Pasta mit Linsen

© Silvio Knezevic

Elisabeth Raether: Das Beste vom Wochenmarkt

Neue frische und saisonale Rezepte aus dem Zeitmagazin

Fotos: Silvio Knezevic

riva Verlag

Preis: 19,99 €

Linsen sind gesund, das allein kann aber kein Argument sein, diese in unserer Pasta unterzubringen, herrlich, wenn würziger Speck und Rosmarin vor Ehrfurcht nicht erstarren und Paroli bieten können, um daraus eine wohlschmeckende Pasta zaubern. Ein Hauch Zucker balanciert für mich alles wunderbar aus.

Jede Menge gesundes Eiweiß durch die Linsen und hammerlecker! So macht auch Feierabend-Küche wieder Laune!

Manche meiner Ideen für diese Kolumne rufen bei den Kollegen Irritation hervor. Pasta mit Linsen – was soll das denn sein?! Meine Standardantwort in solchen Situationen: Das ist italienisch. Stimmt nicht immer, aber die Kritik verstummt sofort. Gegen die Kochkunst der Italiener traut sich niemand was zu sagen. Pasta mit Linsen ist wirklich ein Gericht der italienischen Küche, köstlich, wenn auch zugegebenermaßen etwas seltsam. Mir gefällt aber dieser eigensinnige Ansatz der italienischen Küche, die von allen auf der ganzen Welt geliebt wird.

Man muss für dieses Gericht Linsen verwenden, die eine Kochzeit von 30 bis 45 Minuten haben und die man nicht zuvor einweichen muss. Auch sollen es eher bissfeste Sorten sein, die beim Kochen nicht zerfallen, wie du Puy oder Beluga oder italienische Linsensorten.

Zutaten (für 4 Personen):

1 Karotte

1 Zwiebel

1 Stange Sellerie

1 Knoblauchzehe

etwas Olivenöl

80 g Pancetta oder anderer Speck

100 g Dosentomaten

200 g Linsen

  1. 1 l Gemüsebrühe oder Wasser

1 kleine rote Chilischote

3 Rosmarinzweige

350 g kurze Pasta

60 g Parmesan

Salz, Pfeffer

Zubereitung:

 Karotte, Zwiebel und Sellerie schälen bzw. waschen und fein schneiden, mit der geschälten Knoblauchzehe in einem großen Topf mit etwas Olivenöl er­hitzen. 5 Minuten lang unter Rühren dünsten. Klein geschnittene Pancetta dazugeben, weiterdünsten. Wenn die Pancetta etwas Farbe angenommen hat, Tomaten unterrühren. Linsen unter kaltem Wasser abwaschen, hinzufügen. Etwa 500 ml Gemüsebrühe dazugießen.

Chilischote waschen, putzen, fein hacken und unterrühren. Rosmarinzweige im Ganzen dazugeben. Alles zugedeckt bei mittlerer Hitze 30 Minuten lang köcheln lassen (bis die Linsen fast gar sind). Immer wieder nachsehen, ob ge­nug Flüssigkeit im Topf ist – falls nicht, Brühe nachgießen. Dann Pasta hinzufügen, eventuell noch mal Brühe dazugießen, die Pasta weich kochen (was ungefähr 10 Minuten dauert, je nach Garzeit der Pasta).

Parmesan reiben, unterrühren, Pasta bei geschlossenem Deckel ein paar Minuten lang ziehen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf Teller verteilen und je nach Geschmack noch mehr Parmesan darüberreiben.

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Griechische Hühnersuppe mit Zitrone und Reis

© Silvio Knezevic

Quelle: Elisabeth Raether: Das Beste vom Wochenmarkt

Neue frische und saisonale Rezepte aus dem Zeitmagazin

Fotos: Silvio Knezevic

So geht ein feines Hühnersüppchen, das sehr unkompliziert in der Zubereitung ist und mir nicht nur im Dezember gut schmeckt!

