Geschmorter Kohl mit Ziegenkase und Chimichurri

©Nuriel Molcho/Brandstätter Verlag

Sehr lecker, aber das Loch in den Weißkohl zu schneiden, war ein ziemlich schwieriges Unterfangen, geschmacklich top! Zum Glück gibt es in unserem Haushalt ebenfalls einen Creme-Brulee-Brenner, der sonst nur alle Jubeljahre zum Einsatz kommt…… Alternativ würde ich persönlich die Scheiben von der Ziegenkäserolle kurz in der Pfanne scharf anbraten.

Rezept von Asaf Doktor

Zutaten (für 4 Persnen als Hauptspeise):

Für den geschmrten Kohl:

1 grßer, möglichst junger Weißkohl (ca. 2 kg)

4 Kirschtomaten

1 Sivri (Türkische, scharfe grüne Peperoni)

3 Knoblauchzehen

175 ml Weißwein

10 Zweige Za’atar, ersatzweise Oregano

5 Zweige Rosmarin

5 Zweige Salbei

125 ml Olivenöl

Meersalz

Für die Chimichurri:

30 g Za’atar

1 Frühlingszwiebel

2 Knoblauchzehen

Zesten einer unbehandelten Zitrone

1 TL Meersalz

1 TL Zucker

100 ml Rotweinessig

160 ml Olivenöl

4 Scheiben Ziegenkäserolle (z.B. Sainte-Maure de Turaine)

Zubereitung:

Für den Kohl Backofen auf 220 °C (Umluft) vorheizen. Eine Auflaufform oder ein tiefes Backblech mit Alufolie auslegen, den Kohl mit dem Strunk nach unten darauflegen (die Alufolie muss den Kohl später ganz umschließen können). In die Mitte des Kohlkopfes ein Loch von ca. 2–3 cm Durchmesser bis fast zur Wurzel schneiden.

Kirschtomaten vierteln, Sivri halbieren. Knoblauch schalen und halbieren. Tomaten, Sivri und Knoblauch in das Loch im Kohl geben, anschließend Weißwein hinein gießen. Krauter auf und neben den Kohl legen, sodass sie rundherum verteilt sind. Mit Olivenöl beträufeln, salzen und die Alufolie fest um den Kohl wickeln. Im Ofen ca. 2  Stunden schmoren, bis der Kohl sehr weich ist.

Während der Kohl gart, die Chimichurri zubereiten. Za’atarblätter abzupfen und fein hacken. Frühlingszwiebel putzen, Knoblauch schälen und beides fein hacken. Mit den übrigen Zutaten in einer Schüssel vermengen und 2 Stunden bei Zimmertemperatur ziehen lassen.

Kohl aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen. Anschließend aus der Folie wickeln und in 8 Spalten schneiden. Auf Teller legen, Chimichurri und etwas Salz darüber geben. Ziegenkäse auf dem Kohl anrichten und mit einem Creme-Brulee-Brenner karamellisieren. Warm servieren.

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Gebratener Frühstücksreis

© Lukas Lienhard, AT Verlag

Quelle: Tanja Grandits: Tanjas Kochbuch

Vom Glück der einfachen Küche

Lieblingsrezepte für jeden Tag

Fotos: Lukas Lienhard

AT-Verlag

Preis: 34,– €

Perfekte Möglichkeit den übriggebliebenen Reis vom Thai-Curry am Samstag-Abend aromatisch und lecker eine Zweit-Karriere zu ermöglichen – sehr schmackhaft und unkompliziert.

Rice zum Frühstück ist auch morgens um sieben Uhr schon ein großer Favorit von Emma. Wichtig: Den Reis sollte man schon am Vorabend kochen. Das spart zum einen Zeit und zum anderen lässt er sich so viel besser knusprig braten.

