Nigel Slater: Wintertagebuch

Nigel Slater: Wintertagebuch

Fotos: Jonathan Lovekin

Dumont Verlag

Preis: 38,– €

Winterfreuden, die nicht nur kulinarisch, sondern auch persönlich berühren……

Wer ist der Autor?

© Jenny Zarins

Nigel Slater, geboren 1958 in Wolverhampton, zählt zu den besten Food-Journalisten der Welt. Seit 25 Jahren schreibt er für den ›Observer‹ eine Kolumne zum Thema Essen. Er lebt in einem alten Haus im Norden Londons. Bei DuMont erschienen bereits ›Ein Jahr lang gut essen‹, ›Das Küchentagebuch‹, ›Einfach genießen‹ und ›Eat‹ sowie die beiden hochgelobten Bände ›Tender – Gemüse‹ und ›Tender – Obst‹, in denen sein Küchengarten eine wichtige Rolle sspielt.

 

Wie sieht es aus?

Bei Auftritt und Aufmachung wird nicht gespart: Graue triste Wintertage spiegeln sich im mattgrauen Leinenband wieder, der sich zum Fest der Liebe richtig aufbrezelt mit seinen kupferfarbenen aufgeprägten nackten Baumstämmen. Die Ausstattung ist die perfekte Inkarnation, dessen was uns der Autor über seine Lieblings-Jahreszeit berichtet und macht das Buch zu einem echten Hingucker im Bücher-Regal und auf dem Coffee Table.

Worum geht’s?

  – oder ein Mann der Tagebuch für uns schreibt……..

 Und er ist sogar noch erfahren darin! Tagebuch schreibende Männer sind auch in 2018 rar gesät, wenn sich zwischen den Geschlechtern und im Zusammenleben derer auch viel getan hat. Und darin herumzuschnüffeln geht natürlich gar nicht!

Was ist drin?

Keine Kolumne ohne Story – kein Rezept ohne persönliche Geschichte dahinter!

Hier sind wir jedoch eingeladen, in der „Slaterschen“ Küche Platz zu nehmen, zu genießen und bekommen nicht nur Rezepte hingestellt, sondern sind von Anfang an dabei und erfahren all das, was für den Geschmack wichtig ist und welche nette Geschichte dahinter verborgen ist. Genau dafür ist Nigel Slater bekannt und wird er geschätzt: Er ist ein Autor, bei dem manche sich nicht entscheiden können, ob ihnen nun die Geschichte hinter dem Rezept oder das Gericht, dass bei ihm immer die Handschrift „Keep it simple“, aber bitte mit Twist trägt, besser gefällt. Die vielen Jahre als Kolumnist beim „Guardian“, haben sicher das ihrige zu diesem außergewöhnlichen Talent und persönlichem Markenzeichen beigetragen.

Wie alles begann oder was der Dachboden in seinem Elternhaus damit zu tun hat…

Die Saat zu diesem Buch – erklärt Nigel Slater – wurde vor einem halben Jahrhundert gelegt, auf dem Dachboden seines Elternhauses, wo die Familie den Weihnachtsschmuck in Kartons aufbewahrte. Genau dort, zwischen verblassten Christbaumkugeln und Strähnen silbernen Lamettas, zwischen Zauberkästen und unentwirrbaren Knäueln aus Lichterketten, wurde seine Faszination für Weihnachten geboren. Slater berichtet in seiner Biographie, dass er nach dem Tod der leiblichen Mutter als Neunjähriger Schuljunge, sehr selbständig sein musste und sich nicht nur sein Mittagessen nach der Schule selber kochte, sondern auch den Vater mit leckerem Essen auf sich aufmerksam machen wollte. Seine Mutter war eigentlich keine besonders gute Köchin. Am liebsten hätte sie dies gerne der Perle des Hauses – in der Familie stets Mrs. P. genannt – überlassen. Einmal im Jahr ließ sie sich aber darauf ein einen Christmas Cakes und –Puddings zu machen. Dies wurde immer mit dem Satz eingeleitet „Dann werde ich jetzt wohl Kuchen backen müssen…“ Mit ihrer Küchenmaschine – einer störrischen Kenwood – lernte sie jedoch nie umzugehen. Slaters Mutter gehörte nämlich zu der Generation von Frauen, die zum Teig kneten nie ihre Hände benutzen würden, erzählt er weiter. Der beim Essen inzwischen schon recht anspruchsvolle Sohn hat praktisch durch die Küchen-Pannen der Mutter seine Liebe zum Kochen und Essen entdeckt. In der  heimischen Küche in Wolverhampton flog schon mal der Kuchenteig aus dem Biest von Kenwood direkt auf den Küchenboden. Während seine Klassen-Kameraden Romane verschlagen, beschäftigte sich der junge Nigel mit der Lektüre des Cordon Bleu Magazin, dass er abonniert hatte.

Mit dem Winter klar kommen – oder ihn lieben und freudig begrüßen!

