Gebackener Fenchel mit Chili & Parmesan

©Laura Edwards

Dreimal ja von uns! Wir lieben Fenchel, wir lieben Parmesan und haben es auch gerne mal ein wenig schärfer. Und vielen Dank für die Optimierung bei der Zubereitung, so absolut Feierabend tauglich! Wir hatten den übrigens gestern zu Lammkottelets und das Rezept für 2 gute Esser halbiert…..

Quelle: Diana Henry: Aus dem Ofen
Einfache Gerichte schnell zubereitet

Fotos: Laura Edwards

Ars Vivendi

Preis: 28,– €

Früher habe ich den Fenchel vor dem Backen blanchiert, doch bei hoher Backofentemperatur ist das nicht nötig. Dies ist eine meiner Lieblingsbeilagen. Mit Burrata, Olivenöl und warmer Focaccia wird daraus ein Hauptgericht. Als Beilage passt der Fenchel gut zu gebratenem Lamm, Hähnchen oder Fisch.

Zutaten (für 6–8 Personen als Beilage):

4 Fenchelknollen

3 EL Olivenöl

2 Knoblauchzehen, fein gerieben

3 TL Fenchelsamen, im Mörser grob zerdrückt

3 TL Chiliflocken

Meersalzflocken und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

25 g Parmesan, fein gerieben

 Zubereitung:

Den Backofen auf 190 °C (Umluft) vorheizen. Die Spitzen der Fenchelknollen abschneiden, die Knollen halbieren und grobe oder verfärbte Außenblätter abschneiden (Fenchelgrün allerdings aufbewahren). Jede Hälfte in 2–2,5 cm dicke Spalten schneiden, sodass die Blätter an der Basis noch miteinander verbunden sind. Mit Öl, Knoblauch, Fenchelsamen, Chiliflocken, Fenchelgrün und reichlich Salz und Pfeffer in einer Schüssel vermengen. In eine Auflaufform füllen und fest mit Alufolie abdecken. 20 Minuten backen (die Unterseite sollte leicht goldgelb sein) und dann die Alufolie abnehmen. Den Parmesan darüberstreuen und erneut 10–15 Minuten in den Backofen schieben, bis der Fenchel weich (zur Probe mit einem scharfen Messer einstechen) und an der Oberfläche goldbraun ist.

Gebackener Kürbis & Tofu mit Sojasauce, Honig, Chili & Ingwer

©Laura Edwards

Toll, I love it! Obwohl ich normalerweise kein ausgewiesener Kürbis-Fan bin… Aber so lecker und würzig, ist uns der noch nicht untergekommen.

P.S. Ich habe übrigens alles auf einem großen Backblech zubereitet und die Menge des Öls ein bisschen reduziert.

Quelle: Diana Henry: Aus dem Ofen
Einfache Gerichte schnell zubereitet

Fotos: Laura Edwards

Ars Vivendi

Preis: 28,– €

Süß und scharf: Ich liebe die Aromen in diesem Rezept. Sie können den Kürbis als Beilage oder mit Reis auch als Hauptgericht servieren. Eine Sauce ist nicht nötig, aber ein scharfes asiatisches Dressing (siehe Seite 194) passt gut dazu.

Zutaten (für 6 Personen mit Reis oder als Beilage):

450 g extrafester Tofu

900 g Kürbis (wir haben Hokkaido verwendet)

3 EL flüssiger Honig

6 EL Sojasauce

2 TL Chiliflocken

1 Stück frischer Ingwer (2 cm), geschält und fein gerieben

125 ml Erdnussöl

Meersalzflocken und

schwarzer Pfeffer aus der Mühle

6 Knoblauchzehen, in sehr feine Scheiben geschnitten

3 TL Sesamsamen, geröstet

2 Frühlingszwiebeln, geputzt und diagonal in Stücke geschnitten

frisch gepresster Saft von ½ Limette

Zubereitung:

Den Backofen auf 200 °C (Umluft) vorheizen.

Den Tofu abseihen und in 1,5 cm dicke Scheiben schneiden. Eine doppelte Lage Küchenpapier auf ein Schneidebrett legen, den Tofu darauf platzieren und mit einer weiteren doppelten Lage Küchenpapier abdecken. Ein weiteres Schneidebrett obenauf legen und zusätzlich mit einem Gewicht beschweren. 20 Minuten ruhen lassen, um überschüssige Flüssigkeit herauszudrücken. Den Kürbis halbieren, entkernen und in 1,5–2 cm dicke Spalten schneiden. Honig, Sojasauce, Chiliflocken, Ingwer und 75 ml Öl in einer kleinen Schüssel vermengen.

Die Kürbisspalten in 2 Bratreinen oder auf 2 Backbleche verteilen (zur leichteren späteren Reinigung mit Backpapier auslegen) und der Sojasaucenmischung darüberlöffeln. Die Spalten mit den Händen darin wenden.

Die Tofuscheiben halbieren und in eine weitere kleine Bratreine legen. Die restliche Sojasaucenmischung darüberlöffeln und die Scheiben darin wenden. Kürbis und Tofu mit Salz und Pfeffer würzen und 15 Minuten backen.

Kürbisspalten und Tofustücke wenden. Das restliche Öl mit dem Knoblauch vermengen und über den Kürbis geben. Dann wieder in den Ofen schieben und mit dem Tofu weitere 10–15 Minuten backen, bis der Tofu dunkel und der Kürbis angebräunt und ganz weich ist.

Kürbis und Tofu auf einer vorgewärmten Servierplatte anrichten, mit Sesamsamen und Frühlingszwiebeln bestreuen, mit dem Limettensaft beträufeln und anschließend servieren.

Da ich das empfohlene asiatische Dressing mit serviert habe, habe ich darauf verzichtet Kürbis und Tofu mit Limettensaft zu beträufeln.

Asiatische Dressing

frisch gepresster Saft von 1 Limette

2 EL feinster Backzucker

6 EL Fischsauce

1 rote Chilischote, halbiert, entkernt und in sehr feine Ringe geschnitten

Limettensaft, Zucker, Fischsauce und Chili vermengen.

Limetten-Piment-Panir & mit Mango Chili-Salsa

© Hölker Verlag, Foto: Kris Kirkham

Quelle: Sabrina Ghayour: Vegetariana

Gemüserezepte aus den Küchen Persiens

Fotos: Kris Kirkham

Hölker Verlag

Preis: 28,– €

Panir ist eigentlich ein langweiliger Zeitgenosse, hier hat er seine würzige Meisterin gefunden, wir fanden es großartig und ebenfalls optisch das reinste Vergnügen. P:S. Wer schwarze Senfsamen nicht bekommt, kann auf braune ausweichen, die es in jedem Asia-Laden gibt. P.S. Ich war mal wieder mit einer Pfanne unterwegs und habe statt Knoblauch-Granulat frisch durch gepressten Knoblauch verwendet….

