Steinpilz-Tartelets

© Susanne Spiel / Brandstätter Verlag

Quelle: Michaela Hager: Festtagsküche

Herzlich, saisonal, entspannt

Köstliche Rezepte für jeden Anlass & zahlreiche Dekorationstipps

Fotos: Susanne Spiel

Preis: 30,– €

In die Tartelettes kamen bei uns selbstgesammelte Steinpilze: 1 Mal konserviert durch Kälte und ein zweites Mal getrocknet. Die Saison war sehr ergiebig in diesem Jahr im Hunsrück und ein bisschen eigenes Engagement bei der Zutaten-Jagd fürs Weihnachtsessen mit der Familie uns in diesem Jahr wichtig! Wenn schon das Rezept nicht von mir selber ist, dann doch wenigstens veredelt mit selbstgesammelten Pilzen. Apropos Rezept, die Salatbeilage aus demselben Kochbuch hat aus einer simplen Beilage etwas Großartiges gemacht…. Schuld war das Birnendressing, selbst die Kinder haben kein Blatt übrig gelassen, trotz Radicchio, der sicherlich ohne dieses Dressing verschmäht worden wäre. Wunderbar die Idee diesen Salat mit würzigem Dill zu aromatisieren. Bester Salat in 2019, obwohl ich am Anfang skeptisch war – wofür Kochbücher und die Ideen darin, doch so manches Mal gut sind!

P.S. Vom Mürbteig haben wir nicht alles aufgebraucht.

Steinpilz-Tartelettes sind ein herrlich unkompliziertes Essen. Einfach ein Blech voll auf den Tisch stellen, dazu ein guter Wein, ein knackiger Salat – fertig ist das Essen für eine Schar guter Freunde.

Zutaten (Für ca. 6–8 Tartelettes):

Teig:

300 g Mehl

200 g kalte Butter

1 Ei

1 Prise Salz

Füllung:

1 Zwiebel

9 große, schöne Steinpilze (selbst gesammelt)

und eine Handvoll getrocknet und eingeweicht (selbst gesammelt)

100 g Butter

1 Knoblauchzehe

etwas Petersilie

Salz, Pfeffer

Guss:

4–5 Eier

100 ml Sahne

100 ml Milch

Salz, Pfeffer

Muskat

Zubereitung:

Alle Teig-Zutaten rasch zu einem Mürbteig verkneten und anschließend kaltstellen.

Zwiebel schalen und klein schneiden, Steinpilze putzen und in Scheiben schneiden. In Butter anbraten. Zwiebel zugeben. Knoblauch schälen und klein schneiden, Petersilie klein schneiden, mit dem Knoblauch zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mischung auf einem Blech auskühlen lassen. Mürbteig dünn ausrollen und in die Tartelettes-Formen legen. Die abgekühlte Steinpilzmischung dazugeben. Eier mit Sahne und Milch mischen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Uber die Steinpilzmasse geben. Tartelettes ca. 20 Minuten bei ca. 160–170 °C im vorgeheizten Ofen backen.

Tipp: Dazu passen Blattsalate.

Winterliche Blattsalate mit gerösteten Walnüssen und Birnendressing

Zutaten (für 4 Personen):

200 g Blattsalat

(z.B. Radicchio, Rucola,

Kopfsalat, Eichblattsalat)

1 kleine, reife, rote Williamsbirne

plus Birnenspalten

zum Garnieren

3 EL weißer Weinessig, 6 %

2 EL Rapsöl

1 EL Sherry (medium)

wenig Knoblauch

Salz, Pfeffer

80 g Walnüsse

etwas sehr fein geschnittene

rote Zwiebel

evtl. einige Kräuter,

z.B. Dill oder Kresse

Zubereitung:

Blattsalate putzen, waschen und schleudern. Birne entkernen und in den Mixer geben. Mit 0,1 l Wasser, Essig, Öl, Sherry und Knoblauch mixen. Ist das Dressing zu dick, noch etwas Wasser zugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Salate auf Tellern anrichten, Walnüsse dazulegen, leicht mit dem Dressing marinieren, restliches Dressing extra reichen, mit frischen Birnenspalten, roter Zwiebel und Kräutern garnieren.

