Papaya-Zitronen-Chutney

© Ann-Christin Baßin für ZS Verlag

Quelle: Susann Till: Chutneys – Kochen mit kleinen Aromawundern

ZS-Verlag

Preis: 15,99 €

Darf ich vorstellen, mein neues Lieblings-Chutney, fruchtig würzig und ein echtes Aromafeuerwerk. Bei der Currypaste bitte auf sehr gute Qualität zurückgreifen, oder einfach selber machen und beim Einkauf der Papaya darauf achten, dass sie nicht nur grün ist, sondern gelbe Anteile aufweist, dann kann sie prima in Zeitungspapier auf der Fensterbank oder auf der Heizung nachreifen. Grüne Papaya dagegen schmecken bitter und reifen nicht nach.

 Zutaten:(für 12 Gläser à 150 g):

10 Bio-Zitronen

2 große Orangen

250 g Zwiebeln

2 kleine reife Papayas (ca. 700 g)

350 g reife und süße Birnen
(bei mir Lagerware), ersatzweise auf süße Äpfel zurückgreifen, ggf. die Säure nach Geschmack mit ein bisschen mehr Zucker ausgleichen.

3 mittelgroße Bananen

70 g Ingwer

250 g fester Honig

50 g Zucker

25 g gelbe Currypaste (bester Qualität)

50 g gemahlene Senfkörner

½ TL Zitronenpfeffer

1–1½ geh. EL Asiagewürz,  Selbermacher können hier mal schauen

½ TL Salz

1 geh. EL gemahlene Kurkuma

4 geh. EL Vanillezucker

2 EL (Gold-) Oreganoblätter

Zubereitung:

Die Zitronen heiß waschen und trocken abreiben. Von 5 Zitronen die Schale abreiben. Alle Zitronen und Orangen so schälen, dass die weiße Haut mit entfernt wird. Die Filets zwischen den einzelnen Trennhäuten herausschneiden und durch ein Sieb in einen Topf drücken.

Die Zwiebeln schälen, in feine Scheiben hobeln oder schneiden und hacken. Die Papayas halbieren, entkernen, das Fruchtfleisch herauslösen und klein schneiden. Die Birnen waschen, vierteln, entkernen und grob reiben. Die Bananen schälen und mit einer Gabel zerdrücken. Den Ingwer schälen, fein reiben und mit etwas Flüssigkeit (z.B. Zitronensaft) mischen.

Zitronen-Orangen-Saft, Zwiebeln, Honig, Zucker, Ingwer und Currypaste etwa 15 Minuten köcheln lassen. Birnen, Papayas, Senfkörner und die anderen Gewürze dazugeben und 10 Minuten weiterköcheln. Bananen hinzufügen und 5 Minuten köcheln lassen. Vanillezucker, fein geschnittenen Oregano und Zitronenschale dazugeben und kurz aufkochen. Heiß in vorbereitete Gläser füllen und verschließen.

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Susann Till: Chutneys

Susann Till: Chutneys – Kochen mit kleinen Aromawundern

ZS-Verlag

Preis: 15,99 €

Tuning für den Gaumen – eine Chutney-Queen stellt sich vor……

Wer ist die Autorin?

 – oder einfach mach was neues wagen

Susann Till hatte schon immer einen besonderen Geschmack, die gelernte Couture-Schneiderin hat etwas viel Besseres getan als in Rente zu gehen. Sie machte sich mit einer kleinen Chutney- Manufaktur selbstständig. Susann Till ist 73, wohnt in Stade bei Hamburg und versüßt oder verschärft seit fünf Jahren das Angebot von 200 Feinkostläden. Sie kocht mit Flüchtlingskindern, organisiert Chutney-Verkostungen und –Caterings und sammelt mit Begeisterung Kochbücher. Ihr Credo: Ruhe hat man auf dem Friedhof.