Slater blüht jedes Mal mit dem ersten Wintereinbruch auf erzählt er: Der erste Kälteeinbruch ist für ihn so erfrischend, wie der Sprung in einen eisigen Teich nach der langen Sommersauna. Den Winter nimmt er stets wie einen Neuanfang wahr. Bis zum heutigen Tag, wird er mit Reif auf dem Dach und Feuer im Kamin geradezu euphorisch und Schnee unter den Sohlen hat er immer lieber gemocht als Sand zwischen den Zehen, berichtet der britische Kolumnist uns in seiner Einleitung.

Der Winter fängt bei uns offiziell am 21. Dezember an, zur Wintersonnenwende, das ist der kürzeste Tag des Jahres. Und das findet Mr. Slater ein wenig seltsam. Man würde erwarten, dass der kürzeste Tag inmitten des Winters liegt, nicht am Anfang, aber es wird noch komplizierter, wenn man erfährt, dass das Datum von Land zu Land variiert. In Schweden und Irland gilt beispielsweise der 1. November, Allerheiligen, als erster Wintertag; in der Landwirtschaft wird dazu der Martinstag am 11. November auserkoren. Nigel Slater beginnt seine kulinarischen Tagebucheintragungen pünktlich zum 1. November und beendet sein Wintertagebuch zum 2. Februar des folgenden Jahres.

Verputzt und genossen:

Drei Winterdrinks aus Trockenfrüchten

© Jonathan Lovekin

Eine großartige Idee, die mich an die guten 70iger und Mutters Rumtopf erinnert hat. Bei Nigel Slater muss man glücklicherweise nicht schon im Sommer wissen, dass man das im Dezember gerne trinken oder zu Eis, Pudding und vielen anderem servieren möchte. Sein Rezept verwendet Trockenfrüchte und er kalkuliert mit einer Durchzieh-Zeit von ca. 4 Wochen. Ich fand das richtig klasse und alle 3 Variationen haben es bei mir mühelos auf die Keeper-Liste geschafft.

Gebackener Kürbis mit Dukkah und Granatapfel

© Jonathan Lovekin

Dieses Rezept ist ein echter Slater! Der Mann steht nicht nur für gute Storys, die uns dem Fühlen und Denken unserer Kindheit wieder ein Stück näher bringen, er paart das ganze stets mit einfachen, bis sehr einfachen Rezepten, mit Twist und Überraschung: Süßer Kürbis trifft viel Aroma durch die Gewürze und erhält jede Menge Crunch durch die unterschiedlichen Nuss-Sorten, die durch die frische Note von Granatapfelkernen perfekt abgerundet wird. P.S. Hanfsamen sind zwar äußerst gesund und auch lecker, aber nicht gerade billig. Ich habe sie deshalb einfach weggelassen, weil für mich ihr Geschmack im „Nusskonzert“ keine tragende Rolle hatte.

Shortbread mit Feigen und Orangen

Ich backe schon regelmäßig, aber bei Weihnachtskekse, da überlasse ich gerne meiner Schwiegermutter die Krone. Diese Bastelei und die Fein-Motorik, die dafür notwendig ist, ist in der Küche nicht mein Ding! Ich mag es unkompliziert und suche nach dem schnellen Erfolg, der bitte auch noch köstlich schmecken soll. Das Rezept des Briten klingt für mein Weihnachts-Keks-Beuteschema äußerst vielversprechend – ich werde berichten!

Lammbraten mit Koriandersamen und Rosmarin

Steht auf der Nachkochliste, wartet quasi noch auf seinen großen Tag und soll uns die Weihnachts-Feiertage „verköstlichen“.

Fazit – oder warum schafft es Nigel Slater immer wieder mein Herz und meinen Gaumen zu erobern?

Der Mann steht nicht nur für gute Storys, die uns dem Fühlen und Denken unserer Kindheit wieder ein Stück näher bringen, er paart das ganze stets mit einfachen, bis sehr einfachen Rezepten, mit Twist und Überraschung. Seine Botschaft ist voller Emotion und persönlicher Erlebnisse. Damit zelebriert er etwas was wir uns alle wünschen: Klarheit, Reduktion auf das Wesentliche, und kostbare persönliche Momente, statt Einheitsbrei, Kaufhaus-Schrott und Massenware! Wenn jemand Kitsch in kostbare Erinnerungen verwandeln kann, dann ist es definitiv der Brite. Es geht bei sehr geschätzten Kochbüchern definitiv nicht nur um leckere Rezepte, sondern wir Leser wollen mit allen Sinnen angesprochen werden und zum Träumen und Genießen eingeladen werden. Dass gelingt Slater wie niemand anderem in der Branche. Gepaart mit Rezepten, die einfach, bis sehr einfach sind, treibt das mich wie magnetisch angezogen in die Küche. Das kann ich mir nirgendwo kaufen oder online bestellen, sondern das mag ich lesen, selberkochen und verputzen!