Ende Dezember: Das sind die Tage der Einkehr und der Stille, oder anders ausgedrückt, die Tage, in denen man das deutliche Gefühl hat, zu viel gegessen zu haben. Aber man kann ja nicht einfach damit aufhören. Was also tun? Diese Hühnersuppe ist schlank und blass, außerdem schmeckt sie frisch dank Zitrone – sie ist das Gegenteil von einem Weihnachtsmarkt, sozusagen. Die Zubereitung kostet etwas Zeit, aber die hat man zwischen den Jahren ja.

Zutaten für 4 Personen:

1 große Karotte

1 Lauchstange

1 kleine Zwiebel

1 kg Hühnerfleisch (Keulen und Flügel)

2 l Wasser

Salz

2 Eier

Saft und abgeriebene Schale von 2 kleinen Bio-Zitronen

150 g weißer Reis (z. B. Jasminreis)

schwarzer Pfeffer Olivenöl

Zubereitung:

Karotte putzen, schälen und in grobe Stücke schneiden. Lauch putzen, waschen, das Weiße und Hellgrüne in Hälften teilen. Zwiebel schälen und halbieren. Fleisch, Karotte, Lauch und Zwiebel mit dem Wasser zum Kochen bringen. 45 bis 60 Minuten lang köcheln lassen, bis das Fleisch ganz durchgegart ist. Das Fleisch aus dem Topf nehmen, abkühlen lassen, dann mit der Hand vom Knochen lösen und beiseitestellen.

Karotte, Lauch und Zwiebel aus dem Fond entfernen. Den Fond weitere 30 Minuten lang etwa auf die Hälfte der Flüssigkeit einkochen. Dann mit Salz abschmecken. Das Besondere an dieser Suppe ist zum einen, dass sie mit Ei gebunden wird, was sie sämig, aber nicht schwer macht. Zum anderen wird der Reis direkt in der Suppe gekocht, was ebenfalls zu ihrer Cremigkeit beiträgt.

 Zunächst die Eier mit Zitronensaft gründlich verquirlen. Dann etwa 250 ml heißen Hühnerfond sehr langsam in die Ei-Mischung rühren – am besten beginnt man, den Fond esslöffelweise dazuzugießen. Es geht darum, die Eier langsam zu erhitzen, damit sie nicht stocken. In der Zwischenzeit den Reis in den verbliebenen Fond einrühren.

Nach ungefähr 5 Minuten das Hühnerfleisch dazugeben. Alles weitere 5–10 Minuten lang kochen, bis der Reis weich und das Fleisch erhitzt ist, dabei ab und zu umrühren. Schließlich die Ei-Zitronen-Mischung zur Suppe geben, alles noch mal unter Rühren aufkochen, die Suppe sollte dann cremig und leicht angedickt sein. Auf Teller verteilen, mit Pfeffer und nach Geschmack mit fein gehackter Zitronenschale bestreuen, eventuell etwas Olivenöl darübergeben.

Schnelle Eiernudeln mit Brokkoli

© Georgina Hayden, Fotos: Laura Edwards, 2016, f. d. dt. Ausgabe: Dorling Kindersley Verlag

Quelle: Georgina Hayden: Feel Good Kitchen

Dorling Kindersley Verlag

Preis: 24,95 €

Meine beste Freundin in der Küche heißt von jetzt an Chiliöl, natürlich nur in der Original-Version von Georgina Hayden! Die samtige Avocado harmoniert gut dazu und wirklich eine geniale Idee deren Cremigkeit als Saucen-Basis zu nutzen.

 Einer meiner Favoriten, wenn ich allein zu Hause bin. Die Zubereitung dauert nicht einmal zehn Minuten, und obwohl man nur so wenige Zutaten benötigt, ein richtig leckeres Essen. Das Tüpfelchen auf dem i liefert dabei das Chiliöl von Seite 263. Das sollten Sie im Übrigen möglichst immer vorrätig haben, denn damit lassen sich auch viele andere Gerichte aufpeppen.