Zutaten:

200 g Basmatireis

2 EL Sonnenblumenöl

1 Karotte, grob geraspelt

½ Knoblauchzehe, fein gehackt

¼ Ananas, geschält, fein gewürfelt

3 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten

3 Eier

1 Prise Chilipulver

1 Prise Muskatnuss

2 EL gerösteter Sesam

1 EL Sojasauce

3 EL geröstete, grob gehackte Erdnüsse

Zubereitung:

Den Reis am Vorabend kalt abspülen, bis das Wasser klar bleibt. In einen Topf geben und mit 300 ml Wasser und 1 Prise Salz aufkochen. Den Deckel auflegen und auf niedrigster Stufe 6 Minuten ganz leicht köcheln lassen. Vom Herd ziehen und weitere 10 Minuten quellen lassen. Mit einer Gabel auflockern, auskühlen lassen und im Kühlschrank bis zum nächsten Tag aufbewahren.

Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Karotte, Knoblauch, Ananas und Frühlingszwiebeln heiß und schnell anbraten. In eine Schüssel geben. (Etwas Frühlingszwiebelgrün beiseitelegen.)

Die Eier mit den Gewürzen, dem Sesam und der Sojasauce verquirlen und in etwas Öl in der Pfanne braten. Den Reis dazugeben und weiterbraten, bis alles leicht knusprig ist. Das Gemüse zurück in die Pfanne geben, unterrühren und falls nötig mit Salz abschmecken. Die Erdnüsse und etwas fein geschnittenes Frühlingszwiebelgrün über den Reis streuen.

 

Kräuter-Feta-Cake

Quelle: Tanja Grandits: Tanjas Kochbuch

Vom Glück der einfachen Küche

Lieblingsrezepte für jeden Tag

Fotos: Lukas Lienhard

AT-Verlag

Preis: 34,– €

Perfektes Party-Food! P.S. Den Estragon habe ich weggelassen, weil ich keinen zur Hand hatte. Es war aber definitiv nicht das letzte Mal, dass dieser wirklich einfache und total delikate Aperitif-Begleiter bei uns zu Hause zu Gast war! Grün, grün sind alle meine Speisen, weil die Rezeptgeberin Weltmeisterin in monochronen Arrangements ist.

Diese herzhafte Variante eines Rührkuchens kommt bei uns zu allen möglichen Gelegenheiten auf den Tisch. Das Schöne an vielen dieser einfachen Rezepte ist, dass sie sich in immer neuen Kombinationen variieren lassen – mit anderen Gemüse- oder Käsesorten, Kräutern und so weiter. Der Cake ergibt mit einem knackigen Salat mit vielen Kräutern ein schönes Sommergericht oder, in Würfel geschnitten, feine Häppchen zum Aperitif.

Zutaten:

180 g Mehl

2 TL Backpulver

3 Eier

100 ml Milch

100 ml Olivenöl

Salz, frisch geriebene Musaktnuss

200 g Feta, gewürfelt

100 g Parmesan, frisch gerieben

4 Frühlingszwiebeln mit Grün, fein geschnitten

1 Bund Rucola, fein geschnitten

2 große Handvoll Kräuter (glatte Petersilie, Basilikum, Estragon), fein geschnitten

Butter für die Form

Zubereitung:

Mehl und Backpulver mischen. In einer zweiten Schüssel Eier, Milch, Öl und Gewürze gut verrühren. Die Eimischung zum Mehl geben und glatt rühren. Käse, Frühlingszwiebeln, Rucola und Kräuter unter den Teig heben. In eine gebutterte Form füllen und im 180 Grad heißen Ofen etwa 45 Minuten backen.

 

Fünferlei-Bohnen-Chili mit Maisbrot

© Nassima Rothacker

Quelle: Ella Mills: Plant-Based Cookbook

Fotos: Nassima Rothacker

Berlin Verlag

Preis: 22,– €

Dieses Chili hat sogar der Ehemann gefeiert und dass obwohl der sehr skeptisch war, ob das auch ohne Hackfleisch wirklich lecker werden kann. Ms. Mills konnte Überzeugungsarbeit leisten vor allem wegen dem würzigen Mais-Chili-Brot dazu. – Das gibt es jetzt öfter genau so!

Wenn ihr nur ein einziges Rezept aus diesem Buch nachkochen wollt, dann bereitet dieses zu! Ich glaube, es ist eines unserer gefragtesten Rezepte, daher freue mich, es euch hier endlich vorzustellen. Sowohl das herzhafte Chili als auch das knusprige Maisbrot sind überraschend einfach zu machen und schmecken unglaublich gut!