Was ich an indischem Panir liebe, ist die Tatsache, dass er nicht so leicht zerläuft, sich also perfekt als Basis für Marinaden und Gewürze eignet. Für dieses Rezept habe ich Piment gewählt – ein viel zu wenig benutztes und irgendwie missverstandenes Gewürz. Der englische Name „allspice“ beschreibt seine Eigenschaften perfekt. Denn Piment zeichnet sich durch eine Vielfalt an Aromen aus, die einer Mischung vieler (oder „aller“) Gewürze ähnelt. Als Gewürz-Fan faszinieren mich solche Kleinigkeiten! Die Pimentaromen harmonieren toll mit dem Panir und der herrlichen Mango-Salsa.

Zutaten (für 2 – 4 Personen):

250 g Panir (indischer Frischkäse), in

12 gleich große Würfel geschnitten

Für die Marinade

fein abgeriebene Schale von

1 Bio-Limette

1 TL Pimentkörner, im Mörser fein

zerstoßen

1 TL Knoblauchgranulat

2 EL Olivenöl

1 TL getrockneter wilder Thymian (oder

gewöhnlicher Thymian)

reichlich Meersalzflocken

Für die Mango-Chili-Salsa

1 TL schwarze Senfkörner

1 TL Koriandersamen

1 reife Mango, geschält, entkernt und

fein gewürfelt

1 große rote Chilischote, Samen

entfernt und fein gehackt

½ rote Zwiebel, sehr fein gehackt

Saft von ½ Limette

1 EL Olivenöl

½ kleines Bund (ca. 15 g) frischer

Koriander, fein gehackt

Meersalzflocken und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Die Zutaten für die Marinade in einer kleinen Schüssel verrühren. Die Panirwürfel zusammen mit der Marinade in einen Frischhaltebeutel geben. Den Beutel dicht verschließen und die Marinade sorgfältig in die Würfel einreiben, damit diese überall gut benetzt sind. Zum Marinieren 30 Minuten beiseitestellen.

In der Zwischenzeit die Mango-Chili-Salsa zubereiten. Die Senfkörner und Koriandersamen in einer trockenen Pfanne auf mittlerer Stufe 2 Minuten rösten, bis sie zu duften beginnen. Von der Herdplatte nehmen, dann im Mörser zerstoßen.

Die restlichen Zutaten für die Salsa in eine Servierschüssel geben, die zerstoßenen Samen zugeben und gut mischen. Nach Belieben würzen und beiseitestellen.

Einen großen Topf auf mittlerer Stufe erhitzen. Den Panir samt Marinade hineingeben und ca. 1 Minute auf jeder Seite anbraten, bis der Käse schön goldbraun ist. Mit Mango-Chili-Salsa garnieren und sofort servieren.

Rote Linsen-Suppe mit Karotten und Fenchel-Samen & Labneh und Sesamöl

© Hölker Verlag, Foto: Kris Kirkham

Schlicht einfach und wohltuend lecker an einem grauen Novembertag!

Quelle: Sabrina Ghayour: Vegetariana

Gemüserezepte aus den Küchen Persiens

Fotos: Kris Kirkham

Hölker Verlag

Preis: 28,– €

Ich gebe zu, wenn es um Suppen geht, werde ich pingelig. Eine Suppe sollte mehr als nur Wärme bieten – ich mag vielschichtige Aromen und unterschiedliche Texturen. Es ist einfach, Suppen als schlichtes oder einfaches Essen abzutun, wenn doch die besten Suppen mit viel Bedacht zusammengestellt wurden. Allerdings müssen gute Suppen nicht kompliziert, teuer oder aufwendig sein. Ich bin der Ansicht, dass die besten Dinge im Leben mit größtmöglicher Leichtigkeit zustande kommen. Diese Suppe ist einfach zuzubereiten und schmeckt unfassbar gut.

Zutaten (für 4 Personen):

2 TL Fenchelsamen

Pflanzenöl oder Ghee (geklärte Butter,

alternativ Butterschmalz)

50 g frische Ingwerwurzel, geschält und

fein gehackt oder gerieben

1 Zwiebel, gewürfelt

500 g Karotten, geschält und in grobe

Stücke geschnitten

2 große Knoblauchzehen, grob gehackt

1 TL Kurkuma

2 l kochendes Wasser

Saft von ½ Zitrone (ca. 2 EL)

150 g ungekochte rote Linsen

4 EL Labneh (libanesischer Frischkäse)

oder griechischer Joghurt

4 TL Sesamöl

Meersalzflocken und frisch gemahlener

schwarzer Pfeffer

einige Prisen Pul Biber (türkische

Paprikaflocken) zum Garnieren

Zubereitung:

Die Fenchelsamen in einem großen trockenen Topf 2 Minuten auf mittlerer Stufe rösten, dann ein wenig Pflanzenöl oder Ghee mitsamt dem Ingwer und den Zwiebeln zugeben. Anschwitzen, bis die Zwiebeln anfangen, weich zu werden, ohne dass sie jedoch anbräunen. Die Karotten ebenfalls zugeben und unter ständigem Rühren anbraten, bis die Ränder anfangen, weich zu werden.

Jetzt Knoblauch, Kurkuma und eine großzügige Menge Salz und Pfeffer zufügen und gut verrühren. Das kochende Wasser zugießen, die Temperatur erhöhen, bis die Flüssigkeit zu simmern anfängt, und ohne Deckel 45 Minuten sanft köcheln. Leicht abkühlen lassen, dann mit einem Stabmixer pürieren. Suppe abschmecken und den Zitronensaft einrühren.

Den Topfinhalt bei mittlerer Hitze erwärmen und die roten Linsen unterrühren. 30–40 Minuten unter gelegentlichem Rühren köcheln lassen, bis die Linsen weich sind. Erscheint die Suppe zu dick, die Hälfte davon mit dem Stabmixer glatt pürieren.  Auf 4 Schüsseln verteilen. Je einen Klecks Labneh daraufgeben und mit je einem Teelöffel Sesamöl beträufeln. Mit ein wenig Pul Biber bestreuen und servieren.