 Zutaten (für eine 1 Person):

75 g Brokkoli

75 g mittelbreite Eiernudeln

1 Frühlingszwiebel

einige Stängel gemischte Kräuter

(z. B. Koriandergrün, Schnittlauch, Minze und Basilikum)

30 g junger Spinat

60 g gegartes Fleisch oder Tofu

(in Streifen geschnittene Schweinshachse schmeckt mir am besten)

2 EL Chiliöl (siehe hier)

½ EL Salz arme Sojasauce

Saft von 1 Limette

½ reife Avocado

Meersalz und frisch gemahlener

schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Einen mittelgroßen Topf mit Salzwasser füllen und bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Den Brokkoli in gleich große Röschen zerteilen, mit den Nudeln in das kochende Wasser geben und beides 4 Minuten garen.

Inzwischen die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden. Die Kräuterblätter von den Stielen zupfen und fein hacken. Den Spinat grob hacken und das Fleisch oder den Tofu in mundgerechte Streifen schneiden. Den Brokkoli und die Nudeln in ein Sieb abgießen und dabei etwas Kochwasser auffangen. Beides anschließend wieder in den trockenen Topf füllen und mit Spinat, Chiliöl, Sojasauce und der Frühlingszwiebel mischen. Den Limettensaft hinzufügen. Das Fruchtfleisch der Avocado mit einem Teelöffel abstechen und ebenfalls in den Topf geben. Die gehackten Kräuter und das Fleisch oder den Tofu hinzufügen und alles gut durchmischen. Ist das Gericht zu trocken, noch etwas Nudelwasser dazugeben (das Avocado-Fruchtfleisch sollte zu einer cremigen Sauce zerfallen). Mit Salz und Pfeffer abschmecken und sofort genießen.

Blumenkohl-Kokos-Suppe

© Georgina Hayden, Fotos: Laura Edwards, 2016, f. d. dt. Ausgabe: Dorling Kindersley Verlag

Quelle: Georgina Hayden: Feel Good Kitchen

Dorling Kindersley Verlag

Preis: 24,95 €

 Langweilige Kohlsuppe war gestern, diese Variante besticht durch ihre würzige Note und den Crunch der Kokos-Chips, der Clou allerdings ist das tolle Chili-Öl, ultimativer Tuning-Partner zu vielem!

 Kinderleicht zuzubereiten ist diese gehaltvolle, wunderbar cremige Suppe mit der pikanten Note. Wir lieben sie sehr und kochen sie gern, wenn wir müde von der Arbeit nach Hause kommen und ganz dringend ein warmes Essen brauchen.

Zutaten (für 4 – 6 Portionen):

2 Zwiebeln

600 g Blumenkohl

4 Knoblauchzehen

1 gehäufter TL Zimt

1 gehäufter TL Ras-el-Hanout

Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Olivenöl

1 Handvoll Kokos-Chips

1 Dose (400 g) fettreduzierte Kokosmilch

600 ml Gemüsebrühe

2–3 EL Chili-Öl

 Zubereitung:

Den Backofen auf 180 °C vorheizen.

Die Zwiebeln schälen und in 1 cm dicke Spalten schneiden. Den Blumenkohl in gleich große Röschen zerteilen, dabei die Blätter nicht wegwerfen. Beides mit den ungeschälten Knoblauchzehen in einer großen ofenfesten Form verteilen, mit Zimt und Ras-el-Hanout bestreuen, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und großzügig mit Olivenöl beträufeln. Die Zutaten gut vermischen und den Blumenkohl 25–30 Minuten im Backofen rösten, bis er weich und stellenweise schön gebräunt ist. 3–4 Minuten vor Ende der Garzeit die Kokos-Chips in einer kleinen ofenfesten Form verteilen und ebenfalls in den Backofen stellen, damit sie etwas Farbe annehmen (wenn die Kokos-Chips gesüßt sind, vorher einige Minuten in etwas kochendem Wasser einweichen und dann in einem Sieb abtropfen lassen).

Die Knoblauchzehen aus der Form nehmen, Blumenkohl und Zwiebeln in einen großen Topf füllen. Die Knoblauchzehen über dem Topf aus der Schale pressen. Kokosmilch und Brühe angießen und langsam zum Kochen bringen. Die Temperatur etwas reduzieren und die Suppe 5 Minuten köcheln lassen. Den Topf vom Herd nehmen, die Suppe mit dem Stabmixer

pürieren, bis sie glatt und cremig ist. Falls nötig, mit etwas Wasser verdünnen.