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

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In Papier gebackene Seebrasse mit Pilzen

© 2017 Lauren Bamford

Quelle: Davis: Südtoskana – die echte Küche

Authentische traditionelle Rezepte

Fotos: Lauren Bamford

Hölker Verlag

Preis: 29,95 €

Wer sagt eigentlich, dass Pilze nicht zu Fisch passen? Dieses Rezept beweist das Gegenteil! Sehr lecker und immer wieder schön, wenn sich eine Autorin Zeit nimmt wirklich jedes Detail im Rezept, auf das es für den Geschmack ankommt, ausführlich zu erläutern – Danke dafür!

Quelle: Davis: Südtoskana – die echte Küche

Authentische traditionelle Rezepte

Fotos: Lauren Bamford

Hölker Verlag

Preis: 29,95 €

Ich mag unkomplizierte Gerichte, bei denen einer einfachen und schnellen Zubereitung ein großer Genuss gegenübersteht, mit anderen Worten: mehr Output als Input. In Papier gebackener Fisch ist eines dieser Gerichte. Man bringt den Fisch nach Hause, schaltet den Backofen ein, füllt den Fisch mit Kräutern, spritzt etwas Wein oder Zitronensaft darüber, wickelt ihn in Kochpergament ein und 20 Minuten später ist das Abendessen fertig. Es ist leicht, es schmeckt lecker und der Fisch bleibt saftig, weil er im eigenen aromatischen Saft gart.

Goldbrassen (auch Doraden), die in Orbetellos Lagune gezüchtet werden, eignen sich ideal für diese Zubereitungsart, doch kann man auf diese Weise auch jeden anderen größeren Fisch garen, wie etwa Wolfsbarsch oder Roten Schnapper. Ich liebe die Kombination von mare e monti, bei der sich Meer und Berge vereinen. Eine Mischung erdig schmeckender Pilze, mit Knoblauch aromatisiert, eignet sich gut als Bett für den Fisch. Statt der Pilze kann man auch dünne Kartoffelscheiben verwenden, die ebenso wie die Pilze den Geschmack von Zitrone und Kräutern aufnehmen und die man ebenso wie die Pilze gart, bevor man sie unter den Fisch legt. Brassen schmecken aber auch solo sehr gut.

Zutaten (für 4 Portionen):

2 mittelgroße Goldbrassen zu je ca. 500–600 g,
entschuppt und ausgenommen

2 Handvoll frische gemischte Kräuter,
z. B. Thymian, Basilikum, Oregano, Bergminze,
Minze, glatte Petersilie und Rosmarin

1 Bio-Zitrone, in Scheiben

Saft von 1 Zitrone

80 ml Olivenöl

2 Knoblauchzehen, in Scheiben

400 g frische Pilze (bei mir Kräuterseitlinge) gesäubert und in Scheiben

Salz

Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Bei dem entschuppten und ausgenommenen Fisch die Flossen mit einer Küchenschere abschneiden, abspülen und trocken tupfen. In die fleischigsten Teile auf beiden Seiten drei ca. 1,5 Zentimeter tiefe Schlitze schneiden. Haut und Schlitze mit Salz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer einreiben. Salz in das Bauchinnere streuen und dieses sodann mit zwei Dritteln der Kräuter und ein paar Scheiben der Zitrone füllen. Bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen.

Von den restlichen Kräuterstängeln die Blätter abzupfen. Die Hälfte des Olivenöls in einer Pfanne erhitzen und den Knoblauch darin bei mittlerer Temperatur 1 Minute braten. Die Pilze und die restlichen Kräuter dazugeben und 5–6 Minuten im Öl braten, bis die Pilze goldgelb und weich sind. Anschließend abkühlen lassen.

Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Für jeden Fisch ein großes Stück Kochpergament abreißen, das etwa doppelt so lang wie der Fisch ist. Die Pilze auf der Mitte des Papiers anrichten. Den Fisch auf die Pilze legen, mit Zitronensaft und mit dem restlichen Olivenöl beträufeln.

Um den Fisch einzuwickeln, die Längsseiten des Papiers zusammenlegen und sie so falten, dass sie leicht überlappen. Die kurzen Seiten an Kopf und Schwanz des Fischs werden zur Mitte des Fischs hin gefaltet und mit Küchengarn zusammengebunden, sodass ein Päckchen entsteht. 20–25 Minuten backen. Den Fisch aus dem Ofen nehmen und vor dem Servieren 5 Minuten ziehen lassen. Bei einem größeren Fisch als dem hier angegebenen sollte zuvor überprüft werden, ob er bereits gar ist. Dazu das Papier vorsichtig auffalten – der entweichende Dampf ist sehr heiß! – und mit einem Messer prüfen, ob sich Haut und Fleisch leicht von der Wirbelsäule abheben lassen. Das Fleisch an den Schlitzen sollte undurchsichtig und weich sein. Falls dies noch nicht der Fall sein sollte, die Verpackung wieder schließen, im Backofen weiter garen lassen und nach 5 Minuten erneut prüfen.

Zum Servieren den ganzen Fisch auf einen länglich-ovalen Teller legen und Pilze und Saft darübergeben. Ich selbst ziehe es vor, den Fisch im Papier auf den Teller zu legen.