Feldsalat mit Hirschschinken und Granatapfel

© Susanne Spiel / Brandstätter Verlag

Quelle: Michaela Hager: Festtagsküche

Herzlich, saisonal, entspannt

Köstliche Rezepte für jeden Anlass & zahlreiche Dekorationstipps

Fotos: Susanne Spiel

Preis: 30,– €

Ein tolles Rezept, dass super einfach zuzubereiten ist und eine regionale Komponente hat, die mir an Weihnachten wichtig ist, der Schinken kam von einem Jäger aus dem Hunsrück, wo wir am Wochenende zu Hause sind.

Zudem konnten die Granatapfelkerne als frisches Element und optisch viel zum ansprechenden Ergebnis beitragen. Mit dem Johannisbeersirup, Portwein und Dill ein wunderbar aus gewogenes Spiel von Säure und Süße, dass ebenfalls Aroma kann. Und das Beste alles ließ sich ganz einfach vorbereiten und hat allen sehr gut geschmeckt.

Den könnte ich jeden Tag essen. Der Hirschschinken ist sehr mager und bekommt durch das Räuchern und den Wacholder einen besonderen Geschmack. Dazu die Granatapfel-Splitter – die sind leicht süßlich und knackig – das ergibt eine gelungene Kombination. Ein leichtes Essen, das sich gut als Vorspeise eignet.

Zutaten (für 4 Personen):

ca. 150 – 200 g Feldsalat

½ rote Zwiebel

2 EL alter Balsamico

1 EL Olivenöl

1 EL schwarzer Johannisbeersirup

etwas Zitronensaft

½ TL Dijonsenf

etwas Dill, fein geschnitten

Salz, Pfeffer

1 EL Portwein

Kerne von 1 kleinem

Granatapfel

ca. 100 g Hirschschinken

Zubereitung:

Feldsalat putzen, waschen und trocken schleudern. Zwiebel fein schneiden. Aus Balsamico, Öl, Sirup, Zitronensaft, Senf, Dill, Salz, Pfeffer, Portwein und Zwiebel eine Marinade mischen.

Hirschschinken anrichten, Feldsalat marinieren und Granatapfelkerne drüberstreuen.

Tipp: Besonders gut schmeckt der Salat mit dunklem Sauerteigbrot. Falls Ihnen Granatapfelkerne übrig bleiben, können Sie sie abgedeckt im Kühlschrank lagern und in den nächsten Tagen zum Garnieren von Desserts verwenden. Alternativ passen statt schwarzem Johannisbeersirup auch Preiselbeersirup oder dunkler Holundersirup.

Michaela Hager: Festtagsküche

Michaela Hager: Festtagsküche

Herzlich, saisonal, entspannt

Köstliche Rezepte für jeden Anlass & zahlreiche Dekorationstipps

Fotos: Michaela Spiel

Brandstätter Verlag

Preis: 30,– €

Kochen für besondere Anlässe, lecker praxistauglich und geschmückt wird auch!

Wer kocht?

Michaela Hager kocht leidenschaftlich gerne, seit 24 Jahren führt sie mit ihrem Mann das Feinschmeckerlokal „Tölzer Schießstätte am Buchberg“. Seit 2008 kocht sie im Bayerischen Fernsehen; ihre Auftritte für die Sendung „Wir in Bayern“ erfreuen sich hervorragender Einschaltquoten. 2013 erscheint bei Brandstätter ihr erstes Kochbuch: Echt bayerisch kochen – Ein Lebensgefühl.

Wer hat fotografiert?

Susanne Spiel ist in Wien geboren und als freie Fotografin mit Liebe zum Detail tätig. Die Leidenschaft für Licht setzt sich auch in ihrer Food-Fotografie durch. Sie arbeitet für zahlreiche Werbeagenturen und Magazine national und international.

Was ist drin?

Michaela Hager ist Profi und hat sich doch nicht weit von uns normalen Gastgebern entfernt. Sie denkt zudem beim Gastgeben  deutlich weiter als bis zum Weihnachtsfest und offeriert Ideen für Menüs, die das ganze Jahr die Familie oder eine Gästeschaar kulinarisch beglücken können. Wir werden in ihrem Buch „Festtagsküche“, das bereits in einer Neuauflage erscheint, mit einfachen Rezepten für Klassiker, die sie einfach nur noch ein bisschen leckerer oder Gastgeber tauglich macht, das ganze Jahr unterstützt.