Zutaten:

(Chili für 4 Personen, Maisbrot für 10 Personen)

750 g Mais (ca. 3–4 Dosen), abgegossen, gespült

450 ml Mandeldrink, ungesüßt

150 ml Sonnenblumenöl (Rapsöl oder anderes Pflanzenöl)

1 EL Apfelessig

25 g frische Korianderblätter, gehackt

1 Dose (400 g) schwarze Bohnen, abgegossen, gespült

2 rote Chilischoten, entkernt, fein gehackt

1 EL Meersalzflocken

1 Prise Pfeffer

Für die trockenen Zutaten:

60 g Mehl (glutenfrei))

30 g Reismehl

400 g Polenta

1 EL Maismehl

1 TL Backpulver

2 TL Natron

Für das Chili:

Olivenöl

1 Zwiebel, geschält, gewürfelt

1 Stangensellerie, in feine Ringe geschnitten

2 Knoblauchzehen, geschält, gehackt

1 rote Chilischote, entkernt, gehackt

1 TL getrockneter Rosmarin

1 TL getrockneter Thymian

3 EL Tomatenmark

2 Dosen (à 400 g) gemischte Bohnen

1 Dose (400 g) Tomaten

1 EL Ahornsirup

Salz und Pfeffer

Zum Anrichten

2 rote Chilischoten, in feine Ringe geschnitten

1 Handvoll Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten

Zubereitung:

Zuerst wird das Maisbrot gebacken. Dafür den Backofen auf 220 °C (Umluft 180 °C) vorheizen. Eine tiefe Backform (35 × 25 cm) mit Backpapier auslegen. Drei Viertel der Maiskörner (500 g) in den Mixer geben und zu einer glatten Masse pürieren. Anschließend die ganzen Maiskörner unterrühren.

Jetzt in einer Teigschüssel Mehl, Reismehl, Polenta, Maismehl, Backpulver und Natron gut vermengen. Dann Mandeldrink, Öl und Apfelessig hinzufügen und alles kräftig durchrühren. Nun Koriander, schwarze Bohnen, Chili, Meersalzflocken, Pfeffer und den Maisbrei dazugeben und noch einmal gut verrühren, bis alle Zutaten miteinander vermischt sind.

Die Teigmasse in die vorbereitete Backform füllen, in den Ofen schieben und das Brot 50 bis 55 Minuten goldbraun backen. Für die Garprobe ein Messer in das Maisbrot stecken; klebt beim Herausziehen kein Teig mehr an der Klinge, ist das Brot fertig, wenn nicht, noch weitere 5 Minuten backen.

Während das Maisbrot bäckt, das Chili zubereiten. Dafür einen Schuss Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln, Sellerie, Knoblauch und etwas Salz bei mittlerer Hitze ungefähr 5 bis 10 Minuten darin andünsten.

Jetzt Chili, Rosmarin, Thymian und Tomatenmark hinzufügen und noch einmal 5 Minuten köcheln lassen. Dann Bohnen, Tomaten, 150 ml Wasser, Ahornsirup und etwas Pfeffer dazugeben, kurz aufkochen und bei geringer Hitze 25 bis 30 Minuten weiterköcheln lassen, bis alles schön eingedickt ist.

Zum Anrichten die Chili- und Frühlingszwiebelringe darüberstreuen und mit dem Maisbrot genießen.

Tipp: Das Maisbrot schmeckt direkt aus dem Backofen am allerbesten. In einem luftdicht verschließbaren Behälter lässt es sich aber im Kühlschrank bis zum nächsten Tag aufbewahren. Das Chili schmeckt sogar noch besser, wenn es am nächsten Tag wieder aufgewärmt wird. Deshalb die Reste für den Lunch im Kühlschrank aufheben oder in die Tiefkühltruhe packen, wenn es noch länger halten soll.

Die Dosen mit den gemischten Bohnen enthalten Kidneybohnen, Schwarzaugenbohnen, Borlottibohnen, Limabohnen und weiße Bohnen. Natürlich könnt ihr für das Chili auch eine andere Bohnenmischung verwenden.