Sabrina Ghayour: Vegetariana

Sabrina Ghayour: Vegetariana

Gemüserezepte aus den Küchen Persiens

Fotos: Kris Kirkham

Hölker Verlag

Preis: 28,– €

Vegetarisch ist das neue Vegan……

Vor dem Hype ist nach dem Hype und langsam dämmert es vielen…. Wir können und müssen für die Erhaltung unseres Planeten und das nimmt wirklich keinen aus und hat auch nicht mehr nur was mit Weltverbessern zu tun – oder nicht mehr ins Flugzeug steigen, tatsächlich selbst Gewohnheiten und Vorlieben ändern. Die Klimakiller schweben oder donnern nicht nur über uns weg, sondern diese stehen ebenfalls auf idyllischen Wiesen herum und schauen wiederkäuend verträumt in die Landschaft. Während eine reine vegane Ernährung immer noch eine ethische Frage ist, ist eine vegetarische Ernährung sinnvoll und wünschenswert, auch wenn es sich nur um ein paar Tage in der Woche handeln sollte. Wer es mit Pfiff und aromatischen Überraschung angehen möchte, der schaut sich wie ich vielleicht das neue Kochbuch von Sabrina Ghayour an…..

Wer ist die Autorin?

Sabrina Ghayour, geboren im Iran, ist so etwas wie die inoffizielle Botschafterin der persischen Küche im Westen. Ob Blog, Supperclub, Pop-up-Restaurants, Kochkurse oder -shows – mit ihren orientalischen Gerichten sorgt sie allseits für große Begeisterung. Mit ihrem weltweit erfolgreichen Kochbuch „Persiana“ gewann sie in England den „Observer Food Monthly Award“ als „Best New Cookbook 2014“.

Was ist drin?

 

 Sie liebt Halloumi, Pul-Biber, Salz-Zitronen, Granatapfelsirup und Za’atar ……

Es liegt vor mir das insgesamt 4 Buch von der in London aufgewachsenen Perserin und gleichzeitig ihr erstes rein vegetarisches Kochbuch. Nach eigenem Bekunden ist dieses für die bekennende Fleisch-Esserin eine Hommage an ihre Neffen. Eigentlich hat diese jedoch auch in ihren anderen Kochbüchern immer mal sehr gerne vegetarisch gekocht, in diesem jedoch bekommt vegetarische Essen endlich die Hauptrolle zugewiesen.

Bis auf „Persiana“, das ist Sabrianas erstes rein persisches Kochbuch, gewesen hat diese immer ihre ganz eigene Vorstellung von köstlicher Fusion-Küche gehabt und diese nicht geographisch verortet, sondern Zutaten verwendet, die einem Gericht eine interessante Note verleihen oder wie im Fall von Halloumi, sich als Träger-Substanz für interessante Würzungen (Kreuzkümmel, Koriander, Sumach und Za’atar) bestens eigenen. Dieser nach wie vor sehr ausgeprägten Liebe dazu wird die Londonerin z. B. mit Rezepten wie Halloumi auf Fladenbrot und Salzzitronen-Berberitzen-Salsa, Kartoffel-Ricotta-Kräuterklößen mit Walnüssen und Pul-Biber-Butter und gerösteten Paprika-Schoten mit Granatapfel-Vinaigrette sehr lecker gerecht.

Flavour wo hin man schmeckt und das erstaunlich alltagstauglich

Angenehm auch ihre Haltung, sich auf ein paar Lieblings-Zutaten und Gewürze zu beschränken, damit bleibt der Stress für Speisekammer, Gewürzschrank aus und wir Nachkocher sind sicher, dass daraus kein Friedhof für vergessene und vernachlässigte Gewürze wird. Dosen-Produkte in bester Qualität sind ebenfalls gern gesehene Gäste in der Küche von Ms. Ghayour und sparen Zeit und Arbeit für vielbeschäftigte Alltagskocher mit einem ganz normalem Leben.

Mit einer überschaubaren Anzahl von Gewürzen, die immer wieder zu Einsatz kommen, wird immer wieder neu und mit viel Flavour (z. B. gefüllte Karotffelschalen mit Feta & Frühlingszwiebeln – ich liebe Schwarzkümmel als Gewürz + Würzige Gemüsesticks mit Kurkuma-Kreuzkümmel-Hummus) gekocht.

Von Teheran ans Mittelmeer und dann weiter nach London

In diesem Buch präsentiert Sabrina Ghayour ihre Ideen als leichte Happen & Vorspeisen, Köstliches mit Eiern & Milchprodukten, Suppen & Eintöpfe, Pies, Brote & Pasteten, Salate für alle Jahreszeiten, himmlische Hauptmahlzeiten, gutes aus der Vorratskammer, Beilagen für Genießer und süße Versuchungen. Sie bedient sich dabei geschmackstechnisch nicht nur im Nahen Osten und am Mittelmeer, sondern manchmal wird es klassisch britisch mit Aroma-Boost (z. B. Kartoffel-Frühlingszwiebel-Pasteten mit Ziegenkäse, Kartoffelsticks, Kartoffelchips mit Gewürzsalz und Limette, schottische Eier mit würzigen Bohnen, weltbeste Toasts). Außerdem wird es in diesem spannenden vegetarischen Fusion-Kochbuch aromatisch wieder deutlich mehr persisch (z. B. gibt es diverse Kuku-Rezepte, Karotten-Halloumi-Bällchen mit Dill, Kichererbsen-Kufteh mit Tahini-Sauce, Reis-Gemüse-Aash mit Puy-Linsen und einen Erbsen-Dill-Knoblauchreis).

Sie kann nicht nur lecker, sondern steht ebenfalls für grandiose Optik und tolle Drinks am Tisch!

Bei einigen Rezepten hört sich nicht nur die Zutatenliste ausgesprochen lecker an, sondern diese bestechen mit einer grandiosen Optik, die zeigt wieviel Wert Ms. Ghayour ebenfalls auf die ansprechende Präsentation für Esser und Gäste am Tisch legt (Ziegenkäse-Salat mit Brombeeren, roter Bete und Za’atar, Gurken-Feta-Bruschetta, Ziegenkäse mit Granatapfel und Pistazien) – einfach großartiges Kino! Außerdem gefallen mir ihre Ideen für ansprechende und leckere Drinks, die in dem Kapitel „Happen & Vorspeisen sehr (z. B. Wodka-Cooler mit Kurkuma & Zitrone, Berberitzen-Martinis, Ingwer-Honig-Limetten-Margaritas) verlockend dargeboten werden.

Probiert & Verputzt:

Kuku mit Auberginen und karamellisierten Zwiebeln

© Hölker Verlag, Foto: Kris Kirkham

Normalerweise bin ich gegen das Frittieren von Auberginen hier fanden wir es aber geschmacklich klasse. Wenn dann noch die langsam geschmorten Zwiebeln on top kommen, gerät man ins Schwärmen auch wenn die Kalorien-Bilanz Ausschläge aufweist, die nicht ohne sind – in jedem Fall gerne wieder!