Mir hat sie schon einmal lecker zur Seite gestanden, als ich vor zwei Jahren nach einer Vorspeise suchte, die ich am Heiligen Abend in einer fremden Küche, mit Zeitbeschränkung und keinerlei Einkaufsmöglichkeiten zubereiten wollte. Ihr Rezept für einen Feldsalat mit Hirschschinken und Granatapfel war meine Wahl und konnte nicht nur allen Anforderungen gerecht werden, sondern sah sehr hübsch aus, ließ sich schnell und gut vorbereiten und hat zudem allen am Tisch sehr gut geschmeckt.

Dass Frau Hager außerdem – wenn gewünscht – sehr geschmackvoll bei der Deko unterstützt, ohne dabei zu viel Bastel-Gen bei mir vorauszusetzen, finde ich gut und kann ich sehr gut gebrauchen.

Ihre bodenständigen Vorschläge für Menüs sind saisonal gegliedert und machen mir wirklich Lust auf Gäste nicht nur zu Weihnachten, sondern zu Ostern oder den anderen Anlässen, die sich rund ums Kalenderjahr in der Familie ergeben.

Im Herbst-Kapitel bietet sie mir gleich zu Beginn des Buches eine prima Alternative bei der von mir am meisten gefürchtetsten Disziplin elegant darüber hinwegzutäuschen, dass ich absolut keine Dessert-Queen bin. Ich bin eigentlich weder ein besonderer Süßschnabel noch mag ich diese Bastelstunden, die manch ambitionierte Dessert-Kreation mit sich bringt……

© Susanne Spiel / Brandstätter Verlag

Mit ihrem Apfelkuchen mit Rahmguss und Mandeln bin ich fein raus, den kann ich vorbereiten, dass ist sowieso immer mein Credo.

 

 

 

 

 

 

Vorweg empfiehlt die Profi-Köchin eine schaumige Maronensuppe und der Sauerbraten mit Serviettenknödeln klingt nach einem perfekten Mach für die Münchner Seite unserer Familie.

© Susanne Spiel / Brandstätter Verlag

Als Vorspeise für den Heiligen Abend haben wir uns in diesem Kapitel noch die Steinpilz-Tartelets ausgesucht.

 

 

 

 

 

 

Feldsalat mit Hirschschinken und Granatapfel

© Susanne Spiel / Brandstätter Verlag

Wie gesagt, ein tolles Rezept, dass super einfach zuzubereiten ist und eine regionale Komponente hat, die mir an Weihnachten wichtig ist, der Schinken kam von einem Jäger aus dem Hunsrück, wo wir am Wochenende zu Hause sind.

Zudem konnten die Granatapfelkerne als frisches Element und optisch viel zum ansprechenden Ergebnis beitragen. Und das Beste alles ließ sich ganz einfach vorbereiten und hat allen sehr gut geschmeckt.

 

 

Fazit: Wenn Familienfest – ohne Catering oder Restaurant dann sehr gerne mit Hilfe von Frau Hager!

Als dieses Buch vor einigen Jahren erstmalig erschien war ich gleich begeistert – zudem konnte das erste Proberezept (Feldsalat mit Hirschschinken und Granatapfel) gleich auch die Familie begeistern. Viele Kochbücher später ging es mir genau wie bei der ersten Begegnung, ich finde dieses Buch eine klasse Unterstützung, wenn ich unterm Jahr in die Rolle der Gastgeberin schlüpfe! Michaela Hagers Ideen für entspanntes Familienfest-Catering halten wirklich, was sie im Untertitel versprochen hat: Bei ihr wird herzlich, saisonal und entspannt gekocht. Und das passt perfekt zu mir und den unterschiedlichen Erwartungen und Ansprüchen, die alle Mitglieder unserer Familie an ein Fest im Familienkreis haben. Dieses Buch ist ein Klassiker in meinem Kochbuch-Regal, das ich gerne zu Rat ziehe, wenn ein besonderes Fest ansteht und ich mich selbst in die Küche stelle.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

Kaschmir-Pickle mit Rettich und roter Bete

© Peter Cassidy

Mein Mann als Pickles-Fan war begeistert! P.S. ich habe das Rezept auf Haushaltsmenge halbiert.