Acquacotta nach Maremmana Art

© 2017 Lauren Bamford

Quelle: Davis: Südtoskana – die echte Küche

Authentische traditionelle Rezepte

Fotos: Lauren Bamford

Hölker Verlag

Preis: 29,95 €

Schlichte Sommerküche, mit den richtigen Tipps und besten Zutaten = kulinarisches Glück. Ebenfalls ein Rezept was wir kurzerhand im Urlaub nach Spanien importiert hatten und wirklich Bauklötze gestaunt haben, wie wenig eine großartige Suppe braucht, auf das pochierte Ei dazu kann keinesfalls verzichtet werden (auch wenn es gar nicht so einfach ist das auch perfekt hinzubekommen), ebenso wie auf die Scheibe gutes altbackenes Brot als Bett für diese Suppe! Es gibt übrigens unterschiedliche Varianten der Acquacotta im Angebot.

Die acquacotta wird in jeder Küche der Maremma anders gekocht, und das Grundprinzip ist eigentlich, das zu verwenden, was man gerade zur Hand hat. Doch wenn ich an acquacotta denke, denke ich vor allem an einen dicken, langsam gegarten Gemüseeintopf mit hohem Tomatenanteil, der über eine Scheibe hartes Brot gegossen wird. Außerdem gibt es ein pochiertes Ei dazu, ein uovo in camicia, ein „Ei im Hemd“, wie die Italiener sagen, das oben auf der Suppe schwimmt. Sein weiches Eigelb macht dieses Gericht vollkommen. Man bricht es mit dem Löffel auf, lässt es in die Suppe fließen – und genießt eine wärmende, wohltuende Mahlzeit.

Ich hatte das Glück, Ilena Donati kennenzulernen, eine ältere Dame aus Capalbio, die ihr Berufsleben größtenteils damit verbracht hatte, für Restaurants zu kochen. Sie lud mich zu sich ein und verriet mir zwei Geheimnisse der acquacotta: Das eine war, keine Möhren zu verwenden. Zwiebeln sind von Natur aus süß, besonders dann, wenn man sie langsam brät. Gäbe man die ebenfalls süßen Möhren hinzu, wäre das geschmackliche Gleichgewicht der Suppe zerstört. Das zweite Geheimnis besteht darin, alles sehr langsam zu kochen: piano, piano.

Zutaten (für 4 Portionen):

1 kg frische reife Tomaten oder 800 g ganze geschälte Tomaten (Dose)

3 EL Olivenöl

4 große gelbe Zwiebeln, in feinen

Scheiben

½ Stange Sellerie, fein gehackt

125 ml trockener Weißwein

1 frische rote Chilischote, gehackt, oder Chiliflocken (optional)

1 l Gemüsebrühe (bei mir selbstgemacht) oder Wasser

4 Eier

4 Scheiben hartes Weißbrot mit Kruste

50 g geriebener Parmesan oder Pecorino (optional)

Salz

Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Die frischen Tomaten an der Unterseite kreuzweise einschneiden. 30 Sekunden in einen Topf mit kochendem Wasser tauchen, anschließend sofort in eine Schüssel mit Eiswasser geben, bis sie abgekühlt sind. Nun die Haut abpellen. Die Tomaten vierteln, entkernen und grob hacken. Beiseitestellen.

In einem großen Kochtopf das Olivenöl bei niedriger Hitze erwärmen. Die Zwiebeln und den Sellerie zugeben sowie eine großzügige Prise Salz. Unter gelegentlichem Rühren 15 Minuten braten, bis das Gemüse weich ist. Falls die Zwiebeln am Topfboden kleben, etwas Wasser zugeben.

Die Temperatur auf mittlere Hitze erhöhen und den Weißwein zugeben. 3–4 Minuten einkochen lassen.

Die Tomaten zugeben. Geschälte ganze Tomaten aus der Dose mit einem Holzlöffel im Topf zerkleinern. Nach Belieben mit Chili und einer weiteren Prise Salz würzen. Die Hälfte der Gemüsebrühe (oder des Wassers) zugießen und zum Kochen bringen, sodann bei niedriger Temperatur im offenen Topf ca. 45 Minuten köcheln. Zwischendurch gelegentlich kontrollieren und umrühren. Die Flüssigkeit sollte zu einer dicken Suppe einkochen, aber so flüssig bleiben, dass man am Schluss die Eier darin pochieren kann. Bei Bedarf restliche Brühe (Wasser) zugeben.

Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer abschmecken. Danach die Eier aufschlagen und behutsam nacheinander und nicht zu dicht beieinander in die Suppe gleiten lassen. Mitkochen lassen, bis das Eiweiß fest und das Eigelb noch weich und flüssig ist. (Das kann je nach Kochtopf und der Ausgangstemperatur der Eier 3–6 Minuten dauern.) Vom Herd nehmen.

In jeden Teller eine Scheibe hartes Brot legen. Mit einem Kochlöffel die vier Eier nacheinander herausnehmen und vorsichtig auf je eine Brotscheibe gleiten lassen. Dann mehr Suppe zugeben, um die Brotscheiben damit zu tränken. Jede Portion nach Belieben mit geriebenem Käse bestreuen und vor dem Servieren 1–2 Minuten warten, damit das Brot genügend Flüssigkeit aufsaugen kann.