Eine Frau, die in keine Schublade passt

Diese Autorin ist kein  „Großmütterchen“, aus einer Hochglanz-Land-Illustrierten, sondern immer noch eine sehr attraktive Frau, die in keines der gängigen Klischees passt: Großmütter, Fachwerkhöfe, karierte Deckchen auf Marmeladengläsern. Falscher kann man bei ihr nicht liegen. Marmelade kann sie auch, aber lieber kocht sie Chutneys, weil deren Aromen vielschichtiger sind. Und in einem Alter, in dem andere lange den Ruhestand genießen, hat Till ein Unternehmen gegründet. Ein kleines, doch wie soll man es anders nennen, wenn sie von früh bis spät in ihrer Küche vor zwei Riesentöpfen steht und das Früchtemus darin an 200 Läden im ganzen Land ausliefert? Wie sie das in so kurzer Zeit geschafft hat, fragt sich die Köchin selbst noch oft. Klar, ihr Chutney ist gut. Aber ebenso wichtig ist, dass diese Lady Denkverbote strickt ablehnt. Einfach machen lautet ihre Devise!

Einfach sein Lieblings-Chutney finden, dann kommt der Rest ganz von allein

Wenn Susann Till am Herd steht wirkt es improvisiert und zielstrebig zugleich. Sie kombiniert Obst und Gemüse, wie es ihr passt,  hat keine Scheu vor vielen unterschiedlichen Aromen und kocht nach Farben. Wo es passt, erfindet diese Klassiker wie Birnen, Bohnen und Speck einfach neu, bei ihr wird daraus Ravoli mit Birnen Bohnen und Schinken, natürlich mit 4 Esslöffeln von ihrem Birnen-Chutney getunt. Anleitung und Mengenangaben sind für ein Kochbuch unverzichtbar. Doch am liebsten wäre es dieser Autorin, wenn man darauf verzichten könnte. (Hobby-) Köche sollten ihren eigenen Kopf haben, Rezepte ändern, alles kreativ mischen findet sie und ermuntert ihre Leser ausdrücklich dazu.

Was wird serviert?

Los geht es mit 6 köstlich kreativen Chutney Rezepten aus der Stader Küche, die gerade mal 5 Quadratmeter groß ist. Es gibt Birnen-Chutney, Mango-Chutney, Tomaten-Chutney, Papaya-Zitronen-Chutney, Italienisches Chutney und Cashew-Grapefruit-Chutney. Die Zutatenlisten weisen eine beachtliche Menge an unterschiedlichen Aromaträgern auf. Das Rezept für das Papaya-Zitronen-Chutney, das es mir angetan hatte, schlägt Orangen, Zwiebeln, Papayas, süße reife Birnen und Bananen als Zutaten vor, und wird mit Ingwer, Honig, gemahlenen Senfkörnern, Zitronenpfeffer, Kurkuma und Vanillezucker aromatisiert. Auch vor fertigen Pasten und Gewürzmischungen schreckt diese beherzte Dame nicht zurück, gelbe Currypaste und Asiagewürz gehören ebenso dazu wie die Kräuter zum Schluss, bei diesem Rezept in Form von Gold-Oregano, denn Susann Till legt viel Wert auf Farben, wenn sie ihre Chutneys zubereitet. Der Gold-Oregano lässt sich selbstverständlich durch ganz normalen Oregano ersetzten. Das Chutney war klasse und anpassen auf den eigenen Geschmack ist bei der Fülle an Zutaten kein Problem, einfach austauschen oder weglassen, wenn das Chutney mal zu flüssig wird, empfiehlt Frau Till einfach einen Beutel Gelierfix 3:1 unterzurühren.

Wie geht es weiter?