Quelle: Harneet Bajewa/Devina Seth/Nirmal Save: Gunpowder

Moderne indische Küche

Fotos: Peter Cassidy

ars vivendi verlag

Preis: 26,00 €

Dieses Pickle sollte man als Grundzutat im Kühlschrank haben. Es schmeckt fantastisch zu Lachs oder Reis. Außerdem lässt sich daraus ein herrlicher Wrap nach indischer Art zaubern, wenn man es mit gegrilltem Lammfleisch und einem Klecks Raita in Dosa oder Fladenbrot wickelt.

Zutaten (ergibt 700 g ):

350 ml Weißweinessig

2 Rote Bete-Knollen, geschält, halbiert und in 2 cm große Spalten geschnitten

2 EL Meersalz

2 EL feinster Backzucker

1 EL Fenchelsamen

2 große weiße Rettiche (Mooli), geschält, grob gerieben oder mit dem Gemüseschäler zu Streifen verarbeitet

Zubereitung:

Essig, Rote Bete, Salz, Zucker, Fenchelsamen und 225 ml Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Umrühren, bis sich Salz und Zucker komplett aufgelöst haben.

Vom Herd nehmen, die geriebenen Rettiche zugeben und vermengen. In sterilisierte Gläser füllen und dicht verschließen.

Vor dem Servieren mindestens 8 Stunden im Kühlschrank aufbewahren. Das Pickle ist nach dem Öffnen im Kühlschrank bis zu 1 Monat haltbar.

 

 

Senf-Brokkoli

© Peter Cassidy

Quelle: Harneet Bajewa/Devina Seth/Nirmal Save: Gunpowder

Moderne indische Küche

Fotos: Peter Cassidy

ars vivendi verlag

Preis: 26,00 €

Wenn Brokkoli indisch so köstlich geht, lassen sich auch Gegner dieses Gemüses voll überzeugen!

Quelle: Harneet Bajewa/Devina Seth/Nirmal Save: Gunpowder

Moderne indische Küche

Fotos: Peter Cassidy

ars vivendi verlag

Preis: 26,00 €

In Ostindien verwenden wir sehr viel Senf. Hier kombinieren wir ihn mit Brokkoli, der aus der gleichen Pflanzenfamilie stammt. Dieses Gericht wird oft mit Blumenkohl zubereitet – eine Variante, die sich auch für unser Rezept anbietet. Im Restaurant verwenden wir aber lieber Brokkoli, da er die Aromen gut aufnimmt und gegrillt schön knusprig wird. Foto auf S. 32–33.

Zutaten (für 2 Personen als Hauptgericht, für 4 Portionen als Vorspeise):

Meersalz

1 Brokkoli, halbiert

100 g Griechischer Joghurt

50 g Doppelrahmkäse

2 EL grobkörniger Senf

½ TL Chilipulver

1 TL Chaat Masala

1 TL Kurkumapulver

½ TL gemahlener Koriander

¼ TL gemahlener Kreuzkümmel

2 EL Senf- oder Rapsöl, plus 1 TL

1 EL Kichererbsenmehl

2–3 EL Ghee, zerlassen

Makhani-Sauce (unten) und Rote-Bete-Pickles zum Servieren

Zubereitung:

Wasser mit 1 Prise Salz in einem Topf zum Kochen bringen und den Brokkoli für 3 Minuten hineingeben. Abseihen und unter eiskaltem Wasser abschrecken, damit er nicht weitergart. Abtropfen lassen und beiseitestellen.

Joghurt, Doppelrahmkäse, Senf, Chilipulver, Chaat Masala, Kurkuma, Koriander, Kreuzkümmel und 2 EL Senf oder Rapsöl in einer großen Schüssel vermengen.

Eine Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen und das Kichererbsenmehl 30 Sekunden rösten. Das restliche Öl zugießen, unterrühren und weitere 30 Sekunden braten, bis eine duftende Paste entsteht. Zur Joghurtmischung geben und vermengen. Den Brokkoli rundum mit der Würzpaste bestreichen und 30 Minuten zum Marinieren beiseitestellen.

Die Grillfunktion des Backofens auf höchste Stufe stellen und den Brokkoli mit der Schnittseite nach unten 10–15 Minuten grillen. Währenddessen mit Ghee bestreichen. Wenden, sobald die Oberseite goldgelb wird und weitere 5 Minuten grillen, bis er angebräunt ist.

Auf Makhani-Sauce servieren und mit Rote-Bete-Pickles garnieren.