Tipp: Dieses Gericht stellt eine perfekte Verwendungsmöglichkeit für überreife Tomaten dar, man kann aber auch ganze geschälte Tomaten aus der Dose verwenden. Passierte Tomaten (passata) sind für diese Suppe allerdings zu fein. Trockenes Brot nimmt die Flüssigkeit schön auf, ohne weich zu werden. Wenn Sie gerade kein trockenes Brot zur Hand haben, können Sie die Scheiben im Backofen bei niedriger Hitze trocknen, bis sie knusprig sind. Toasten Sie das Brot aber nicht, weil dies seinen Geschmack allzu stark verändern würde. Man kann diese Suppe gut im Voraus zubereiten, sie über Nacht im Kühlschrank aufbewahren oder sie einfrieren. Geben Sie beim Aufwärmen etwas Wasser hinzu und lassen Sie die Eier erst hineingleiten, wenn die Suppe köchelt.

Davis: Südtoskana – die echte Küche

Davis: Südtoskana – die echte Küche

Authentische traditionelle Rezepte

Fotos: Lauren Bamford

Hölker Verlag

Preis: 29,95 €

Toskana, von einer Seite, die wir wirklich noch nicht gesehen haben – geht das überhaupt noch?

Wer ist die Autorin?

 Emiko Davis hat einen australischen Vater, eine japanische Mutter, verbrachte ihre Jugend in China, studierte in den USA und ließ sich auf all diese verschiedenen Kulturen ein, erlernte ihre Sprachen und auch ihre Art zu kochen. Seit über 10 Jahren ist sie nun in Italien zu Hause. Mit einem Koffer und dem Plan, drei Monate lang in einem Atelier für Radierungen zu hospitieren, kam sie als zwanzigjährige Kunststudentin nach Florenz. Ein paar Jahre später konnte sie ihrer Sehnsucht nach Florenz nicht mehr widerstehen und kehrte in die Stadt zurück. Sie lernte gründlich Italienisch machte eine Ausbildung zur Restauratorin, jobbte in einem Foto-Studio und lernte einen besonders charmanten Toskaner namens Marco kennen. Ihre Begeisterung für die italienische Küche veranlasste sie, eine Digitalkamera zu kaufen und 2010 einen Blog zu starten, in dem sie traditionelle toskanische Rezepte vorstellte. Nach einem längeren Aufenthalt in Porto Ercole (Maremma-Küste) in 2015 kehrte Emiko mit ihrer Familie nach Florenz zurück. Sie kocht immer noch begeistert und schreibt für ihre Kolumne über italienisches Essen bei der New Yorker Website Food 52 sowie für andere Publikationen. Dieses ist ihr zweites Kochbuch.

Ein Landstrich wird kulinarisch endlich entdeckt!

 Die Costa d’Argento (Silberküste) verdankt ihren Namen vermutlich dem silbrig schimmernden Sand ihrer Strände. Im Hinterland liegen das für seine heißen Quellen berühmte Saturnia und das mittelalterliche Pitigliano, das über ein reiches jüdisches Erbe verfügt. In dieser Region der Maremma, die näher an Florenz als an Rom liegt, entwickelte sich eine Küche, die weitgehend von Fischern, Jägern, Bauern und Rinderhirten beeinflusst wurde. Es ist eine Region, die reich an Geschichte ist, reich an Ressourcen, reich an Aromen, Düften und Rezepten – und vollkommen anders als die übrige Toskana. Die Küche der Maremma (Silberküste) ist bäuerlich und sehr, sehr saisonal! Alles was Wald, Meer & der Gemüsegarten oder die Bauern der Umgebung anbauen, landet ohne Umschweife direkt im Kochtopf.

Was gibt es denn?

 Gekochtes Wasser und mit allem was die Natur bietet wird für Genuss gesorgt…

Es geht um Eintöpfe, wie die berühmte Acquacotta, wörtlich übersetzt ist das gekochtes Wasser, oder besser „in Wasser gekocht“. Acquacotta ist vermutlich das bekannteste Gericht der Maremma.

Wildpilze, die frittiert oder als Polenta Crosstini serviert werden und sogar eine Seebrasse in den Backofen begleiten dürfen, selbstgemachte Liköre, wie einen Lorbeer-Rosmarin-Likör. Esskastanien, z. B. in der Gnocchi-Variante und natürlich Wildschwein-Gerichte. Entweder als Eintopf oder in einer überraschenden Schokoladen-Sauce, bei der auch Sultaninen, Pinienkerne Orangeat und Rotweinessig ihren großen Aufritt haben. Und wie könnte es anders sein, wenn das Meer gleich um die Ecke ist

Fisch satt!