Die Rezepte sind großzügig ausgelegt, das heißt es gibt Chutney für 12, 15, 18 oder 20 Gläser mit einer Füllmenge von 150 g. Diese Köchin produziert in der heimischen Küche mit ihren Helfern sonst 1000 Gläser die Woche, da kleckert frau nicht. Wer sich nicht traut, kann die Rezepte halbieren, weniger macht aber keinen Sinn, dass lässt sich dann kaum noch herunterrechnen. Susann Till liefert deshalb gleich im zweiten Teil des Buches ein paar Ideen für Gerichte, die mit ihrem Chutney zur Kür auflaufen können. Ich gehöre ja auch eher zur Hamster-Fraktion und habe gleich 12 Gläser – wie im Rezept angegeben – produziert, deshalb war ich glücklich damit einen fruchtig-scharfen Glasnudelsalat, und Spinat mit Pinienkernen, der ein wunderbarer Begleiter zu einem gebratenem Lachsfilet war, zu verfeinern. Ein gebackener Spitzkohl auf Kicherbsenragout hat damit ebenfalls ganz wunderbar geschmeckt und stand ziemlich schnell auf dem Tisch, jedoch ging es mir bei diesem Buch in erster Linie um Frau Tills Chutney Rezepte, nachdem ich sie im letzten Jahr einmal in einer Talkshow gesehen hatte und von dieser sehr vitalen älteren Dame schwer begeistert war. Großen Anklang fand bei mir ebenfalls ihre Idee für eine saftige Schokoladen-Torte, die mit Chutney gefüllt wird. Da muss man erst mal darauf kommen, aber diese Lady denkt wirklich immer Cross-Over und besitzt genug Chuzpe, vieles auszuprobieren. Wer sonst in den Tag mit Marmelade startet, erhält von ihr einige Vorschläge wie lecker das auch mit den richtigen Partnern für ihre Chutneys gelingt. Knäckebrot mit dünnen Avocadoscheiben belegen und einen Klacks Papaya-Zitronen-Chutney darauf, das hat auch meinem Mann gut geschmeckt.

Nützliche Tipps und sogar Etiketten gibt es noch on top

Ergänzt wird das ganze durch viele Tipps von Frau Till, was in der Speiskammer sein sollte, wenn man mit ihrem Chutney schnell was leckeres zaubern möchte, einem Saisonkalender, denn nur wirklich reife Früchte sorgen für ein tolles Aroma und dem Tipp, dass vorsichtige Zeitgenossen Gewürze langsam steigern sollten. Ihre Devise dazu lautet, einfach mit der Hälfte der Gewürzmenge beginnen. Sie selbst beginnt zunächst immer mit einer Finger- oder Messerspitze, dann ¼, ½ oder einen ganzen Teelöffel, zum Schluss ist ein Esslöffel ihr Maß. Denn Nachwürzen geht immer, raus nehmen kann man leider nichts und manche Gewürze entwickeln ihre Aromen erst nach geraumer Zeit. Susann Till erklärt wie man Gläser vorbereitet und lehrt uns, dass Chutneys immer in warme Gläser, am besten mit Trichter und Schöpfkelle eingefüllt werden sollten. Zum Schluss kann man mit ihren Vorlagen die Chutney Gläser sehr liebevoll geschenketauglich aufmotzen.

Fazit: Susann Till ist eine beeindruckende Lady, die uns zeigt, was möglich ist, wenn man einfach selber kreativ wird. Ihre Chutneys sind Aromafeuerwerke und deshalb wohl auch so beliebt bei der Kundschaft, sogar die Formel eins wollte schon mit ihrem Kirsch-Chutney das Catering bestücken. Die Herren müssen jetzt leider ohne ihr Chutney im Kreis fahren, die angeforderte Menge ist in Stade nicht regelmäßig zu bekommen, es handelt sich schließlich um ein handgefertigtes Produkt und keine Industrieware und das schmeckt man. Für mich hätten es gerne noch mehr Chutney-Rezepte sein können, dafür hätte ich durchaus  ein paar Verwendungsideen eingetauscht, aber ich verstehe natürlich, dass Frau Till nicht gleich alle ihre Geheim-Rezepte verraten möchte. Mir hat die Chutney-Lehrstunde sehr viel Spaß gemacht!