 

 

 

Rote Linsen-Suppe mit Karotten und Fenchel-Samen & Labneh und Sesamöl

Schlicht, einfach und wohltuend lecker an einem grauen Novembertag!

 

 

 

 

 

Gemüse-Dolma & Freekeh, Pinienkernen und Granatapfel-Sirup

Lecker, aber bitte nicht beim Granatapfel-Sirup sparen, sonst ist das Vergnügen nicht dasselbe. Ich verwende eigentlich nur noch selbst gemachten!

Gurken-Feta-Bruschetta

Ein geschmackliches und optisches High-Light, dass auch die Gäste am Tisch sehr erfreute!

Limetten-Piment-Panir & mit Mango Chili-Salsa

© Hölker Verlag, Foto: Kris Kirkham

 

Panir ist eigentlich ein langweiliger Zeitgenosse, hier hat er seine würzige Meisterin gefunden, wir fanden es großartig und ebenfalls optisch das reinste Vergnügen. P:S. Wer schwarze Senfsamen nicht bekommt, kann auf braune ausweichen, die es in jedem Asia-Laden gibt.

 

 

 

Ras-el-Hanout-Buttermilch-Kuchen mit Rosenglasur

Wenn perfekt-fluffige Teig-Konsistenz, der Buttermilch sei Dank auf süßlich-scharfe Würze trifft, dann sind wir begeistert. Aber bitte nicht bei der Qualität des Rosenwassers sparen, dass ist bei diesem Rezept sehr wichtig!

Fazit: Ich bin sehr angetan, sicherlich ihr bestes Buch seit Persiana!

 Als ich Sabrina Ghayour erstes Buch „Persiana“ in den Händen hielt, war es um mich geschehen. Seitdem habe ich mir keine ihrer Veröffentlichungen entgehen lassen. Von diesem bin ich jedoch besonders begeistert und das nicht nur, weil es sich um vegetarische Speisen handelt, sondern weil sie trotz klarer Beschränkung auf ausgewählte Lieblings-Zutaten, köstliche und manchmal ebenfalls optisch grandiose Speisen serviert, die trotzdem immer für alle machbar bleiben. Mir gefällt zudem, dass Sabrina Ghayour wieder mehr auf persische Speisen, Gewürze und Kräuter setzt. In vergangenen Publikationen haben Rezepte mit Salzzitronen und Rosen-Harissa sehr dominiert. Hier sind sie zwar auch noch dabei, aber ordnen sich stimmig in den Rezept-Kosmos ein, der für mich sehr verlockend ist! P.S. Die angegebenen Menge für Salzzitronen sind in jedem Fall immer zu reduzieren, weil Ms. Ghayour eine sehr kleine Sorte verwendet. Mein Rat – am besten Selbermachen, denn die schmecken gekauft in den seltensten Fällen wirklich gut!

Kürbis-Pesto-Sandwich mit Datteln und Chèvre

©Meike Peters

Jeder Kürbis der in diesem Sandwich landet kann sich mehr als glücklich schätzen! I love it und ich bin weder von Haus aus Kürbis noch Sandwich-Fan. Einfach perfekt die Verbindung aus Kürbis, Thymian, Orangensaft, den süßen Datteln und dem würzig-säuerlichen Ziegenkäse dazu – genial!

Quelle: Peters: 365: Jeden Tag einfach kochen & backen

Prestel Verlag

Preis: 30,– €

Samtweicher nussiger Kürbis ist wie dafür gemacht, in ein Pesto verwandelt zu werden. Orange und Thymian verfeinern die dicke Paste, und obwohl ich sicher bin, dass sie mit warmen Spaghetti ganz wunderbar schmeckt, liebe ich dieses Pesto auf einem Brötchen, zusammen mit saftigen Datteln und reifem Sainte- Maure de Touraine Chèvre.

Zutaten (ergibt 2–3 Sandwiches):

Für das Pesto

340 g geputzter Kürbis (bevorzugt geschälter Butternut oder Hokkaido mit Schale), in 2,5 cm dicke Würfel geschnitten

2 EL Kürbiskerne

2 EL Olivenöl

¼–½ TL frischer Orangenabrieb

1 EL frisch gepresster Orangensaft

1½ TL frische Thymianblätter

feines Meersalz

Backpapier

Für die Sandwiches

2–3 Dinkel- oder Roggenbrötchen, halbiert

85 g gereifter Chèvre (bevorzugt Sainte-Maure de Touraine), in dünne Scheiben geschnitten

4 große saftige Datteln, entsteint und geviertelt

1 EL Kürbiskerne

1 TL frische Thymianblätter

grob gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Den Backofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Kürbiswürfel in eine mittelgroße Auflaufform geben und den Boden mit etwas Wasser bedecken. Ein großes Stück Backpapier mit Wasser durchnässen, auswringen und den Kürbis komplett damit bedecken. 20–30 Minuten im Ofen backen, bis der Kürbis zart ist, dann im Universalzerkleinerer zusammen mit Kürbiskernen, Olivenöl, 1/4 TL Orangenabrieb, Orangensaft und Thymian glatt pürieren. Mit zusätzlichem Orangenabrieb sowie Salz abschmecken und in eine kleine Schüssel füllen.

Großzügig Pesto auf den unteren Brötchenhälften verteilen, mit Chèvre belegen und mit Datteln, Kürbiskernen, Thymian und Pfeffer bestreuen. Die oberen Brötchenhälften darauflegen und genießen.

365: Jeden Tag einfach kochen & backen

Meike Peters: 365: Jeden Tag einfach kochen & backen

Prestel Verlag

Preis: 30,– €

Seelenfutter für jeden Tag,  jeden Geschmack und jede Laune!

©Meike Peters

 

Meike Peters, Begründerin des internationalen Blogs „Eat in my kitchen“ ist kulinarisch im herzhaften deutschen Wohlfühlessen verwurzelt, aber auch stark von Einflüssen aus der französischen und italienischen Küche geprägt. Mit ihrer Mutter, einer fabelhaften Köchin und wundervollen Gastgeberin, fing alles an: Sie war es die Meikes Geschmacksnerven mit dem Genuss von feinem Olivenöl und dem großzügigem Gebrauch von Knoblauch und mediterranen Kräutern schon früh richtig programmiert hat. Mal mit ausgefeilten Klassikern der französischen und italienischen Küche, aber auch einfachen Pasta-Gerichten. Meike ist in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen und der schwäbische Stiefvater hat mit so herrlichen Gerichten wie Spätzle und Maultaschen aus dem Süden der Republik zu ihrer weiteren kulinarischen Sozialisierung beigetragen. Die begonnene kulinarische Reise setze sich fort als die Autorin ihren Partner kennen lernte. Die Rezepte und Bräuche der maltesischen Schwiegermutter und des amerikanischen Schwiegervaters öffneten weitere Türen. Inzwischen verbringt das Paar regelmäßig den Sommer auf Malta, dem südeuropäischen Inselstaat am Mittelmeer, dessen Küche ebenfalls von nordafrikanischen und arabischen Einflüssen geprägt ist.