Sardellen, atlantischer Bonito, Calamari, Muscheln, und so einiges mehr werden regelmäßig an Land gezogen. Sie landen als frittierte Sardellen oder als Ölsardinen in einem Fischsalat nach Grossetto-Art, einfach mit Salzkapern, Zitronensaft und Petersilie auf dem Teller. Dass der Fisch in dieser Salat-Variante aus der Dose kommt, stört weder die Köchin noch mich und ist in den heißen Sommermonaten eine prima Alternative, wenn es zu heiß zum Kochen ist. Überraschender Weise verstehen sich in dieser Küche Calamar und Seebrasse hervorragend mit Pilzen lerne ich. Das Kapitel mit den Fisch-Rezepten kommt gut weg im Kochbuch und ist eindeutig das Herzstück des Buches. Es zeigt ebenfalls, dass nicht nur in Frankreich oder Portugal formidable Fischsuppen gekocht werden.

Gemüse ohne viel Tara, aber in bester Qualität

Der Gemüsegarten liefert, Spinat, Artischocken und herrlich reife Tomate. Serviert wird wunderbar einfacher Toast mit Tomaten und Sardellenfilets, ein Artischocken-Omelett, Pizza mit Zwiebeln und Anchovis und jede Menge Pasta, z. B. als Zitronen-Tagliolini oder als Tortellini mit Ricotta.

Aus Feld und Stall

Die Bauern steuern Feldfrüchte bei, daraus wird z. B. die berühmte Dinkelsuppe gekocht oder es gibt schön deftige Rigatoni nach Butteri (Rinderhirten)-Art mit Suppengemüse, Pancetta und, Bratwurstbrät.

Süßes Finale, ohne ist ein italienisches Menü nicht denkbar

Ricotta-Birnen-Tarte, Esskastanien-Gugelhupf oder karamellisierte Feigen lassen grüßen, wenn die Lieblings-Jahreszeit von Emiko Davis beginnt: Der Herbst ist ihr lieber als laute und schrille Sommertage und das merkt man sehr genau an ihren Fotos und der Art wie sie diese Küche ganz persönlich begreift und interpretiert.

Fazit – oder was ist besonders?

Emiko Davis hat mit Artusi, dem Begründer der italienischen Nationalküche kochen gelernt. Ihre Rezepte sind immer eng mit der Geschichte einer Region verbunden und versuchen, diese kulinarisch neu zu beleben. Damit ist sie für mich sehr viel moderner als jedes beliebige andere Kochbuch zur italienischen Küche und zeigt wie wieviel Parallelen die italienische und die japanische Küche eigentlich haben. In diesem Buch wird durch und durch saisonal gekocht und es bleibt vom Ansatz her sehr klassisch. Der Autorin ist es wichtig, ihre Rezepte mit vielen Hintergrundinformationen einzuleiten, um die historische und saisonale Komponente noch deutlicher herauszuarbeiten. Ergänzt wird dies durch Fotos, die sowohl Gerichte wie Land und Leute farblich zurückgenommen zeigen und damit den klassisch-zeitlosen Aspekt noch unterstreichen können, den diese Autorin zu ihrem Markenzeichen gemacht hat. Ein Buch für Liebhaber und Fans des puren Genusses, für die saisonale Küche das höchste Glück auf Erden ist und die z. B. schon immer mal ausprobieren wollten, ob Pilze als Beilage zu einem Fischgericht funktionieren? Mir hat das Buch viel Spaß gemacht, weil es mir eine ganz neue Seite der toskanischen Küche präsentiert. Saisonal, regional ist hier kein Marketing-Gag, sondern Programm!

Vielen Dank als Übersendung als Rezensionsexemplar!

Stachelbeer-Butterkuchen

© Andrea Natschke-Hofmann © Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Quelle: Andrea Natschke-Hofmann: Backen aus dem Obstgarten

Mit Genuss durchs ganze Jahr

Thorbecke Verlag

Preis: 20,– €

Als gebürtige Norddeutsche kann ich an keinem leckeren Butterkuchen vorbeigehen. In dieser frisch-knusprigen Version kann ich diesem auch im Sommer nicht widerstehen! Auch die Kollegen aus im Büro haben kräftig zugeschlagen und nach dem Rezept gefragt.

Süß karamellisierte Mandeln treffen auf saure Früchtchen – mehr braucht es nicht!

Zutaten (für ein Backblech):

Hefeteig:

150 ml Milch

100 g Zucker

½ Würfel Hefe

500 g Mehl

100 g sehr weiche Butter

1 Ei

1 Prise Salz

Belag:

1 kg frische Stachelbeeren

100 g Butter

100 g brauner Zucker

1 TL Vanille-Extrakt

200 g Mandelblättchen

100 ml Sahne

Zubereitung:

Milch gut lauwarm erwärmen, Zucker und Hefe zufügen, umrühren und 10 Minuten angehen lassen. Inzwischen Mehl, Butter, Ei und Salz in eine große Rührschüssel oder Küchenmaschine geben. Milchmischung zufügen und mit den Knethaken für 3–4 Minuten zu einem geschmeidigen, glänzenden Hefeteig kneten. Zugedeckt für eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.