Die Suppe noch einmal abschmecken, mit den gerösteten Kokos-Chips bestreuen, mit etwas Chiliöl beträufeln und servieren.

Chili-Öl

 Ein gutes selbst gemachtes Chili-Öl ist in der Küche unersetzlich, kann man damit doch selbst einfachste Gerichte wie gedämpftes Gemüse, eine Pizza oder Suppe aufpeppen. Hier meine Version, die sich durch angenehme Schärfe und eine leicht nussige Note auszeichnet. Unbedingt ausprobieren!

Zutaten (für 300 ml):

2 frische rote Chilischoten

4 Knoblauchzehen

1 EL Chiliflocken

1 TL Sichuan-Pfefferkörner

1 TL Meersalz

1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer

1 EL Sesamsamen
(nach Möglichkeit eine Mischung aus schwarzem und weißem Sesam)

500 ml geschmacksneutrales Öl

(am besten eignet sich Raps oder Erdnussöl)

Zubereitung:

Die Stiele der Chilis entfernen und die Schoten grob hacken. Die Knoblauchzehen schälen und beides mit den Chiliflocken, dem Sichuan-Pfeffer, Salz und schwarzem Pfeffer in der Küchenmaschine fein zerkleinern. Mit dem Sesam in einen Topf geben und das Öl darübergießen. Das Ganze 10 Minuten bei niedriger Temperatur erhitzen, bis die Zutaten goldbraun geröstet sind.

Das Öl vollständig abkühlen lassen, in eine saubere Flasche füllen und luftdicht verschließen. Das Chiliöl ist mehrere Monate haltbar.

Georgina Hayden: Feel Good Kitchen

Georgina Hayden: Feel Good Kitchen

Fotos: Laura Edwards

Dorling Kindersley Verlag

Preis: 24,95 €

Worum geht’s?

 oder die Entdeckung der Langsamkeit in der Küche!

 „Feel Good“ in dieser Verpackung kommt inzwischen vieles daher: Kunststück die Werbung hat dieses Synonym geradezu annektiert, damit lässt sich geradezu alles labeln und jeder denkt, es geht um seine ureigenen Wünsche und Bedürfnisse, alles darf erwartet werden, die Wundertüte hat für jeden das richtige im Angebot! Für mich ein Grund bei solchen Büchern schnell weiter zu klicken, denn ich habe es gerne ein wenig konkreter. Das Buch von Georgina Hayden fiel durchs Raster bis ich bei Susanne, einer Blogger-Kollegin, feststellen musste mein Radar auf der Suche nach einem echten „Kochbuch-Trüffelchen“ war einfach zu grobmaschig unterwegs. Der Original-Titel heißt übrigens „Stirring slowly“, dies wäre der sprichwörtliche „Hint“ gewesen, auf den ich angesprungen wäre.

Wer ist die Autorin?

© Georgina Hayden, Fotos: Laura Edwards, 2016, f. d. dt. Ausgabe: Dorling Kindersley Verlag

Seit über zehn Jahren arbeitet Georgina Hayden als Rezeptentwicklerin und Foodstylistin im Team von Jamie Oliver. Sie lebt in London und wuchs in Tufnell Park über der Taverne ihrer Großeltern auf, deren Rezepte sie schon als Kind aufsaugte. Nach einem Kunststudium entschied sie sich für ihr Herz und dafür, ihrer Leidenschaft, dem Kochen, nachzugeben. Sie entwickelt, schreibt und gestaltet Rezepte für Zeitschriften, Bücher, Fernsehsendungen und Werbekampagnen. Inspiration holt sie sich dabei auf Reisen oder bei Touren über die Londoner Märkte.

Was der Lieferdienst nicht kann – auch wenn er noch so exklusiv ist!