Makhani-Sauce

Obwohl wir diese Sauce mit unserem berühmten Senf-Brokkoli servieren, passt sie auch hervorragend zu den Grünkohl-Mais-Küchlein (S. 18) oder zu gegriltem Fleisch, wie z. B. Lamm.

Zutaten (ergibt 250 g):

2 EL Butter

2 Knoblauchzehen, sehr fein gehackt

2 TL frisch geriebener Ingwer

Meersalz

500 g Tomaten, gewürfelt

½ TL gemahlene Bockshornkleesamen

½ TL Kreuzkümmelsamen

3 Gewürznelken

3 grüne Kardamomkapseln

¼ TL schwarzer Pfeffer aus der Mühle

1 Prise Chilipulver

¼ TL frisch geriebene Muskatnuss

2–3 EL Crème double

Zubereitung:

TL Honig oder mehr nach Belieben 1 Eine Pfanne bei hoher Temperatur erhitzen und 1 EL Butter zufügen. Zur zerlassenen Butter Knoblauch, Ingwer und 1 Prise Salz unterrühren und 1 Minute braten.

Tomaten und alle Gewürze dazugeben und vermengen. Bei mittlerer Temperatur 5–10 Minuten köcheln lassen, bis die Tomaten zerfallen und etwas dunkler werden.

Die Mischung in einem Mixer pürieren und durch ein Sieb streichen, sodass man eine glatte Sauce erhält. Diese langsam in einem Topf mit der restlichen Butter erwärmen. Crème double einrühren, sobald die Butter zerlassen ist.

Die Sauce bei mittlerer bis niedriger Temperatur leise 5 Minuten köcheln lassen, bis sie eindickt und noch dunkler wird. Nach Belieben mit Salz und Honig abschmecken. Warm servieren.

Gunpowder

Harneet Bajewa/Devina Seth/Nirmal Save: Gunpowder

Moderne indische Küche

Fotos: Peter Cassidy

ars vivendi verlag

Preis: 26,00 €

Es ist Zeit für eine moderne, saisonale und regionale indische Küche!

Worum geht’s

Wer sind die Gastgeber und wer kocht für uns im Gunpowder?

Im Jahr 2014 zogen das aus Kalkutta stammenden Ehepaar Devina Seth und Harneet Bajewa nach London und gründeten zusammen mit dem aus Mumbai stammenden Chefkoch Nirmal Save in 2015 das erste Gunpowder-Restaurant, in dem sie authentische Gerichte anbieten, die die Feinheiten der vielfältigen indischen Küche einfangen und dieser erstmalig auf dem deutschen Buchmarkt ein wenig Regionalität gönnen. Man könnte zwar meinen London hat inzwischen genug indische Restaurants, eben aber nicht ein solches, die GunpowderCrew hat sich vorgenommen, die Küche ihrer Heimat so aromatisch und frisch wie möglich und so wenig fettig oder verkocht wie nötig, an deren Fans bringen. Die Londoner Curry-House-Szene durch Experimentierlust und Familientraditionen neu zu beleben und fetttriefende Pakoras oder Samosas und schon gar nicht verkochten Curries nicht mehr allein die Bühne zu überlassen, das war die treibende Kraft hinter dieser Restaurant-Neueröffnung. Und das hat bei den Londoner direkt ins Schwarze getroffen, das Londoner Restaurant wurde im Jahr 2019 mit dem Michelin Bib Gourmand ausgezeichnet.

Wie sieht es aus?

 

Edel – geschmackvoll und statt Folklore-Alarm dezenter moderner Indien-Flair….

 Passend zum Anspruch der beiden Inder aus Kalkutta ist ein edles Buch im stilsicheren nachtblauen Einband mit einer schicken gold-kupfrigen Prägung, angenehmen klaren Rezeptfotos geworden. Das Layout wird durch kleine bunte Girlanden bestimmt, die jedes Rezept einrahmen, ohne das gleich Folklore-Alarm herrscht, was dem Ansinnen des Buches und der Handschrift der Rezepte definitiv den entsprechend geschmackvollen Rahmen beschert.

Was ist drin?

Der Duft Kalkuttas, bitte ein wenig Platz machen im Gewürzschrank, es lohnt sich!