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar.

 

 

Kaspressknödel auf Salat

© Julia Stix

Hier wird Soulfood in der Party-Version serviert, Heimat versteht sich kulinarisch durchaus mit Mexiko und Asien. Danke für diese Version, die  uns außerdem nicht gleich papp-satt macht. P.S. Bei mir sind es deutlich weniger als 40 Stück geworden! Milchverbrauch ist abhängig von der Trockenheit des Brotes, bei mir war es etwa die selbe Menge, die das Brotgewicht ausmacht, es kann aber auch mal mehr sein. Die Idee ist klasse den Knödeln mal eine Mini-Kur zu verpassen, am Rezept werde ich noch „schrauben“, um die Ausbeute durch Anpassungen einiger Zutaten zu erhöhen.

 Quelle: Karin Stöttinger: Gefüllt, gewickelt und gerollt.

Fotos; Julia Stix + Christian Schütz

Brandstätter Verlag

Preis: 21,80 €

 Danke an Dominik vom Hotel Peter in St. Wolfgang für die Inspiration zu diesem Rezept.

 Zutaten (Für etwa 40 Stück):

1 Schalotte

½ Bund glatte Petersilie

100 g Semmelknödelbrot

oder zerkleinerte altbackene

Semmeln

50 ml Milch (bei mir lauwarm erwärmt)

2 Eier

3 EL geriebener würziger Hartkäse

Salz und schwarzer Pfeffer

aus der Mühle

60 ml Pflanzenöl

Salat nach Belieben

Zubereitung:

Die Schalotte abziehen, fein hacken (bei mir noch ausgelassen). Die Petersilie kalt abbrausen, trocken schütteln, Blättchen fein hacken. Das Knödelbrot oder die Semmeln etwas zerkleinern, in eine Schüssel geben.

Milch angießen. Die Eier verschlagen, mit Käse, Schalottenstückchen und Petersilienblättchen verrühren, einkneten. 10 Minuten ziehen lassen, dann pikant salzen und pfeffern. Mit nassen Händen Miniknödel formen.

Ein Drittel des Öls in einer beschichteten Pfanne erhitzen, etwa 10 Knödel von allen Seiten etwa 8 Minuten goldbraun anbraten. Die restlichen Knödel ebenso verarbeiten. Inzwischen den Salat putzen und waschen, auf Tellern anrichten. Die Kaspressknödel noch warm dazu servieren.

Tipp: Für die Kaspressknödel nehme ich am liebsten eine Mischung aus Bergkäse und Gouda.

Asiasüppchen mit Fleischbällchen

© Julia Stix

Einfach herrlich, nicht nur für mich und den Liebsten, sondern auch als Mitternachtssuppe auf der nächsten Party gewiss der Star. Am besten gleich die doppelte Menge kochen, es lohnt sich in jedem Fall.

Quelle: Karin Stöttinger: Gefüllt, gewickelt und gerollt.

Fotos; Julia Stix + Christian Schütz

Brandstätter Verlag

Preis: 21,80 €

 Zutaten (für 4 Portionen):

100 g getrocknete Shiitake-Pilze

1 cm Ingwerwurzel

1 Knoblauchzehe

3 Stängel Koriandergrün

200 g gemischtes Hackfleisch

2 EL Sojasauce

1 rote Paprikaschote

2 Frühlingszwiebeln

2 kleine Pak Choi

1 kleine Chilischote

3 Stängel Zitronengras

1 l (Gemüse)-Brühe

2 TL Sesamöl

80 g Asianudeln

(z.B. Glasnudeln)

2 EL Sesamsaat

 Zubereitung:

 Die Shiitake-Pilze mindestens 30 Minuten in warmem Wasser einweichen. Die Ingwerwurzel und die Knoblauchzehe abziehen, fein reiben. Das Koriandergrün kalt abbrausen, trocken schütteln, einige Blättchen zur Dekoration beiseitelegen, den Rest fein hacken. Fein gehackten Koriander, Knoblauch und Ingwer mit dem Hackfleisch vermengen, mit 1 EL Sojasauce würzen.