Kochen war schon von frühester Kindheit an Georgina Haydens Leidenschaft, die sie später zu ihrem Beruf machte. Familienessen hatte in ihrer Familie einen sehr hohen Stellenwert, wie bei allen griechischen Zyprioten, mindestens einmal pro Woche versammelten sich drei Generationen um den Tisch. Da das Essen in ihrer Kindheit eine so wichtige Rolle spielte, war es nicht verwunderlich, dass sie eines Tages damit auch beruflich zu tun haben sollte, schließlich halfen sie und ihre Schwester schon früh mit im großelterlichen Restaurant mit und fühlten sich z. B. für das Nachfüllen der Salz- und Pfeffer-Streuer verantwortlich. Georginas Mutter nahm die beiden gerne im Kinderwagen zum Einkaufen in das italienische Feinkostgeschäft um die Ecke mit und noch heute erinnert sich die Autorin an die atemberaubenden Düfte von Focaccia, Olivenöl , Parmesan und Parmaschinken, wenn die drei den bunt gemusterten Plastikvorhang am Eingang durchschritten hatten.

Essen ist eine Konstante und kann auch Trost spenden!

 Ausgelöst durch den Verlust eines Kindes, dass nach einer völlig unkomplizierten Schwangerschaft kurz vor der Geburt verstarb, entdeckte besann sich Georgina Hayden auf Kochen und Essen als Pfeiler in unserem Leben, die uns helfen Halt zu finden, wenn buchstäblich nichts mehr geht und das vermeintlich schier das letzte ist, was jemanden nach einem solchen Schicksalsschlag gerade interessiert. Der Tag als Georgina das erste Mal wieder in der Küche stand und dabei sogar den Toast verbrannte, der zusammen mit Avocado und Rührei der Mittagsimbiss für sie und ihren Mann Pete sein sollte, war der Anfang und die Konstante, die ihr geholfen hat, wieder am Leben teilzunehmen. Sonntags suchte sie die Rezepte für die kommende Woche heraus und schrieb Einkaufslisten und was ursprünglich als Herausforderung begonnen hatte, als Mittel um wieder zu einer Routine zu finden, half ihr ihr Selbstvertrauen zurück zu gewinnen und endete in einem sehr persönlichen Kochbuch, das zeigt, was Essen und gute Zutaten alles sein können und warum es Sinn macht sich in jeder Lebenslage in die Küche zu stellen, sei es dass es darum geht für sich selbst „Seelenfutter“ auf den Teller zu zaubern oder die zu verwöhnen, die wir am liebsten haben. Der Lieferdienst hat das nicht im Programm, da kann er noch so exklusiv sein!

Los geht’s

 Einkauf so unkompliziert wie möglich, aber auch die Qualität spielt eine Rolle!

Bevor es los geht in der Küche gibt die Autorin Tipps für Einkauf, Zubereitung und Lagerung, bei der Aussage, dass Gemüse und Obst und vor allem Kräuter frischer, in besserer Qualität und häufig auch noch günstiger, als im Supermarkt, bei den vielen kleinen lokalen Obsthändlern zu erwerben sind, bin ich im Einklang mit der Autorin. Und die lästigen und wirklich unnötigen Plastikverpackungen sind wir dann auch los. Fleisch aus artgerechter Haltung, gibt es inzwischen vieler Ortens, im Zweifel ist hier weniger mehr, es darf ruhig mal vegetarisch sein. Ansonsten hat Georgina das Angebot des gut sortierten Supermarktes zum Ausgangspunkt für die Rezept-Entwicklung gemacht, damit es nicht zu kompliziert wird.

Was gibt es denn?

 Wer hier nichts Köstliches findet ist selber schuld!

 „Let’s get started“, aber bitte lecker!

Georgina macht mit diesem Buch viele glücklich: es geht um den guten Start in den Tag, wahlweise mit Pancakes mit karamellisierten Äpfeln und Haselnüssen oder mit Chorizo, Tomaten, Kichererbsen auf Toast. Da es sich bei diesem Buch ebenfalls um ein britisches Kochbuch handelt und fettreicher Fisch der Gesundheit sehr förderlich ist, kann der Tag auch „very british“ mit Hash Browns mit Kipper (geräucherte Heringsfilet) oder Brunnenkresse-Joghurt und gegrillter Gurke beginnen. Außerdem gibt es leckeren Porridge, Müsli, Süßkartoffelbrot mit Pancetta und Ahornsirup und wenn morgens mal keine Zeit für ein richtiges Frühstück ist, Smoothies to go.