Dieses indische Kochbuch zur modernen indischen Küche sucht nicht die Beliebigkeit und bei den Gewürzen werden keine Kompromisse gemacht. Wer nach einem Buch sucht, dass ihn mit 5 Gewürzen mitten auf die Straßen Kalkuttas beamt ist falsch beraten. Die Message des jungen indischen Paars ist eine andere, sie wollen die Düfte ihrer Kindheit mit ihren Rezepten einfangen. Das eine oder andere muss man sich im gut sortierten Asia-Laden (frische Curryblätter, die in einer ganz anderen Liga spielen als die getrocknete Ware), Jaggery (Palmzucker), oder online besorgen. Wo möglich, werden Alternativen und Behelfsmöglichkeiten angeboten z. B. bei Deggi Mirch, ein indisches Gewürz, das milder als Chili aber intensiver als Paprikapulver schmeckt, wird aus einer Mischung aus Paprika- (2 EL) und Chilipulver (1 EL) selbst hergestellt.

Während die klassische indische Küche auf die bekannten Vorspeisen-Klassiker (Somas, Pakoras & Co.), üppige Currys, quietsch-bunte Desserts und ein paar Getränke setzt, macht dieses Buch vieles anders: frischer und alltagstauglicher sind die Gunpowder-Rezepte für indische Klassiker (gegrillte Aubergine mit Lamm-Keema) geworden. Noch wichtiger ist es den jungen Leuten jedoch, ihre indische Küche durch regionale Zutaten wie Wild, heimische Fische-Sorten und südindisches Seafood, auch mit besonderen Krebsarten zu erweitern und deutlich eleganter zu machen, als das im Kebab-House sonst üblich ist.

Was ist drin und was hat uns geschmeckt?

Viel mehr vegetarisch, weg vom fettriefenden Curry-House-Food

In der Rubrik „kleine Gerichte“ ist von Frühstück (Kicherbsenpfannkuchen, Salli Par Edu– die indische Version einer Schakschuka, die einst Perser nach Indien mitgebracht haben) bis zum Snack vieles möglich.Manche Zutat (Grünkohl statt Spinat) ersetzt klassische indische Zutaten mit dem was man in der neuen Heimat als Alternative dazu im Angebot hat.

Chutney-Cheese-Sandwich (ein Pikanter French-Toast) begeisterte uns als to-go Variante und zeigt man hat sich im Gunpowder vorgenommen, die in die Jahre gekommene indische Cusine ohne Scheu grundsätzlich zu überholen. Ein Röstgemüsesalat mit Koriander und Walnüssen wird durch ein Dressing, mit Ingwer, Mango und frischem Ingwer von Nirmal – dem Koch des Restaurants– geschickt nach Indien verortet.

Bei den Hauptgerichten sind auch Gourmets gefragt

Die Hauptgerichte wurden lt. den Autoren auf Familienfeiern gesammelt und haben auch mal Restaurant—Qualität. Der Chefkoch Nirmal Save wuchs auf einem Bauernhof in der Nähe vom Mumbai (Bombay) auf, er ist ein ausgezeichneter Wild-Koch und bringt Rebhun (Rebhuhn Achari mit Joghurt-Pickle-Dip und Salat mit gegrillter Annas), Wachtel (in Ghee gebratene Pfeffer-Wachtel mit Gunpowder-Dosa und Fasan (Fasan Bhujing Pilaw) im Gunpowder auf den Tisch.

Ansonsten sind die Gunpowder-Macher bemüht, regionale Klassiker aus Indien in London und sonst wo bekannter zu machen. Malabar-Curry mit Blaukrabbe – dürfte aufgrund der verwendeten Blau- oder Seespinne als Zutat, sicherlich schwierig zu Hause nach zu kochen zu sein. Anders sieht es beim Paturi-Macchi aus, bei der der Kabeljau mit grobem Senf – ja wir sind nämlich in London – bestrichen und anschließend gedämpft wird.

Klassiker dürfen nicht fehlen…

Klassiker wie Tandori-Chicken, hier mit Bio-Huhn zubereitet, oder Schweinefleisch nach Goa-Art dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Leider war die Fleischsorte beim goanesischen Rezept nicht detailliert angegeben. Ich habe Schweinlende verwendet und bin damit mit der Garzeit von ca. 45 Minuten zurechtgekommen.