Viele, viele Optionen alle in einem Buch – oder 365 einfach total lecker!

Ein durchschnittliches Kochbuch hat in der Regel ca. 100 Rezepte, hier gibt es sogar 365 köstliche Optionen für üppige Sandwiches (z. B. Gegrilltes Schinken-Käse-Sandwich mit Kaki oder Schnitzel-Krautsalat-Sandwich), Muffins (z. B. Pistazien-Orangenblüten-Muffins oder mediterrane bittersüße Schoko-Orangen-Muffins), Quiche & Tartes (z. B. Kartoffel-Tarte mit Chèvre, Fenchel-Tarte, Basilikum-Ricotta-Pie mit Tomaten), Gemüse (z. B. knusprige Koriander-Bratkartoffeln mit Chèvre, Thymian und Zitrone oder Zucchini-Paprika-Auberginen-Moussaka mit Zitronen-Ricotta), Pasta (z. B. Kürbis-Pasta mit Orange, Ahornsirup und Salbei oder Spaghetti mit Röst-Knoblauch-Butter und Thymian), Fleisch (z. B. Kidneybohnen-Hackbällchen mit Tomatensauce und Koriander oder Lammkoteletts mit Granatapfel-Portwein-Sauce und Pistazien), Huhn (z. B. Gewürz-Hähnchenkeulen mit Weißen Bohnen und Minze oder Coq au Vin), Fisch & Meeresfrüchte (z. B. Lachs mit Fenchelkruste oder scharfe Chorizo-Muscheln mit Chili und Majoran), Salat (Kirsch-Panzanella mit Stilton, Schalotten und Thymian, Winter-Caprese mit Blutorange, Roter Bete und Mozzarella di Bufala) und Süßes & Gebäck (z. B. Germknödel mit Pflaumen, Mohn und Vanillesauce oder Loukoumades – Griechische Krapfen mit Honig, Zimt und Pistazien, Madeira-Kuchen mit karamellisierten Mandarinen). Tja, da ist nicht nur viel, sondern, sehr sehr viel an köstlichem Soul-Food im Angebot. Mit diesem Kochbuch beschäftigt man/frau sich nicht mal nebenbei, das ist jeden Tag aufs Neue eine leckere Entdeckung.

Klassische Rinderrouladen mit Kartoffelknödeln,

©Meike Peters

Nicht wie bei Muttern, sondern wie bei Ms. Soul-Food… „Mutti ich hab Dich wirklich lieb und dachte bis jetzt neben Deinen Rouladen kann es keine anderen geben….“ Sorry, diese sind aber noch besser, die Sauce ist der Hit. Ich bring Dir das Rezept mit, wenn wir uns Weihnachten wieder sehen! Und dann noch die Knödel dazu, Dein Schwiegersohn konnte gar nicht genug davon bekommen…..

 

Kürbis-Pesto-Sandwich mit Datteln und Chèvre

©Meike Peters

Jeder Kürbis, der in diesem Sandwich landet kann sich mehr als glücklich schätzen! I love it und ich bin weder von Haus aus Kürbis- noch Sandwich-Fan. Einfach perfekt die Verbindung aus Kürbis, Thymian, Orangensaft, den süßen Datteln und dem würzig-säuerlichen Ziegenkäse dazu – genial!

 

 

 

 

Tiroler Apfelstrudel

Final Countdown beim Strudel-Casting: Platz Nr. 1 geht für mich an den “Tiroler Apfelstrudel“ aus dem Hause Peters in Berlin, die die saftigste Version über die Ziellinie geschoben haben – umhüllt von knusprig-buttrigem Mürbeteig – best Appel-Strudel ever!

 

 

 

 

Fazit: Be yourself, stay authentic and don’t mix it up with too much of everything!

Meike Peters kocht wie viele heute einen Mix aus Soul-Food und Fusion-Küche, schafft es jedoch  sich und ihrem Stil dabei treu zu bleiben! Sie komponiert stilsicher Wohlfühlessen, das einfach funktioniert und ebenso optisch wunderbar ansprechend ist. Kocht man diese Rezepte nach, stellt sich schnell heraus, dass dieses Zusammenspiel nicht zufällig, sondern das Ergebnis von Kreativität und intensivem probieren ist. Alles was bei ihr auf den Tisch kommt, ist kein Kunstprodukt, sondern inspiriert durch Mutter, Großmutter, den schwäbisch-stämmigen Stiefvater und der maltesisch-amerikanisch geprägte Schwieger-Familie und nichts wirkt dabei künstlich oder gar konstruiert.

Meike zeigt dabei ein feines Händchen und legt zudem keinerlei Trend-Hascherei an den Tag, sondern will einfach nur lecker kochen. Wenn in fast jedem Rezept inflationär mit Salzzitronen umgegangen wird und mit den unterschiedlichsten Gewürzen nur so um sich geschmissen wird nützen auch die bekannten Namen beim dritten oder vierten Buch damit nichts mehr. Viel macht aber nicht unbedingt viel und es muss auch nicht fast alles mit Salzzitronen gewürzt werden. Die als Fertigprodukt zudem häufig sehr synthetisch schmecken können. Bei insgesamt 365 Rezepten sind es bei Meike Peters gerade mal 2, die darauf setzen und können immer mit Zitronenabrieb ersetzt werden.

Die New York Times  hat sich bereits geoutet und dieses umfassende Projekt mit erkennbar eigener Handschrift, das ebenfalls saisonale Aspekte berücksichtigt, zu eines der besten Kochbücher dieses Bücher-Herbstes gekürt und das in meinen Augen sehr zu recht.

Einzig das Register hätte man noch übersichtlicher machen können. Allerdings bei einem Kochbuch, das bewusst jeden Tag des Jahres lecker bestückt und ebenfalls mit Monatsübersichten arbeitet, jammern auf hohem Niveau.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

Falafeln aus dem Ofen

Ich liebe Falafel, selbst gemacht scheue ich aber sowohl den Aufwand wie auch die Gerüche, die in der Küche trotz Dunst-Abzug hängen bleiben. Bei den Backofen-Varianten hatte ich bislang immer die Befürchtung es könnte nur ein müder Abklatsch des Originals werden. Tanja Dusy leistete bei uns Überzeugunsarbeit, auch wenn wir die klassische Variante nach wie vor vorziehen, waren wir sehr angetan von ihren feinabgestimmten Kompositionen, die einmal mehr zeigen, diese Kochbuch-Autorin ist eine versierte Allrounderin.