Suppenglück winters wie sommers!

Die Suppenschale wird gefüllt mit einer fantastischen wirklich sehr unkomplizierten Zuppa die Farro mit Rosmarin-Pinienkern-Öl und auch Pete’s Brokkolisuppe ist alles anderes als langweilig, mit einem warmen Käsetoast bestehend aus einer Mischung aus Cheddar und Stilton wird dem Kohl jemand an die Seite gestellt, der würzig genug ist, um es mit ihm aufzunehmen. Der Clou ist jedoch, dass der Toast am Ende mit etwas flüssigem Honig beträufelt wird. Außerdem kann die Avocado-Suppe mit Gurke und Radieschen, die den Namen Salmorejo trägt (kleiner Bruder des bewährten Gazpacho) im Sommer auch kalt punkten.

Schnell was Leichtes, das super schmeckt

In der Rubrik „Schnell was Leichtes“ präsentiert Hayden geschmacklich Spannendes wie z. B. pikante Fleischbällchen mit Eiernudeln und Wassermelonensalat, dies unkompliziert als schnelles Mittagessen und ebenfalls super als Feierabendküche funktioniert. In diesem Kapitel ist es komplett um mich geschehen, es gibt wirklich kein Rezept, das ich nicht nachkochen möchte, denn auch das gebratene Lammhack mit Kichererbsen, Blumenkohl und Sesam machen eine gute Figur.

Slow ist die Devise!

Mr. Oliver wirkt ja immer wie jemand der schnell fertig werden möchte, seine Mitarbeiterin hat anderes im Sinn: Schwarzes Dal und Lammhachsen mit Zimt sind Optionen für die Tage, an denen man sich am Liebsten in der Küche verbarrikadiert und zeigen, wer sich Zeit nimmt, dessen Mühe wird am Ende belohnt.

Und die Veggies?

 Die halten sich an die Rubrik „Großartiges Grünzeug“, da dreht sich alles um Gemüse und Salat es gibt z. B. Khichdi, ein traditionelles indisches Gericht aus Reis und Hülsenfrüchten, für die grauen Wintertage und im Sommer gegrillte Salatherzen mit Aprikosen und Feta.

Backen macht glücklich!

Georgina Hayden serviert Hafer-Mandel-Cookies mit Rosinen, Apfelbirnen-Pie mit Haselnuss-Krokant und Bourbon und sehr leckere und unkomplizierte Torten.

Gut zu wissen – nobody is perfect

Das Buch ist großartig und nicht umsonst von allen Rezensenten besungen und vom Guardian und Spectator zum Kochbuch des Jahres in 2016 in UK nominiert, jedoch habe ich einen klitzekleinen Fehler beim Rezept für die Blondies entdeckt: Es darf wahlweise Kokosöl oder Butter verwendet werden, ohne Kokosöl als Zutat kommt ja ein modernes Kochbuch nicht mehr aus, obwohl es mehr gesättigte Fettsäuren enthält als Speck, deshalb waren meine auch ein wenig zu „rich“! Beim nächsten Mal werde ich entweder wieder Butter nehmen oder die Menge des Kokosöls reduzieren. Da es ein englisches Kochbuch ist, muss man sich ebenfalls auf andere Springform-Größen einstellen, 20 cm Durchmesser sind bei uns nicht üblich und manchmal werden davon gleich zwei gleichzeitig verwendet. Da hilft nur das Rezept anpassen. Zum Beispiel hier

