren 1967, arbeitete zehn Jahre beim Bayerischen Rundfunk, bis sie 2006 auf dem Münchner Elisabethmarkt ihren Suppenladen „SuSa – Suppe, Saft und Gewürze“ eröffnete. Fünf Jahre führte sie zusätzlich das Café „SuSa – Süße Sachen“. Autorin der Bestseller Suppenglück und Mehr Suppenglück. http://susa-suppenglueck.de/

Andrea Lipp, geboren 1977, lebt und arbeitet als Fotografin in Augsburg sowie in ihrer Heimatstadt Graz. www.elfenkind-photography.com

Was ist drin?

 Love at first sight!

 Back- und Dessertbücher habe ich deutlich weniger als Kochbücher, trotzdem herrscht in dieser Sparte nicht gähnende Leere in meinem Kochbuch-Regal. Wie auch, als bekennende „Kochbuch-Süchtige“, achte ich darauf, dass hier genug steht. Ich liebe jedes Buch und bin dankbar für die vielen Inspirationen, die häufig ganz unterschiedliche Aspekte bedienen und mich neues ausprobieren lassen. Und trotzdem bei manchen Büchern ist es Liebe auf den ersten Blick, weil man schon beim Blättern erkennt, man hat einen echten Schatz gefunden und möchte schnurstracks in die Küche und loslegen, weil nahezu jedes Rezept genau dem persönlichem Geschmack entspricht.

Für mich bitte unkompliziert in der Zubereitung, aber immer lecker und mit Twist!

Eine entspannte Protagonistin und viele kreative Rezepte entweder herrlich altmodisch wie der Zwetschgen-Quark-Kuchen, in Sonjas Version allerdings mit einem Teig aus Vollkornmehl oder ein Rhabarber-Käsekuchen mit spannendem Twist, der mich optisch sofort für sich einnimmt, denn der Rhabarber wurde mit der Schnittfläche nach unten nebeneinander in den Teig gestellt und das ist ein echter Hingucker, dem ich im Frühjahr gerne einen Ehren-Platz auf meiner Kaffeetafel einräume.

Die Mischung macht’s!

 Im Kapitel „Nie alle!“, in dem die Autorin ihre Keksdose öffnet begeistert mich ihre traumhaft schönen Cranberry-Schnecken, mit Marzipan und Amaretto im Teig und Mamas Klassiker der Heidesand wurde mit Rosmarin und Zitronenabrieb sehr schön aufgepeppt. Im Kapitel „Alles Quark“ ist nichts beliebig, sondern in diesem schönen Buch sind echte Traumpaare am Start, die sich gesucht und gefunden haben, wie wäre es mit einem Florentiner-Apfel-Joghurt-Quark oder eine Portion feinstes Hüftgold in Form eines Karamell-Cheesecake. Und auch die Buttermilch-Mousse mit weißer Schokolade und Tonka trifft bei mir voll ins Schwarze, sie kommt ohne weiteren Zucker aus und passt sicherlich prima zu meinem eingekochten Zwetschgenröster aus dem Garten.

Diese Köchin hat viele neue Ideen!

In der Rubrik „Klassiker im neuen Kleid“ bietet Sonja eine Fülle von spritzigen Ideen, wie man frischen Wind auf den Kaffeetisch zaubern kann. Sie hat dabei den Klassikern aus vergangenen Zeiten sozusagen neue Kleider verpasst oder schafft es mit einem leckeren Accessoires eine ganz neue sehr interessante Kombination auf den Tisch zu bringen. Pate dafür stehen z. B. ein Butterkuchen mit Fleur de Sel und Karamell oder quietschbunte Kastenkuchen, wahlweise mit Rote Beete, Zucchini oder Möhre, Mandel und Sesam im Teig Auch der Gugelhupf wird vollkommen transformiert, langweilig ist in diesem Buch nichts, Mohn Marzipan, Ingwer, Kakao und Topfen sorgen für aparte und köstliche Varianten. Matcha-Teepulver bringt jede Menge Optik für die sonst eher biedere Erdbeer-Biskuitrolle und beim Strudel wird kurzerhand eine bayerisch-spanische Liaison eingegangen, denn die netten Päckchen punkten mit ihren inneren Werten in Form einer spanischen Vanille-Creme.

 Weniger ist manchmal mehr!

 Wenn Vorspeise und Hauptgang schon üppig waren, dann braucht es beileibe kein 1000-Kalorien-Dessert, das uns noch Stunden später wie ein Backstein im Magen liegt. Lecker, leicht und luftig soll es sein, genau dafür gibt es im Buch im Kapitel „Leicht & Lecker“ herrliche Ideen, wie z. B. eine Holunder-Joghurt-Tarte oder eine Kirschgrütze mit Kardamom und Kokosschaum oder einen Mango-Litschi-Salat, die mit interessanten und überraschenden Aromen jede Menge frische Akzente setzen.

Süßes für jeden Anlass!

Im Kapitel „Das Beste für Feste“ wird noch mal so richtig aufgetischt: von Ostern bis Weihnachten, für den Kindergeburtstag oder die Hochzeit, gibt es Klassiker wie Elisenlebkuchen oder Linzer Torte und auch mal ein Rezept für ein veganes Superbrot oder Ideen für den Kindergeburtstag (Grissini-Mikado) und Hochzeit (Hochzeitstaler).

Fazit – oder was ist besonders? Sonja Riker ist eine leidenschaftliche und kreative Köchin, ihre Ideen haben nicht nur Pfiff, sondern sind auch herrlich unkompliziert in der Zubereitung. Sie schafft es mit einem überraschenden Twist Klassikern einen völlig neuen Auftritt zu verschaffen und kennt unsere Vorlieben ganz genau, da gibt es für jeden Geschmack und jeden Anlass eine Idee, die mich geradezu in die Küche treiben, weil sie auf jedes zu viel verzichten, ob es nun Zucker oder Komplexität ist. Stattdessen setzt diese Autorin auf neue Akzente und beweist mit jeder ihrer Kreationen, Nachtisch macht Spaß, wenn man die richtigen Rezepte hat, dann kann diese Disziplin für jeden zur Königsdisziplin werden, egal für welchen Anlass und auch bei begrenztem Zeit-Budget. Für mich in dieser Sparte das innovativste Buch in 2016, definitiv sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene Süßschnäbel ein Gewinn sowohl bei Desserts als auch auf der Kaffeetafel.

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.