Quelle: Tanja Dusy: Levante –Gemeinsam orientalisch genießen

100 Rezepte für opulente Mezze-Buffets

Fotos: Maria Panzer

Edition Michael Fischer

Preis: 22,– €

Zutaten:

2 Süßkartoffeln (à ca. 250 g)

1 Zwiebel

2 Knoblauchzehen

2 Zweige Minze

1 kleiner Zweig Rosmarin

2 Dosen Kichererbsen

(à 400 g Füllgewicht)

2–3 EL Mehl

1/2 TL Backpulver

1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel

1/2 TL Kurkumapulver

1/4 TL Chilipulver

Salz – Pfeffer

Olivenöl zum Bepinseln

Preis: 22,– €

Zubereitung:

Den Backofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Süßkartoffeln gründlich, ringsherum mit einer Gabel mehrmals tief einstechen und auf ein mit Alufolie ausgelegtes Blech legen. Im heißen Ofen (Mitte) ca. 45–60 Minuten garen, dabei einmal wenden. Wenn die Süßkartoffeln sich leicht mit einem Messer einstechen lassen, sind sie gar.

Süßkartoffeln aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen, dann längs aufschneiden und das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus der Schale herauskratzen. Zwiebel und Knoblauch schälen und grob hacken. Kräuter waschen, trocken schütteln, Blättchen bzw. Nadeln abzupfen und fein hacken. Kichererbsen in ein Sieb abgießen, kalt abbrausen und abtropfen lassen. Alles fein in der Küchenmaschine pürieren, dann Mehl, Backpulver und die Gewürze untermischen, mit Salz und Pfeffer würzen, 30 Minuten zugedeckt kühl stellen.

Den Backofen erneut auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen, Blech mit Backpapier auslegen. Die Teigmasse mit angefeuchteten Händen zu Bällchen und diese dann zu flachen Plätzchen formen, rundum mit Öl bestreichen und auf das Blech legen. Im heißen Ofen (Mitte) 35–40 Minuten

backen, nach der Hälfte der Zeit wenden.

Rote-Bete-Falafeln aus dem Ofen

Zutaten:

2 Rote Bete (ca. 350 g)

1 Knoblauchzehe

3 Zweige Thymian

50 g Walnusskerne

2 EL Sesam

1 Dose Kichererbsen

(400 g Füllgewicht)

3–4 EL Mehl

1/2 TL getrockneter Oregano

2 TL Kreuzkümmel

1/2 TL Sumach (s. S. 33)

Salz – Pfeffer

Olivenöl zum Bepinseln

Zubereitung:

Die Roten Beten schälen und auf der Rohkostreibe fein raspeln (Gummihandschuhe tragen). Knoblauch schälen, Thymian waschen, trocken schütteln, Blättchen abzupfen und beides grob hacken. Mit Walnüssen und Sesam im Blitzhacker grob mahlen. Kichererbsen in ein Sieb abgießen, kalt abbrausen und abtropfen lassen.

Kichererbsen mit der Hälfte der Rote-Bete- Raspel grob pürieren, dann mit übrigen Bete- Raspeln, Mehl, Oregano, Kreuzkümmel und Sumach vermengen, mit Salz und Pfeffer würzen. Den Teig abgedeckt 30 Minuten kühl stellen.

Den Backofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen, ein Blech mit Backpapier auslegen. Den Teig mit angefeuchteten Händen erst zu Bällchen, diese dann zu flachen Plätzchen formen, rundum mit Öl bestreichen und auf das Blech legen. Im heißen Ofen (Mitte) 40–50 Minuten backen, nach der Hälfte der Zeit wenden.

Die neue griechische Küche

Greece meets the world & Vegetarians are welcome

Wie alles begann – oder woher nehmen?

Christina Mouratoglou, lebt in London und als Griechin und Foodie war sie immer in Verlegenheit, wenn Bekannte oder Kollegen nach einem Tipp für ein authentisches und modernes griechische Restraunt baten. Fleischberge und viel, viel Knoblauch, sind die Bilder, die bei vielen von uns sofort sehr präsent sind, wenn wir an die griechische Küche denken. Eine frische aromatische Küche, wie Christina das aus ihrer Heimatstadt, Thessaloniki, der heimlichen kulinarischen Hauptstadt Griechenlands, kannte, waren jedoch in der englischen Wahlheimat nicht nur Mangelware, sondern einfach überhaupt nicht existent.

Dann müssen wir selber ran…..

Mit ihrem Partner, Adrien Carré, der Erfahrungen aus der Gastronomie mitbrachte und Christinas Wissen, um den Fans der griechischen Lebensart, endlich die echte griechische Küche zu servieren, die durchaus leicht und frisch daher kommen kann und sich im „Mazi“ mit Einflüssen aus anderen Länderküchen selbstverständlich und köstlich verbindet,  eröffneten die beiden nach langer Suche und viel Arbeit schließlich in 2012 im Londoner Stadtteil Notting Hill das „Mazi“ .

Was ist drin – oder Griechenland neu oder traditionell?

 

Mehr als hundert Rezepte in 8 Kapiteln („Amuse Shots“ oder ganz einfach der Aperitif, „Brot & Pikantes“, „Vorspeisen“, die im Mazi aus optischen Gründen gerne im Glas serviert werden, „Salate & Rohes“, „Warme Gerichte“, „Klassiker“ „Desserts“, „Cocktails“),  laden zum erfrischend anderen griechischen Genuss ein, der sich jenseits von Fleischbergen und exzessiven Knoblauch-Einsatz präsentiert, jedoch ebenfalls seiner eigenen Version von einer modernen griechischen Küche folgt:

Wie in jedem angesagten Lokal, dass etwas auf sich hält geht es erst mal mit einem Aperitif (Amuse Shots) und einem Begleiter (in Form von Brot & Pikantem) los. Griechen lieben Liköre, Mastiha-Likör und Fruchtpüree bilden die Grundlage für einen Passionsfrucht oder Wassermelonen-Drink, der in Lokal-Größenordnung (1 Liter = 20 Shots) an den Tisch kommt. Dazu servieren Mouratoglou & Carré, Koulouria (Sesamkringel) oder Lagana (der Klassiker unter den griechischen Broten, eher wie großes Fladenbrot) mit einer Tomatenmarmelade (Tomatopeltes) oder eine Creme aus schwarzen Oliven (Kalamata-Oliven-Creme).