Kurkuma-Blumenkohl-Linsen-Salat

© Nassima Rothacker

Quelle: Ella Mills: Plant-Based Cookbook

Fotos: Nassima Rothacker

Berlin Verlag

Preis: 22,– €

Wow, dieser Salat ist der Knaller, würzig süß, und cremig durch die Tahina, großartig! P.S. Die Menge beim Dressing habe ich verdoppelt.

Seit wird diesen Salat am Eröffnungstag unseres Restaurants serviert haben, lieben wir ihn. Durch die besonders leckere Kombination aus gebackenem Kurkuma-Blumenkohl, Linsen, frischer Petersilie, cremiger Tahin und Sultaninen passt er auch prima zu unseren Süßkartoffel-Falafeln (siehe Seite 118) und dem Klassischen Hummus (siehe Seite 136).

 Zutaten:
(für 2 Personen aus Hauptgericht, für 4 Personen als Beilage)

250 g trockene grüne Linsen

60 g Sultaninen

1 großer Kopf Blumenkohl

(oder 2 kleine), in Röschen

geteilt

2 EL Olivenöl

2 TL Kurkuma, gemahlen

1 TL Kreuzkümmel, gemahlen

1 TL Chiliflocken

1 Handvoll frische Petersilie,

grob gehackt

1 Handvoll Spinat (optional)

Salz

Für das Dressing:

1 EL Zitronensaft

2 EL Olivenöl

2 Knoblauchzehen, geschält,

geröstet (siehe Seite 35)

2 gehäufte EL Tahin

Zubereitung:

 Den Backofen auf 245 °C (Umluft 225 °C) vorheizen.

Die Linsen in einen Topf mit Wasser geben und bei mittlerer Hitze 20 Minuten weich kochen. Danach abgießen und mit kaltem Wasser  abschrecken, damit sie nicht weitergaren.

Inzwischen die Sultaninen in einer Schüssel mit warmem Wasser 5 bis 10 Minuten einweichen. Anschließend abgießen und beiseitestellen – durch das Einweichen werden sie weich und saftig.

Während die Linsen kochen, die Blumenkohlröschen auf ein großes Backblech geben und mit Olivenöl, Kurkuma, Kreuzkümmel, Chiliflocken und etwas Salz gut vermischen. Sie sollen von der Würzmischung ganz bedeckt sein. Ungefähr 10 bis 15 Minuten backen. Dann aus dem Ofen nehmen und beiseitestellen.

Für das Dressing Zitronensaft, Olivenöl, Knoblauch und Tahin in einer kleinen Schüssel verrühren. Sobald die Linsen und der Blumenkohl fertig sind, sämtliche Zutaten in einer Servierschüssel vermischen und das Dressing unterrühren.

 Tipp: Spinat ist kein Muss, verleiht dem Gericht aber eine tolle Farbe. Das macht sich besonders gut, wenn ihr den Salat für Freunde und Familie zubereitet. Ein paar Granatapfelkerne oder gehackte Kräuter als Garnierung sehen besonders appetitlich aus. 104

Ella Mills: Plant-Based Cookbook

Ella Mills: Plant-Based Cookbook

Fotos: Nassima Rothacker

Berlin Verlag

Preis: 22,– €

Ella ist erwachsen geworden und hat wirklich kochen gelernt!

Worum geht’s?

 Wer ist die Autorin?

Ella Mills, geb. Woodward, Jahrgang 1991, studierte Kunstgeschichte und wurde als Model bekannt. Mit der Umstellung ihrer Ernährung auf pflanzliche, milch- und glutenfreie Kost gelang es ihr 2012, eine Krankheit zu überwinden. Diese Erfahrung brachte sie zum Schreiben des Food Blogs »Deliciously Ella«, der inzwischen weltweit Millionen Leser hat. Ihr erstes Kochbuch Deliciously Ella wurde international ein Riesenerfolg.

 Social Media-Profi – Millonärin – oder einfach jemand der sich was getraut hat…..