Drinks, Getränke, Süßes

Bei den Desserts gibt es Fusion-Food (Panir-Cheescake oder Crème brûlée mit Masala Chai). Sehr ansprechend klingen ebenfalls die eigens für das Gunpowder entwickelten Schokoladen-Kreationen (Schoko-Zimt-Riegel mit Passionsfrucht Shrikhand-Sago oder Bananen-Curryblatt-Parfait mit Schokomousse), die auf Restaurant-Niveau, die Rubrik Süßes bereichern. Außerdem im Gunpowder im Angebot, Drinks (Kitty-Party-Bellini mit Mango-Crush, Koriander, Chili und Proseco) und Getränke (Minze-Apfel-Lassi, Wassermelonen-Shikanji).

 Was steht den in der Gunpowder-Speisekammer oder was gibt es dazu

Natürlich Pickles, die hier aber nicht nur aus Gemüse hergestellt werden, sondern auch mal aus Lammfleisch (Andra-Lamm-Pickle) oder Fisch (Fisch-Pickles) und natürlich hausgemachte Gewürzmischungen (Universal-Curry-Pulver, Garam Massala). Im letzten Kapitel sind ebenfalls die für die indische Küche so typischen Beilagen zu finden (Raita mit gewürzter Ananas, Kokosnuss-Chutney, Okra-Raita mit Granatapfelkernen).

 Probiert & Verputzt:

Maas Kaschmir-Lammkoteletts

© Peter Cassidy

Sehr köstlich! Das Lammkaree was ich bekam wog 400 g, diese Menge schaffen zwei gute Esser locker, für 4 reicht es definitiv nicht. Mengen-Angabe im Rezept wäre hilfreich gewesen. Den Zucker im Chutney habe ich aufgrund unserer persönlichen Vorlieben auf 1 TL reduziert.

 

 

 

 

Kaschmir-Pickle mit Rettich und roter Bete

© Peter Cassidy

Mein Mann als Pickles-Fan war begeistert! P.S. ich habe das Rezept auf Haushaltsmenge reduziert und es deshalb einfach halbiert.

 

 

 

 

 

Senf-Brokkoli

© Peter Cassidy

Senf-Brokkoli begleitet von einer klassischen Makhani (normalerweise eine sehr üppige Tomatensauce mit jede Menge Butter und Sahne drin), ist eine leichte und unkomplizierte Version eines Klassikers (Chicken-Makhani), dem die vegetarische General-Überholung gut getan hat!

 

Gewürzmischung Gunpowder

© Peter Cassidy

Hier kommt jetzt das Alheilmittel für südindische Hausfrauen, wenn buchstäblich nichts mehr im Haus ist und das Haushaltsgeld keine großen Sprünge mehr zulässt….. Sehr würzig, aber auch mit Chili-Schärfe. Wer es damit nicht so hat, sollte die Menge an seinen persönlichen Geschmack anpassen. Wir essen wirklich gerne scharf und waren von der Vielseitigkeit der Mischung absolut angetan!

 

 

 

 

 

 

Praxis-Check:

Bei Restaurant-Kochbüchern kann es für Laien schwierig werden, weil die Rezept-Mengen nicht immer auf Haushaltsgröße heruntergebrochen werden. Hier hält sich das in Grenzen. Die Mengen werden erst bei den Pickles richtig üppig, sonst wurde brav alles heruntergerechnet. Dass das Urad-Dal eingeweicht werden muss, steht vorne im Glossar und schafft es leider nicht in die Rezepte. Wer nicht viel kocht, wäre sicherlich für einen Hinweis dankbar gewesen, wie lange diese eingeweicht werden sollen.

Fazit: Indien von einer ganz neuen spannenden und köstlichen Seite!

Ich möchte dieses Buch keinesfalls auf den Begriff „alltagstaugliche indische Küche“ reduzieren. Das ist schlichtweg zu kurz gesprungen, das trifft für einige der Klassiker-Interpretationen zu, ist aber definitiv nicht das Ziel dieses Buches. Es geht um eine erfrischend moderne und zugleich regionale indische Küche, wie wir sie in Europa noch nicht kennen lernen durften. Jedes Rezept hat das Potenzial einem einen ganz neuen und kreativen Blickwinkel auf die indische Küche zu eröffnen. Dieses Buch gehört in die Hände von Nachkochern, die genau das wollen, weil ihnen die Curry-House-Kitchen schon zum Hals raushängt. Es geht um jede Menge bisher nicht dagewesener kulinarischer Erfahrungen in Sachen Indien und nicht nur primär darum, Zeit oder Gewürze einzusparen. Da wo ein Rezept als alltagstauglich bezeichnet werden kann und das trifft genauso für den Senf-Brokkoli mit Makanhni-Sauce wie andere zu, ist diese Eigenschaft niemals das ausschließliche Ziel des Koches gewesen, er wollte seine Küche nur einfach nur frischer, aromatischer präsentieren! Und das macht jedes Rezept in diesem tollen Kochbuch zur indischen Küche so einzigartig. Weil ein Restaurant-Koch den Kochdeckel lüpft, sollte man ein wenig Erfahrung haben und auch mal was antizipieren können.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