Griechenland und Mezze da geht jede Menge mehr

 Dass die echte griechische Küche nichts mit großen Fleischportionen zu tun hat, beweist man am besten, wenn man sich der Mezze-Tradition des Mittelmeerlandes zuwendet. Leider wird diese Vorspeisen-Tafel, die genauso zu Griechenland wie zur Türkei und zu Levante gehört,  außerhalb von Griechenland selten als erstes mit griechischem Essen identifiziert. Dabei ist Skordalia, „Vorspeisen (im Glas)“, die griechische Antwort auf das arabische Hummus und klassischer Weise ein Püree aus mehligen Kartoffeln, Knoblauch, Olivenöl und Zitrone, die Mazi-Köche pimpen diesen Dip zusätzlich mit  schwarzem Knoblauch und Sepiatinte. Eine weitere Option für das griechische Nationalgericht ist ein Rezept aus der Rezept-Kladde der Mouratoglou-Familie, in dem die durchgepressten Kartoffeln durch geriebenes altgebackenes Brot und geriebene Walnüsse ersetzt werden.

Griechische Rezepte, internationale Zutaten, manchmal mit Show-Effekten

Beides hat uns sehr gut gefallen und zeigt, die Mazi-Strategie ist eine Doppel-Strategie: die Köche beim Londoner-„Inn“-Griechen bedienen sich immer mal wieder bei den Zutaten in der großen weiten kulinarischen Welt und zeigen dabei, dass sie sehr genau wissen, das Wasabi-Paste und Joghurt (Wasabi-Joghurt) eine wunderbare Begleitung zu klassisch gefüllten Weinblättern sein kann. Was mir außerdem noch sehr gefallen hat, war eine leckere Creme aus Schälerbsen mit karamellisierten Perlzwiebeln, die aus Santorin stammt und nach den gelben Schälerbsen (Fava) darin benannt wurde.

Soulfood wie bei den griechischen yia-yias (Großmüttern)

Im Mazi springt man fröhlich zwischen ungewöhnlichen Kreationen, manchmal spektakulären Kreationen wie Austern-Mojito („Salate & Rohes“), die auf einem Saucenspiegel aus Olivenöl, Yuzu-Saft aus dem Asia-Laden, Djonsenf und gehackter frischer Minze serviert werden und den Klassikern, die eins zu eins von den griechischen Großmüttern übernommen wurden, hin und her. Dazu gehören Fleischbällchen in Tomatensauce, die aus Smyrna dem heutigen Izmir stammen oder die allseits bekannten Gemista, das sind gefüllte Gemüse aus dem Backofen, bei denen die Mazi-Macher trotz vieler neuer Ideen und Varianten am Ende doch wieder zu Omas-Geheimrezept zurück kehrten, weil man das einfach nicht besser machen kann.

Klassiker mit Twist neu interpretieren….

Geräucherter Kartoffelsalat und eine knusprige Lammbrust mit Miso-Auberginen,  klingen nun nicht gerade als wenn man sie direkt aus Griechenland importiert hätte, zeigen jedoch das Griechenland Zutaten aus aller Welt mit offenen Armen empfängt.

© Octopus Publishing Group 2018, Texte und Rezepte: Christina Mouratoglou und Adrien Carré, Fotos: Nicolas Buisson, f. d. dt. Ausgabe: Dorling Kindersley Verlag

 Griechischer Salat mit Tomaten und kretischem Croutons (aus kretischem Gerstenzwieback) beleben den längst Tod geglaubten Prototyp eines griechischen Salates mit knusprigem Touch neu. Wenn der nicht zur Hand ist, lassen sich die Croutons aus altbackenem Brot im Backofen herstellen, außerdem wichtig, ein paar Kapern und den Salat unbedingt mit den Händen vermischen. Wir fanden das einfach nur lecker, das Löffelchen Honig im Dressing sorgt für einen interessanten Kontrast. Ebenfalls spannend Feigen, warmer Talagani und Salat mit Rakomelo-Dressing, das mit Raki, Honig, Gewürznelke und Zimt aromatisiert wird.

Beim Souvlaki, dem bekanntesten Straßen-Snack Griechenlands wird das Fleisch nicht im traditionellen Pita Brot serviert, sondern der Schweinebauch in feine Streifen geschnitten und mit viel Gemüse in Reispapier wie eine vietnamesische Sommerrolle serviert. Sehr gelungen fanden wir ebenfalls, dass die Zucchini-Küchlein mit einem asiatischen süß-sauer-scharfen Minz-Dip serviert wurden.

Außerdem probierten wir eine Hortopita, die entgegen der klassischen Spinat-Feta-Pastete, mit jungen frischen Brennnesseln gebacken wurde. Wer diese nicht zur Hand hat ersetzt die Nesseln durch Spinat, Palm- oder Grünkohl. Sehr schön bei dieser Komposition die Anis-Note, die man entweder durch das in Südeuropa überall gegenwärtige Fenchelkraut generiert, ersatzweise passt – wie im Rezept angegeben – toll gehackter Kerbel.

Desserts mit reichlich Zimt, Honig und Walnüssen

Das Rezept für eine Kolokithopita, das ist eine süße Pastete aus Filoteig mit Zimtaroma stammt von Christinas Großmutter, die diese jedes Jahr zum ersten Weihnachtsfeiertag zubereitet. Schön unkompliziert eine Mousse aus griechischem Joghurt und in Zuckersirup aromatisierte Quitten. Der Spannungsbogen zwischen wie bei Muttern und Oma und anspruchsvollen süßen Kreationen wie Galaktoboureko (eine Art griechischer Börek),  von dem Kate Lough vom Evening Standard glaubt, sie hätte niemals was Besseres gegessen, wird ebenfalls im Dessertkapitel hoch gehalten. Sehr schön das in dieser Kategorie endlich mit dem Vorurteil aufgeräumt wird, die griechische Küche steht nur für deftige Genüsse. Süßes ist fest in der griechischen Kultur verankert und versüssst die karge Fastenzeiten.

 Bei ihren „Absackern“ oder schlicht Cocktails fangen die Mazi-Machern den Duft Griechenlands z. B. mit einem Chios-Mandarinen-Martini ein und das säuerliche Aroma des Lemon Mazi erinnert Christina Mouratoglou an den Duft und Geschmack der berühmten Zitronen-Haine auf der Insel Poros vor der Küste der Pelepones.