Mit angefeuchteten Händen etwa 16 Bällchen formen, bis zur Verarbeitung abgedeckt kühlen.

Die Paprikaschote kalt abbrausen, halbieren, von Samen und Samensträngen befreien, grob hacken. Die eingeweichten Shiitake-Pilze von den Stängel befreien, putzen, fein schneiden. Die Frühlingszwiebeln putzen, längs in dünne Streifen schneiden. Die Blätter vom Pak Choi lösen, größere Blätter vom Strunk befreien und mundgerecht zerteilen, kalt abbrausen. Die Chili andrücken, die Zitronengrasstängel längs halbieren. Das Innere herauskratzen und fein hacken. Die Stängel brechen.

Die Gemüsebrühe mit Chili, Zitronengras, Sesamöl erwärmen, die Fleischbällchen und das Gemüse einlegen. Mit den Asianudeln einmal aufwallen lassen, dann ca. 15 Minuten bei leichter Hitze ziehen lassen. Mit der restlichen Sojasauce aromatisieren und mit Sesamsaat und Korianderblättchen garnieren.

Vor dem Servieren die groben Zitronengrasstängel entfernen.

Tipp: Ich bereite immer einen großen Topf von dieser Suppe ohne Gemüse, Bällchen und Nudeln zu und fülle sie portionsweise in Einmachgläser ein. Die Bällchen friere ich portionsweise ein und lasse sie in der Suppe auftauen, Nudeln und Gemüse kommen frisch dazu.

Mexikanisch gefüllte Kartoffelschüsseln

© Julia Stix

Ich liebe Kartoffeln, ich mag es deftig und würzig, hier kombiniert mit einer tomatig-frischen Salsa, da komme ich voll auf meine Kosten!

 Statt Ofenkartoffeln kann man auch Süßkartoffeln verwenden. Die Garzeit verkürzt sich dann etwa um die Hälfte

Zutaten (für 4 Stück):

Für die Kartoffeln:

4 große Ofenkartoffeln oder Süßkartoffeln

150 ml Crème fraîche

1 TL Kreuzkümmelpulver

1 TL Chilipulver

Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

1 kleines Bund Frühlingszwiebeln

1 kleine Dose (etwa 200 g Abtropfgewicht) schwarze Bohnen

100 g würziger geriebener Käse

Für die Tomaten-Salsa:

1 Bund Koriandergrün

4 Cocktailtomaten

1 frische grüne Chili

1 rote Zwiebel

1 Knoblauchzehe

1 Limette

Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

Den Ofen auf 180 °C vorheizen. Kartoffeln waschen, einstechen, mit der Schnittfläche nach unten auf ein Backblech mit Backpapier legen und etwa 30 Minuten weich backen. Aus dem Ofen nehmen, den Ofen nicht ausschalten. Kartoffeln mit einem Löffel vorsichtig aushöhlen. Kartoffelmasse mit 100 ml Crème fraîche, Kreuzkümmel, Chilipulver und Salz und Pfeffer pikant würzen und zerdrücken. Die Frühlingszwiebeln putzen, in feinen Röllchen schneiden. Die Hälfte der Bohnen mit der Hälfte der Frühlingszwiebeln verrühren, mit der restlichen Crème fraîche zu einem Püree verarbeiten, salzen und pfeffern, in die Kartoffeln füllen. Darüber die Kartoffelmasse schichten. Mit den restlichen Bohnen und dem Käse bestreuen und noch etwa 20 Minuten backen, bis der Käse zerlaufen ist.