Fazit: Georgina Hayden ist ein großartiges, persönliches inspirierendes und unkompliziertes modernes Kochbuch gelungen. Alles Zutaten, die bei Jamie in den letzten Jahren unter die Räder kamen, denn der Trend wurde zu seinem wichtigsten Kumpel in der Küche. Hayden dagegen hat den Mut gehabt, ihren eigenen Stil zum Maßstab zu erheben: sie präsentiert echte Wohlfühl-Küche sehr persönlich, sehr authentisch und hat mich damit voll und ganz auf ihrer Seite. Ich fühle mich mit ihren Rezepten in meinen kulinarischen Sehnsüchten erkannt und ernst genommen. Bei ihr kriege ich genau das was ich mir wünsche, auch wenn der Tag, mal anders gelaufen ist, als ich mir das vorgestellt habe und die Kraft nur noch für den Einkauf im gut sortierten Supermarkt um die Ecke reicht. Das ist großes Kino und sehr viel Arbeit, denn es muss dabei vieles unter einen Hut gebracht werden! Wir werden von dieser Lady sicherlich noch viel serviert bekommen, denn sie versteht uns inzwischen besser als Jamie und seine Marketing-Crew, wandelt das in alltagstaugliche Rezepte um und kann das auch noch so präsentieren, dass wir uns persönlich bekocht fühlen!

Süßkartoffel-Puffer mit Kräutersalat und pochiertem Ei

© Yelda Yilmaz

Quelle: Agnes Prus: halb zehn

Das Frühstücks-Kochbuch

Fotos: Yelda Yilmaz

Verlag Stiftung Warentest

Preis: 34,90 €

 Dieses Mehr-Komponenten-Frühstück macht den Sonntagmorgen zum Fest: Knusprige Puffer, frische Kräuter, Feta, cremige Avocado und dazu ein auf den Punkt pochiertes Ei. Am besten fährt man hier mit Aufgabenverteilung: Einer ist Salatbeauftragter, einer kümmert sich ums Kartoffelquetschen und falls noch ein dritter zugegen ist, bewacht er Eier und Küchenwecker. Oder einer macht alles allein und wird damit zum Held des Sonntags. Versprochen.

 Zutaten (für 2 Portionen):

Für die Puffer:

120 g Süßkartoffel, geschält

120 g Kartoffel, geschält

½ TL Salz

1 Schalotte, geschält

1 Ei

2 Zweige Thymian

frisch gemahlener Pfeffer

Öl zum Braten

Für den Salat:

1 Handvoll Rucola

1 Handvoll glatte Petersilie, Blättchen abgezupft

½ Handvoll Minze, Blättchen abgezupft

1 Frühlingszwiebel, in feinen Ringen

50 ml Olivenöl

Saft von ½ Zitrone

Salz

frisch gemahlener Pfeffer

Außerdem:

2 sehr frische Eier

100 g Feta, grob zerbröselt

1 Avocado, geschält und gewürfelt

½ grüne Chilischote, in Ringen

Zubereitung:

 Für die Puffer Süßkartoffel und Kartoffel grob raspeln, salzen und 10 Min. ziehen lassen. Ausdrucken und in eine Schussel geben. Schalotte grob reiben. Kartoffelmasse mit Ei, Schalotte, Thymian und Pfeffer vermischen. Durchziehen lassen.

Für den Salat Rucola, alle Krauter und Frühlingszwiebeln in eine Schussel geben. Olivenöl und Zitronensaft mit etwas Salz und Pfeffer verquirlen und bereitstellen.

In einer Pfanne Öl erhitzen und die Hälfte der Kartoffelmasse hineingeben. Der Puffer sollte 1 cm dick sein. Pro Seite 3 Min. braten, im Ofen bei 150 °C warm halten. Mit der zweiten Hälfte ebenso verfahren.

Für die pochierten Eier in einem Topf Wasser (mind. 10 cm hoch) zum Kochen bringen. Eier einzeln in Tassen aufschlagen. Wer mag, kann sie in ein Sieb geben und den flüssigen Teil des Eiweißes ablaufen lassen. Mit einem Löffel rühren, sodass ein Strudel entsteht. Die Eier nacheinander (mit oder ohne Sieb) in die Mitte des Strudels gleiten lassen und 3–4 Min. in köchelndem Wasser pochieren. Mit einem Schaumlöffel herausheben und abtropfen lassen.