 Praxischeck – oder ein Wort zu Tomatenmark und Portionsgrößen:

 In einem Restaurant wird üblicherweise nicht in Haushaltsmengen gekocht, das ist auch bei diesem sehr schönen neuem Buch zur griechischen Küche so und fällt im Buch im Kapitel mit den Aperitifs deutlich ins Gewicht, da bei diesen Rezepten in Litern gedacht wird. Ansonsten wird für 4, 5, 6, 8 oder sogar für 10 Personen gekocht. Bei Schmorgerichten und Vorspeisen sind Reste kein Problem, sondern macht das direkt Sinn. Ein Kilo Tomatenmark für einen Tomatenaufstrich (Tomatopeltes) finde ich jedoch mehr als grenzwertig und 200 g Tomatenmark bei den Fleischbällchen in der Tomatensauce, ist mir definitiv ebenfalls deutlich zu viel. Dazu muss man wissen, dass in Griechenland und auch in Großbritannien zweifach konzentriertes Tomatenmark gebräuchlich ist. Das handelsübliche Tomatenmark was es in deutschen Supermärkten zu kaufen gibt, ist jedoch dreifach konzentriert. Bei beiden geschilderten Beispielen würde ich persönlich aber deutliche Anpassungen vornehmen.

Das Mazi-Kochbuch steht für eine frischere und leichtere Interpretation der griechischen Küche, bei einigen Rezepten, die direkt von den Omas und Müttern übernommen wurden, fällt mir dennoch eine große Menge an Olivenöl auf: in die besagten Fleischbällchen in Tomatensauce werden immerhin 150 ml Olivenöl in den Hackfleischteig von einem 1 kg eingearbeitet.

Fazit: Mazi hat mir einen völlig neuen Blickwinkel auf die griechische Küche eröffnet, der mir gut gefallen hat. Häufig wird es leichter und frischer und manchmal steht einfach gutes echtes Soulfood wie bei den echten yia-yias (Großmüttern) auf den Tisch. Oder bekannte griechische Klassiker werden durch neue Zutaten aus aller Welt gepimpt. Und so kann es schon mal passieren, dass gebackene Auberginen die Bekanntschaft mit Miso machen und man feststellt, dass zu frittierten Zucchini-Küchlein ein asiatischer süßsauer, scharfer Minz-Dip ganz hervorragend passt. Das Ansinnen der Mazi-Betreiber ist zudem Twist in längst verstaubte und zu mächtige Klassiker zu bringen. Zeit nehmen sollte man sich für diese Art zu kochen jedoch schon, wir haben es schließlich mit  Autoren zu tun, die nicht nur nach Feierabend kochen. Wäre das Restaurant-Konzept mehr auf den Homekoch heruntergebrochen worden (Portionsgrößen) und die Fehler bei der Übersetzung hinsichtlich der Menge an Tomatenmark in einigen Rezepten, wäre meine Freude jedoch deutlich größer aus gefallen. In jedem Fall ein Nischen-Kochbuch zur griechischen Küche und nichs für Leute, die nur ein Update oder die klassische griechische Küche wollen.

Vielen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

Hähnchen aus dem Reich der Mitte

© EMF/Dan Jones

Quelle: Alexis Gabriel Aïnouz: French Guy Cooking

100 Wow-Rezepte und genial Küchen-Hacks

Edition Michael Fischer

Preis: 18,– €

Dieses Hähnchen ist der Hit, da waren sich alle am Tisch einig! – Allerdings haben wir es mit den Röst-Aromen nicht übertrieben und das Huhn vermutlich ein wenig eher aus dem Ofen befreit als in Paris! Das Fünf-Gewürze-Pulver  war eine echte Entdeckung – für mich am liebsten selbstgemacht, es lohnt sich! P.S.: Wir haben Koriander-Kartoffeln dazu gegessen.

Dieses Rezept ist eine Hommage an Jamie Olivers Empire–Curryhähnchen, mit dem er das multikulturelle Großbritannien hochleben lässt. Meinen Respekt, Jamie!

 Zutaten(für 4 Personen):

 Für das Fünf-Gewürze-Pulver

(überschüssiges Pulver kann mehrere Monate in einem luftdichten Behälter dunkel und kühl gelagert werden. Ich sollte das zwar nicht sagen, aber Sie können auch fertiges Fünf-Gewürze-Pulver verwenden: Besser Sie haben gekauftes zu Hause als gar keins.)

1 EL Szechuanpfefferkörner

5 ganze Sternanis

1 TL ganze Nelken

1–2 Zimtstangen, je nach Größe

1 EL Fenchelsamen

Für die Marinade

4 Frühlingszwiebeln, weiße und grüne Teile getrennt

3 EL geschmacksneutrales Öl

2 Knoblauchzehen, fein zerdrückt

2,5 cm frischer Ingwer, gerieben

3 EL helle Sojasauce

1 EL Reisessig oder Apfelessig

1 EL brauner Zucker

1 Hähnchen von ca. 1,5 kg, aus artgerechter Haltung

1 TL Maisstärke

350 ml Hühnerbrühe

Salz

frisch gemahlener Pfeffer

 Zubereitung:

Für das Fünf-Gewürze-Pulver alle Gewürze in einer Pfanne ohne Fett bei starker Hitze anrösten, bis sie zu duften beginnen. Anschließend im Mörser zu einem feinen Pulver zerstoßen.

Für die Marinade alle weißen Teile und zwei grüne Teile von den Frühlingszwiebeln fein hacken. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die gehackten Zwiebeln bei mittlerer bis starker Hitze darin anbraten, bis sie goldbraun sind. Das aromatisierte Öl auffangen und die gebratenen Zwiebeln auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Das Öl mit Knoblauch, Ingwer, Sojasauce, Essig, Zucker und 2 EL Fünf-Gewürze-Pulver vermischen und zu einer Paste verrühren.

Die Hähnchenschenkel einschneiden und das Hähnchen rundum mit 3/4 der Gewürzpaste einreiben. Mit Gummihandschuhen machen Sie sich zwar weniger schmutzig, haben aber auch weniger Spaß dabei (immer diese Franzosen…). Das Hähnchen auf einen Teller legen, mit Frischhaltefolie abdecken und im Kühlschrank mindestens 2 Stunden ruhen lassen. 30 Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen. Den Ofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze (180 °C Umluft) vorheizen. Das Hähnchen auf einen Rost legen, ein Glas Wasser in ein Blech gießen und etwa 1 1/2 Stunden im Ofen braten. Inzwischen die restliche Gewürzpaste bei schwacher Hitze in einer Pfanne erwärmen. Maisstärke mit Hühnerbrühe vermischen und in die Pfanne gießen. Unter Rühren aufkochen. Köcheln lassen und einkochen, bis eine sirupartige Sauce entstanden ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Hähnchen aus dem Ofen nehmen und mit einem Messer zwischen Schenkel und Körper einstechen. Ist der austretende Saft klar, ist das Hähnchen fertig! Mit Folie bedeckt 15 Minuten ruhen lassen. Servieren Sie das Hähnchen mit großem Pomp und reichen Sie die Sauce dazu. Die restlichen grünen Teile der Frühlingszwiebeln fein hacken und mit den gebratenen Zwiebeln über das Hähnchen streuen.