Inzwischen Stachelbeeren waschen und verlesen. Backofen auf 180 °C (160 °C Umluft) vorheizen. Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen, dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Stachelbeeren gleichmäßig auf dem Teig verteilen. Im vorgeheizten Backofen für 15 Minuten backen.

Inzwischen die Butter schmelzen, dabei Zucker und Vanille zufügen. Wenn sich der Zucker aufgelöst hat, Mandelblättchen und Sahne zufügen und erwärmen. Mandelmasse auf dem vorgebackenen Kuchen verteilen und den Kuchen für weitere 30–40 Minuten goldbraun backen. Aus dem Ofen nehmen und in der Form etwas abkühlen, dann auf einem Gitterrost komplett auskühlen lassen. Schmeckt besonders lecker mit einem Klecks Sahne.

Schwarzwälder Naked Cake

 

© Andrea Natschke-Hofmann © Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Quelle: Andrea Natschke-Hofmann: Backen aus dem Obstgarten

Mit Genuss durchs ganze Jahr

Thorbecke Verlag

Preis: 20,– €

Das ich keine Torten-Fee bin wissen die Stammleser meines Blogs inzwischen, beim Backen soll es bei mir unkompliziert zugehen, lecker schmecken, natürlich auch was hermachen, aber mit einem überschaubarem Aufwand und ohne große Bastelstunden. Volle Punktzahl!

Dieses Törtchen ist entstanden, weil mir eine Schwarzwälder Kirschtorte viel zu mächtig ist. So gefällt mir der Klassiker nun sehr gut!

Zutaten (für eine Springform 20 cm):

Teig für (2 Böden)

125 g weiche Butter

200 g Zucker

3 Eier

3 EL Kakao

200 g Mehl

1 Pk. Backpulver

½ TL Natron

1 Pk. Bourbon-Vanillezucker

200 ml Buttermilch

Kirschfüllung:

500 g Kirschen

150 ml Kirschsaft

2 gestrichene EL Speisestärke

1 Zimtstange

1 Pk. Bourbon-Vanillezucker

Sahnemasse:

200 ml Sahne

2 EL Puderzucker

200 g Frischkäse

1 Pk. Bourbon-Vanillezucker

Kirschwasser nach Belieben

eine Handvoll angeröstete

Mandelblättchen

Zubereitung:

Backofen auf 180 °C (160 °C Umluft) vorheizen.

Butter und Zucker in einer Schüssel schaumig schlagen, ein Ei nach dem anderen unterrühren. Kakao, Mehl, Backpulver, Natron und Vanillezucker mischen und abwechselnd mit der Buttermilch zum Teig geben, dabei weiterschlagen.

Backform fetten, Backpapier zuschneiden und hineinlegen. Den Teig in zwei Portionen teilen und die erste Hälfte in die Form geben. Im vorgeheizten Backofen für 30 Minuten backen. Bitte Stäbchenprobe machen. Aus der Form lösen und auf einem Gitter abkühlen lassen. So nacheinander die beiden Böden backen.

Kirschen entkernen und mit Saft in einen Topf geben. 2 EL vom Saft abnehmen und darin die Speisestärke auflösen. Zimtstange und Vanillezucker zu den Kirschen geben und bei geringer Temperatur langsam erhitzen. Speisestärke zufügen und ganz kurz aufkochen, damit diese bindet. Sofort vom Herd nehmen und die Masse gut abkühlen lassen.

Inzwischen die Sahne mit dem Puderzucker steif schlagen. Frischkäse und Vanillezucker zugeben, vorsichtig rühren, bis sich die Zutaten vermischt haben. Kalt stellen.

Die Torte erst kurz vor dem Servieren zusammensetzen. Wichtig dabei ist, dass alle Bestandteile gut ausgekühlt sind. Zunächst einen Boden auf die Tortenplatte aufsetzen und mit etwas Kirschwasser beträufeln. Etwa die Hälfte der Sahnemischung darauf verstreichen, dann die Hälfte der Kirschmasse daraufgeben. Nun mit dem zweiten Teil genauso verfahren. Abschließend noch mit angerösteten Mandelblättchen bestreuen. Sofort servieren.

Backen aus dem Obstgarten

Andrea Natschke-Hofmann: Backen aus dem Obstgarten

Mit Genuss durchs ganze Jahr

Thorbecke Verlag

Preis: 20,– €

Neue Kuchen braucht das Land!

 Worum geht’s?

 Planänderung oder back to her roots……

© Privat/Andrea Natschke-Hofmann

 Gebacken wird in meisten Haushalten entweder gar nicht und in einigen wenigen sehr viel. Bei Andrea Natschke-Hofmann und ihrem Blog Zimtkeks und Apfeltarte wird definitiv viel gebacken, die Bloggerin stammt aus einer Bäckerfamilie und lebt heute mit Mann und 3 Söhnen in der Nähe von Frankfurt. Als noch keine Kinder das Leben der Familie bereichert haben, hat Andrea mit ihrem Mann die Rezepte von Spitzenköchen in die Küche gelockt. Kindergeburtstage, Kindergarten-Basare haben jedoch zu einer Planänderung geführt und heute werden Familie und Freunde mit vielen leckeren Kuchen verwöhnt. Die Männer im Haus haben in jedem Fall gelernt, erst wird fotografiert und dann wird der Kuchen angeschnitten.