Die Frau hinter dem Food-Imperium »Deliciously Ella« kennt heute fast jeder. Ella Mills ist Social Media Profi und hatte relativ schnell, nach dem sie ihren Blog in 2012 gestartet hat, mehr als eine Million Follower. Quasi aus dem Nichts heraus hat die junge Britin, später mit der tatkräftigen Unterstützung ihres Mannes – Matthew Mills – innerhalb der letzten 7 Jahre verschiedene Delis in London eröffnet und 3 Bücher geschrieben, die sich mit pflanzenbasierter Ernährung auseinandersetzen. Außerdem konnte sie eigene Produktlinien mit Energieballs, Müsli etc. bei Starbucks und in großen Supermarktketten platzieren. Was am Anfang noch die Geschichte eines unbedarften Mädchens von Anfang 20 war, das sich mit Menschen auf der ganzen Welt über gesunde Ernährung austauschte, um mit der Veränderung ihrer Essgewohnheiten einfach wieder gesund zu werden, las sich zum Schluss wie eine gigantisch gut angelegte Marketing-Strategie einer jungen  aus gut situiertem Hause, die bevor sie 30 wird ihre erste Million verdient haben möchte. Entsprechend kritisch ging die Öffentlichkeit mit Ella dann auch um, unterstellte ihr, dass ihr Essen zwar schön bunt ist, aber vor Zuckerersatzprodukten und Fett nur so strotzt und sie eigentlich keine Ahnung vom Kochen hat.

 Ella funktioniert nur mit Ella, aber Ella ist Teil eines großen Teams

Nun ist Mills viertes Kochbuch auf Deutsch erschienen, in dem sie nicht nur ihren Weg von der jungen Bloggerin bis zur erfolgreichen Unternehmerin mit allen Höhen und Tiefen schildert, sondern in dem sie erstmalig die beliebtesten Rezepte ihrer Restaurants in einem Kochbuch vereint. Gleichzeitig erzählt die 29jährige quasi als Einführung in die Kapitel wie aus der Bloggerin die Unternehmerin Ella wurde. Wenn einer da was zu erzählen hat dann sicherlich sie, denn Ella funktioniert nur mit Ella, das hat Mills schnell gelernt: Am Anfang spielte es keine Rolle wieviel Stunden sie Anfragen und Kommentare beantwortet hat, sie wahr aufgrund der gesundheitlichen Schwierigkeiten, die sie hatte, ja sowieso den ganzen Tag zu Hause. Mit zunehmendem Erfolg gab es jedoch so viel zu tun, dass viele Menschen aus Ellas Umfeld ernsthaft anzweifelten, dass diese Zeit wirklich gut investiert war. Ella hat nie daran gezweifelt und setzt offenbar auch heute nachdem der Hype um veganes Essen längst vorbei ist, immer noch sehr darauf, sich mit ihrer Community und ihren Followern über gemeinsame Ziele zu verbinden. Und wahrscheinlich hat sie genau das von Anfang an richtig gemacht, unterscheidet es doch Blogger von Journalisten und Gewerbetreibenden, denen das gar nichts bedeutet und die sich entweder im Netz für ihre genialen Storys feiern lassen oder einfach nur eine Dienstleistung anbieten, die relativ statisch ist. Als ich irgendwo in einer Ankündigung las, Ms. Mills wollte über ihre Reise von der Bloggerin zur erfolgreichen Unternehmerin erzählen, hatte ich so meine Befürchtungen, was da auf mich zukommt…. Wird es jetzt wieder die reinste Ella-Show oder was soll das denn jetzt, dachte ich mir. Erstaunlicherweise habe ich alle Texte gerne gelesen und musste meine Meinung revidieren. Ella ist heute Unternehmerin, sie weiß jedoch ganz genau, wie wichtig es in ihrem Business ist, authentisch und nahbar zu bleiben zu bleiben.

Pleiten, Pech und Pannen oder wie wird die Netz-Ikone wieder zu einer Frau zum Anfassen…..