Inzwischen die Tomatensalsa zubereiten. Das Koriandergrün kalt abbrausen, trocken schütteln, Blättchen fein hacken. Die Tomaten heiß überbrühen, Haut abziehen. Tomaten halbieren, Kerne entfernen, Tomaten würfeln. Die Chili fein hacken. Die Zwiebel abziehen, würfeln. Die Knoblauchzehe abziehen, fein hacken. Die Limette pressen. Alles verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen, zu den Kartoffeln reichen.

Gefüllt, gewickelt und gerollt.

Karin Stöttinger: Gefüllt, gewickelt und gerollt.

Fotos; Julia Stix + Christian Schütz

Brandstätter Verlag

Preis: 21,80 €

Bei Häppchen bitte nur vom Feinsten für mich!

 Worum geht’s?

Wrap’n’Roll around the World

 Fingerfood ist in, viele Kleinigkeiten, die es uns ermöglichen nach Lust und Laune mal hier und mal dort zu probieren, sind der Star auf jeder Party. Und nicht nur dort, eigentlich sind die kleinen Happen für zwischendurch perfekt in unserer Zeit, alles kann nichts muss. Karin Stöttinger hat schon in ihren beiden vorausgegangenen Büchern, in denen es um Salate im Glas ging, bewiesen, dass sie die Mobilität und Unkompliziertheit, die solche Speisen ermöglichen, sehr schätzt. Für dieses Buch hat sie sich jede Menge Rollen und Röllchen vorgeknöpft, die gefüllt, gewickelt und gerollt als Sommerrollen, Ravioli, Dim-Sun, Wraps, Tacos & Co. den Duft der weiten Welt zu uns nach Hause und auf unsere Party bringen.

Wer ist die Autorin?

© Christian Schütz

Einfach kreativ kochen: Diesem Credo folgend kocht sich Karin Stöttinger in die Herzen der Foodies im deutschsprachigen Raum. Sie bloggt und fotografiert leidenschaftlich gern Rezepte und Reisen auf geschmacksmomente.com, der 2017 als „Bester Blog Austria“ ausgezeichnet wurde. Ihre Bücher „Shaking Salad“ und „Shaking Salad low carb“ sind internationale Bestseller und wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

 

 

Was ist drin?

 Häppchen satt, egal ob gefüllt gewickelt gerollt, gedämpft, gebacken oder frittiert

 Es gibt jede Menge Taschen ( z. B. Ravioli, Tortellinis, Samosas, Empenadas), Röllchen (z. B. Frühlingsrollen, Sommerrollen) Bällchen (z. B. Dim Sun, Wonton) wahlweise aus Teigen mit Mehl, Wasser, Hefe, Reis- oder Maismehl und bei den 125 Rezepten wird gefüllt, gewickelt, gerollt, gedämpft, gebacken oder frittiert was das Zeug hält.

 Asiatisch, mexikanisch oder immer gerne wieder italienisch .“Yes“ das will ich haben!

Karin Stöttinger liebt es mexikanisch, asiatisch oder italienisch und auch der „Sohnemann“ kann von Buritos gar nicht genug bekommen, von wem er das wohl geerbt hat? Eine ihrer liebsten Zutaten heißt Koriander und meine Augen bleiben beim Blättern im Buch verzückt bei Avocados mit Mango-Grapefruit-Füllung oder einer Quesadillas mit Süßkartoffelfüllung und Salsa verde hängen, die sich übrigens hervorragend für die Bewirtung einer größeren Gästeschar eignen. „Yes“ schreit es stumm in mir genau so mag ich es! Vor meinem geistigen Auge sehe ich die schon auf meinem nächsten Party-Buffet und freue mich über eine Autorin, die weiß, was jede Menge her macht, wenn Gäste sich angesagt haben.

Wir rollen und wickeln und unsere Gäste dippen dann was das Zeug hält!