Sie liebt London, sie backt phantastischen Cheesecake!

Als London-Fan hegt sie eine Vorliebe für Scones und vor allem für Cheesecakes, die gibt es bei ihr in vielen Variationen als Frühlings-Variante z. B. als Limetten-Cheesecake oder im Sommer in einer britisch-italienischen Co-Produktion als Beeren-Tarte mit Lemon-Curd und Mascarpone.

Diese Frau sucht ständig nach neuen Ideen und auf ihre Rezepte ist Verlass!

 Frau Natschke-Hofmann ist keine die halbe Sache macht, alle Fotos zeigen, diese Bäckerin ist immer auf der Suche nach dem perfekten Ergebnis dem perfekten Foto. Es geht ihr jedoch nicht nur um dramatische Inszenierung, wie auf den zahlreichen Blogs, bei denen ich gerne schnell weiterklicke, wenn mal wieder mehrstöckige Tortenkreationen in den abenteuerlichsten Farben erscheinen, sondern wenn man ihre Rezepte liest und nachbäckt spürt man der Hang zur Perfektion kommt dem Rezept bzw. dem Geschmack zu Gute. Die modernisierten Klassiker wie Butterkuchen, in den ich mich in der Version als Stachelbeer-Butterkuchen gleich mal verliebt habe, werden durch modernes Trendgebäck wie z. B. Holunder-Mini-Gugl und Erdbeer-Donuts mit Erdbeer-Limes-Guss ergänzt, die für mich ein Zugeständnis an den Zeitgeschmack sind.

Endlich habe ich Back-Rezepte, die einwandfrei funktionieren und sehr lecker schmecken

 Zitronen-Joghurtkuchen: das war der erste Kuchen, der unter ihrer Regie meinen Backofen verlassen hat. Mein Mann hat gleich 3 Stücke verdrückt. Andreas Geheimwaffe für einen super-saftigen und lockeren Teig, griechischer Joghurt und Rapsöl im Teig. Das Ganze abgerundet mit einem dicken Guss aus Zitronensaft und Puderzucker, führt dazu, das um das letzte Stück schwer gekämpft und verhandelt wurde.

Schwarzwälder Naked Cake: Das ich keine „Torten-Fee „bin wissen die Stammleser meines Blogs inzwischen, beim Backen soll es bei mir unkompliziert zugehen, lecker schmecken, natürlich auch was hermachen, aber mit einem überschaubarem Aufwand und ohne große Bastelstunden. Volle Punktzahl! Buttermilch im Teig kann für jede Menge Fluffigkeit sorgen und die Füllung aus Sahne und Frischkäse gefällt mir ebenfalls deutlich besser als das Original, weil diese nicht so mächtig ist. Gebacken wird in einer Springform mit 20 cm Durchmesser, die haben wir auch zu zweit in 2 Tagen locker allein verputzt.

Außerdem wurde noch ein Stachelbeer-Butterkuchen Sommer fein gemacht.

Fazit: Andrea Natschke-Hofmann hat tolle Ideen Back-Klassiker lecker zu modernisieren, die in die Jahre gekommen sind und heute kaum noch jemanden vom Hocker reißen, entweder weil die Rezepturen viel zu mächtig sind, oder zu viel Erfahrung und Aufwand voraus setzten, die wir einfach nicht mehr haben, oder den wir uns nicht mehr nehmen wollen. Im Gegensatz zu meiner Mutter backe ich zwar regelmäßig, aber nicht mehr jedes Wochenende. Bei uns sitzen in der Regel auch nur noch 2 Personen an der Kaffeetafel und nicht 5 wie bei meiner Mama. Alles was ich probiert habe, war von beeindruckender Qualität, so dass sich am Ende noch um das letzte Stück gebalgt wurde. Ich habe zudem wirklich optimierte Rezepte erhalten, die durch viele Kniffe einfach noch besser waren als ich das von meiner Mama gewohnt bin. Das Layout des Buches hätte ich mir jedoch etwas moderner gewünscht, dass hätte die Botschaft des Buches noch deutlicher transportiert, die Rezepttitel waren mir einfach zu verspielt. Ich weiß, dass heute viele auf Mini Gugl & Co stehen, denke nur diese Rezepte wabern ja sowieso überall durchs Netz, die hätte es für mich im Buch nicht gebraucht und ich hätte gerne mehr von Frau Natschke-Hofmanns Kern-Kompetenz gesehen, die unverschämt leckere Modernisierung von „Backklassikern, aber dies ist schließlich einfach Geschmackssache. Jeden probierten Kuchen werde ich genauso wieder backen und selbstverständlich sind alle Rezepte in die Rubrik „Lieblingskuchen“ bei mir gewandert. – ich glaube ich werde jetzt doch häufiger wieder Samstags backen……

Vielen Dank als Übersendung als Rezensionsexemplar!