Die Puffer auf zwei Teller legen. Den Salat mit dem Dressing mischen, auf den Puffern verteilen und mit Feta, Avocado und Chili bestreuen. Jeweils 1 Ei in die Mitte des Puffers setzen. Sofort genießen.

Pro Portion 829 kcal, 65 g F, 30 g KH, 7 g B, 21 g E

Baked Beans mit Spiegelei und Za’atar

© Yelda Yilmaz

Quelle: Agnes Prus: halb zehn

Das Frühstücks-Kochbuch

Fotos: Yelda Yilmaz

Verlag Stiftung Warentest

Preis: 34,90 €

Die Baked Beans machen zwar ein bisschen Arbeit, sind aber hammerlecker! Beim Familienbrunch in der letzten Woche waren sie der Star der Tafel. Das Rezept ist geschmacklich wunderbar ausbalanciert und präsentiert „normales Dosenfutter“ auf geschmacklich hohem Niveau. Die Überraschung war die rauchige Note durch das geräucherte Paprikapulver.

Za’atar ist zum einen eine wilde Thymiansorte, zum anderen die Bezeichnung für eine arabische Gewürzmischung, die auf Thymian basiert und hier Verwendung findet. Traditionell wird sie zu Fladenbrot und Öl gereicht, sie passt aber auch unglaublich gut zu Joghurt, Tomaten oder Eiern. Die Baked Beans werden mit geräuchertem Paprikapulver (z. B. Pimenton de la Vera) gewürzt, nach dem man unbedingt Ausschau halten sollte, denn es verleiht den Bohnen eine tolle herzhafte Note und einen leichten Lagerfeuer-Touch.

 Zutaten (für 4 Portionen):

Für die Baked Beans:

300 g getrocknete Wachtelbohnen

1 EL Olivenöl

2 Zwiebeln, geschält und fein gehackt

2 Knoblauchzehen, geschält und fein gehackt

50 g Tomatenmark

50 g Zuckerrübensirup

1 TL Senfmehl

1 TL frisch gemahlener Pfeffer

1 TL Speisestärke

1 Prise Natron

½ TL geräuchertes Paprikapulver

  1. 2 TL Salz

1 EL Apfelessig

Für das Za’atar:

1 EL Sesam-Samen

2 EL gerebelter Thymian

1 TL Sumach

¼ TL Salz

Außerdem:

1–2 EL Olivenöl

4–8 sehr frische Eier

4 Scheiben Sauerteigbrot

Zubereitung:

Für die Baked Beans die Bohnen über Nacht in 1 . l kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag abgiesen, abspulen und mit 2 l Wasser in einen Topfgeben. Zum Kochen bringen und in ca. 40 Min. bissfestgaren. Abgießen und abtropfen lassen.

Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Öl in einen Bräter geben und die Zwiebeln darin bei niedriger Temperatur in 7 Min. glasig dunsten. Knoblauchzugeben und 30 Sek. mit garen, Tomatenmark einrühren und ebenfalls 30 Sek. anbraten. Zucker Rübensirup mit Senfmehl und Pfeffer unterrühren und 600 ml Wasser zugießen. Bohnen zufugen.Speisestarke mit 1 EL kaltem Wasser glatt rühren und mit Natron und Paprikapulver zugeben. Abgedeckt im Ofen 1 ¼ Std. backen. Herausnehmen, Salz, Apfelessig und evtl. etwas Wasser unterrühren.

Für das Za’atar den Sesam ohne Fett anrosten. Abkühlen lassen. Thymian fein mörsern und mit Sumach und Salz zugeben. Alles gut vermischen.

 Für die Spiegeleier das Öl in einer Pfanne erhitzen. Pro Portion 1–2 Eier hineinschlagen und2 Min. braten. Deckel aufsetzen und die Spiegeleier in ca. 1 Min. fertig braten.

 Die Baked Beans auf Tellern verteilen. Spiegeleierdaraufsetzen und mit Za’atar bestreuen. Brotscheiben halbieren und dazu reichen.

Pro Portion 595 kcal, 14 g F, 74 g KH, 21 g B, 29 g E