Dippen der mexikanische Lieblingsstyle, ist auch bei Karin hoch im Kurs, entweder mit dem Klassiker einer cremigen frisch-würzigen Guacamole, natürlich mit Koriander und einen Hauch von geräuchertem Chili oder einer Avocado-Mousse, aromatisiert mit Gorgonzola und ein bisschen Sojasauce.

Street-Food a la Karin gefällt mir gut!

 Kreativität und Geschmack spielen die erste Geige, ohne dass es zu kompliziert wird.

War Street-Food noch in den letzten Jahren der letzte Schrei, ist die Euphorie inzwischen deutlich abgeebbt, zumindest in der Kochbuch-Szene. Die Gründe dafür liegen für mich eigentlich klar auf der Hand: Street-Food hat nichts mit Fast-Food zu tun, ist mit Nichten mal schnell gemacht, bevor die Gäste für eine Party eintrudeln und eignet sich definitiv nicht als schneller Feierabend-Snack zwischen nach Hause kommen und Tagesschau. Es handelt sich dabei sehr häufig um traditionelle Speisen, die ganz wesentlich von umfangreichen Zubereitungsschritten und speziellen Zutaten leben und Zeit und Mühe kosten. Zeit ist heute aber schon beim Einkauf ein kostbares Gut. Karin Stöttinger bedient sich bei den Zutaten gerne im gut sortierten Sortiment des Supermarktes, erklärt in ihrer Einführung jedoch durchaus, dass sie Wert auf Qualität legt, dazu gehören eben auch die Produzenten direkt vor der Haustür und der Einkauf im Hofladen. Was sie an speziellen Zutaten für Falafel Empanadas, Sushi-Donuts, chinesische Burritos und Hotteok (das sind süße Pfannkuchen aus Korea) sonst noch benötigt, wird im Asienladen oder online besorgt. Um Karins Rezepte nach zu kochen, braucht Ihr weder Kochpraxis noch einen Küchenschrank voller ausgefallener Gewürze. Technisch lässt sie es niemals zu kompliziert werden und Falafeln, die nicht frittiert werden, passen einfach besser zu uns nach Hause, besonders, wenn man nicht möchte, dass die Gäste schon auf der Straße, dem Duft der heimischen Frittenbude folgen können. Karin Stöttinger und Gabriele Gugetzer präsentieren viele leckere Kreationen, ob nun salzig oder süß, wie z. B. knusprige Törtchen mit Asia-Hühnersalat, mexikanisch gefüllte Kartoffelschüsseln, Rucola-Röllchen oder Asiasüppchen mit Fleischbällchen. Das passt perfekt zu mir und auf meine Party, weil sie es niemals zu kompliziert werden lassen. Dahinter stehen jedoch jede Menge Knowhow und viel Kreativität. Karin Stöttinger und ihrer Co-Autorin ist dieser Spagat sehr gut gelungen, es wird uns zum Glück  auch nicht vorgegaukelt, dass wir immer in 30 Minuten fertig sind. Warum auch, füllen, rollen oder wickeln macht jede Menge Spaß, besonders wenn die Rezepte optisch und geschmacklich so viel hermachen, wie es z. B. beim Obstsalat in der Wassermelone mit Zimt-Tortilla, den auch Kinder lieben werden, oder den phänomenalen Sushi-Donuts der Fall ist, die zudem ohne Sushi-Matte und ohne den perfekten Dreh funktionieren.