In ihrem neuen Buch ist Ella ist sehr bemüht – neben ein paar Lobhudeleien und zu persönlichen Geschichten (die lebensbedrohende Krankheit der Schwiegermutter ist mir to much und das hatten wir auch schon mal!), die zugebenermaßen hier und da nerven, zu zeigen, sie ist vielleicht nicht nur die Gallions-Figur einer Bewegung, sondern eine Frau, die Erfahrungen gemacht hat, die jeder Selbständige heute macht: Da ist eine Liefer-App, die abgestürzt ist und dafür sorgt, dass Bestellungen nicht durch geroutet werden oder Mills Erkenntnis, dass man los lassen muss, um die Stärken des Partners zum Erfolg des Projektes zu nutzen, anstatt miteinander in Konkurrenz zu treten, eine Köchin die von heute auf morgen kündigt und immer wieder die Herausforderung, dass wer als Selbständiger A sagt auch B liefern muss, wenn Vertrags-Partner oder Banken auf die Vertragserfüllung zum Termin drängen… Das sind Erfahrungen, die jeder fest angestellte Mitarbeiter, immer wieder abfedern, an seinen Chef weiterleiten oder aussitzen kann und macht Ella zu einer Frau, die nicht nur der viel geliebte Darling einer Bewegung ist, sondern die offenbar für ihren Erfolg ebenso hart arbeiten musste wie jeder andere auch.

Was gibt es zu essen?

 Von allem strikten hat sich Mills längst verabschiedet, ganz Gluten frei sind ihre Rezepte nicht mehr und Knoblauch und Zwiebeln hat sie auch wieder dabei. Knoblauch verwendet sie inzwischen gerne geröstet, praktischerweise rät sie diesen einfach mit aufs Blech zu legen, wenn im Backofen sowieso Gemüse geröstet wird. P.S. Ottolenghi greift da gerne zu schwarzem Knoblauch, der nicht ganz billig zu haben ist und mit ähnlich weniger Penetranz als frischer Knoblauch punktet. Super-Food hat sie dort aussortiert, wo es keinen Sinn macht, Quinoa, Avocado und das ein oder andere Bindemittel dürfen bleiben. Sie denkt heute bei der Rezept-Entwicklung weniger ideologisch als praktisch und scheint deutlich an Expertise dazu gewonnen zu haben.

Ella probiert nicht mehr nur rum, sondern hat viel gelernt!

In den Kapiteln „Frühstück“, „Salate, Falafeln, Burger und Dips“, „Suppen, Eintöpfe und Currys“, „Süßes“ und bei den abschließenden vier Menüs bleibt es bunt, würzig und unkompliziert. Puristen könnten Ella vorwerfen, dass sie nur Kichererbsen und Lima-Bohnen aus der Dose verwendet, aber am Ende müssen wir alle zugeben, die Zeit reicht nicht immer für die klassische Methode und es ist einfach unrealistisch, dass jeder Feierabend-Kocher die Zeit fürs Einweichen der getrockneten Hülsenfrüchte hat, bevor er das Haus verlässt um den Bus zur Arbeit zu erwischen.

Rezepte, die Spaß machen!

Meine Favoriten sind Salate z. B.  „Kurkuma-Blumenkohl-Linsen-Salat“ oder „gebackene Harissa-Auberginen“, bei denen die Harissa-Paste wie bei anderen Gerichten mit Curry-Pasten glücklicherweise alles selbst hergestellt wird, was für mich ebenfalls für die Rezepte spricht. Hauptgerichte wie ein „Fünferlei-Bohnen-Chili mit Maisbrot“, ein „Sri-Lanka-Curry“ und die verschiedenen Falafeln und Dips, ohne fett triefende Zubereitungs-Methoden, machen ebenfalls bei mir als nicht Veganerin, plötzlich viel Lust auf mehr Gemüse am Küchentisch. Die Rezepte mit Erdnuss-Butter, es sind nicht viele, können mich dagegen nicht begeistern, die mochte ich noch nie und finde sie als Zutat auch eher fragwürdig.