Knoblauch-Püree mit gesalzener Zitrone

© Anders Schønnemann/Prestel Verlag

Quelle: Mikkel Karstad: Immergrün

Die nordische Gemüseküche

Fotos: Anders Schønnemann

Prestel Verlag

Preis: 36,– €

Simple bei Zutaten und Zubereitung und dennoch ganz großes Gaumenkino! Die Nachbarn, die spontan über den Gartenzaun eingeladen wurden, konnten sich gar nicht mehr einkriegen vor Lobes-Hymen und wollten unbedingt, das Rezept für das Knoblauch-Püree mit nach Hause nehmen. Wenn man bei dieser Hitze schon nicht schlafen kann, dann lässt es sich doch formidabel bei einem netten Glas Wein, die Nacht zum Tag machen….

Zutaten (für 4 Personen):

3 ganze Knoblauchknollen

½ gesalzene Zitrone

1 TL Akazienhonig

100 ml Olivenöl extra Vergine

Salz und Pfeffer aus der Mühle

8 Scheiben Brot

1 Radicchio (bei mir optional)

etwas frischer Estragon

Zubereitung:

Knoblauchknollen in eine feuerfeste Form legen und bei 160 °C in den Ofen stellen. 35–40 Minuten backen, bis sie weich sind. Jetzt den Knoblauch aus dem Ofen nehmen und ein wenig abkühlen lassen.

Den Knoblauch mit einem Messer oder einem Löffel aus der Schale in eine Schüssel schaben. Die gesalzene Zitrone ganz fein hacken, mit dem Knoblauch mischen. Honig hinzufugen und umrühren. Anschließend das Olivenöl nach und nach unterrühren hinzufügen, bis Sie fast das gesamte Öl verarbeitet haben (den Rest brauchen Sie für das Brot) und ein glattes, geschmeidiges Knoblauchpüree erhalten. Mit etwas Salz und Pfeffer aus der Mühle würzen.

Die Brotscheiben mit Olivenöl beträufeln, in einer heißen Pfanne rosten, bis sie knusprig sind und eine goldbraune Oberflache haben. Dann vom Herd nehmen. Beim Radicchio die Blätter abtrennen, unter kaltem Wasser abspülen und gründlich abtropfen lassen. Dann die Blatter mit den Brotscheiben auf einer Platte anrichten, diese mit Knoblauchpüree bestreichen und mit Estragon garnieren. Servieren Sie die Brote als kleine Vorspeise oder als Snack zum Aperitif.

Gesalzene Zitronen

 Zutaten:

6 – 8 unbehandelte Zitronen

300 – 400 g grobes Meersalz

Zubereitung:

Zitronen waschen und jede 8 bis 10-mal mit einem Messer einstechen, damit das Salz durch die Schale in die Zitronen eindringen kann. Dann die Früchte in ein großes Einmachglas legen und gut zusammendrücken. Mit Salz auffüllen und das Glas mit dem Deckel verschließen. Die gesalzenen Zitronen sollten mindestens 1 Monat an einem dunklen, kühlen Ort stehen bevor Sie sie verwenden.

Sie können Sie zum Würzen und Aromatisieren von gebratenem Geflügel, Fischgerichten, Eintöpfen, Suppen und Salaten nehmen. Sie haben jetzt einen edlen, komplexeren Duft. Sie können die Zitrone mit Schale verwenden, aber entfernen Sie zunächst die sichtbaren Kerne, denn dadurch wird die Zitrone unnötig bitter. Alternativ können Sie das gelbe Fruchtfleisch pürieren und in Dressings verarbeiten. Das Salz, das sich in der Zwischenzeit in eine Lake verwandelt hat, können Sie jedoch nicht weiter verwenden.

Im Januar und Februar sind Zitronen sehr aromatisch und günstig, das sind daher die besten Monate zum Einmachen der Zitronen.