Fazit

– oder hier gibt es im Schnelldurchlauf das Häppchen-Diplom: Karin Stöttinger und Gabriele Gugetzer schaffen es mit ihrem schönen Buch ,,Gefüllt, gewickelt und gerollt“, Themen wieder zu beleben, von denen wir uns schon abgewandt haben: Streetfood war gestern, wir wollen es nicht so kompliziert, wir brauchen es einfach, aber nicht weniger spektakulär. Warum gelingt das ihnen und anderen nicht, ganz einfach die Damen machen ihr eigenes Ding, sie mischen fröhlich, Stile, Länder und Zubereitungstechniken, verabschieden sich gekonnt von zu komplexen Zubereitungstechniken, die zu Hause einfach nicht funktionieren und lassen es bei der Besorgung der Zutaten auch mal mit dem gut sortierten Supermarkt um die Ecke gut sein. Ersetzen stattdessen alles was sie weglassen, mit viel Geschmack und einem echten Händchen für Optik, das aus einer Häppchen-Dilettantin wie mir eine Häppchen-Queen  werden lässt. Wo sonst kann ich als „Bastel-Verweigerin“ in der Küche so schnell das Häppchen-Diplom machen? Für mich übrigens Karin Stöttingers überzeugendes Buch! Ich gebe das Buch nicht mehr her, denn mir gefällt es super, auch weil die Wiener es mit einem tollem Team am Start wieder geschafft haben, uns zu zeigen, wie kurzweilig und hübsch ein modernes Kochbuch sein kann, das ist definitiv mehr als nur eine Sammlung von Rezepten zwischen zwei Buchdeckeln.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar.

Knoblauch-Confit

© Yelda Yilmaz

Quelle: Agnes Prus: Meine DIY-Küche

Fotos: Yelda Yilmaz

Verlag Stiftung Warentest

Preis: 16,90 €

Perfekte Geheimwaffe im Kühlschrank peppt ein schlichtes Feierabend-Brot toll und eine tolle Möglichkeit, Knoblauch stets in allerbester Qualität zu verwenden. Es lohnt sich darauf gleich beim Einkauf zu achten.

Hier kommt es, das Rezept für die Herstellung der magischen Geheimzutat: Knoblauch-Confit! Wer das Aroma von Knoblauch mag, aber nicht dessen Schärfe, wird dieses Rezept lieben. Viele pralle Knoblauchzehen werden bei niedriger Temperatur in Öl gegart, bis sie butterweich werden. Das Ergebnis sind mild-aromatische Wonneproppen, die selbst die schlichteste Tomatensauce strahlen lassen, und als Nebenprodukt entsteht ein herrliches Knoblauchöl. Wer kann da widerstehen?

Zutaten (für 1 Glas à 250 ml):

2 Knoblauchknollen

200 ml Öl (z. B. Olivenöl oder Rapsöl)

Außerdem: Thermometer

Zubereitung:

Die Knoblauchzehen vereinzeln. In kochendem Wasser 20 Sek. blanchieren. Abgießen und kalt abschrecken. Die harten Ende abschneiden und die Zehen schälen. Auf einem Geschirrtuch gut abtrocknen und beschädigte Knoblauchzehen aussortieren.

© Yelda Yilmaz

Die Zehen in einen kleinen Topf geben und mit Öl bedecken. Das Öl auf niedrigster Stufe erhitzen. Es sollte 80 °C nicht übersteigen, bestenfalls mit einem Küchenthermometer überprüfen. Den Knoblauch in ca. 45 Min. garen.

Vom Herd nehmen und zusammen mit dem Öl in ein sterilisiertes Schraubglas füllen. Wenn die Zehen immer mit Öl bedeckt bleiben, ist das Confit im Kühlschrank monatelang haltbar.

Tipp:

Besonders aromatisch ist frischer Knoblauch, man kann aber auch getrockneten verwenden. Die Temperatur des Öls sollte 80 °C nicht übersteigen, daher empfiehlt sich die Verwendung eines Küchenthermometers.

Die auf diese Weise haltbar gemachten Knoblauchzehen können sehr gut eingefroren werden. Dafür gibt man sie am besten erst einmal in einen Eiswürfelbehälter und füllt das so portionierte Confit später in eine gefriergeeignete Dose um.

Zubereitungszeit: ca. 60 Minuten

Level: Leicht

Pro EL (20 g): 54 kcal, 3 g F, 5 g KH, 0 g B, 1 g E