Ich erkenne zudem, dass hier jemand wirklich viel gelernt hat und sicherlich ein erfahrenes Team die Strippen im Hintergrund zieht. Ellas Mann Matthew hat das mal treffend auf den Punkt gebracht, bei einem Team-Meeting war er der Meinung, dass er und seine Frau eigentlich die Dümmsten im Raum sein könnten und diese Haltung im Sinne erfolgreicher Mitarbeiterführung durchaus kultivieren könnten. Als Bloggerin wäre sie damit nicht durchgekommen, aber als Unternehmerin ist das lebenswichtig, dass die Chefs sich nicht in jedes Detail einmischen, sondern ihren Job gut machen.

Praxis-Check

Da ich absolut keine Frühstückerin oder ein Süßfan bin, bin ich bei den meisten Rezepten dafür draußen. Ich sehe jedoch, dass die Britin bei Gebäck die Doppelstrategie fährt, sie verwendet sowohl Backpulver, als auch Natron wie bei Angelsachsen für optimal lockere Muffins üblich. Dort fehlt auch nicht die Säure in Form von Apfel-Essig, die es braucht, um den Natron zum Arbeiten zu bringen. Jedoch ist das nicht bei allen Kuchen-Rezepten der Fall und möglicherweise der Devise viel macht auch viel geschuldet. Kichererbsenwasser ersetzt bei veganem Gebäck den Eischnee und wird auch bei Mills verwendet. Ich finde ein guter Grund, dann doch mal morgens diese für den Hummus einzusweichen. Einmal war es mir allerdings deutlich zu süß, bei der Mandeltorte Viktoria (440 ml + 50 ml Ahorn-Sirup + 100 g. Erdbeermarmelade für die Füllung), jedoch kann Ella im Vorfeld eine weniger üppige und süße Variante anbieten. Wovon ich dringend abraten möchte, ist aber das Gluten freie Buchweizenmehl durch normales Mehl zu ersetzen, was das Buch als Alternative anbietet, da proteinhaltige Mehle sehr viel mehr Flüssigkeit binden und benötigen. Eine solche Vorgehensweise kann in meinen Augen nicht zu optimalen Ergebnissen führen, sondern eher zu viel zu flüssigen Teig-Konsistenzen.

Probiert & Verputzt:

Dreimal Hummus

© Nassima Rothacker

Hummus satt und ziemlich lecker! Die Mengen sind großzügig im Output und da wir den klassischen Hummus zum Kurkuma-Blumenkohl-Linsen-Salat gegessen haben, blieb genügend über für den nächsten Abend. In dieser Kombination reicht für meinen Geschmack auch die halbe Rezeptmenge. Das Rezept für Kürbis-Hummus ist für die nächste Kürbis-Saison schon vorgemerkt.

 

 

Kurkuma-Blumenkohl-Linsen-Salat

© Nassima Rothacker

Wow, dieser Salat ist der Knaller, würzig süß, und cremig durch die Tahina, großartig! P.S. Die Menge beim Dressing habe ich verdoppelt.

 

 

 

 

 

Fünferlei-Bohnen-Chili mit Maisbrot

© Nassima Rothacker

Dieses Chili hat sogar der Ehemann gefeiert und dass obwohl der sehr skeptisch war, ob das auch ohne Hackfleisch wirklich lecker werden kann. Ms. Mills konnte Überzeugungsarbeit leisten vor allem wegen dem würzigen Mais-Chili-Brot dazu. – Das gibt es jetzt öfter genau so!

 

 

 

Fazit: Ella ist erwachsen geworden und hat gelernt Rezepte zu entwickeln!

 Ob das nun Ella selbst macht oder ihr Team, das spielt für mich keine Rolle, ich erkenne bei diesem Buch, sie hat ihre Hausaufgaben gemacht, menschlich und fachlich. Die Rezepte im Buch zeigen die Handschrift von Profis mit dem typischen Ella Touch, bunt und würzig. Sie sind Feierabend und alltagstauglich und verstehen zu überraschen. Mich hat dieses Buch mehr überzeugt, als die anderen vorher und das war eine sehr erstaunliche Erfahrung. Ich bin keine Veganerin und deutlich älter als die Zielgruppe. Mills zeigt zudem sie ist keine verwöhnte Yuppie-Göre, die nur ein bisschen Social Media Erfahrung hat, sondern sie musste sich jeden Schritt erarbeiten, kann offenbar auch mit Rückschlägen umgehen und etwas daraus lernen. Die todkranke Schwiegermutter hätte es für mich nicht gebraucht und auch nicht die Widmung des Buches an diese. Auch wenn sich jedes Kochbuch heute nur mit einer Story dahinter verkauft, hätte das nicht noch mal sein müssen, das haben ihre Rezepte eigentlich nicht nötig. Danke für die tollen Rezepte und ein anderes Bild von einer Frau, die offenbar mehr ist, als eine Clean-Eating Ikone.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

Großartiges Ofengemüse

 

©Tam West

Quelle: Chelsa Winter: Eat

Fotos: Tam West

Ars Vivendi Verlag

Preis: 26,–

Mein absolutes Lieblings-Rezept aus dem Buch, haben wir jetzt schon häufiger gemacht, weil es uns so gut geschmeckt hat. Der Chelsa-Pimp sind ganze geröstete Knoblauchknollen, die am Ende mit Olivenöl, Zitronensaft, Dill, Salz und Pfeffer zu einem absolut leckerem Dressing für das Gemüse verrührt werden.

Ein herrliches Rezept, das man zu jeder Jahreszeit zubereiten kann und das zu allen möglichen Hauptgerichten passt. Natürlich könnt ihr die einzelnen Gemüsesorten nach Belieben ersetzen und kombinieren – je nachdem, was ihr dahabt und was gerade in die Saison passt. Da das Gemüse unterschiedlich schnell gart, müssen die verschiedenen Sorten in unterschiedlich große Stücke geschnitten werden – ich finde, das ist einfacher, als sie zu verschiedenen Zeitpunkten in den Ofen zu geben.

 Zutaten (Für 6 Portionen):

2 Süßkartoffeln, geschält und in 3 cm große Stücke geschnitten

3 Karotten, geschält und in 1 cm große Stücke geschnitten

2 Rote Bete, geschält und in 2 cm große Stücke geschnitten

1–2 Auberginen, in 5–6 cm große Stücke geschnitten

2 Paprikaschoten, Stielansatz, Samen und Scheidewände

entfernt, in Viertel geschnitten (optional)

3 Zwiebeln, geviertelt

3 Knoblauchknollen im Ganzen

80 ml natives Olivenöl extra

Salz

3 Zucchini, in 1 cm große Stücke geschnitten

250 g grüner Spargel (optional)

Zum Servieren

1 EL frisch gepresster Zitronensaft

1 EL natives Olivenöl extra

 Zubereitung:

Den Backofen auf 200 °C (Umluft) vorheizen. Das Gemüse (bis auf Zucchini und Spargel) auf einem Backblech verteilen. Die einzelnen Schichten der Zwiebelspalten dafür trennen, damit sie gut durchgaren. Das Olivenöl darüberträufeln, mit dem Salz würzen und alles gut mischen.

Im vorgeheizten Ofen 30 Minuten backen, dabei zwischendurch ein- oder zweimal wenden. Zucchini und Spargel (falls verwendet) zufügen und 10 Minuten weiterbacken.

Aus dem Ofen nehmen und leicht abkühlen lassen. Die Knoblauchzehen aus der Schale in eine kleine Schüssel drücken und mit Zitronensaft und Olivenöl vermengen. Diese Mischung über das Ofengemüse träufeln und das Ganze auf dem Blech schwenken, damit alles schön davon überzogen ist. Auf einer Servierplatte arrangieren.

Das Ofengemüse kann heiß, warm oder kalt serviert werden. Im Kühlschrank ist es einen Tag haltbar.

Chelseas Tipp:

Je nachdem, zu welchem Hauptgericht ihr das Ofengemüse serviert, könnt ihr es noch etwas aufpeppen: zu einer mediterran inspirierten Mahlzeit mit frisch gehacktem Rosmarin oder Thymian, zu Essen mit indischem oder marokkanischem Flair mit Kreuzkümmel, Schwarzkümmel oder Sesamsamen. Es gibt keine Regeln – überlegt einfach kurz und orientiert euch an den Zutaten eures Hauptgerichts.

Arbeitszeit 10 Min

Garzeit 40 Min